Leverkusen 3 – Freiburg 1

Endlich mal wieder, nach langer Zeit, ein komplettes Bundesliga-Spiel gesehen: Leverkusen gegen Freiburg. Und dass Leverkusen dann auch noch in einem guten Spiel gewonnen und die Tabellenspitze verteidigt hat, war die Krönung des Ganzen. Verfolgt habe ich das Spiel übrigens als „streaming video“ im Internet, auf „Justin.TV“. Und ich muss sagen, die Qualität war, für einen Videostream, überraschend gut. Im regulären [= kleinen] Bildschirm [etwa 1/5 des gesamten] waren keine Pixel zu erkennen. Und das Ruckeln hielt sich sehr in Grenzen. Normalerweise nicht bemerkbar. Nur ganz gelegentlich gab es kurze Stopper. Bei voller Bildschirmauflösung auf dem 17″ Monitor waren dann allerdings doch Pixel unverkennbar. Aber selbst das war noch ok. Also ich muss sagen, das werde ich dann doch öfter nutzen, auch wenn es – durch die Zeitverschiebung – hier des Morgens ist, wenn die Übertragungen laufen. Und das bringt dann meinen Tagesablauf schon etwas durcheinander. Aber die schreckliche, die fußball-lose Zeit ist nun vorbei! Denn mit American Football habe ich mich bisher nicht anfreunden können – und ich werde es wohl auch nicht [auch wenn Mary ein Riesenfan ist und wir die Spiele hier regelmäßig verfolgen]. Mehr dazu einmal in einem andern Posting.

Advertisements

Schule (II)

Heute in der Welt [online] gelesen:

Im Culpeper County Schuldistrikt wird „Das Tagebuch der Anne Frank“ im Unterricht nicht mehr gelesen und auch aus den Schulbüchereien entfernt, weil es „zu freizügig“ ist, denn es enthält u.A. das Wort „Vagina“! Mehr hier >>

Auch das ist Amerika – das Land, in dem das „First Amendment“ [also das Recht zur freien Meinungsäußerung] normalerweise so hoch geachtet wird, dass hier z.B. im Wahlkampf echte Hetztiraden mit durchaus verleumderischem Inhalt im Fernsehen erscheinen und von hier aus auch Nazipropaganda verschickt werden darf.

Schule (I)

Heute war ich mal wieder in der/einer Schule vor Schülern. Cousin Mark unterrichtet im Nachbarort Runge an der dortigen Senior High School und hatte mich eingeladen, vor zwei seiner Klassen [jeweils besonderes Förderprogramm, um Schüler zu einer besseren akademischen Laufbahn anzuregen] über Deutschland, insbesondere das deutsche Bildungssystem, zu sprechen – und Fragen zu beantworten. Hat mir gut gefallen.

Was hier ganz wohltuend auffällt, sind die kleinen Klassen. Mark’s Gruppen [einmal Grade 8 und einmal Grade 9] waren mit 10 bzw. 11 Schülern und Schülerinnen zwar auch für hiesige Verhältnisse bemerkenswert klein, aber mehr als 15 Schüler pro Klasse gibt es hier nur in absoluten Ausnahmefällen. Und dann kommen hier natürlich die Schüler zum Klassenraum des Lehrers, nicht umgekehrt. Man kann zwar dagegen sagen, dass das immer zu großen Schülerwanderungein den Pausen führt, aber ich sehe als nicht zu unterschätzenden Vorteil an, dass man so als Lehrer einen Raum hat, den man wirklich fachspezifisch eiínrichten und ausgestalten kann.

Die Schüler waren übrigens ausgesprochen diszipliniert: ruhig und ohne mit dem Nachbarn zu reden. Es gab keine Zwischenrufe und jeder meldete sich für seine Fragen.

Insgesamt: eine bemerkenswert wohltuende Atmosphäre.

Ach – und noch etwas: die Bezahlung der Lehrer ist hier keineswegs landeseinheitlich geregelt, sondern von Schuldistrikt zu Schuldistrikt unterschiedlich. Mark erzählte mir, dass Runge ein relativ finanzschwacher Schulbezirk ist und er etwa $ 10.000 pro Jahr weniger verdient als das hier in Karnes City möglich wäre. Aber er schätzt die bessere Atmosphäre und die besseren Arbeitsbedingungen in Runge so hoch ein, dass er das geringere Gehalt in Kauf nimmt.

