Texanischer Führerschein: Gesetzesänderung

In einem in der Öffentlichkeit wenig beachteten Zusatz zu einer „must-pass“ Gesetzesvorlage hat das texanische Repräsentantenhaus in der kürzlich zu Ende gegangenen Sondersitzungsperiode die bisherige Praxis des Department of Public Safety [DPS], d.h. derjenigen Behörde, die für das Ausstellen und Erneuern von Führerscheinen zuständig ist, legalisiert. Die neue Führerscheinregelung – eingebracht vom republikanischen Abgeordneten Jim Pitts [Abgeordneter für Waxahachie], die auch nach der Verabschiedung immer noch kontrovers diskutiert wird, läuft darauf hinaus, dass nunmehr jeder, der einen neuen Führerschein beantragt oder seinen bisherigen Führerschein verlängern lassen möchte, nachweisen muss, dass er/sie entweder US-Staatsbürger ist oder aber legal im Lande. Die neue Regelung erlaubt es dem DPS unter Anderem, die Dauer der Führerscheingültigkeit an den Einwanderungsstatus des Bewerbers zu knüpfen, d.h. die Gültigkeitsdauer des Führerscheins also auf die Gültigkeitsdauer des jeweiligen Visums zu beschränken.

Notiz an Rande: Lt. Webseite des DPS kann ein US-Bürger, sofern seine Sozialversicherungsnummer [Social Security number] in der Datenbank des Department of Public Safety registriert ist, die Verlängerung des Führerscheins auch online beantragen. Dies enthebt ihn/sie dann von dem ansosnsten obligatorischen Sehtest.

Zum entsprechenden Artikel im San Antonio Express-News geht es hier.

Read this posting in English here.

Mein erstes „Knöllchen“ – eine Anekdote

Aus gegebenem Anlass – nicht weil es mich gerade jetzt direkt selbst betrifft, sondern weil ich in einem anderen Blog gelesen habe, dass es auch ganz anders ausgehen kann, als ich es erlebt habe, wenn man mit der Polizei zusammentrifft – hier meine Story von meinem ersten „Knöllchen„, wie der Köllner sagen würde:

Es war 2007, und ich war alleine in San Antonio unterwegs. Damals war ich noch etwas nervös alleine im Auto, und auch mehr auf das Auffinden meines Ziels [der Fahrradladen Bike World] konzentriert als auf die Verkehrs- und Warnzeichen am Straßenrand. Und so habe ich dann eine Schulzone glatt übersehen. Es war  nach 14:00 Uhr, und dann [Schluss des allgemeinen Unterrichts] ist hier immer damit zu rechnen, dass in Bereichen nahe von Schulen eine Geschwindigkeitsbeschränkung [meistens durch Warnblinklicht angekündigt] gilt. Und es kam, wie es kommen musste: ich hätte doch bald mein erstes Knöllchen gekriegt.

Ich war mit mehr als 30 Meilen [eher nahe an 35] in einer 20er Zone [Schulzone, wie gesagt] unterwegs. Und wie das hier so geht, stand auf einmal [als ich auf den Parkplatz von Bike World abbiegen wollte] ein Streifenwagen mit blinkenden Lichtern – und einmal kurz mit Sirene – hinter mir. Man wird hier übrigens nie überholt und dann nach rechts gewinkt zum Anhalten, sondern die Cops bleiben hinter einem und machen ihr Blinklicht [blau und rot] an, und nur wenn man nicht darauf reagiert – wie ich [der Polizist muss, wie ich später rekonstruiert habe, schon eine Weile mit blinkenden Lichtern hinter mir gewesen sein, aber ich, voll konzentriert auf mein Ziel, hatte es einfach nicht bemerkt]– auch die Sirene und man [der „Delinquent“] fährt an den Straßenrand und hält dort an.

