Drive-In

Dass es das hier sehr häufig gibt, wusste ich ja schon. Man erledigt eben alles per Auto, und aussteigen ist verpönt: man könnte sich ja dabei bewegen! Aber dass man jetzt auch den Besuch in der Kirche per Auto als „Drive in“  erledigen kann, ist wohl doch neu – selbst hier in Texas. Dazu gab’s vorgestern einen Kurzbericht hier im Fernsehen, siehe hier: KENS5.

Allerdings: der Bericht verwechselt bzw. vermischt die Begriffe „drive in“ und „drive through„.

Was mich an dieser Haltung, alles per Auto und möglichst ohne Aussteigen erledigen zu wollen, ganz besonders stört, ist die Tatsache, dass alles natürlich auch bei laufendem Motor sein muss, denn schließlich will man ja auf den Komfort der Klimaanlage nicht verzichten. Und im Übrigen, bei den fast 100 Grad Fahrenheit [37,8 Grad Celsius], die an diesem Tag herrschten, und dazu noch in Anbetracht der Tatsache, dass die Autos ja in der prallen Sonne standen, die Innenräume also ohne Klimaanlage zu lebensbedrohenden Öfen aufgeheizt worden wären, war das ja auch nötig – jedenfalls wenn man von der Prämisse ausgeht, es müsse eine drive-in Kirche geben. Aber warum, so frage ich mich, kann man nicht auch den Wagen parken, den Motor abstellen und die paar Schritte in die Kirche, oder in die Bank etc. gehen.

Apropos Auto parken und Motor abstellen: bei all dem Geschimpfe über die hohen Benzinpreise beobachte ich hier immer wieder, dass ein Wagen mit laufendem Motor abgestellt wird, während der Fahrer einkaufen geht, irgendwo einen Kaffee trinkt oder ein Schwätzchen hält.

Und hier noch ein weiterer Link zum Thema: KENS5. Da bietet ein Pastor ein drive through für einen Kaffee verbunden mit einem Gebet an.

P.S.: Wir benutzen natürlich auch drive-throughs, aber wenigstens wir immer beim Warten der Motor abgestellt.

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Sommer in Texas

Gerade gelesen:

Come July, the devil stokes his furnaces real high, opens the draft, sends the flames to Texas so he can set up headquarters her in August and September.“

zitiert aus: James Michener, Texas (New York, 1987), S. 593

Apropos James Michener’s „Texas“: das ist eines meiner Lieblingsbücher. In narrativer Form gibt es, obwohl Vieles natürlich fiktional ist, einen sehr guten Einblick in die texanische Geschichte sowie in die historischen Ereignisse und Umstände, die den texanischen Charakter geprägt haben.

Houston …

… war doch ein ganzes Stück grüner, als wir am Montag und Dienstag da waren. Aber Houston ist eben auch East Texas, und da hat es immer mehr Regen als hier. Auf unserer Fahrt dahin aber haben wir – leider – viel zu viel braunes Gras gesehen, und nur ganz gelegentlich einen grünen Fleck. Die verdorrte Landschaft reicht schon ziemlich weit nach Osten.

Wir hatten uns übrigens entschlossen. am Montag nach Houston zu fahren und die Nacht da zu verbringen, weil Mary am nächsten Tag – also am Dienstag – nach Deutschland fliegen würde, für ihre Europa Reise. So, mit der Fahrt nach Houston schon am Montag, war es viel weniger hektisch. Und außerdem wollten wir den zweiten Jahrestag unserer Hochzeit da mit einem schönen Abendessen feiern. Was wir dann auch getan haben – gar nicht besonders großartig, sondern eher einfach bei einem Fischessen in einem Red Lobster Restaurant. Aber lecker war’s. Nach einer Vorspeise von Shrimp Nachos [Mais-Chips mit Garnelen und Käse überbacken] für uns beide [die Portion war wirklich reichlich und es hätte glatt für 3, wenn nicht sogar für 4 Personen gereicht] hat Mary gebratene gefüllte Flunder und einen gegrillten Garnelen-Spieß auf einem Reisbett mit zusätzlich Kartoffelpürree bestellt, und ich hatte Linguini Alfredo mit einer Krebsfleisch-Parmesan-Sahnesoße [eine halbe P0rtion übrigens, da ich texanische Portionen kenne – und die „halbe Portion“ war vollkommen ausreichend. Und zum Nachtisch haben wir uns dann ein Chocolate-Chip-Lava Cookie mit Vanilleeis geteilt. Ach ja, und ich habe mir Samuel Adams von Fass gegönnt.

Und noch eine Bemerkung zum Verkehr in Houston: der ist für mich wirklich gewöhnungsbedürftig. Die z.T. 7 oder sogar 8 Spuren auf den Autobahnen sind schon wirklich erstaunlich für jemanden, der aus dem „kleinen Deutschland“ kommt, aber ich hatte keine großen Probleme damit. Was mich mehr irritiert hat, waren die Mautstraßen, weil ich damit gar keine Erfahrung hatte. Und so habe ich sie – nicht nur aus Sparsamkeitsgründen – lieber vermieden und bin parallel dazu gefahren. War übrigens gar nicht viel langsamer. Und außerdem habe ich so eine billige Tankstelle gefunden. Danach halten wir hier ja immer Ausschau, denn die Preise variieren stark. Ich habe als Minimum $ 3,33 gesehen, aber auch glatt $ 3,59. Macht schon einen Unterschied – besonders, wenn der billige Preis eine Chevron-Tankstelle ist, wo wir mit unserer Chevron-Card noch einmal 10 Cent/Gallone Rabatt bekommen.

