Müllabfuhr

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Da wir außerhalb der Stadtgrenzen von Karnes City wohnen, gibt es hier keine öffentliche Müllabfuhr für Haushaltsmüll, jedenfalls nicht für Mülltonnen normaler Größe. Wir könnten allerdings einen großen Container für kommerzielle Zwecke haben, so wie diesen hier: Aber so ein … Weiterlesen

Victoria Advocate | Karnes rides cycle of boom, bust (Video)

Zitat

Victoria Advocate | Karnes rides cycle of boom, bust (Video).

Der Artikel, aus dem der folgende Auszug stammt, erschien gestern als 7. Folge einer Serie über den Ölboom, den wir hier zur Zeit erleben, in der Regionalzeitung „The Victoria Advocate„. Nachdem ich schon so viel hier selber davon erzählt habe, dachte ich, es wäre interessant, auch mal aus der hiesigen Presse zu zitieren. Die gesamte Serie ist außerordentlich auschlussreich, nicht zuletzt wegen der Videos, sodass ich wirklich dachte, es sei lohnenswert, sie hier zur Kenntnis zu bringen, auch wenn sie in Englisch ist. Aber dafür gibt es ja auch die Möglichkeit einer online-Übersetzung. Zu diesem Zweck kann ich übrigens das Add-on „FoxLingo“ zum Firefox Browser nur empfehlen.

By Dianna Wray – DWRAY@VICAD.COM – Originally published May 26, 2012 at 11:03 p.m., updated May 27, 2012 at 6:49 a.m

KARNES CITY – Sitting in the bank manager’s office, the man turned to his wife.

„Show it to him, Mama,“ he said as they settled into wooden chairs across from Paul Brysch in the Karnes County National Bank.

She nodded, slid an envelope from her purse and handed it to Brysch.

A check for more than $300,000 was inside, the first royalty check from an Eagle Ford Shale well drilled on their property on the edge of Karnes County.

„Congratulations! Y’all must be thrilled!“ Brysch said.

„No, no, you don’t understand,“ the man said, furrowing his brow. „We’ve never had money like this before. What do we do with it?“

The question has been repeated across the Crossroads since the Eagle Ford Shale play began booming, but nowhere is it more poignant than in Karnes County. These days, the county is a lively place, the epicenter of an oil boom changing the face of South Texas and bringing wealth to people who have struggled and scraped for generations just to keep hold of their land.“

Zum kompletten Artikel geht es hier: The Victoria Advocate

Alien Abduction – eine Anekdote

Es ist zwar schon lange her, aber ich möchte mein Erlebnis von meinem Sturz mit dem Rad dennoch hier loswerden.

Am 21. Februar 2008 bin ich so ziemlich am Ende eines 40-Meilen-Ausritts mit dem Rad aus absolut unbekannter Ursache gefallen. Ich habe keine Erinnerung, wie es passiert ist, und kann auch nach den Aufzeichnungen meines GPS-Geräts nur rekonstruieren, wo es war. Und zwar muss es so ungefähr knapp 5 Meilen vor hier passiert sein. Gott sei Dank ist nichts Schlimmes passiert. Ich hatte eine gepflegte Hüftprellung mit ziemlichen Hautabschürfungen an Oberschenkel, Knie und Schulter, sowie Blutergüssen und auch einer Schwellung mit Flüssigkeit darin an der Hüfte. Und im Gesicht hatte ich einen ganz kleinen Kratzer und eine leicht druckempfindliche Stelle am Kopf. Da hat mich der Helm doch wohl vor ganz erheblichen Verletzungen bewahrt. Der ist übrigens hin – der Helm, meine ich, nicht der Kopf: eingedellt und eingerissen. Gut, dass ich immer mit Helm unterwegs bin. Der hat mich doch vor Schlimmerem – so wie der Helm aussah, wäre ein Schädelbruch wohl nicht ausgeschlossen gewesen – bewahrt.