Ich bin also auf den Parkplatz eingebogen und habe da angehalten und das Fenster runtergekurbelt, bin aber nicht ausgestiegen, sondern habe die Hände schön sichtbar auf’s Lenkrad gelegt [alles „genau nach Vorschrift„] und gewartet. Der Polizist kam dann auch und hat mir erklärt, worum es ging und hat nach meinen Papieren [wie bei uns auch, Führerschein und Wagenpapiere bzw. hier Versicherungsnachweis] gefragt. Ich habe ihm meinen nationalen und den internationalen Führerschein gegeben. Letzterer war, wie der Polizist dann feststellte, abgelaufen. Ich ahnte schon Böses, als er mit dem internationalen Führerschein in der Hand zurückkam und mich fragte, „What’s the translation of ‚gültig bis‘?“ Ich habe natürlich korrekt übersetzt, nämlich „valid till„, und er meinte, „That’s what my rudimentary German told me, too, but I wanted to be sure.“

Und er behauptete dann [was ich nach wie vor nicht glaube], damit sei ich mit einem ungültigen Führerschein unterwegs und von Rechts wegen müsse er mich einlochen [„put you in jail„] und den Wagen beschlagnahmen [„impound the car„]. Seine Argumentation sehe ich, wie gesagt, nach wie vor nicht ein, denn lt. ADAC brauche ich hier nur den nationalen Führerschein; der internationale wird lediglich „empfohlen“. Und mein nationaler Führerschein war ja eben gültig. Aber wie dem auch sei, hier hat ein Polizist immer Recht und man widerspricht am besten nicht. Am Ende aber, als Alles gelaufen war und ich mir sicher sein konnte [der Polizist hatte seine Miene und sein Verhalten, von zuerst eher „bärbeißig“ zu dann deutlich freundlicher und zugänglicher, geändert], habe ich ihn doch darauf angesprochen und eine etwas seltsame und gewundene Auskunft – auch unklar formuliert – erhalten, die aber im Tenor darauf hinauslief, dass ich eigentlich nur den nationalen bräuchte, aber wegen des abgelaufenen internationalen als „mit ungültigem Führerschein unterwegs“ gelte.

Komisch, aber was soll’s. Der Cop war dann sehr gnädig und freundlich: er hat die Geschwindigkeit so weit herabgesetzt [auf 29 Meilen], dass er mich mit einer schriftlichen Verwarnung laufen lassen konnte. Und als ich ihn dann fragte, was ich jetzt machen solle wegen des „ungültigen Führerscheins“, ob ich den Wagen jetzt stehen lassen müsse und Mary anrufen, damit sie mich abholt, meinte er, ich solle weiterfahren, aber aufpassen, dass ich nicht wieder wegen Irgendetwas angehalten würde, denn nicht alle Cops würden so wie er reagieren. Also bin ich dann „absolut ordentlich“ nach hier gefahren.

Aber ich kann ja froh sein, an diesen – im Grunde wirklich freundlichen und hilfsbereiten [er hat mir nämlich noch, wenn auch falsch, erklärt, wie ich hier in den USA an einen gültigen internationalen Führerschein kommen könnte] – Cop geraten zu sein, denn es kann einem auch ganz anders ergehen, wie oben schon angesprochen.

Ironie am Rande: ich war mir eigentlich absolut sicher [nur bei diesem Vorfall einfach zu nervös, um genauer nachzuforschen], dass ich einen gültigen internationalen Führerschein besäße. Und so habe ich, wieder zuhause hier in Karnes City, genau im Handschuhfach nachgesehen, und tatsächlich: da war er, der gültige internationale Führerschein. Ich hatte ihn lediglich – in meiner Aufregung – übersehen.

