Ich weiß noch, …

Kurzmitteilung

… wie es geht: Fahrradfahren nämlich. Heute war ich zum ersten Mal seit etwa einem Jahr wieder auf dem Rad, und ich kann es noch.  😉  Nur die Oberschenkel wissen wohl nicht mehr so recht, wie es geht. Die habe ich nämlich doch schon ganz nett gespürt. Aber ansonsten war ich zufrieden: 11 Meilen in gut 49 Minuten, mit einem Durchschnitt von knapp 14 Meilen/Stunde – nicht unbedingt schlecht dafür, dass ich eben so lange nicht mehr auf dem Rad gesessen hatte.

Ich hatte mich entschlossen, mal wieder nach Normanna [Bee County, südlich von hier] zu fahren, weil ich gehört hatte, dass da der Verkehr nicht so schlimm ist wie hier. Und außerdem wusste ich von früher, dass da alle Straßen, auch die kleinen County Roads, asphaltiert sind. Und ich kannnur sagen: es hat Spaß gemacht, richtig Spaß. Meine beine spüre ich zwar, aber nicht übermäßig. Muss ich unbedingt wiederholen. Es ist ja nicht so sehr weit, knapp 30 Meilen.

Cyclismo – ein ganz ausgezeichnetes Bed (& Breakfast) in Fredericksburg

Galerie

Diese Galerie enthält 5 Fotos.

Von Montag bis Donnerstag dieser Woche waren wir – mal wieder – auf Haussuche in Fredericksburg/TX, und dieses Mal haben wir im „Cyclismo“ gewohnt. Dieses ausgezeichnete „Bed (& Breakfast)“ – das „& Breakfast“ steht in Klammern, weil seit einiger Zeit … Weiterlesen

Ich habe ein Trinkproblem

Nein, nicht mit Alkohol, dass ich davon zu viel trinke, sondern ganz einfach mit Flüssigkeit, dass ich nämlich in dieser Hitze hier einfach nicht genug in mich hineinschütten kann, um den Flüssigkeitsverlust beim Radeln oder beim Arbeiten auszugleichen. Es fällt mir grundsätzlich schon schwer, genug zu trinken, weil ich es einfach nicht fertig bringe, zu trinken auch wenn ich keinen Durst verspüre. Und wenn ich nun hier bei Temperaturen von knapp 40 Grad radle oder draußen arbeite, schwitze ich so viel, dass ich in der Stunde durchaus etwa 2 bis 3 Liter Flüssigkeit verliere. Und das kann ich beim besten Willen nicht ausgleichen. Wenn es gut geht – so wie heute – schaffe ich etwas über 1 Liter pro Stunde. Bleibt also eine Negativbilanz von 1 bis zwei Litern, die ich dann nur zuhause wieder aufholen kann.

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Alien Abduction – eine Anekdote

Es ist zwar schon lange her, aber ich möchte mein Erlebnis von meinem Sturz mit dem Rad dennoch hier loswerden.

Am 21. Februar 2008 bin ich so ziemlich am Ende eines 40-Meilen-Ausritts mit dem Rad aus absolut unbekannter Ursache gefallen. Ich habe keine Erinnerung, wie es passiert ist, und kann auch nach den Aufzeichnungen meines GPS-Geräts nur rekonstruieren, wo es war. Und zwar muss es so ungefähr knapp 5 Meilen vor hier passiert sein. Gott sei Dank ist nichts Schlimmes passiert. Ich hatte eine gepflegte Hüftprellung mit ziemlichen Hautabschürfungen an Oberschenkel, Knie und Schulter, sowie Blutergüssen und auch einer Schwellung mit Flüssigkeit darin an der Hüfte. Und im Gesicht hatte ich einen ganz kleinen Kratzer und eine leicht druckempfindliche Stelle am Kopf. Da hat mich der Helm doch wohl vor ganz erheblichen Verletzungen bewahrt. Der ist übrigens hin – der Helm, meine ich, nicht der Kopf: eingedellt und eingerissen. Gut, dass ich immer mit Helm unterwegs bin. Der hat mich doch vor Schlimmerem – so wie der Helm aussah, wäre ein Schädelbruch wohl nicht ausgeschlossen gewesen – bewahrt.