Vorgestern …

… war ich mit Craig Brubaker, Cousin Mark’s Schwiegervater, in San Antonio, für ihn ein Rad [Straßenrennrad] kaufen. Seit ein paar Tagen haben wir nämlich angefangen, gemeinsam zu radeln. Und sein Trek Mountain-Bike war ihm zu schwer. Zuerst haben wir uns KHS-Räder angesehen. Ich hatte noch nie von dieser Marke gehört, aber die Räder waren m.E. gut und preiswert. Trotzdem sind wir am Ende bei Specialized gelandet, denn da gab es die gleiche Qualität etwas günstiger. Den Ausschlag gab das Dreifach-Kettenblatt. Es war dann zwar kein reinrassiges Straßenrennrad, sondern eigentlich mehr „Urban Bike“ [Serie „Sequoia„] – vorne etwas höher bauend und damit für eine geringfügig aufrechterer Sitzposition, aber trotzdem mit Rennlenker. Gefiel mir auch ganz gut.

Woran ich mich immer noch nicht gewöhnt habe, ist die Tatsache, dass hier die Preise ohne Steuer ausgewiesen sind, der Endpreis also immer höher liegt als das, was auf dem Etikett steht. Ich glaube, es liegt daran, dass die Steuern so unterschiedlich sind. Ich muss mal eruieren, ob das vom Bundesland abhängt, oder wovon. Und auch wenn die Sales Tax nur etwas über 7% ausmacht: es läppert sich doch im Endeffekt.

Gestern …

… habe ich Holz geholt, denn es soll ja wieder kalt werden. In Amarillo im Panhandle schneit es schon. Hier wird es wohl auf zwei Nächte mit leichtem Frost hinauslaufen. Und tagsüber im einstelligenTemperaturbereich. Und wenn es dann einen starken Nordwind hat, wird es doch lausig kalt hier im Haus. Das Holz haben wir übrigens bei Cousine Margaret geholt. Und da ist noch jede Menge mehr. Reichlich für mindestens ca.  2 Jahre, ohne Bäume fällen zu müssen. Und schon schön abgelagert – brennt also besser. Und dann habe ich auch noch bei uns „für Kleinholz gesorgt“, d.h. genauer gesagt, ein paar etwas dickere Stämme zersägt. Dieses frischere Holz brennt zwar nicht so gut, hält dafür ber länger vor- mit kleiner Glut – wenn es einmal richtig brennt. Ja, ich war ja schon immer ein kleiner Pyromane.  😉

Dann haben wir auch noch – endlich – die letzten Weihnachtslichterketten aus den Bäumen draußen entfernt. Alle die, die so hoch waren, dass Mary sie nicht abnehmen konnte. Sie hatte nämlich schon vor ein paar Tagen damit engefangen.

Und ich habe noch das Vogelhaus für die Purple Martins gereinigt, d.h. alte Nester entfernt, denn wir hatten in den Nachrichten mitbekommen, dass die ersten „Scouts“ schon gesichtet worden sind. Sie überwintern in Mexiko und kommen dann im frühen Frühjahr hierhin zum Brüten. Und wie gesagt, man hatte – weiter im Süden – schon die ersten gesichtet, die auf Nestsuche waren. Sie brauchen ganz bestimmte Nistplätze, mindestens 3 bis 4 Meter hoch, und mit absolut freiem Anflugfeld. Unser Purple Martin Haus hätte Platz für insgesamt 12 Brutpaare. Mal sehen, wie viele sich einstellen. Im vergangenen Jahr waren es wohl 3 Paare. Und sie erwarten, dass die neue Bude sauber ist und nicht etwa ein altes Nest drin ist – anspruchsvoll sind sie gar nicht, diese Kleinen!  😉

Ich habe ihn, …

… den Stempel im Pass, dass ich ein „permanent resident“ [oder auch – für Mary – ein „alien relative„] bin!

