Reisen in die/den USA

Bemerkungen/Hinweise/Tips zum Reisen in den bzw. in die Vereinigten Staaten von Amerika

Vorbemerkung: auch wenn ich mich bemühe, diese Seite immer korrekt auf dem Laufenden zu halten, so übernehme ich jedoch keine irgendwie geartete Haftung für die Richtigkeit der hier aufgeführten HInweise.

Neu: Mittlerweile gehen immer mehr Luftverkehrsgesellschaften dazu über, auch auf den Transatlantikstrecken ein zweites Gepäckstück nur gegen Gebühr [bis zu $ 50,–] zu transportieren. Naheres hierzu in der WELT. Seit dem 1. Januar 2010 befördert die Lufthansa für Passagiere in der Economy-Klasse nur noch ein Gepäckstück [bis maximal 23 Kg] frei.

Für Tickets, die ab dem 1. Juni 2012 gebucht werden, kostet auf der Transatlantikstrecke der Lufthansa ein zweites Gepäckstück von bis zu 23 Kilogramm Gewicht in der Economy Klasse €150! [Weiteres zum Fluggepäck bei Stern.de]

Es fängt schon in Deutschland an: Die Lufthansa bietet, von Köln und Stuttgart aus, die Möglichkeit, am Hauptbahnhof einzuchecken und mit dem ICE nach Frankfurt zu fahren. Die Bahnfahrt ist im Preis des Flugtickets inbegriffen. Diese Variante ist m.E. durchaus lohnend, da an den Bahnhöfen nur so wenige Leute einchecken, dass der Vorgang im Handumdrehen abgeschlossen ist. Der ICE von Köln nach Frankfurt braucht weniger als eine Stunde. Leider hat die Lufthansa den Service insofern verschlechtert, als man jetzt sein Gepäck nicht mehr am Bahnhof einchecken kann, sondern es selbst nach Frankfurt transportieren muss. Da hilft esauch wenig, dass Lufthansa einen kostenlosen Gepäckträgerdienst anbietet, der das Gepäck zum Bahnsteig an den Zug befördert und einem beim Einladen behilflich ist. Man muss eben doch in Frankfurt noch einmal einchecken – und wenn es auch nur das Gepäck ist. Dazu kommt der äußerst negative Umstand, dass der ICE für größeres Gepäck keinen bzw. nur viel zu wenig Stauraum bietet, sodass der Einstiegsbereich schnell zugestellt ist. Diese Variante kann über das Internetportal der LH [Flughafencode für Köln Hauptbahnhof: QKL] gebucht werden. Mittlerweile hat, dieser günstigen Bahnverbindung wegen, die Lufthansa ihre Flüge zwischen Köln und Frankfurt eingestellt.

Und dann nicht zu vergessen: die USA wollen die Passagierdaten mittlerweile schon drei Tage vor dem Flug – also am besten schon bei der Buchung per Internet erledigen. Personen mit Visum brauchen dies – sofern sie bei der Lufthansa ein Profil haben – nur einmal zu tun. Besucher ohne Visum, d.h. Einreise unter dem Visa-Waiver Programm, können/müssen dies mittlerweile online erledigen. Weitere Informationen zur Einreise finden sich hier: Vertretung der Vereinigten Staaten in Deutschland und auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Wichtiger Hinweis: Die Anmeldung für ESTA ist ab dem 8. September 2010 leider nicht mehr kostenlos, sondern es wird eine Gebühr vom $14 erhoben, die per Kreditkarte zu zahlen ist. Da die Anmeldung darüberhinaus nur online möglich ist, setzt dies also zusätzlich zum Besitz einer Kreditkarte auch einen Internetzugang voraus – lässt sich aber natürlich auch, jedenfalls im Zusammenhang mit einer Buchung, über das betreffende Reisebüro erledigen. Ausführliche weitere Informationen zum ESTA-Verfahren finden sich suf der Website von The American Dream.