Wie gesagt, an den Unfall selbst kann ich mich absolut nicht erinnern und auch nicht an die ersten etwa vier Stunden danach. Ich bin aber wohl – so geht es jedenfalls aus dem GPS-Gerät hervor – sofort nach dem Fall wieder aufgestanden, habe mich auf’s Rad geschwungen und bin hier nach Hause gefahren [zwar „Zombie auf Rädern“, aber vermutlich trotzdem vorsichtig, denn lt. GPS-Aufzeichnungen scheine ich abgestiegen zu sein, bevor ich hier die Straße überquert habe – was ich sonst nie tue]. Dann habe ich das Rad in den Radschuppen gestellt, bin ins Haus gegangen und habe mich umgezogen und – vermutlich – auf’s Bett gelegt. Hier habe ich eine ganz ganz fade Erinnerung [ob’s tatsächlich Erinnerung ist oder nachträgliche Fantasie, darüber bin ich mir gar nicht so sicher], dass das Hinlegen auf dem Bett wegen der Hautabschürfungen weh getan hat. Was ich dann gemacht habe, bis Mary nach Hause kam – sie war in der Stadt Dinge erledigen und joggen/walken – wissen wir natürlich nicht. Als sie mich gerufen hat, bin ich in die Küche gekommen und habe ihr erklärt, „I think I’m going mad.“ [Wieso eigentlich „going“??!!] Sie hat dann versucht, die Wunden zu versorgen, was ich aber abgelehnt habe, weil es wohl weh tat. Und sie hat es zunächst nicht so ernst genommen, weil ich ziemlich vernünftig mit ihr geredet habe. Erst als ich ihr innerhalb von etwa 10 Minuten elf Mal dieselbe Geschichte erzählt habe, dass ich nämlich einen ähnlichen Sturz mit einem Fall auf die Seite meines Kopfes vor etlichen Jahren zu meiner Studienzeit in Köln gehabt hätte [stimmt übrigens], kamen ihr dann doch Bedenken, ob das mit „going mad“ vielleicht nicht so ganz verkehrt sein könnte, und sie hat mich hier ins Krankenhaus [Otto Kaiser Memorial Hospital] gebracht. Ich bin da übrigens ganz brav hinter ihr her zum Auto „gedackelt“ und ohne Hilfe eingestiegen – im Gegenteil, ich habe es sogar abgelehnt, dass sie meinen Arm hält.

Im Krankenhaus haben sie dann die Wunden versorgt und ein CT vom Schädel gemacht. Hat übrigens nichts ergeben außer, dass doch – entgegen landläufiger Meinung – Hirn drin ist. Von alledem weiß ich nur aus Mary’s Bericht. Meine erste Erinnerung setzt erst etwa 4 Stunden nach dem Unfall ein und ich weiß, dass da sie, ihr Cousin Mark mit seiner Tochter Lily und ihre Cousine Margaret [die arbeitet im Krankenhaus] neben meinem Bett standen. Ich habe kurz mit Mark geredet, daran erinnere ich mich, und war dann wieder für etwa zwei Stunden „weg“. All das sowie die Tatsache, dass ich keine Antwort auf Fragen z.B nach dem amerikanischen Präsidenten oder der deutschen Kanzlerin oder nach dem Datum geben konnte [nur mein Geburtsdatum wusste ich, aber wiederum nicht mein Alter – na ja, gibt man ja auch nicht so gerne zu] hat die Leute hier im Krankenhaus veranlasst, mich in eine Klinik nach San Antonio zu schicken, um mich da einem Neurologen vorzustellen. Und so kam ich dann in den Genuss, mit dem Krankenwagen [hat übrigens $1458 gekostet, die von der Beihilfe mit der fadenscheinigen Begründung, ich hätte ja mit dem Transportunternehmen mauscheln können, nicht erstattet wurden] die 59 Meilen ins Brooks Army Medical Center [BAMC] im Fort Sam Houston verfrachtet zu werden.