Heute Morgen, um 9 Uhr, war der Termin für ein Interview mit einem Beamten der Einwanderungsbehörde in San Antonio. Alles war einfacher als gedacht. Die Fragen waren freundlich, mehr ein Gespräch als eine Befragung. Hauptsächlich dient das Ganze dem Zweck, sicherzustellen, dass es sich bei der dem Gesuch zugrunde liegenden Heirat um eine „echte“ handelt, und nicht um eine Scheinheirat zur bloßen Erlangung des Aufenthaltsrechts. Die Fragen drehten sich um die Klärung persönlicher Angelegenheiten, wie frühere Ehe(n), Kinder, wie lange geschieden, wie lange miteinander bekannt usw. usw. Was half, waren Ausdrucke unserer frühesten E-Mails, da wir so belegen konnten, dass wir uns schon seit über 10 Jahren kennen. Was auch sehr half, war – durch Bilder und Einladung belegt – dass die Hochzeit keine kleine, mal nur eben vor dem Friedensrichter war, sondern doch schon eine ziemliche Feierlichkeit. Auch nach den finanziellen Verhältnissen wurde noch einmal gefragt. Hier reichte die Angabe, wir beide seien Lehrer im Ruhestand mit den entsprechenden Bezügen. Na ja, Mary hatte ja im Vorfeld schon ihre Einkommensteuererklärungen von den letzten drei Jahren vorlegen müssen. Dass ich auch etwas bekomme, interessierte bestenfalls am Rande. Was wir übrigens gar nicht abzugeben brauchten, waren Briefe von Verwandten mit der Bestätigung, dass wir uns schon lange kennen und auch seit längerem zusammen leben. Ebenso wenig wollte er die Kopien z.B. von Gratulationskarten zur Hochzeit oder von Weihnachtskarten haben. Die hatten wir dabei, weil das nach Aussage der Anwältin hilfreich sei.

Auch nur am Rande beteiligt war unsere Rechtsanwältin. Sie hat nur zugesehen und zugehört. Mehr war aber auch nicht nötig, da der Beamte  sehr freundlich und absolut korrekt war. Es war aber sehr beruhigend, sie dabei zu haben. Und ihr small talk mit dem Beamten vor dem Interview half, die Atmosphäre zu entspannen. Was auch hilfreich ist: durch ihren ständigen Kontakt kennen die Anwälte die Beamten und wissen genau – und zwar schon vorher, denn es wird ihnen mitgeteilt, wer der case officer ist – mit wem man es zu tun bekommen wird. Und so können sie ihre Klienten besser auf das Interview vorbereiten.

Apropos vor dem Interview: Handy durften wir nicht mitnehmen. Und eine Sicherheitsschleuse passieren zu müssen ist ja heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Und der Beamte holt einen übrigens in der Eingangs-/Wartehalle ab und bringt einen auch wieder dahin zurück.

Und so heftete der Beamte dann die Unterlagen, die wir mitgebracht hatten [u.A. Ausdrucke unserer ersten E-Mails, Fotos vom ersten Zusammentreffen bis zur Hochzeit] ab und dann bekam ich meinen Stempel in den Pass. Das ist eine für ein Jahr befristete Reiseerlaubnis, d.h eigentlich eine Einreiseerlaubnis. Und sie ist auf ein Jahr befristet, weil ich in der Zwischenzeit [innerhalb von 4 bis 6 Wochen] ja längst meine Green Card bekommen haben werde. Und die ist dann erst einmal auf zwei Jahre befristet. Danach muss ich einen Antrag auf Verlängerung stellen [mit neuen Unterlagen, dass ich immer noch mit Mary zusammen lebe]. Und wenn diese Unterlagen gut genug sind, bekomme ich die Green Card für weitere 10 Jahre. Eventuell wird noch ein Interview fällig, aber nur, wenn die Unterlagen nicht ausreichend sind.

Aber was auch immer: zunächst darf ich mal im Lande bleiben.

P.S.: Mein Besuchervisum wurde damit heute übrigens eingezogen. Aber das brauche ich ja nun nicht mehr.

Tageszeitung

Wir bekommen wieder eine! Gott sei’s gelobt und gepfiffen, wie meine Mutter zu sagen pflegte. Wir haben die tägliche Lieferung in den letzten beiden Jahren [so lange ist es, glaube ich, her, dass wir die letzte bekamen] doch sehr vermisst. Auch wenn man natürlich fast alles im Internet erhalten kann, so ist es m.E. doch durch nichts zu ersetzen, wenn man morgens in aller Ruhe in der Tageszeitung blättern kann.