Im Flugzeug gibt es für Reisende, die unter dem Visa-Waiver Programm [d.h. für höchstens 90 Tage ununterbrochen] einreisen, das grüne Formular I-94W, und für Reisende mit Visum das weiße Formular I-94 auszufüllen. Anleitungen dazu gibt es auf dem Flug per Video bzw. in den Broschüren an Bord. Wichtig: korrekt ausfüllen und keinesfalls korrigieren, sondern lieber ein neues Formular geben lassen. Falsch ausgefüllte Formulare können ggf. zur Verweigerung der Einreise – auch für die Zukunft – führen. Korrigierte Formulare werden (möglicherweise) nicht akzeptiert und können – je nach Gutdünken [sprich „Laune“] des immigrations officers – zu (längeren) Wartezeiten führen [„go back to the end of the line„]. Das grüne Formular I-94W soll in Zukunft, das diese Angaben ja mittlerweile online in der ESTA-Anmeldung erfasst werden, entfallen.

Und bitte über die Fragen auf dem grünen Formular nicht wundern: hier werden u.a. Angaben über Vorstrafen, Drogenabhängigkeit und Zugehörigkeit zu nationalsozialistischen Organisationen erfragt. Es scheint etwas rückständig und weltfremd, aber es ist eben so. Als Hintergrund – als ich nach gefragt habe, wer denn da „ja“ ankreuzen würde – wurde mir erklärt, natürlich wird niemand das tun, aber wenn jemand falsche Angaben macht und wir finden das heraus, dann „haben wir ihn – so haben wir auch Al Capone bekommen: wegen Fehler in seiner Steuererklärung“.

Unbedingt beachten: der Abschnitt des grünen bzw. weißen Formulars, der im Pass verbleibt, muss bei der Ausreise von Angestellten der Fluggesellschaft wieder entfernt – und an die Behörden zurückgegeben werden – damit so die korrekte und termingerechte Ausreise dokumentiert wird. Falls dies nicht geschieht, kann eine zukünftige Einreise verweigert werden. Aus Sicherheitsgründen empfehle ich, sowohl die Bordkarte für den Rückflug als auch Dokumente, die die Einreise nach bzw. den Aufenthalt in Deutschland bestätigen [z.B. Zugfahrkarten oder Mietwagenverträge] aufzubewahren und bei der nächsten Reise in die USA mitzuführen.

Wichtiger Hinweis: Der Reisepass ist immer mitzuführen. Was passieren kann, wenn man das nicht berücksichtigt, dazu eine weitere meiner Anekdoten.

Ebenfalls an Bord auszufüllen ist ein weißes Zollformular.

Das Gepäck sollte übrigens nicht verschlossen werden, das es von der TSA [Transport Security Administration] zur Kontrolle geöffnet werden kann und dabei Schlösser ggf. zerstört werden. Wer sein Gepäck dennoch verschließen will, sollte Spezialschlösser erwerben, die von der TSA geöffnet werden können. Wenn man nicht direkt zum Zielflughafen fliegen kann, sondern einen Anschlussflug in den USA hat, wird das Gepäck zwar mit dem Tag für das letzte Reiseziel in den USA versehen, man muss aber am ersten Flughafen in den USA, wo die Zollkontrolle stattfindet, das Gepäck selber vom Gepäckkarussel holen, durch den Zoll bringen und dann wieder aufgeben!

Tips am Rande:

  • Die Lufthansa nimmt – nach Voranmeldung – Sportgepäck [von Golfschlägern über Skiausrüstung und Rädern bis hin zu Kanus und Kajaks] zu m.E. günstigen Tarifen mit. Und es ist, wie ich feststellen konnte, auch ziemlich einfach: am Sondergepäckschalter abgeben und in den USA am Sondergepäckschalter wieder abholen.
  • Bei der Buchung sollte man beachten, dass man zwar manchmal bei der telefonischen Buchung günstigere Tarife bzw. Verbindungen bekommt als im Internet, dafür aber die Nebenkosten [Telefon 14 ct/Min. plus Ticketgebühr von € 50,–] deutlich höher sind.
  • Kann man die gebuchte Flugreise – aus welchem Grund auch immer – nicht antreten, so hat man auf jeden Fall, gleichgültig wie für die Stornobedingungen für die jeweilige Flug- bzw. Buchungsklasse lauten, Anspruch auf Erstattung der Flugnebenkosten, also der Steuern und Gebühren. Die Luftverkehrsgesellschaften erstatten diese Nebenkosten allerdings nicht von sich aus, sondern nur auf Antrag. Da diese Kosten aber, je nach Buchungsklasse, oft mehr als die Hälfte des Reisepreises ausmachen, lohnt sich ein Antrag auf jeden Fall. [Quelle: Newsletter 09/2010 von The American Dream]