Randbemerkung dazu: als ich da zu ersten Mal wieder zu mir kam, war ich doch etwas verwirrt, weil da fast alle im Tarnanzug rumliefen. Habe ich mir gedacht, seltsames Land, dieses Amerika: hier läuft sogar das Pflegepersonal im Krankenhaus im Kampf-/Tarnanzug rum!

Auch von dieser Tour sowie von dem Krankenhaus erinnere ich nicht alles, aber die Dauer der „Wachzeiten“ war dann immer länger. Da haben sie dann noch einmal ein CT gemacht und mich dann nach einiger Zeit der Beobachtung entlassen. Ob ein Neurologe wenigstens das CT begutachtet hat, weiß ich nicht. Aus der Tatsache des Gedächtnisverlustes [retrograde Amnesie] schließen die Ärzte natürlich auf eine Gehirnerschütterung – tröstlich, dass da überhaupt was zu erschüttern ist – aber ich habe keine „Nachwehen“ wie z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit gehabt.

Was genau die Ursache war, haben wir nie herausgefunden. Die wahrscheinlichste Vermutung ist ein kurzzeitiger Blutdruckabfall mit dadurch verursachter Ohnmacht durch Flüssigkeitsverlust. Jedenfalls haben sie hier im Krankenhaus gesagt, ich sei dehydriert gewesen. Und sie haben mich auch an einen Tropf gelegt, was dann langsam aber sicher zur Besserung und zum Aufwachen führte. Und eine Rekonstruktion des Tagesablaufs ergibt auch, dass ich zuvor ein paar Stunden bei großer Hitze – verbunden mit dem entsprechenden Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen [ich trinke ja nie genug, um das wieder auszugleichen] – im Garten gearbeitet hatte. Und auf der gesamten Tour hatte ich wohl auch nur etwa 200 ml getrunken. Es ist jedenfalls sehr sicher, dass ich einen Blackout hatte, denn ich habe nicht die geringste Verletzung an der linken Hand. Und da müsste etwas zu sehen sein, denn wäre ich bei Bewusstsein gewesen, hätte ich sicher versucht – schon als Reflex – den Sturz mit der Hand abzufangen. Und auch die Tatsache, dass ich mit dem Kopf so aufgeschlagen bin, dass der Helm zerdeppert ist, zeigt, dass der Kopf sich ganz lose bewegt hat und dass also die Halsmuskulatur absolut locker war. Und auch nur so konnte es – denke ich mal – zu einer Gehirnerschütterung kommen, die dann ihrerseits wieder für die Erinnerungslücken verantwortlich ist.

Und nun noc h zum Titel „Alien Abduction„: da ich absolut keine Erinnerung habe, wie es passiert ist, und da auch Mary einmal [ca. 10 Jahre früher] an fast derselben Stelle einen ähnlichen Unfall [unerklärlicher Sturz mit dem Rad, Bewusstlosigkeit und Transport ins Krankenhaus – mit dem Rettungshubschrauber übrigens] hatte, behaupten wir jetzt, wir seien da von Aliens entführt worden.

Frösche quaken …

… hier sogar mitten im Januar! Heute war ich mal wieder auf dem Rad unterwegs – und zwar in kurzer Radlerhose, wenn auch in einem langärmeligen Trikot – und als ich an einem Tümpel vorbeikam, habe ich doch tatsächlich ein lautes „quak, quak,quak“ gehört. Unglaublich (für mich), aber wahr.