Wie gesagt, an den Unfall selbst kann ich mich absolut nicht erinnern und auch nicht an die ersten etwa vier Stunden danach. Ich bin aber wohl – so geht es jedenfalls aus dem GPS-Gerät hervor – sofort nach dem Fall wieder aufgestanden, habe mich auf’s Rad geschwungen und bin hier nach Hause gefahren [zwar „Zombie auf Rädern“, aber vermutlich trotzdem vorsichtig, denn lt. GPS-Aufzeichnungen scheine ich abgestiegen zu sein, bevor ich hier die Straße überquert habe – was ich sonst nie tue]. Dann habe ich das Rad in den Radschuppen gestellt, bin ins Haus gegangen und habe mich umgezogen und – vermutlich – auf’s Bett gelegt. Hier habe ich eine ganz ganz fade Erinnerung [ob’s tatsächlich Erinnerung ist oder nachträgliche Fantasie, darüber bin ich mir gar nicht so sicher], dass das Hinlegen auf dem Bett wegen der Hautabschürfungen weh getan hat. Was ich dann gemacht habe, bis Mary nach Hause kam – sie war in der Stadt Dinge erledigen und joggen/walken – wissen wir natürlich nicht. Als sie mich gerufen hat, bin ich in die Küche gekommen und habe ihr erklärt, „I think I’m going mad.“ [Wieso eigentlich „going“??!!] Sie hat dann versucht, die Wunden zu versorgen, was ich aber abgelehnt habe, weil es wohl weh tat. Und sie hat es zunächst nicht so ernst genommen, weil ich ziemlich vernünftig mit ihr geredet habe. Erst als ich ihr innerhalb von etwa 10 Minuten elf Mal dieselbe Geschichte erzählt habe, dass ich nämlich einen ähnlichen Sturz mit einem Fall auf die Seite meines Kopfes vor etlichen Jahren zu meiner Studienzeit in Köln gehabt hätte [stimmt übrigens], kamen ihr dann doch Bedenken, ob das mit „going mad“ vielleicht nicht so ganz verkehrt sein könnte, und sie hat mich hier ins Krankenhaus [Otto Kaiser Memorial Hospital] gebracht. Ich bin da übrigens ganz brav hinter ihr her zum Auto „gedackelt“ und ohne Hilfe eingestiegen – im Gegenteil, ich habe es sogar abgelehnt, dass sie meinen Arm hält.

Im Krankenhaus haben sie dann die Wunden versorgt und ein CT vom Schädel gemacht. Hat übrigens nichts ergeben außer, dass doch – entgegen landläufiger Meinung – Hirn drin ist. Von alledem weiß ich nur aus Mary’s Bericht. Meine erste Erinnerung setzt erst etwa 4 Stunden nach dem Unfall ein und ich weiß, dass da sie, ihr Cousin Mark mit seiner Tochter Lily und ihre Cousine Margaret [die arbeitet im Krankenhaus] neben meinem Bett standen. Ich habe kurz mit Mark geredet, daran erinnere ich mich, und war dann wieder für etwa zwei Stunden „weg“. All das sowie die Tatsache, dass ich keine Antwort auf Fragen z.B nach dem amerikanischen Präsidenten oder der deutschen Kanzlerin oder nach dem Datum geben konnte [nur mein Geburtsdatum wusste ich, aber wiederum nicht mein Alter – na ja, gibt man ja auch nicht so gerne zu] hat die Leute hier im Krankenhaus veranlasst, mich in eine Klinik nach San Antonio zu schicken, um mich da einem Neurologen vorzustellen. Und so kam ich dann in den Genuss, mit dem Krankenwagen [hat übrigens $1458 gekostet, die von der Beihilfe mit der fadenscheinigen Begründung, ich hätte ja mit dem Transportunternehmen mauscheln können, nicht erstattet wurden] die 59 Meilen ins Brooks Army Medical Center [BAMC] im Fort Sam Houston verfrachtet zu werden.

Randbemerkung dazu: als ich da zu ersten Mal wieder zu mir kam, war ich doch etwas verwirrt, weil da fast alle im Tarnanzug rumliefen. Habe ich mir gedacht, seltsames Land, dieses Amerika: hier läuft sogar das Pflegepersonal im Krankenhaus im Kampf-/Tarnanzug rum!

Auch von dieser Tour sowie von dem Krankenhaus erinnere ich nicht alles, aber die Dauer der „Wachzeiten“ war dann immer länger. Da haben sie dann noch einmal ein CT gemacht und mich dann nach einiger Zeit der Beobachtung entlassen. Ob ein Neurologe wenigstens das CT begutachtet hat, weiß ich nicht. Aus der Tatsache des Gedächtnisverlustes [retrograde Amnesie] schließen die Ärzte natürlich auf eine Gehirnerschütterung – tröstlich, dass da überhaupt was zu erschüttern ist – aber ich habe keine „Nachwehen“ wie z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit gehabt.