In den USA beim immigration officer werden die Formulare entgegengenommen und überprüft. Es werden Fingerabdrücke genommen sowie ein Gesichtsfoto gemacht. Darüberhinaus werden Fragen nach dem Zweck der Reise sowie der beabsichtigten Reisedauer gestellt. Üblicherweise wird auch verlangt, das Rückflugticket vorzuzeigen. Darüberhinaus sind auch weitergehende Fragen durchaus nicht unüblich. Ich habe erlebt:

  • How do you want to pay for your stay? [Hier wirkt die Kreditkarte Wunder!]
  • May I see your wallet? [Man wird es kaum glauben, aber der Beamte hat mein Portemonnaie genauestens inspiziert!]
  • Do you want to work here? [Auf keinen Fall bejahen: dies würde zur sofortigen Verweigerung der Einreise führen!]
  • Have you got a US driver’s license? [Kann ich mir nur so erklären, dass dies den Verdacht, man wolle in den USA arbeiten, erhärtet.]
  • Have you been here before? [Angaben sollten natürlich mit den Eintragungen im Pass übereinstimmen.]

Und bitte immer beachten: die immigration officers sind üblicherweise (sehr) freundlich, aber „wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“, d.h. sie können auch ungemütlich werden. Und letztlich ist es der jeweilige immigration officer, der – ohne Angabe von Gründen – die Einreise verweigern kann! Sollte dies geschehen, so kann man noch Einspruch bei seinem direkten Vorgesetzten einlegen. Sollte aber auch der „nein“ sagen, so sitzt man im nächsten Flieger in Richtung Heimat!

Nach der Passkontrolle geht es dann zum baggage claim. Man muss sein Gepäck – auch wenn man innerhalb der USA weiterfliegt – am ersten Flughafen durch den Zoll bringen. Und erst nach der Zollkontrolle kann man es für den Weiterflug aufgeben.

Fingerabdrücke werden mittlerweile nicht nur bei der Ein-, sondern auch bei der Ausreise genommen. Die Welt berichtet dazu in der Online-Ausgabe vom 22. Mai 2009:

Sicherheit in USA
Fingerabdrücke nun auch bei der Ausreise
Von Christian Röwekamp
Erst kamen die Fingerabdrücke und das Foto am Einwanderungsschalter, Anfang 2009 folgte die Online-Anmeldung ESTA. USA-Reisende mussten sich in den vergangenen Jahren bereits an einige Änderungen bei der Grenzkontrolle gewöhnen. Und für Vielflieger ist für die Zukunft noch was Neues geplant.

[zum vollständigen Artikel geht es hier: WELT ONLINE]

Autofahren in den USA: Insgesamt geht es auf den Straßen wesentlich ruhiger zu als in Deutschland. Hupe und Lichthupe sind so gut wie unbekannt. Man fährt hier vergleichsweise rücksichtsvoll und gemächlich. Meine Erfahrung: auch wenn jemand „daherzockelt“, wird nicht gedrängelt. Und innerorts wird auch nicht bzw. nur sehr selten rechts überholt, selbst wenn es leicht möglich wäre. Man wartet einfach ab, bis der andere abbiegt oder, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr vor einem ist. Gewöhnungsbedürftig für mich waren/sind die Ampeln, da sie jenseits der Kreuzungen stehen, man also deutlich vor der Ampel halten muss und es längst nicht immer eine deutlich sichtbare Haltelinie gibt. Ebenso gewöhnungsbedürftig war/ist die Tatsache, dass vorfahrtberechtigte Straßen nicht eigens als solche gekennzeichnet sind. Innerorts bedeutet die Tatsache, dass man kein Stoppschild oder kein „Yield“ auf seiner Straße hat, automatisch, dass man vor von rechts kommenden Fahrzeugen Vorfahrt hat. Es gibt keinerlei Zeichen, dass man sich auf einer Vorfahrtstraße befindet. Ich tendiere dann immer noch dazu, anzuhalten, um den von rechts kommenden Verkehr durchzulassen, obwohl dieser ein Stoppschild bzw. „Yield“ hat.