Autos

Nachdem ich vor einiger Zeit hier einmal Mary’s alten Camaro vorgestellt habe, möchte ich nun auch einmal die beiden anderen Autos, die ichhier gefahren habe bzw. noch fahre, vorstellen:

Da ist zum einen der alte Ford-150 Pick-Up Truck, mit dem Mary mich schon bei meinem ersten Besuch hier am Flughafeb abgeholt hat. Sie hatte ihn 1996 mit einem Tachostand von 76.000 Meilen gekauft, und als wir ihn im Sommer 2008 verkauft haben, hatte er immerhin 220.000 Meilen auf dem Buckel – und lief immer noch prima. Verkaufen wäre zwar – noch – nicht nötig gewesen, aber einerseits hatten wir doch die Befürchtung, dass größere Reparaturen bald unausweichlich würden, und andererseits hatte er ja nur eine Sitzbank. Und die war für zwei Personen zwar überdimensioniert, aber für drei wurde es schon eng und war nur auf Kurzstrecken auszuhalten. Und auch wenn er – mit der offenen Ladefläche – für Vieles hier auf dem Lande ganz praktisch war – wir wollten einfach ein Auto haben, in dem auch einmal 4 oder 5 Personen fahren können, damit wir nicht immer ein Auto von bekannten oder Verwandten ausleihen mussten, wenn auch nur eines von Mary’s Kindern hier war. Und so praktisch die offene Ladefläche zum Gütertransport auch war, lästig war es schon, das Gepäck – für den Fall dass es regnen sollte – immer mit einer Plane abdecken zu müssen.

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Ford-150 Pick-Up Truck & Ford Escape SUV

Also haben wir den Pick-Up Truck verkauft und uns ein (kleines) SUV – einen Ford Escape – zugelegt. Auch den haben wir gebraucht – mit ganz knapp unter 30,000 Meilen – gekauft, und er hat uns bisher gute Dienste getan. Was wir übrigens vor dem Kauf ausprobiert haben, war, ob unsere Fahrräder in den Innenraum passen würde. Und das geht, und wir bekommen auch noch unser Reisegepäck für zwei Personen rein.

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Räder im Escape und Anhänger

Und für den landwirtschaftlichen bzw. sonstigen Gütertransport haben wir uns dann einen kleinen Hänger zugelegt.

Sonnenbrand

Dass man den auch im Winter kriegen kann, war mir ja schon – aufgrund leidvoller Erfahrungen beim Skilaufen – bekannt. Aber da war es im Gesicht. Dass man den aber auch beim Radeln im November auf den Oberarmen bekommen kann, das habe ich dann erst hier im südlichen Texas, und zwar gestern erfahren. Bevor es morgens um 8 bei (leichtem Frühnebel und Temperaturen so zwischen 15 und 18 Grad) losging, hatte ich zwar Sonnenschutzcreme [Sonnenschutzfaktor immerhin 50] aufgetragen, aber später kam doch die Sonne durch und dann sind mir während des Radelns [insgesamt mehr als 5 Stunden im Sattel] wohl die Ärmel des Trikots etwas hochgerutscht, und als ich mich später im Spiegel sah, hatte ich da ein richtiges rotes Band um die Oberarme. Und auch im Gesicht hatte die Sonne ihre Spuren hinterlassen. Ich vergesse eben immer wieder, dass wir hier auf einer Breite südlicher als Kairo – entsprechend der nördlichen Sahara – liegen. Und das macht sich eben in der Intensität der Sonne-/UV-Strahlung deutlich bemerkbar.

Fredericksburg Fall Foliage Frolic – Fortsetzung (2)

Am nächsten Morgen, Samstag, 30. Oktober, ging es dann früh aus den Federn, denn wir hatten ja versprochen, ab 07:30 den Leuten vom Club bei den Vorbereitungen zu helfen. Also war Aufstehen schon um 6 Uhr angesagt. Das Frühstück viel etwas dürftig aus. Bed & Breakfast erwies sich al wieder als reichlich übertrieben, denn es fand sich nur eine Packung mit drei Muffins sowie tiefgefrorene Waffeln. Klar, Kaffee, Säfte, Milch und Marmelade waren auch da, aber das ist eigentlich nicht, was ich unter B&B verstehe. Da sollte es doch entweder ein serviertes Frühstück sein, oder ein Frühstücksbuffet. Na ja, eigentlich hätten wir es wissen müssen, denn die Ankündigung hieß „continental breakfast“ und „pastries“. Und dass die Angelsachsen unter continental breakfast eher ein dürftiges Frühstück verstehen, war uns ja eigentlich bekannt. Aber ich denke, man sollte dann eben auf das „breakfast“ verzichten. Schließlich war das Häuschen so preiswert, dass wir es auch genommen hätten, wenn es ohne Frühstück gewesen wäre. Schließlich haben wir ja ohnehin teilweise selbst gebrutzelt.