Und abschließend noch zu „Polizisten haben hier immer Recht“: da gibt es eine Szene im Film „Halbblut“ – einem Film, den ich sehr mag, mit Val Kilmer und Graham Greene – in der Graham Greene, der hier einen indianischen Sheriff verkörpert, Val Kilmer [im Film ein FBI-Agent und von Graham Greene nicht gerade geliebt] auf dem Highway wegen Geschwindigkeitsübertretung anhält und zur Kasse bittet. Und als Val Kilmer um ein Radarprotokoll bittet, erhält er die Antwort, „Ich brauche kein Radar, ich rieche das.“

Jetzt habe ich ihn endlich, …

… den „richtigen“ texanischen Führerschein. Nach all den Prozeduren und der Ausstellung eines vorläufigen Führerscheins kam am vergangenen Donnerstag dann das neue Plastikkärtchen mit der Post. Und jetzt habe ich nicht nur den Führerschein, sondern damit ja auch den (fast) einzigen amtlichen Lichtbildausweis – und damit gewissermaßen den Ersatz für unseren Personalausweis – den es hier in den USA gibt, denn anders als bei uns enthält der Führerschein hier auch die Anschrift. Der Führerschein wird hier – als Identifikationsnachweis – relativ häufig berlangt, z.B. in manchen Geschäften, wenn man per Scheck bezahlt. Gültig ist er übrigens, auch anders als bei uns, nur zeitlich beschränkt, und zwar auf 7 Jahre. Dann muss ich ihn erneuern lassen und dafür wieder den Sehtest machen. Das wäre vielleicht auch in Deutschland eine gute Sache. Und es wäre m.E. – wenn ich bedenke, in welchem Alter und in welchem Gesundheitszustand hier noch Auto gefahren wird – auch gut, ab einem gewissen Alter eine Fahrprüfung als verpflichtend anzusetzen, wenn man den Schein erneuern lassen will.

Führerschein weg

Na ja, nicht so schlimm, wie es sich anhört. Heute habe ich dann mal endgültig meinen deutschen gegen einen texanischen Führerschein eingetauscht. Und das heißt, ich brauchte keine neuerliche Fahrprüfung zu machen, sondern der texanische Führerschein wurde einfach auf der Basis des deutschen ausgestellt – umgeschrieben, gewissermaßen – aber ich musste dafür auch meinen deutschen Führerschein abgeben. Der wird, so jedenfalls die Auskunft vom Texas Department of Public Safety, dann nach Deutschland geschickt. War mir natürlich nicht Recht, den deutschen Führerschein hergeben zu müssen, aber so ist es nun mal seit 2007. Um ganz sicher zu sein, hatte ich mich vorher auch noch beim deutschen Konsulat (in Houston) erkundigt. Die Formalitäten waren übrigens nicht sehr problematisch: nur zwei Formulare ausfüllen und Fotokopien vom Pass und deutschen Führerschein einreichen sowie das Original der Social Security Card mitbringen. Und den Sehtest machen. Aber das ist ja eigentlich verständlich. Ach ja, und Fingerabdrücke [von beiden Daumen] wollten sie noch haben.  Und nun habe ich einen bis Ende August befristeten temporären Führerschein, da es ca. 30 bis 45 Tage dauern kann, ehe ich den „richtigen“ per Post zugeschickt bekomme. Und das ist dann ein Dokument, das den hier nicht vorhandenen Personalausweis ersetzt.

Friesenhaus

Gestern waren wir mal wieder da, im Friesenhaus in New Braunfels, mit unseren Freunden Stella und Mike Saxon. Und es war, wie immer, ein ganz prima Essen: Salat bzw. Gulasch- bzw. Erbsensuppe als Vorspeise, und dann Rouladen mit Rotkohl und Spätzle bzw. Berliner Bouletten mit Prinzessböhnchen in Speckmantel und Bratkartoffeln und als Nachtisch Kirschstrudel [der Apfelstrudel war leider ausgegangen] mit Vanilleeis bzw. ein Schokoladeneis. Alles war wie immer sehr sehr schmackhaft. Und runtergespült haben Mike und ich es mit einem frischgezapften Bitburger. Soll ich sagen, das war das Beste am Essen?! Nein, denn damit würde ich dem Koch Unrecht tun. Aber dieses leckere Bier hat den Genuss des Essens noch vergrößert.

Apropos Bier: die Auswahl an Bier vom Fass ist dort im Friesenhaus wirklich Klasse, vom König Pils über Warsteiner [auch als Dunkel] und Bitburger zu Weizen, Paulaner und mehr.