Was genau die Ursache war, haben wir nie herausgefunden. Die wahrscheinlichste Vermutung ist ein kurzzeitiger Blutdruckabfall mit dadurch verursachter Ohnmacht durch Flüssigkeitsverlust. Jedenfalls haben sie hier im Krankenhaus gesagt, ich sei dehydriert gewesen. Und sie haben mich auch an einen Tropf gelegt, was dann langsam aber sicher zur Besserung und zum Aufwachen führte. Und eine Rekonstruktion des Tagesablaufs ergibt auch, dass ich zuvor ein paar Stunden bei großer Hitze – verbunden mit dem entsprechenden Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen [ich trinke ja nie genug, um das wieder auszugleichen] – im Garten gearbeitet hatte. Und auf der gesamten Tour hatte ich wohl auch nur etwa 200 ml getrunken. Es ist jedenfalls sehr sicher, dass ich einen Blackout hatte, denn ich habe nicht die geringste Verletzung an der linken Hand. Und da müsste etwas zu sehen sein, denn wäre ich bei Bewusstsein gewesen, hätte ich sicher versucht – schon als Reflex – den Sturz mit der Hand abzufangen. Und auch die Tatsache, dass ich mit dem Kopf so aufgeschlagen bin, dass der Helm zerdeppert ist, zeigt, dass der Kopf sich ganz lose bewegt hat und dass also die Halsmuskulatur absolut locker war. Und auch nur so konnte es – denke ich mal – zu einer Gehirnerschütterung kommen, die dann ihrerseits wieder für die Erinnerungslücken verantwortlich ist.

Und nun noc h zum Titel „Alien Abduction„: da ich absolut keine Erinnerung habe, wie es passiert ist, und da auch Mary einmal [ca. 10 Jahre früher] an fast derselben Stelle einen ähnlichen Unfall [unerklärlicher Sturz mit dem Rad, Bewusstlosigkeit und Transport ins Krankenhaus – mit dem Rettungshubschrauber übrigens] hatte, behaupten wir jetzt, wir seien da von Aliens entführt worden.

33 Grad

noch um 18:15 abends: das ist Südtexas! Heute hatten wir mal wieder einen Rekordtag. Noch nie war der erste April in San Antonio so heiß: 93 Grad Fahrenheit [= fast 34 Grad Celsius]. Und nicht der geringste Niederschlag in Aussicht. Dabei sollte eigentlich der April einer der regenreichsten Monate hier sein. Und auch der März war enttäuschend. Statt der normalen gut 65 Liter/Quadratmeter hatten wir sage und schreibe ganze 0,25! Wie es aussieht, sind wir mal wieder für ein Dürrejahr vorprogrammiert. Aber so ist da nun mal hier – muss man sich eben mit abfinden. Dabei sieht es natürlich wunderbar aus, wenn man den wolkenlosen blauen Himmel und den strahlenden Sonnenschein für sich nimmt. Nur wenn man drüber nachdenkt, ist es bei Weitem nicht mehr so idyllisch.

Es ist wirklich so kalt geworden, …

… wie die Wetterfrösche vorhergesagt haben. Am Dienstag, in den frühen Morgenstunden, ist die Kaltfront durchgegangen und danach sind die Temperaturen dann ständig gefallen und haben in der vergangenen Nacht mit etwa -15 Grad [Windchill eingerechnet] Celsius ihren Tiefstpunkt  – hoffentlich – erreicht.  Ein ganz schöner Temperatursturz: innerhalb von ca. 36 Stunden sind die Temperaturen um etwa 40 Grad gefallen! Und auch tagsüber geht es – und das soll sich erst morgen Nachmittag [mit +2 Grad Celsius] ändern – nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Und dabei bläst ständig ein ziemlich kräftiger Nordwind. Der ist es, der das Ganz so wirklich kalt macht. Heute am Spätnachmittag – und dann auch in der Nacht – soll es übrigesn schneien. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir können natürlich, wenn ich da an andere Regionen und vor Allem an Chicago denke, noch froh sein. Denn was die da zur Zeit erleben ist ja wirklich kaum vorstellbar. Wenn das hier auch nur annähernd so wäre, dann hätten wir eine echte Katastrophe, denn schon jetzt – nur mit diesem Frost – sind die Elektrizitätsversorger in San Antonio überfordert. Wegen „gefrorener“ Leitungen [Wie kann, so frage ich mich, Draht frieren??] gab es da Black-Outs von z.T. mehreren Stunden, teils wegen absichtlicher Abschaltungen, teils weil das Stromnetz [power grid] zusammengebrochen war.