Und nach dem Frühstück sind wir dann zum Tatsch House im Ladybird Johnson Municipal Park gefahren, wo die Radtour starten sollte. Auch das Tatsch House ist – wie so viele andere in Fredericksburg und Umgebung – mal wieder von deutschen Siedlern [hier ein Peter John Tatsch, geboren 1841 in Koblenz und mit seinen Eltern 1853 in die USA ausgewandert] gebaut worden. Heute – im Besitz der Stadt – kann es für Fesivitäten aller Art gebucht werden. Und der Park – benannt zu Ehren der Frau des 36. Präsidenten der USA, Lyndon B. Johnson – hat einerseits Campingmöglichkeiten und andererseits einen prima Golfplatz.

Als wir ankamen, waren schon die ersten Teilnehmer da. Weitere waren dabei, sich zu registrieren, andere waren dabei, sich mit Kaffee und Kuchen [gab’s frei vom Club] zu stärken – und einige Supereifrige hatten sich schon auf die Tour gemacht, denn ein gemeinsamer Start war ohnehin nicht vorgesehen.

Hier ein Bild von der frühmorgendlichen Stimmung:

Frolic 2010

Fredericksburg Fall Foliage Frolic 2010: Early Morning at the Tatsch House

Mary hat dann im Haus geholfen, bei der registrierung und bei dem, was sonst noch anlag, und ich habe mich beim SAG-support beteiligt. Das sind die Autos, die die Radler begleiten und im Notfall Hilfe leisten. Woher der Terminus „SAG“ kommt, ist nicht ganz eindeutig. Eine Version ist, dass er in den dreißiger Jahren in Großbritannien entstandend ist, als Abkürzung aus „sagging (riders)“, d.h. die Zurückfallenden. Eine andere version ist, dass es ein Akronym for „Support and Gear“ ist. [s. Wikipedia, A Glossary of Bicycling, s.v. „SAG“]. Also bin ich dann einen Teil der Route – wir hatten uns aufgeteilt – (zweimal) abgefahren. Und auf der zweiten Runde habe ich tatsächlich einen Teilnehmer aufgepickt. Er hatte ein Insekt eingeatmet. Nicht verschluckt, sondern richtig in die Luftröhre. Und das war ausgesprochen unangenehm: ständiges Husten und Würgen. Er war froh, dass ich ihn aufgelesen und zum Start/Ziel zurück transportiert habe. Aber ansonsten ist die Radtour ohne Zwischenfälle verlaufen – Gott sei Dank.

Und hier noch ein paar Bilder vom ersten Raststop:

frolic 2010

Kleinere Probleme werden direkt vor Ort behoben

Frolic 2010

Man stärkt sich und klönt

Frolic 2010

Mando dirigiert den Verkehr

Nachdem ich dann meine Tour als SAG-Wagon beendet hatte, sind wir wieder zu unserem Quartier gefahren und ich habe mich schnell in meine Radklamotten geworfen und auf meine persönliche Tour gemacht: die kurze Runde, aber gestartet aber von unserem Häuschen aus. Das waren dann insgesamt 30 Meilen, und mit 16 mph Durchschnitt gar nicht so übel. Und am frühen Nachmittag waren dann auch die Temperaturen angenehmer – richtig gut zum Radeln. Die Daten meiner Tour gibt’s hier: Ride with GPS. Was ich bei dieser Webseite ganz lustig finde, ist die Tatsache, dass man die Tour ablaufen lassen kann und dann laufend die Informationen über Höhe, Steigung und Geschwindigkeit erhält, während sich der Punkt, an dem man gerade ist, über die Karte bewegt.