Dass wir keine mehr hatten, kam so: vor etwa zwei Jahren stellten die San Antonio Express-News, die Mary bisher bezogen hatte, ihre Lieferung ein mit der Begründung, eine Auslieferung hier in Karnes City würde nicht mehr lohnen, wegen der gestiegenen Kosten für die Auslieferung. Die Geschäftspolitik war übrigens ziemlich zweifelhaft: Mary hatte im Voraus bezahlt und noch ein ziemliches Guthaben. Dennoch wurde die Lieferung einfach eingestellt und der Verlag machte von sich aus keine Anstalten, das Guthaben auszuzahlen! Und eine Reklamation – dabei war es übrigens gar nicht so einfach, jemanden persönlich an die Strippe zu bekommen, denn am Telefon musste man sich durch eine unzählige Menge von Menüs und Untermenüs wählen – brachte, auch mehrfach telefonsich und schriftlich wiederholt, keine Lösung. Der Verlag meinte, das sei Angelegenheit des örtlichen Zustellers. Über den hatte Mary bestellt und bezahlt. Und der Verlag meinte nun, damit aus der Verantwortung zu sein. Und vom örtlichen Zusteller war gar nichts in Erfahrung zu bringen. Und als dann, nach diversen Protesten der Abonnenten hier, die Lieferung wieder aufgenommen wurden, waren wir nicht mehr im Verteiler. Ohne jemals gekündigt zu haben! Aus Verärgerung über ein derartiges Geschäftsgebahren habenwir dann nicht neu abonniert, es aber immer bedauert, keine Tageszeitung zu haben. Und jetzt haben wir uns einfach entschlossen, über den eigenen Schatten zu springen und doch wieder zu abonnieren. Aber zunächst einmal nur für’s Wochenende. Also haben wir seit gestern wieder eine Tageszeitung. Und das gefällt uns so gut, dass wir das Abo bald auf die ganze Woche ausdehnen werden.

Bemerkung am Rande: jetzt muss nur noch Buster sein altes Verhalten wieder aufnehmen und zum cattle guard an der Straße trotten und dann die Zeitung apportieren. Hat er früher häufig getan. Wir haben allerdings nie herausbekommen, nach welchen Grundsätzen er entschieden hat, ob oder ob nicht. Und manchmal hat er sie auch einfach irgendwo versteckt/verbuddelt. Da hatte ich schon durchaus einmal den Eindruck, dass er sich diebisch gefreut und heimlich gegrinst hat, wenn ich die Zeitung gesucht habe und nicht finden konnte! Hunde sind ja sooooooo menschlich!   😉

Apropos cattle guard an der Straße: etwas Angst hätten wir natürlich, wenn er dahin trotten würde, dass er sich nämlich zu weit auf die Straße trauen könnte und überfahren würde. Seine Schwester Ruby ist ja schließlich vor Jahren so um’s Leben gekonmmen. Und der Highway ist heute viel stärker frequentiert als damals.

