Mesquite(holz) …

… sollte man eigentlich ja eher zum Barbeque benutzen und nicht im Kamin verfeuern, aber einerseits haben wir kein anderes Holz [Mesquite ist nun mal das, was am häufigsten hier vorkommt und es wird mehr als Unkraut denn als Nutzholz betrachtet] und andererseits haben wir keinen Holzkohlen- sondern einen Gasgrill. Der ist für uns – wir grillen nicht so häufig – einfach praktischer: Gas aufdrehen, anzünden und los geht’s; und keine Probleme mit Holzkohle zum Glühen kriegen und hinterher die Asche entsorgen. Und es ist erst recht einfacher als zunächst einmal Holzscheite an-/verbrennen und dann die glühenden Reste zum Grillen benutzen. Dafür müssen wir dann auf den Räuchergeschmack des Holzes verzichten, aber man könnte das auch erreichen, indem man Holzspäne [vorher gut gewässert, damit sie nicht richtig verbrennen] in Aluschalen mit in den Grill stellt.

Mesquiteholz brennt übrigens sehr heiß. Und es ist auch sehr hart. Das stumpft die Kettensäge dann sehr schnell ab. Und was die Einschätzung als „Unkraut“ angeht: es sprießt ganz schön gut und schnell. Man kann es nur ausrotten, wenn man es wirklich mit allen Wurzeln beseitigt, oder die abgesägten Stümpfe chemisch behandelt. Ansonsten schlägt es entweder an den oberirdischen Resten wieder aus, oder es verbreitet sich mit Ausläufern unterirdisch. Die weite Verbreitung von Mesquite [als Bäume oder als Büsche] hier im südwestlichen Texas ist übrigens auf menschlichen – und zwar erst seit der Besiedlung durch Weiße – Einfluss zurückzuführen. Erst weiße Siedler haben, meist um Raum für die Viehwirtschaft zu schaffen, mit Abholzen angefangen. Aber da sie nicht die Wurzeln mit ausgerottet haben, hat Mesquite sich im heutigen Umfang verbreitet und ist (fast) zur Plage geworden.

Amerikaner grillen beeindruckend anders

„Grillen kann jeder – irgendwie zumindest. Beim Grill-Hersteller Weber in Chicago lernt man dagegen die hohe Kunst des Barbecue. […]“

Diesen Artikel fand ich kürzlich in der online-Ausgabe der „Welt„: nett zu lesen und nicht so ganz fürchterlich ernst zu nehmen.

Zum Artikel geht es hier.

Und das „Gerät“ hier wäre mein Wunsch:

Chuckwagon Grill & Smoker

Grillsaison eröffnet

Eigentlich hätten wir, was das Wetter angeht, ja schon viel früher den Grill anwerfen können, aber heute haben wir es dann endlich getan. Es ist zwar nur ein Gas- und kein Holzkohlengrill, und das Fleisch bekommt daher kein Holzaroma [hier grillt man üblicherweise mit Mesquiteholz und das gibt ein vorzügliches Aroma], und ich habe das Fleisch auch weder mariniert noch gewürzt, aber es war trotzdem ausgezeichnet. Und dazu kommt, dass die Steaks hier in Texas ja auch richtig texanische Ausmaße haben! Und so gab es dann ein T-Bone und ein Sirloin Steak. Letzteres war dann wirklich texanisch in den Ausmaßen: mehr als doppelt handgroß. Allerdings ist das Fleisch hier normalerweise etwas weniger abgehangen als in Deutschland und wird daher leichter etwas zäh. Aber das kann man ja aufpassen und es nicht „zu Tode“ grillen. Und es läuft auch mehr ein beim Grillen. Aber all das tut dem Appetit keinen Abbruch.

Demnächst werde ich dann mal probieren – wie es geraten wird – eine kleine Aluschale mit vorher gewässerten Mesquiteholzspänen mit auf den Grill zu geben. Das sollte dann das Aroma auf’s Fleisch übertragen.