Und da ich dabei einige Kalorien verbrannt hatte, war es dann auch bald Zeit für ein gutes Abendessen. Und dieses Mal haben wir uns für das entschieden, für das Fredericksburg berühmt ist: deutsche Küche – und da für das Restaurant „Der Lindenbaum„. Wir kannten dieses Restaurant schon von früheren Besuchen her und wussten, dass es dan gute deutsche Kost zu erschwinglichen Preisen gibt. Und dass es auch deutsche Bier gibt. Allerdings nicht, wie die WSerbung verspricht, die größte Auswahl an deutschen Bieren in Texas. Aber trotzdem immer noch genung. Und so habe ich mich dann für ein König Pils vom Fass entschieden. Und für’s Essen hatten wir Kartoffel-Käse-Creme- Suppe [Mary] bzw. Gulaschsuppe [ich]. Die Gulaschsuppe war sehr sehr lecker. Was allerdings eher unüblich war – jedenfalls wie ich es sehe – war, dass sie mit bzw. über Nudeln serviert wurde. Nicht dass es nicht geschmeckt hätte – ganz im Gegenteil. Es war allerdings ganz schön reichlich, fast schon eine volle Mahlzeit. Trotzdem aber haben wir natürlich auch ein Haiptgericht genossen. Mary hatte Schweineschnitzel in Senfsoße [mit Kartoffelsalat und Sauerkraut] und ich hatte Schweinebraten in Rotweinsoße [mit „scalloped potatoes“ und Rotkohl]. Sehr lecker! „Scalloped potatoes“ sind Salzkartoffel mit einer leckeren Soße [wohl mit Sahne und etwas Senf]. Und der Rotkohl war exzellent: genau richtig, nicht zu gar, aber auch nicht zu „al dente„, mit einem Hauch von Essig, Nelken und Lorbeerblättern. Wir haben das Essen – wie eigentlich immer in Fredericksburg – sehr genossen. Und danach sind wir noch ein wenig die Hauptstraße hinuntergewandert, zum „ice cream parlour„, genauer gesagt, zur „Clear River Pecan Company“ Das ist eigentlich viel mehr als ein Eisladen: ein kleines Restaurant mit Sandwiches, Bäckerei, Fudge und – natürlich – auch jeder Menge Eis. Und das Ganze im Stil der 50er und frühen 60er Jahre. Und so gestärkt – und müde von all dem guten Essen – war’s dann Zeit, wieder nach Hause zu gehen, für eine „gepflegte Nachtruhe“.

Fortsetzung folgt

Fredericksburg Fall Foliage Frolic – Fortsetzung (1)

Nachdem wir im „Metzger Sunday House“ angekommen waren und uns etwas eingerichtet hatte – wir fanden dieses Häuschen übrigens geräumiger als das „Little Yellow House„, in  dem wir früher einmal gewohnt hatten – habe ich mich dann „radfertig“ gemacht und bin auf meine „Einführungsrunde“ gegangen. Dafür hatte ich mal wieder die Strecke „Twilight Twenty“ auserkoren, die ich schon im August unter die Räder genommen hatte. Damals war es, zum Einen, weil ich noch nicht wusste, wie stark die Anstiege sein würden bzw. weil ich mit Sicherheit auch starke Steigungen fahren würde, und zum Anderen, weil ich für mein Dancelli noch keine „Bergübersezung“ hatte, auf meinem Stevens mit der 3×10 Schaltung [kleinste Übersetzung 27 hinten x 30 vorne]. Dieses Mal hatte ich mein Dancelli dabei, mit der neuen „Bergübersetzung: vorne nach wie vor 53/42 und hinten maximal 32 Zähne. Das hilft schon ganz gewaltig. Und ich bin wirklich alle Hügel hochgekommen und habe die Strecke in 1:07:27 mit einem Durchschnitt von25,57 Km/H geschafft. Im August waren es 1:21:21 und 21,55.Einmal allerdings habe ich mich verschaltet, kam nicht schnell genug aus den Pedalen, und bin im Stand umgekippt. Das kratzt dann doch am Selbstwertgefühl. Passiert ist übrigens nichts. Aber weil ich den Hügel nicht zurückrollen wollte und weil es zu steil zum Anfahren war, habe ich dann doch halt ein paar Meter geschoben.