Wir hier in Karnes City haben bisher – und hoffentlich bleibt das so – Glück gehabt. Strom war immer da. Nur beim Wasser müssen wir aufpassen. Ich habe – so gut es ging – die Wasserhähne draußen abgedeckt und hoffe, dass es reicht. Den einzigen nicht abgedeckten Hahn haben wir ein ganz klein wenig geöffnet, und das hat gereicht, um ihn nicht einfrieren zu lassen. Und in der vergangenen Nacht haben wir vorsichtshalber auch alle Wasserhähne im Haus auf „leichtes Tröpfeln“ gestellt. Die Leitungen verlaufen nämlich unisoliert unter dem Haus im sogenannten „crawl space“. Das ist der Raum unter dem Fußboden, durch den man gerade so eben noch kriechen kann, auf dem Bauch, wie Winnetou, wenn er sich anschleicht.

Das Ganze [nicht frostgeschützte Wasserleitungen, Stromzufuhr oberirdisch etc.] ist – meine texanischen Freunde mögen mir verzeihen – für mich etwas (sehr) primitiv. Für mich in einem doch hochzivilisierten und hochtechnisierten Land einfach schwer vorstellbar.

Unsere Haustiere gehen übrigens ganz unterschiedlich damit um: Sally ist fast immer drinnen, aber Buster – mit seinem dicken Fell – fühlt sich selbst bei diesem kalten und schneidenden Wind draußen nicht unwohl und will manchmal gar nicht reinkommen. Nur des nachts lässt er sich schon mal überreden. Unsere Katzen sind nachts fast alle drinnen, und die meisten auch zum größten Teil tagsüber. Nur Zsa Zsa und Pepper bleiben draußen. Pepper ist noch viel zu scheu um reinzukommen [er haut ja immer noch ab, wenn wir ihm näher als auf einen Meter kommen], und Zsa Zsa fühlt sich drinnen nicht wohl. Ab und zu kommt sie mal rein, aber nach ein paar Minuten miaut sie dann schon wieder in der Nähe der Tür und will raus. Wir können uns nur vorstellen, dass sie irgendwo in der Garage [da haben wir eine dicke Decke ausgebreitet] oder im Schuppen [da gibt’s auch wärmende Unterlagen] Plätze gefunden haben, die sie ausreichend schützen. Raus aus dem Wind sind sie da ja allemal. Wir denken mal, wenn es wirklich hart auf hart ginge für sie, dann würden sie schon ins Haus kommen.

In der Vorweihnachtszeit …

… nehmen die Einladungen zu geneinschaftlichen Abendessen zu.

Vorgestern waren es die „Pink Ladies“ [das sind die (alten) Damen, die im örtlichen Krankenhaus hier den kleinen Geschenkeladen betreiben und auch so zur Hilfe bereit sind] und die Verwaltung des Krankenhauses, die im Nachbarort Falls City [den Karnes City selbst hat keine Festhalle] zum gemütlichen Beisammensein [„socializing“ nennt man das hier] mit Essen [es gab Steak, grüne Bohnen, warmen Kartoffensalat, grünen Salat, und zum Nachtisch Cookies – Alles sehr lecker] und anschließendem Tanz gebeten hatten.

Und heute Abend sind es die „Knights of Columbus“ [eine Organisation katholischer Männer]und die „Altar Society“ [überwiegend Frauen, die sich um kirchlichen Belange hier künmmern], die zu gemütlichen Beisammensein udn Abendessen in das Gemeinschaftszentrum der katholischen Pfarrkirche hier im Ort geladen haben.

Hermine ist da

Gerade zieht hier oder ganz nahe bei uns das Auge von Hermine – vormals tropischer Sturm, aber seit heute Morgen „nur noch“ tropische Depression, die sich vor ein paar Tagen in der südwestlichen Karibik gebildet hat – durch. Gott sei Dank ist es kein Hurrikan, also halten sich die Windgeschwindigkeiten [es kann in Böen bis zu 50 Meilen werden] in Grenzen. Es könnten sich aber auch – wir haben hier „tornado watch“ – (kleinere) Tornados bilden. Damit müssen wir hier bei solch einer Wetterlage immer rechnen. Aber das wollen wir mal weniger hoffen. Kräftige Böen hat’s schon, aber bestimmt keine 50 mph.Na ja, gerade bläst’s in Böen doch ganz schön kräftig.