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Ein Tag in Port A

Heute waren wir – eine Wassertemperatur von 31 Grad lädt ja nun wirklich dazu ein und auch 31 Grad Wassertemperatur bieten immer noch eine Abkühlung, wenn die Lufttemperatur so etwa 40 Grad beträgt- mal wieder in unserem Lieblingsort an der Golfküste hier, in Port Aransas. Wir hatten uns erst etwas spät aufgemacht, so gegen 10:15 Uhr, aber es ist ja auch mal nur gut anderthalb Stunden bis da. Na ja, das wohl doch eher nur bis Aransas Pass auf dem Festland. Dann über den Causeway [Damm und Brücke] und noch die – wenn auch sehr kurze – Überfahrt mit der Fähre [Wartezeit hatten wir heute nämlich so gut wie keine] plus eine kurze Strecke in Port A [wie die Einheimischen es nennen] und wir waren – nach insgesamt knapp 2 Stunden – am Strand. Flugs noch unser Zeltdach aufgebaut, die Strandstühle darunter in den Schatten gestellt, uns dick mit Sonnencreme – braucht man hier unbedingt [wir liegen ja schließlich auf demselben Breitengrad wie die nördliche Sahara und südlicher als Kairo] – eingeschmiert, und dann  … einfach ausruhen, dem Rauschen der Brandung und den Schreien der Vögel zuhören und die Seele baumeln lassen.

Heute hatten wir übrigens zum ersten Mal Sally dabei. Früher hatten wir sie immer – mit Buster zusammen – zuhause gelassen, wenn wir nur für einen Tag weg waren. Und waren wir einmal länger weg, hatten wir sie zu unserem Tierarzt, Dr. Patton, in die Tierpension gegeben. Aber nachdem Buster nun nicht mehr da ist – so langsam haben wir uns mit dem Gedanken abgefunden, dass er nicht mehr wiederkommt – wollten wir mal ausprobieren, ob sie nicht Spaß an der See bzw. am Strand hat, insbesondere weil wir wissen, das sie – im Gegensatz zu Buster früher – sich im Auto nicht unwohl fühlt. Und wir dachten auch, dass es für sie besser sei, in der Seebrise am Strand im Schatten zu liegen als irgendwo hier am Haus oder in unserem Garten. Es ist ja zur Zeit einfach bestialisch heiß hier. Und was dazu kam: sollte dieser eine Tag für Sally ok sein, so würden wir wissen, dass wir sie auch für ein verlängertes Wochenende mitnehmen können würden. Bei uns – auch wenn es einmal nicht zuhause ist – fühlt sie sich ja nun dch wohler als in der Tierpension.

OK, da waren wir nun also am Strand:

Port A

Mein Gott, hat der Kerl dünne Waden!

Da ist aber unbedingt mal wieder mehr Radeln angesagt – nicht nur ein T-Shirt und eine Kappe von einem Radevent tragen! Und keine Ausrede wegen Hitze und so! Sally hier übrigens in ihrer typischen Pose, wenn sie etwas ängstlich ist: Kopf tief und Schwanz zwischen den Hinterbeinen. Apropos Sally und ängstlich: dazu muss ich an anderer Stelle einmal etwas ausführlicher schreiben.

Sea

Auf dem Weg Richtung Kuba

Es könnte auch Richtung Venezuela sein – so ganz exakt ist mein innerer Kompass nun doch nicht. Es war mir schnell gelungen, Sally dazu zu bewegen, mit mir ins Wasser zu kommen. Soweit wir wissen – bzw. eher annehmen müssen, denn sie ist uns ja zugelaufen – war es heute das erste mal für sie am Strand und im Wasser.

knee deep

Erst mal nur knietief

Man muss sich ja schließlich dran gewöhnen. Deswegen auch die kleine Streicheleinheit. Später ist sie dann auch im tieferen Wasser etwas gepaddelt. Schien ihr gar nicht unangenehm zu sein. Was sie nicht so gerne mochte, war, wenn ihr eine Welle direkt ins Gesicht schwappte.

Sally und Pit

Sally und Pit

Wir kommen wieder zurück.

Sally

Ruhe verdient

Und nach zweimal Baden plus einem Strandspaziergang hat Sally ihre Ruhe nun wirklich verdient.

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32 Grad Wassertemperatur

Nein, das ist nicht unser Badewasser, sondern das ist die Wassertemperatur im Augenblick an der texanischen Golfküste! Und trotzdem ist das noch – bei Lufttemperaturen von 40 Grad und mehr – gut zur Abkühlung geeignet. Wird also höchste Zeit, dass wir mal hinfahren. Mal sehen, viellleicht am Wochenende.

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