festliches Abendessen

Heute waren wir – als Geburtstagsgeschenk für Mary von unseren Freunden Stella und Mike – in einem brasilianischen Steakhaus in San Antonio: Fogo de Chao. Und das war ein echtes Erlebnis: großartiges Ambiente, excellentes Essen … aber der Service könnte verbessert werden. Die Spezialität dieses Restaurants ist, dass sie insgesamt 15 verschiedene Arten von Fleisch – von unterschiedlichen Steaks über Lamm und Huhn bis zu Wurst – haben, die alle am Spieß gegrillt werden. Und mit diesen Spießen kommen die Kellner an den Tisch und schneiden einem das gewünschte Stück ab. Und das Fleisch war, wie gesagt, einfach großartig: perfekt gewürzt und zur Vollendung gegart – kross außen und dennoch saftig innen. Und auch das Salat- und Käsebuffet war sehens- und essenswert. Was dagegen zu wünschen übrig ließ war der Service. Wir fühlten uns zur Eile gedrängt. Es fing damit an, dass wir, kaum das wir uns gesetzt hatten, schon die Getränke bestellen sollten, ohne dass jeder von uns Gelegenheit gehabt hätte, die einzige Weinkarte auch nur in der Hand zu haben, geschweige denn in Ruhe zu studieren. Ich möchte ja nun doch gerne einen zum Essen passenden Wein in Ruhe auswählen. Und diese Hetze ging weiter: die Beilagen kamen auf den Tisch während wir noch mit dem Salat beschäftigt waren. Also waren sie schon ziemlich abgekühlt, bevor wir das Hauptgericht bekamen. Und die leeren Salatteller wurden einzeln weggenommen, sobald einer von uns damit fertig war. Zugegeben, man sollte keinesfalls längere Zeit vor „abgefressenen“ Tellern sitzen, aber es wäre wohl doch angebracht, die Vorspeisen- bzw. Salatteller für den gesamten Tisch zusammen abzuräumen. Auch denke ich, ein Restaurant sollte für jeden Gast mehr als nur ein Messer und eine Gabel haben: so waren wir genötigt, unsere benutzten Bestecke nach dem Salat für den Hauptgang aufzubewahren und dazu auf dem Tischtuch abzulegen. [Nirgendwo übrigens habe ich hier bisher gefunden, dass der Tisch „eingedeckt“ ist/wird, d.h. dass man das gesamte Besteck – für jeden Gang – säuberlich sortiert auf dem Tisch vorfindet, und dazu eine schön gefaltete Serviette. Hier findet man – und das eben auch in wirklich erstklassigen Restaurants – ein Messer und eine Gabel in einer Serviette eingerollt an seinem Platz.] Nicht unbedingt meine Vorstellung von einem erstklassigen Restaurant. Und dann müssten die Kellner nicht nur auch noch lernen, von welcher Seite man serviert und von welcher Seite man abräumt, sondern insbesondere, dass man auf keinen Fall quer über den Teller des einen Gastes reicht, um z.B. einem anderen Gast am Tisch nachzuschenken oder zu servieren. Dss kam leider nicht nur einmal vor. Ach ja, noch etwas: unser Kellner [wenn man „unser“ hier sagen kann, denn es wieselten einfach zu viele unkoordiniert um unseren Tisch herum]schenkte einfach das Pellegrino, das ich bestellt hatte, auch an Stella und Mike aus. Nicht dass ich das den beiden nicht gegönnt hätte, aber sie waren gar nicht gefragt worden, ob sie das überhaupt wollten. Und ich hatte den Eindruck, sie hätten möglicherweise einfaches Wasser lieber gehabt.

Ok, nun aber genug des Negativen. Wir waren und sind immer noch ganz begeistert von der Qualität des Essens und würden wieder hingehen und den verbesserungswürdigen Service in Kauf nehmen.

Am Rande bemerkt: diese „Hetze“ haben wir übrigens bisher in so gut wie jedem Restaurant [auch der gehobenen Preisklasse] zu bemängeln gehabt. Und auch die mangelnde zeitliche Koordinierung zwischen Küche und Restaurant. Wir haben es schon erlebt, dass Salat, Vorspeise und Hauptgericht auf dem Tisch traute Eintracht feierten. Und am Ende kommt dann, noch während man isst, die Rechnung, zwar mit der Bemerkung, man solle sich bitte Zeit lassen, es eile nicht – aber trotzdem: ich bin halt etwas Anderes gewohnt.

schießen gelernt

Na ja, schießen gelernt will ich eigentlich nicht sagen. Bis dahin – denn das schließt ja auch treffen ein – ist noch ein weiter Weg. Vorläufig muss ich noch darauf hoffen, dass mir das „Viech“, das ich eigentlich erlegen will, in den Schuss läuft. Wenn es so vernünftig ist, einfach sitzen/stehen zu bleiben, hat es alle Chancen dieser Welt, dass ich vorbei schieße.  😉