Für’s Abendessen haben wir uns mal nicht für das sonst in Fredericksburg übliche deutsche Essen entschieden, sondern – man sollte es nicht für möglich halten – mitten in Texas [na ja, doch nicht ganz in der Mitte, aber reichlich weit von der Küste immerhin] für Fisch. Ich hatte in einem Magazin einen positiven Bericht über Andy’s Steak & Seafood Grille gelesen und erfahren, dass sie da jeweils am Freitagabend ein Fischbuffet haben. Und das hat uns den Mund wässerig gemacht. Und es war es wirklich wert: ein ordentliches Salatbuffet [alles sehr knackig] war im Preis eingeschlossen. Und verschiedenen Fisch gab’s reichlich – und lecker: gegrillt, gebacken, gekocht – alle möglichen Variationen. Und auch wenn ich es eigentlich nicht unbedingt vorhatte, hier habe ich zum ersten Mal Austern gegessen. Allerdings keine frischen, sondern „fried„, also frittiert. Sie waren zwar nicht schlecht, aber ich kann nicht sagen, dass das mein Lieblingsgericht werden würde. Eher nicht. Aber alles andere, u.A. Heilbutt, Lachs und catfish [das ist, glaube ich, Wels] war ganz prima. Und dazu habe ich mir einen lokalen Chardonnay gegönnt: wirklich prima [allerdings, wie m.E. bei den meisten amerikanischen Weinen, nicht ganz so trocken wie bei den entsprechenden europäischen]. Mit $15,95 für eine Person fanden wir das Angebot übrigens wirklich nicht teuer – eher preiswert, denn immerhin gab’s ja „all you can eat„.

Nach dem Abendessen sind wir dann noch schnell am örtlichen Supermarkt vorbeigefahren und haben ein wenig eingekauft, u.A. Brot und Speck für’s Frühstück, da die Vorräte [mehr dazu in der Fortsetzung] in unserem Kühlschrank nun doch etwas dürftig waren.

[Fortsetzung folgt]

Fredericksburg Fall Foliage Frolic

So hieß die Veranstaltung unseres Radclubs, zu der wir am vergangenen Wochenende in Fredericksburg – mal wieder – waren. Wir sind schon am Freitag hin, einerseits, damit ich mich da schon ein wenig einradeln konnte, und anererseits, weil wir nun mal nicht am Samstag in aller Herrgottsfrühe aufstehen mussten. Es ist ja ungefähr zweieinhalb Stunden mit dem Auto [ca. 120 Meilen, und ich rechne ca. 55 bis 60 Meilen pro Stunde im Durchschnitt], und wir hätten schon um 07:30 Uhr da sein müssen. Es wäre also nicht in aller Herrgottsfrühe gewesen, sondern eher zu nachtschlafender Zeit. So, mit der Anreise am Freitag, war es dann doch viel weniger hektisch.

Also habe ich dann schon am Donnerstag, am Spätnachmittag, mein Rad im Wagen verstaut – das dauert doch so ca. 10 Minuten – und es sieht dann etwa so aus:

bikeinside

Mary’s Cannondale und mein altes Dancelli im Auto verstaut

Die Radträger von Bikeinside wind übrigens wirklich praktisch: man hat keinen zusätzlichen Luftwiderstand wie bei Trägern auf dem Dach, und es ragt auch nichts nach hinten über die Stoßstange hinaus, wie bei Heckträgern. Dafür nehme ich gerne in Kauf, dass es ein wenig umständlicher ist, das Rad in den Wagen zu bekommen [bei meinem Dancelli muss ich dafür nämlich den Sattel runterlassen, weil die Flaschenhalter daran zu hoch sind. Sie würden am Dachhimmel anstoßen].