Was ich als besonders wohltuend empfunden habe: es gibt keinen Schilderwald wie vielerorts in Deutschland.

Grundsätzlich gibt es absolut keine „rechts-vor-links“ Regelung. Sofern nicht durch Verkehrszeichen geregelt, darf an Kreuzungen/Einmündungen immer derjenige zuerst fahren, der zuerst angekommen ist. Dies gilt auch, wenn sich an einer Kreuzung ein Rechts- und ein Linksabbieger gegenüberstehen. Auf Parkplätzen allerdings hat, falls nicht anders geregelt, der durchgehende Verkehr Vorfahrt.

Rücksichtnahme auf Fußgänger auf Parkplätzen von Einkaufszentren usw. wird übrigens ganz groß geschrieben: (fast) gleichgültig, wie „verquer“ die Fußgänger auch gehen mögen, man fährt langsam oder hält an, bis sie vorbei bzw. aus dem Weg sind.

Auch gewöhnungsbedürftig ist der „4-way stop“ (auch „all-way“ oder manchmal auch nur „3-way„): hier hält jeder und man fährt – im übrigen ohne sich darüber verständigen zu müssen – in der Reihenfolge weiter, in der man angekommen ist. Blickkontakt ist empfehlenswert.
Beim Einbiegen auf 4-spurige Highways kann man durchaus auch in die linke Spur eines mehrspurigen Highways sogar dann gehen, wenn jemand in der rechten Spur kommt. Man braucht nicht, wie in Deutschland, in die rechte zu ziehen. Ebenso kann, insbesondere beim Einbiegen nach rechts, man die Standspur (shoulder) benutzen, bis man auf Tempo ist. Was wir „Standspur“ nennen, ist in den USA ohnehin mehr eine Fahrspur, z.B. auch für langsamere Fahrzeuge, um schnelleren das Vorbeifahren zu erleichtern. Vom Überholer wird dieses mit mehrmaligem Antippen der Bremsen, so dass die Bremslichter aufleuchten, als Dank quittiert.
Keep your lane“ ist mehr üblich als immer wieder, z.B. nach Überholvorgängen, in die rechte Spur zu ziehen. Rechts überholen bzw. genauer gesagt, vorbeifahren, ist erlaubt und wird häufig praktiziert: also Vorsicht und den rechten Außenspiegel benutzen, bevor man in die rechte Spur wechselt.
Rechtsabbiegen an roten Ampeln ist grundsätzlich erlaubt [außer in New York City und wenn es expressis verbis verboten ist, z.B. durchgestrichener Rechtsabbiegerpfeil bzw. „no turn on red„].

Gelbe Schilder mit schwarzer Aufschrift sind Empfehlungen, z.B. empfohlene Höchstgeschwindigkeit in Kurven, und Warnschilder, z.B. kommende Geschwindigkeitsbegrenzung.

Schulbusse (mit eingeschalteter Warnblinkanlage bzw. ausgeklapptem Stop-Schild), d.h. die Kinder ein- bzw. aussteigen lassen, dürfen absolut nicht passiert werden – auch nicht in der Gegenrichtung. Dies gilt auch außerorts und sogar auf vierspurigen Highways – hier brauchen dann allerdings Verkehrsteilnehmer in Gegenrichtung nicht anzuhalten.
Innerorts ist auf Geschwindigkeitsbeschränkungen im Schulbereich – signalisiert durch gelbes Blinklicht – zu achten.