Aber im Ernst, ich hatte ja immer schon gesagt, dass ich lernen möchte, mit einem Gewehr umzugehen, damit wir nicht immer Mike Saxon oder Cousin Mark zu Hilfe rufen müssen, wenn wir mal wieder eine Klapperschlange im Garten haben. Und hier im Haus gab es zwei (ältere) Schrotgewehre, ein leichtes einschüssiges von Mary [Kaliber 410] und ein schweres [Kaliber 20-gauge] fünfschüssiges von ihrem Vater. Beide waren etwas vernachlässigt, und so haben wir unseren Freund Mike Saxon, der Ahnung davon hat, gebeten, sie einmal anzusehen, ob sie noch etwas taugen. Er hat sie dann aufgearbeitet und sie funktionieren wieder. Das von Mary’s Vater ist übrigens ein Exemplar der durchaus besseren Sorte, wie Mike sagte, ein Remington-Browning. Heute kam Mike dann mit beiden Gewehren vorbei und hat mir gezeigt, wie man damit umgeht, d.h. nicht nur, wie man sie lädt und dann schießt, sondern auch, wie man sie auseinandernimmt und reinigt, pflegt und wartet. Jetzt werde ich dann in der nächsten Zeit etwas üben, damit ich nicht überlegen muss, wie man sie handhabt, wenn der Ernstfall einmal eintritt. Dieser Ernstfall, eine Klapperschlange am Haus oder in der Garage oder nahe bei imGarten, ist Gott sei Dank selten, denn unsere Tiere, insbesondere die Katzen, halten sie ziemlich gut fern. Wir haben jedenfalls deutlich weniger mit Schlangen zu tun als andere Leute hier.

Wie gesagt, jetzt sind dann also „Felddienstübungen“ angesagt. Die Remington/Browning hat übrigens einen ganz schönen Rückschlag. Da muss ich aufpassen, sie fest genug in die Schulter einzuziehen, damit’s nicht weh tut. Aber die wollte ich haben, weil sie mehrschüssig ist [Halbautomatik, d.h. sie wirft die abgeschossene Patrone aus und lädt von selbst nach, so dass ich nur wieder abdrücken muss]. Und das ist für mich ideal, da ich nicht unbedingt damit rechne, die Schlange beim ersten Mal richtig – wenn überhaupt- zu treffen. Und Mary’s einschüssige Schrotflinte [sie ist wesentlich leichter und hat auch einen viel geringeren Rückschlag] nachzuladen würde mir zu lange dauern. Die Remington/Browning ist, wie gesagt, fünfschüssig. D.h., sie hat ein Magazin für 5 Patronen. Aber da ist ein Stopfen drin, so dass nur 3 reinpassen, denn mehr darf man während der (Tauben-)Saison nicht laden können. Aber das reicht mir, denn ich kann ja, wenn ich will, auch noch eine Patrone in den Lauf laden. Und ich denke mal, wenn ich mit 2 oder 3 Schüssen nicht treffe, würde ich wohl auch mit dem 4., 5. oder 6. nicht unbedingt mehr Glück haben. Streng genommen müsste ich sogar, selbst wenn ich nicht jage – und das habe ich ja wirklich nicht vor – einen Jagdschein haben. Aber ich denke mal, solange ich nur hier auf dem Grundstück schieße, wird da keiner nach fragen.

Ärzte & Gesundheitswesen [1]

Heute morgen war ich in Floresville, bei einem Rücken- und Schmerzspezialisten, den mir mein Orthopäde in San Antonio empfohlen hatte. Ich will nämlich hier für meinen Rücken die Behandlung fortsetzen, die wir schon in Deutschland bei Dr. Buhr angefangen hatten, aber aus Zeitmangel – mein Aufenthalt ging zu Ende – nicht beenden konnten: Spritzen [möglicherweise unter Röntgenkontrolle nahe an die Wirbelsäule]. Mal sehen, ob Dr. Alvarado das hier genauso macht. Apropos Dr. Alvarado: er scheint kompetent zu sein und ist sympathisch – was ja immer etwas ausmacht im Verhältnis Partient – Arzt. Jetzt habe ich einen Termin am kommenden Freitag in seiner Praxis in San Antonio. Die Behandlung hier vor Ort im Krankenhaus wäre – wie er sagte – erheblich teurer.