Bei der Wirtin, Frau Dirks, habe ich mich noch für ihre Hilfe und ihren Rat in Führerscheinfragen bedankt undm it dem Wirt, Herrn Dirks, habe ich mnich über das Fußballspiel Deutschland – England sowie die Schiedsrichterleistungen und technische Möglichkeiten zur Unterstützung der Schiris unterhalten.

Und bevor wir nach Hause gefahren sind, haben wir dann da noch ein Brot gekauft. Von den verschiedenen Sorten – alle herzhaft und deutlich fester gebacken als das, was man sonst hier bekommt – mögen wir Mehrkornbrot am liebsten. Und ich habe mir noch  eine Räuchermettwurst sowie zwei Dosen Bratheringe und je eine Hering in Tomaten- bzw. Senfsoße mitgenommen. Das bekommt man nämlich hier in keinem Supermarkt.

Bürokratie & Formulare

Heute habe ich dann mal meine social security card/number beantragt. Wurde langsam Zeit, denn überall wird man danach gefragt. Sie ist ja so etwas wie ein Personalausweis- bzw. Meldebescheinigungsersatz. Nicht dass man die Karte selber unbedingt vorzeigen müsste. Dafür dient der Führerschein, weil er ja ein Foto enthält und somit ein amtlicher Lichtbildausweis ist. Aber ansonsten gibt man eben seine social security number an.

Der Formularkram war wesentlich einfacher als ich gedacht hatte, und auch das Verfahren auf dem Amt – wir mussten allerdings nach Seguin [immerhin 50 Meilen entfernt] fahren- ging erheblich schneller als erwartet.  In etwa 5 Minuten war alles erledigt. Und alle meine Fotokopien, die ich wie im Internet als notwendig angegeben, gemacht hatte, waren für die Katz‘. Die Dame auf dem Amt wollte nur meine green card sehen [und kopieren] sowie meine Geburtsurkunde. Na ja, da hat sich mein Kopieren doch gelohnt, denn ich konnte ihr die Kopie der Geburtsurkunde einscließlich einer Übersetzung in die Hand drücken. Vielleicht ging alles schneller, weil sie da einen Ausfall des gesamten Computersystems hatten. Deswegen konnten sie nämlich nichts bearbeiten, sondern haben eben nur das Antragsformular entgegengenommen und die Kopien gemacht. Und dann wollten sie, sobald die Computer wieder liefen, alles eingeben und man sagte, ich würde die Karte in ca. 14 Tagen mit der Post zugeschickt bekommen. Wenn dem wirklich so ist, wäre das für amerikanische Behörden allerdings eine Rekordzeit. Warten wir mal ab. Und wenn ich sie dann habe, will der Steuerberater hier sie wissen. Mal sehen, ob ich hier Steuern zahlen muss. Angeben muss Mary mich jedenfalls.

Und dann kommt noch der Führerschein. Einfach meinen deutschen umschreiben tun sie hier nicht. Ich muss die theoretische und praktische Prüfung sowie den Sehtest machen. Sollte aber eigentlich kein Problem sein. Ein Buch zum Lernen bekommt man hier bei der Anmeldung kostenlos – d.h. es ist im Preis für die Prüfung [$24] drin. Eine Fahrschule muss man nicht besuchen. Und die Prüfung nimmt dann ein Polizist [von der highway patrol oder ein state trooper ab] -und zwar in unserem Wagen! Da wird Mary mich dann am besten zur Prüfung kutschieren, denn wir sind uns nicht ganz sicher, ob ich nicht schon zu lange im Lande bin, um überhaupt noch mit meinem deutschen Führerschein herumfahren zu dürfen. Hoffen wir mal, dass alles gut geht und ich die Prüfung im ersten Anlauf schaffe. Man darf sie übrigens drei Mal wiederholen, wenn man durchfallen sollte. Danach muss man wieder einen neuen Anbtrag stellen und erneut die Gebühr löhnen.