El Camote …

… ist weg. Dieser süße kleine Kerl,

el camote

El Camote unter'm Hibiskus

unsere „Süßkartoffel“ [denn das bedeutet „El Camote“], so genannt, weil er doch einerseits so süß ist und andererseits auch, wie eben eine Süßkartoffel, rötlich, ist vor einiger Zeit einfach weggeblieben. Wir waren Ende März zu einem verlängerten Wochenende in Fredericksburg [Texas Hill Country] und wie üblich haben Bekannten unseren „Zoo“ versorgt. Und als wir wiederkamen, war El Camote einfach nicht mehr da. Und ist auch nicht wieder aufgetaucht. Es ist zwar schon früher vorgekommen, dass wir ihn drei oder vier Tage nicht gesehen haben, aber nie für länger. Und jetzt ist es eben schon einen Monat her, dass wir ihn zuletzt gesehen haben. Was mit ihm passiert ist, wissen wir natürlich nicht. Ob Pepper – der dominante Kater, der uns vor einem dreiviertel Jahr zugelaufen ist, ihn verscheucht hat? Ob ein Kojote oder eine Eule ihn erwischt hat? Oder vielleicht eine Klapperschlange oder ein Javalina? Das Landleben hier im südlichen Texas is ja ganz schön gefährlich. Überfahren worden scheint er jedenfalls nicht zu sein, denn wir haben nach unserer Rückkehr auf dem Highway nichts gesehen. Und wir glauben eigentlich auch nicht, dass er so einfach abgewandert ist. Was auch immer, wir sind ganz traurig.

Und so sah er übrigens aus, als er zu uns kam:

El Camote

El Camote - gerade angekommen

Und so kam er – im Frühjahr 2008 – zu uns: eines morgens kam unsere Haushaltshilfe und sagte, sie habe da gerade mitten auf dem Highway eine kleine Katze gesehen. Und – nach einigem Überlegen, denn sie wollten nicht das Risiko eingehen, dort dann möglicherweise auf eine tote Katze zu treffen – sind sie und Mary dann doch dahin gefahren. Und das kleine Kerlchen saß da immer noch mitten auf dem vielbefahrenen Highway 181, an der Abzweigung zur Stadt, wo eine Trenninsel aufgemalt ist. Und auf der hockte er. So wie es aussieht, hatte ihn jemand einfach aus dem fahrenden Auto geworfen, denn er hatte – sieht man ja auf dem Bild – Hautabschürfungen an der Nase. Und er hatte auch wohl eine Gehirnerschütterung. Und das war möglicherweise seine Rettung, denn er war wohl zu benommen, um sich vom Fleck zu rühren. Jedenfalls haben die beiden ihn dann aufgelesen, und seither hatte er ein zuhause bei uns – halt bis jetzt.

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