Apropos teuer: die Preisgestaltung hier ist für uns Deutsche doch manchmal seltsam. Wenn man direkt den vollen Betrag zahlt, bekommt man Rabatt, manchmal gar nicht unerheblich! Und wenn man nicht direkt alles zahlt, wird einem sofort eine Ratenzahlung angeboten, und das ohne Aufpreis und ohne Zinsen. Andere Länder haben bekanntlich andere Sitten. Übrigens, $150 für ein etwa 10-minütiges Beratungsgespräch heute war eigentlich ein ziemlich stolzer Preis – auch wenn es am Ende Medikamente gratis [Arztmuster] gab.

Die Untersuchungen bei Dr. Alvarado und bei Dr. Joshi [das ist der Orthopäde in San Antonio] waren übrigens etwas oberflächlicher als ich es von Dr. Buhr gewohnt bin. Hier verlassen sie sich mehr – im Grunde genommen (fast) ausschließlich – auf die Technik, d.h. in meinem Fall auf ein MRT. Eine Untersuchung sozusagen „von Hand“ gab es bei Dr. Alvarado gar nicht und bei Dr. Joshi nur in der Form, dass ich beim ersten Praxisbesuch einmal meine Zehen gegen seine Hand pressen musste. Finde ich nicht besonders viel. Aber die Diagnose ist wohl ok. Mal sehen, was die Behandlung dann bringt.

Was das „Untersuchen per Hand“ angeht: da tut meine Physiotherapeutin hier erheblich mehr. Sie hat sich – und das nicht nur einmal – einen eingehenden Überblick verschafft über meinen Rücken und meine Hüfte. Und das alles mit Anschauen und Fühlen. Mein Eindruck ist, dass sie über eine wirklich große Erfahrung verfügt. Und das Ergebnis der Behandlung spricht für sich: durch eine ziemlich konventionelle Therapie [Reizstrom, Wärme, Ultraschall, Stretching und Massage] hat sich mein Rücken ganz enorm gebessert.

Weiteres zum Gesundheitswesen bzw. zu den Ärzten hier: es ist (relativ) einfach, einen Termin zu bekommen, auch bei Spezialisten. Bei mir ist es natürlich von Vorteil, dass ich als Selbstzahler ungebunden und daher frei in der Arztwahl bin, während Mary immer erst nachschauen muss, ob der jeweilige Arzt mit ihrer Kasse einen Vertrag hat. Ansonsten würde die Kasse Nichts ersetzen. Die Qualität der Ärzte ist ganz unterschiedlich, aber das ist ja wohl bei uns nicht anders. Dr. Ramirez – unser Allgemeinarzt hier vor Ort – ist ein lieber, netter und sympathischer Kerl, aber vertrauen tue ich ihm nur für „einfache und allgemeine Wehwehchen“. Bei ernsteren Sachen ist er mir zu oberflächlich und wartet zu lange, ehe er an einen Spezialisten überweist. Aber er ist und bleibt eben die erste Anlaufstelle vor Ort. Ebenfalls nicht zufrieden war ich mit dem Dermatologen. Noch oberflächlicher kann eine Untersuchung kaum ausfallen: nur mal eben von oben bis unten angeschaut – ohne näher ranzugehen, ohne Lupe und erst Recht ohne Dokumentation per Digitalfoto. Das war mir dann nun doch – insbesondere bei der Menge meiner Pigmentflecken, von denen eine ganze Reihe nun doch deutliche und eingehende Beobachtung verlangen – ganz erheblich zu wenig. Und so haben wir uns dann bei einem anderen Dermatologen angemeldet, der einen exzellenten Ruf hat. Mal sehen, wie das wird. Mein Dermatologe in Bonn, Dr. Manske, hatte mich ja schon vorgewarnt, dass die Dermatologie in Amerika nicht unbedingt „das Gelbe vom Ei“ sei.

Was auch noch ganz anders ist als zuhause in Deutschland: hier reisen die Ärzte über’s Land. Dr. Alvarado z.B. hat seine Praxis in San Antonio, kommt aber zweimal pro Monat nach Floresville. Da hat er dann im Krankenhaus ein paar Räume zur Verfügung. Ebenso kommt der Urologe aus Seguin [ca. 75 Meilen entfernt], wo er seine Praxis hat, einmal pro Monat hier nach Kenedy ins Krankenhaus. Das ist natürlich ganz praktisch, denn es erspart bei einen so großen und dünn besiedelten Staat wie Texas weite Fahrten.