Geregnet hat es schon sehr gut, die ganze Nacht hindurch. Heute Morgen zeigte der Regenmesser etwa 70 Liter/Quadratmeter an [in ca. 12 Stunden]. Und es geht noch weiter. Und das freut uns sehr, denn wir hatten Regen dringend nötig. Schließlich hatte es hier seit über einem Monat nicht mehr geregnet – bis auf ein paar vereinzelte Tropfen. Und dass es jetzt zwar sehr gut regnet, aber nicht wie aus Kübeln schüttet, ist natürlich wunderbar.

Und so sieht das hier auf dem Radarbild auf dem Computer aus:

Radarbild

Wetterradar für Atascosa County

Das „Auge“ ist hier südwestlich von Karnes City deutlich zu sehen. Und wenn ich die Legende richtig interpretiere, zeigt die Farbe „moderate rainfall“ an. Aber das kann sich ändern. Gerade haben sie auch eine „flash flood“ Warnung für Karnes County – u.A. – herausgegeben. Das kann punktuell dann doch ganz erhebliche Mengen Regen in kurzer Zeit bedeuten. Mal sehen.

(High School) Football …

… ist immer ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass Football eine uramerikanische Sportart ist, die m.E. auch etwas das amerikanische Wesen und Selbstverständnis verkörpert – Football ist auch und ganz besonders ein gesellschaftliches Ereignis und Phänomen. Es gehört hier einfach zum guten Ton, bei den Spielen der örtlichen High School zu erscheinen und ganz begeistert mitzugehen und das eigene Team anzufeuern.

Und wo waren wir am vergangenen Freitagabend dann hier auf dem Sportplatz der High School und haben den Karnes City Badgers zugesehen und sie angefeuert.

[Apropos (eigenes) Team: es stößt hier auf absolutes Unverständnis, dass man das gegnerische Team – und erst Recht einen eigenen Spieler – ausbuhen oder auspfeifen könnte, wie das bei uns im Fußball ja allgegenwärtig ist. Das wird hier als äußerst unsportlich angesehen!]

Und mit all dem Brimborium und Drum-und-Dran ist es schon ein Spektakel, sogar in einem kleinen Nest wie Karnes City [knapp 3600 Einwohner]. Für uns in Deutschland ist es nur schwer verständlich, dass hier soviel Energie und auch Geld und persönlicher Einsatz (von Eltern) aufgewendet wird. Es fängt schon damit an, dass etwa 2 Wochen vor Schulbeginn das Training der Football-Mannschaften der Schulen anfängt. Und es setzt sich fort, ween am Nachmittag, nach Schulschluss, die Football-Teams noch trainieren. Ein Nachteil allerdings ist, dass soviel Geld in die Footballmannschaften fließt [es gibt ja gleich mehrere „Coaches“ pro Team, die alle von der Schule angestellt sind, und es gibt Teams von der 7. Klasse an], dass darüber die Finanzierung der wissenschaftlichen Fächer leidet. Zugegeben, die Coaches unterrichten auch zuätzlich andere Fächer, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das mehr eine Alibifunktion ist und dass die Coaches weniger nach ihrem akademischen Können als nach ihrem sportlichen „Wert“ ausgewählt werden. Und es gibt auch längst nicht genug allgemeinen Sportunterricht. Dazu kommt, dass im Football auch die Dicken [in der Verteidigung] durchaus gebraucht werden. Das mag ja einerseits dem Selbstbewusstsein von fettleibigen Schülern förderlich sein, aber ich bezweifle doch, dass das der allgemeinen Gesundheit [schließlich haben wir hier landesweit mehr als 30% fettleibige Jugendliche] dienlich ist.

Und noch etwas zum „Brimborium“ bzw. Drum-und-Dran: es ist hier Sitte, dass vor dem Spiel der High-School-Mannschaft die Nationalhymne gespielt wird. Dabei stehen übrigen alle Anwesenden auf und legen ihre rechte Hand auf die Brust über dem Herzen [Sofern sie nicht in Uniform sind: dann salutiert man.]