Aber wieder zurück zu den Reisevorbereitungen: dazu gehört es immer auch, Sally in die Tierpension zu bringen, zu unserem Tierarzt. Wir trauen uns nicht, sie hier draußen zu lassen, wenn wir über ein paar Tage weg sind. Wir haben Angst, sie würde weglaufen – wie sie es schon einmal, vor Jahren, getan hat. Möglicherweise ist sie jetzt zwar lange genug bei uns und hat sich so an das Leben hier gewöhnt, dass sie im Garten bleiben würde, aber wir wollen das nicht riskieren. Buster ist da unproblematischer – er macht es sich dann in der Garage gemütlich und bewacht Haus, Hof und Garten. Und freut sich immer ganz riesig, natürlich, wenn wir wieder da sind. Also habe ich Sally dann am Freitagmorgen im „Patton Hilton“, wie wir Dr. Patton’s Tierpension scherzhaft nennen, untergebracht. Und gegen 09:30 sind wir dann los.

Mit einer längeren Pause in San Antonio [Arzttermin für Mary] waren wir dann gegen 13:45 in Fredericksburg und haben im Gästehaus Schmidt [das ist übrigens kein Gasthaus, sondern eine Unterkunftsvermittlung] den Schlüssel zu unserer Unterkunft, dem Metzger Sunday House, abgeholt. Oder eher, abholen wollen, denn als wir nachfragten, haben sie uns gesagt, dass sie den Schlüssel schon am Haus hinterlegt hatten. So einfach ist das hier: die legen den Schlüssel in einem Umschlag ganz einfach auf die Fußmatte am Eingang! Keine Angst vor ungebetenen Gästen!

Und das war unser kleines Häuschen:

Metzger Sunday House

Das Metzger Sunday House – Frontansicht

Metzger Sunday House

Das Metzger Sunday House – Seiten-/Gartenansicht

Metzger Sunday House

Die Veranda

Vom „Innenleben“ dieses Häuschens stelle ich hier keine Aufnahmen rein, denn die sind nicht „ausstellenswert“ geworden. Der in der Kamera eingebaute Blitz schafft es nicht zusammen mkit dem extremen Weitwinkel, das ich in Innenräumen brauche. Die Vignettierung ist viel zu stark und außerdem kommt der Schatten der Sonnenblende ins Bild. Da muss ich in Zukunft doch besser den Zusatzblitz mitnehmen.

Zu den „Sunday Houses„: Das sind kleine Häuschen, die die Farmer aus der Umgegend (in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) in der Stadt gebaut haben, damit sie eine Unterkunft hatten, wenn sie am Wochenende mit ihrer Familie zum Gottesdienst in die Stadt kamen. Die Familie kam dann am Samstagnachmittag an und blieb bis zum Sonntagnachmittag. Manchmal waren es auch nur Frauen und Kinder, die da übernachteten, während die Männer erst am Sonntagmorgen ankamen. Diese Häuschen waren ziemlich klein. Sie hatten im Erdgeschoss ein oder zwei Zimmerchen, und – über eine Außentreppe zu erreichen – einen Schlafraum unter dem Dach. Der Anbau, den man hier auf den Bildern hinter dem Haus sieht – er enthält die Küche und das Bad – wirde erst später errichtet, zu einer Zeit, als das Haus nicht mehr als „Sunday House„, sondern als normales Wohnhaus für pensionierte Farmer diente. Das war so ab den zwanziger Jahren des vergangenen [20.] Jahrhunderts, als man Autos hatte und es also viel schneller ging, von den Farmen draußen im Umland in die Stadt zum Gottesdienst zu gelangen. Da waren dann die „Sunday Houses“ für die Übernachtung nicht mehr nötig. Unseres, das „Metzger Sunday House„, gehörte, wie der Name schon sagt, einmal einer Familie Metzger, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Westerwald in die USA ausgewandert ist. Und es ist immer noch in Familienbesitz.

Ein kleines Flugblatt im Haus sagt dazu Folgendes: „The home was built in 1898 by John and Mathilda Schidtzinsky Metzger to be used on weekends, as they lived 18 miles from town in Luckenbach. It was used as a home to attend church, shop, and for other in-town chores. This is the original structure.“

So, das war’s einmal für’s Erste – Fortsetzung folgt.

P.S.: Weitere Bilder von Fredericksburg stelle ich übrigens bald in meinem Blog „Pit’s Bilderbuch“ vor.