Frühling in Texas

Ja, jetzt haben wir ihn wirklich: in den letzten Tagen ist der Frühling hier mit Macht gekommen. Die Temperaturen waren ja seit Mitte Februar schon immer mal ganz (vor)frühlingshaft, aber jetzt haben wir dann wirklich Tagestemperaturen von um die 25 Grad Celsius. Die Nächte sind noch durchaus kühl, aber nicht kalt, und das ist eigentlich nur angenehm. Nur weht fast immer ein ganz schön kräftiger Wind – mit bis zu 25 Km/H in Böen. Und das ist dann zum Radeln nicht so schön.

Aber was richtig schön ist: da wir einen ziemlich regenreichen Spätherbst und Winter hatten, gibt es mal wieder ganz prächtige Blütenteppiche mit all den wunderbaren einheimischen Wildblumen. Ich versuche mal, hier ein paar Bilder von Bluebonnets [der texanischen Nationalblume], Indian Paintbrushes und unseren blühenden Yuccas reinzukriegen. Will irgendwie nie richtig klappen – schade drum.

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Zurück in Texas

Da bin ich also wieder zuhause, in einem – gestern – sehr regnerischen Texas. Aber wir sind (immer noch) froh über jeden Regen, denn die letzten Jahre waren ja absolut zu trocken, und wer weiß, was der Sommer noch bringen wird.

Aber nun zur Rückreise:

Sie ist wirklich prima verlaufen. Um 10:11 ging es – planmäßig – am Siegburger Bahnhof mit dem ICE los. Der Zug war pünktlich, aber die Bundesbahn war mal wieder die Inkompetenz auf Rädern. Es gab eine Durchsage, dass die Wagenreihenfolge geändert sei, und dass die Wagen der 1. Klasse im Abschnitt so-und-so halten würden. Dass es aber zwei Zugteile mit jeweils einem 1. Klasse Teil gab, das hatten die Verantwortlichen mal wieder nicht geschnallt. Und dass es auch ganz informativ gewesen wäre, zu sagen, ob nun der ganze Zug [d.h. beide Teile] komplett umgedreht war, oder nur jeder Teil für sich – auch diese Information fehlte. Und gerade das wäre wichtig gewesen, damit man gewusst hätte, wo denn nun der Wagen, in dem man einen Sitz reserviert hatte, halten würde. Aber nein, soweit zu denken ist bei Bundesbahnpersonal ja zu viel verlangt. So wusste denn nun niemand Bescheid, wo sein Wagen halten würde. Und zu allem Überfluss stellte sich heraus, als der Zug einlief, dass auch noch die Wagennummern nicht erkennbar waren: die Anzeige [übrigens auch in den Waggons] war defekt! Also gab’s – bei der kurzen Aufenthaltszeit – nur eins: rin in den erstbesten Wagen. Und so stand ich dann – wie ich drinnen erfuhr – im Wagen 26 statt in 21. Bei der kurzen Fahrzeit [47 Minuten bis Frankfurt/Flughafen] und den engen Gängen war es mir dann aber zu lästig, meinen Platz zu suchen, und so bin ich einfach stehen geblieben.

In Frankfurt galt es dann, das Gepäck aufzugeben. Das kann man da schon im Übergang vom Bahnhof zum Flughafen. Ganz im Gegensatz zu sonst war da aber eine Schlange, und ich musste etwas warten. Aber nicht zu lange. Und dann habe ich mich auf den Weg zum Gate gemacht. Das dauert in Frankfurt – dem „Flughafen der langen Wege“ – immer etwas. Aber ich hatte ja Zeit genug. Auch noch, um Lektüre [Robert Harris, Pompeii, und Bernard Cornwell, Azincourt] zu kaufen und etwas zu essen.

Der Flieger [ein Airbus 340-300 mit dem bedeutungsträchtigen Namen „Landshut“, wie die vor längerer Zeit entführte Maschine] flog pünktlich ab und der Pilot informierte uns, wir würden ca. 45 Minuten vor der planmäßigen Ankunft in Newark sein. Und das Versprechen hat er mehr als erfüllt: wir waren 50 Minuten früher da. Der Flug selber war ruhig und – Gott sei Dank – ereignislos. Der Service war – Lufthansa-Standard gemäß – gut, und das Essen [es gab Rindergulasch auf Reis oder Pangasius auf Nudeln und Spinat] auch. Zum ersten Mal habe ich allerdings erlebt, dass eines der beiden Gerichte für die Passagiere am Ende des Fliegers nicht mehr zu haben war. Anscheinend spart die Lufthansa da – verständlicherweise – und hat keine überzähligen Mahlzeiten mehr.

In Newark kamen wir, wie schon gesagt, 50 Minuten zu früh an. Aber das war mir nur Recht, weil ich damit mehr Zeit für die Einreiseformalitäten und den Weg zum Terminal C und meinem Abflug-Gate hatte. Was nun die Einreiseformalitäten angeht: dieses Mal war es ja das erste Mal, dass ich nicht mehr als Tourist kam, sondern in die Schlange für US-Citizens and Permanent Residents durfte/musste. Und da durfte ich dann mal wieder feststellen, dass die USA ihre gespeicherten Daten nicht überblicken: obwohl meine Status als Permanent Resident doch schon am 28. Januar bewilligt worden war, konnte die Beamtin am Flughafen das im Computer noch nicht verifizieren. Und so musste ich zu einer zweiten Kontrolle. Und die Mädels und Jungs da – so konnte ich beobachten – werden bestimmt nicht am Herzinfakrt wegen zu schnellen Arbeitens sterben. Das ging mehr als ruhig – mit vielen Schwätzchen und Päuschen – zu. Aber nach einiger Zeit und einigen Fragen war man wohl doch überzeugt, dass ich rechtens einreisen konnte, und ich bekam die nötigen Stempel.

Danach musste ich dann, wie immer am ersten Flughafen in den USA, mein Gepäck abholen, durch den Zoll bringen und wieder aufgeben. Und dann auch – und das hielt auf, weil ein ziemlicher Andrang war – erneut die Sicherheitkontrolle passieren. Da fühlte ich mich übrigens ganz schön gehetzt. Der Platz vor dem Transportband war sehr begrenzt und die Beamten waren ständig dabei, einen zu schnellerem Vorgehen anzutreiben, obwohl sie doch sahen, dass man dabei war, alles auf das Band zu bekommen. Na ja, auch das habe ich geschafft.

Und dann fand ich heraus, dass Newark durchaus eine Konkurrenz für Frankfurt ist, was die langen Wege angeht. Es war eine ganz schöne Strecke, die ich im Terminal C bis zum Gate zurücklegen musste. Aber das tat, nachdem ich ja etwas über 8 Stunden im Flugzeug gesessen hatte, nur gut. Und Zeit hatte ich ja – wir waren vor 16:00 Uhr angekommen und mein Flug nach San Antonio ging um 20:00 Uhr – auch genug. Also habe ich [bei Starbuck’s] etwas gegessen [meine Lieblings-Cookies, Oatmeal-Raisin und Chocolate-Chips] und getrunken [Cafe Mocha], gelesen, und bin auch noch mehr herumgelaufen.

Der Flieger nach San Antonio war auch pünktlich, und der Flug ebenso ereignislos wie der über den großen Teich. Und auch dieses Mal waren wir vor der geplanten Ankunftszeit da, wo Mary mich natürlich schon erwartete.

Und dann kam eben nur noch die Fahrt von ca. einer Stunde und ich war wieder in Karnes City.