Und dann sind da noch die Cheerleaders, die High Steppers und die Twirlers – die Mädchen, die zur begeisterung des Publikums und zur Anfeuerung und Unterstützung des eigenen Teams tanzen, wirbeln und schreien. Und dazu ausgewählt zu werden ist ebenfalls eine Ehre. Und es wird viel Zeit und Geld investiert, nicht nur für die Uniformen. Es gibt auch – in den Sommerferien – eigene Trainingscamps dafür. Und last-but-not least wäre da die Marching Band zu nennen, die während der Halbzeitpause auf dem Rasen in Formation (auf)marschiert und während des Spiels die Erfolge der eigenen Mannschaft per Tusch feiert.

So, jetzt aber genug erzählt! Hier noch zwei Collagen mit Bildern vom Freitagabend:

football impressions

Impressionen vom Football (1): Spielszenen, Cheerleaders und Marching Band

football

Impressionen vom Football (2): Marching Band, High Steppers und Twirlers

Wetter

Die „Kältewelle“ war von etwa Donnerstag, dem 7. Januar, bis Sonntag, dem 10.

Und jetzt hatten wir mal wieder – Gott sei Dank, denn es ist immer noch reichlich trocken – einen schönen, lang-anhaltenden Regen. Gestern und vorgestern hat es insgesamt 2,5 “ Regen gehabt. Die Maßeinheit hier ist Zoll. Die Umrechnung in Liter pro Quadratmeter muss ich noch einmal herausfinden. Für die nächste Woche(n) ist dann aber ein mehr frühlingshaftes Wetter angesagt, mit Temperaturen von bis zu 80 Grad Fahrenheit [das sind immerhin 26 Grad Celsius]. Also wir es mal wieder Radlerwetter sein – und das wohl sogar im kurzärmeligen Trikot.

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Es geht los: mein erster Eintrag hier

Hallo zusammen, und herzlich willkommen bei meinem Versuch, auf diese Weise mit Euch Kontakt zu halten!

Nach langem Hin und Her habe ich mich entschlossen, etwas aktiver in der Blog-Szene zu werden und mit diesem persönlichen Blog Gedanken, Meinungen und Erlebnisse mit meinen Freunden in Deutschland auszutauschen, und Euch, liebe Freunde, so auf dem Laufenden zu halten, wie es mir so in meiner (neuen) Wahlheimat ergeht.

Hier könnt Ihr einfach lesen, aber auch Eure Kommentare hinterlassen. Darüber würde ich mich natürlich ganz besonders freuen.

Mal sehen, wie es sich anlässt. Ich denke nicht, dass ich hier so eine Art Tagebuch führen werde, aber ich werde mich doch bemühen, zumindest ziemlich regelmäßig hier Einträge zu hinetrlassen.

Fangen wir mal mit einer kurzen Zusammenfassung der Ereignisse seit Jahresbeginn an:

Über Neujahr waren Mary und ich in Denver/CO, bei unserer Cousine Jo Ann. Wir hatten Glück: es war prima Winterwetter – kalt aber klar und mit Schnee auf dem Boden. Aber der große Schneefall kam erst nachdem wir abgereist waren.

Hier im südlichen Texas wurde es dann – für hiesige Verhältnisse – drei Tage lang lausig kalt: bis zu -10 Grad Celsius. Und auch am Tage gingen die Temperaturen nicht oder nur ganz knapp über den Gefrierpunkt. Ganz besonders der starke und kalte Nordwind am ersten Tag ging durch und durch. Da mussten wir schon Acht geben, dass die Wasserleitungen draußen nicht einfrieren. Und unser Zoo [die 2 Hunde und 7 Katzen] waren auch mehr drinnen als draußen. Es ist erstaunlich, wie gut sie aber mit dieser Kälte umgehen können. Buster mit seinem dicken Fell fühlt sich bei kalten und sogar Minus-Temperaturen wohler als im Sommer, wenn es hier richtig heiß ist. Und so verbringt er sogar bei dieser Kälte viel Zeit draußen.  Sally dagegen ist lieber drinnen. Und die meisten Katzen auch, selbst wenn sie immer mal wieder für eine ganze Zeit draußen herumstrolchen. Wir selbst haben es uns so warm wie möglich gemacht: dick angezogen und ein Feuer im Kamin. Das macht die Sache schön gemütlich. Aber jetzt muss ich dann mal wieder „Holz machen“.

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