Turning lanes“ in der Mitte der Straße für Linksabbieger sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber auch ungemein praktisch, auch zum Einfädeln in den fließenden Verkehr, wenn man z.B. von einem Parkplatz kommt.

Die Höchstgeschwindigkeit variiert je nach Bundesstaat [und innerhalb der Bundesstaaten je nach County] sehr stark und ist – natürlich – ausgeschildert: auf Interstate Highways 55–80 m.p.h. (Meilen pro Stunde oder 89–121 km/h) bzw. außerhalb von Städten auf freien Strecken 65 m.p.h. (105 km/h); auf US- und State Highways 55 m.p.h., in Ortschaften 25–30 m.p.h. (40–48 km/h). Ausnahmen, die dringend zu beachten sind, sind die sog. „Speed Zonesin der Nähe von Schulen, entweder durch ein Blinklicht oder nur durch Schilder mit den Uhrzeiten bekannt gemacht.

Siehe hierzu auch „Speedlimits in the United States“ in WikiPedia [http://en.wikipedia.org/wiki/Speed_limits_in_the_United_States] und Insurance Institute [http://www.iihs.org/laws/speedlimits.aspx].

Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten wirklich eingehalten werden. Kontrollen per Radar oder Laser kommen vor; aber auch per „Augenmaß“ – und „der Sheriff hat immer Recht“: auf Diskussionen sollte man sich nicht einlassen. Wie sagte noch Graham Greene, in der Rolle des Polizisten in „Halbblut“ auf die Frage, ob er ein Radarprotokoll für die Geschwindigkeitsüberschreitung vorlegen könne, „Ich brauche kein Radar, ich rieche das.“
Wenn Polizei oder Ambulanz rechts an der Straße (mit Blinklicht) im Einsatz steht, fährt man entweder mit deutlich reduzierten Tempo [maximal Hälfte der erlaubten Höchstgeschwindigleit] auf der rechten Spur vorbei oder man wechselt in die linke. Dort darf man dann schneller fahren.
Die Polizei kommt hier immer von hinten, d.h. sie überholt nicht, um einen dann herauszuwinken, sondern sie fährt mit blinkenden Lichtern und Sirene hinter einem her. Und man hält dann auf bzw. neben dem Seitenstreifen an, stellt den Motor ab, öffnet das Wagenfenster und wartet mit den Händen deutlich sichtbar auf dem Lenkrad. Meine persönlichen Erfahrungen mit der Polizei hier finden sich unter „Anekdoten“ und sind durchaus nicht so schlimm. Dass es aber auch ganz anders ausgehen kann, wenn man sich falsch verhält, zeigt dieser Bericht von H. Hostnig.

Ambulanzen im Einsatz [mit Blaulicht und/oder Sirene] haben absoluten Vorrang: d.h., man fährt nach rechts auf den Standstreifen und hält an, um sie vorbei zu lassen. Und das gilt auf zweispurigen Straßen auch dann, wenn sie entgegen kommen!

Außerhalb von Ortschaften muss man zum Anhalten ganz vor der Straße herunter, d.h. auch vom Standstreifen (shoulder).
Der Standstreifen wird eben, s.o., häufig benutzt, um z.B, schnellerer Fahrzeuge passieren zu lassen und/oder sich ein- bzw. auszufädeln.
Car Pool Lanes„, auch als „HOV Lanes“ [„HOV“ steht für „high occupancy vehicle„] sind Fahrspuren, die nur von Bussen, Taxis und Autos mit mindestens zwei oder drei Insassen benutzt werden dürfen. Solche Fahrspuren sind ausgeschildert und mit Rauten markiert.

Aber wenn doch nur die Straßen etwas besser wären: es kommt nicht selten vor. dass sogar auf den großen Highways, wo immerhin 70 mph zulässig sind, Schlaglöcher zu finden sind, die vom Fahrwerk die Nehmerqualitäten eines Geländewagens erwarten.