Steaks "Texan Size"

festliches Abendessen

Heute waren wir – als Geburtstagsgeschenk für Mary von unseren Freunden Stella und Mike – in einem brasilianischen Steakhaus in San Antonio: Fogo de Chao. Und das war ein echtes Erlebnis: großartiges Ambiente, excellentes Essen … aber der Service könnte verbessert werden. Die Spezialität dieses Restaurants ist, dass sie insgesamt 15 verschiedene Arten von Fleisch – von unterschiedlichen Steaks über Lamm und Huhn bis zu Wurst – haben, die alle am Spieß gegrillt werden. Und mit diesen Spießen kommen die Kellner an den Tisch und schneiden einem das gewünschte Stück ab. Und das Fleisch war, wie gesagt, einfach großartig: perfekt gewürzt und zur Vollendung gegart – kross außen und dennoch saftig innen. Und auch das Salat- und Käsebuffet war sehens- und essenswert. Was dagegen zu wünschen übrig ließ war der Service. Wir fühlten uns zur Eile gedrängt. Es fing damit an, dass wir, kaum das wir uns gesetzt hatten, schon die Getränke bestellen sollten, ohne dass jeder von uns Gelegenheit gehabt hätte, die einzige Weinkarte auch nur in der Hand zu haben, geschweige denn in Ruhe zu studieren. Ich möchte ja nun doch gerne einen zum Essen passenden Wein in Ruhe auswählen. Und diese Hetze ging weiter: die Beilagen kamen auf den Tisch während wir noch mit dem Salat beschäftigt waren. Also waren sie schon ziemlich abgekühlt, bevor wir das Hauptgericht bekamen. Und die leeren Salatteller wurden einzeln weggenommen, sobald einer von uns damit fertig war. Zugegeben, man sollte keinesfalls längere Zeit vor „abgefressenen“ Tellern sitzen, aber es wäre wohl doch angebracht, die Vorspeisen- bzw. Salatteller für den gesamten Tisch zusammen abzuräumen. Auch denke ich, ein Restaurant sollte für jeden Gast mehr als nur ein Messer und eine Gabel haben: so waren wir genötigt, unsere benutzten Bestecke nach dem Salat für den Hauptgang aufzubewahren und dazu auf dem Tischtuch abzulegen. [Nirgendwo übrigens habe ich hier bisher gefunden, dass der Tisch „eingedeckt“ ist/wird, d.h. dass man das gesamte Besteck – für jeden Gang – säuberlich sortiert auf dem Tisch vorfindet, und dazu eine schön gefaltete Serviette. Hier findet man – und das eben auch in wirklich erstklassigen Restaurants – ein Messer und eine Gabel in einer Serviette eingerollt an seinem Platz.] Nicht unbedingt meine Vorstellung von einem erstklassigen Restaurant. Und dann müssten die Kellner nicht nur auch noch lernen, von welcher Seite man serviert und von welcher Seite man abräumt, sondern insbesondere, dass man auf keinen Fall quer über den Teller des einen Gastes reicht, um z.B. einem anderen Gast am Tisch nachzuschenken oder zu servieren. Dss kam leider nicht nur einmal vor. Ach ja, noch etwas: unser Kellner [wenn man „unser“ hier sagen kann, denn es wieselten einfach zu viele unkoordiniert um unseren Tisch herum]schenkte einfach das Pellegrino, das ich bestellt hatte, auch an Stella und Mike aus. Nicht dass ich das den beiden nicht gegönnt hätte, aber sie waren gar nicht gefragt worden, ob sie das überhaupt wollten. Und ich hatte den Eindruck, sie hätten möglicherweise einfaches Wasser lieber gehabt.

Ok, nun aber genug des Negativen. Wir waren und sind immer noch ganz begeistert von der Qualität des Essens und würden wieder hingehen und den verbesserungswürdigen Service in Kauf nehmen.

Am Rande bemerkt: diese „Hetze“ haben wir übrigens bisher in so gut wie jedem Restaurant [auch der gehobenen Preisklasse] zu bemängeln gehabt. Und auch die mangelnde zeitliche Koordinierung zwischen Küche und Restaurant. Wir haben es schon erlebt, dass Salat, Vorspeise und Hauptgericht auf dem Tisch traute Eintracht feierten. Und am Ende kommt dann, noch während man isst, die Rechnung, zwar mit der Bemerkung, man solle sich bitte Zeit lassen, es eile nicht – aber trotzdem: ich bin halt etwas Anderes gewohnt.