Leichenzüge haben absoluten Vorrang, und zwar nicht nur inner- sondern auch außerorts! Sie werden auf dem Weg von der Kirche oder dem Bestattungsinstitut zum Friedhof von einer Polizeieskorte mit Blaulicht begleitet, und zwar in aller Regel von einem Streifenwagen oder Motorradpolizisten an der Spitze des Leichenzuges und einem am Ende. Alle Autos im Leichenzug fahren in Kolonne mit eingeschalteter Warnblinkanlage. An Kreuzungen, selbst wenn es dort Ampeln gibt, hält die Polizeieskorte den kreuzenden Verkehr an, so dass der Leichenzug unbehindert passieren kann, gleichgültig, wie lang er ist. Das kann durchaus zu längeren Wartezeiten führen. Ein solcher Leichenzug darf übrigens auch keinesfalls überholt werden. Und kommt einem ein Leichenzug entgegen, so fährt man rechts ran und hält und wartet, bis der gesamte Leichenzug passiert hat. Das gilt sogar außerorts auf vierspurigen Highways, jedenfalls, wenn sie nur eine Farbmarkierung, aber keinen Grünstreifen [Median], in der Mitte haben. Es ist dabei auch durchaus nicht unüblich, dass man aussteigt, den Hut abnimmt und so dem Toten die letzte Ehre erweist.

Tanken ist im Allgemeinen ohne Probleme mit Kreditkarte direkt an der Zapfsäule möglich. Gelegentlich – vor allem bei den wirklich billigen Tankstellen – muss man Kreditkarte oder Geld vor dem Tanken hinterlegen. Es lohnt sich auch, insbesondere bei den rasanten Preisanstieg in der letzten Zeit, zu vergleichen, da es schon an ein und derselben Kreuzung zu Preisunterschieden von bis zu 10 ct. kommen kann. Mittlerweile haben (fast) alle Tankstellen, um Kreditkartenbetrug vorzubeugen, die Verpflichtung, beim Bezahlen mit Kreditkarte direkt an der Zapfsäule die Verpflichtung, die Postleitzahl [ZIP-Code] des Kreditkarteninhabers einzugeben. Daher ist es mit deutschen Kreditkarten leider nicht mehr möglich, direkt an der Zapfsäule zu zahlen, sondern man muss den Kassierer bitten, die Zapfsäule zu aktivieren/freizugeben, gegen Hinterlegung der Kreditkarte. Und nach dem Tanken muss man dann eben wieder zum Kassierer, um den Vorgang abzuschließen und die Kreditkarte wieder zurückzubekommen: leider etwas umständlicher als zuvor.

Tips am Rande:

  • Es ist absolut nicht üblich, dass an der Tankstelle direkt an der Zapfsäule auch Wasser und Luft nachgefüllt werden können. Meistens ist an der Zapfsäule bestenfalls die Gelegenheit, die Scheiben zu säubern. Wasser und Luft finden sich – und auch das nicht immer – an separaten Stellen.
  • Es kommt durchaus häufig vor, dass Wasser und Luft nicht kostenlos erhältlich sind. Manchmal muss man sich nach dem Tanken dazu am der Kasse melden, um sie kostenlos zu erhalten, manchmal muss man selbst dann bezahlen.
  • Die Luftschläuche haben nur in den seltensten Fällen ein Manometer, um schon beim Befüllen des Reifens den Druck zu messen. Man braucht ein eigenes. Dieses Verfahren ist sehr umständlich, da die gängigen Manometer [bei Mietwagen darauf achten, dass eins im Handschuhfach ist] keine laufende, sondern nur eine punktuelle Messung zulassen.

Telefon: ein deutsches Tri-Band Handy [oder Quad-Band] funktioniert hier in weiten Bereichen – das Netz ist mittlerweile gut ausgebaut. Es ist aber – der Roaming Gebühren wegen – teuer. Man kann hier auch „calling cards“ mit vorbezahltem Guthaben erwerben [m.E. empfehlenswert: Pennytalk]. Beachten sollte man bei einem „deutschen“ Handy: „absolute“ Rufumleitung schon in Deutschland schalten – falls man nicht hier jederzeit erreichbar sein muss – und nur ab und zu den Anrufbeantworter des Handys abhören. Das spart Kosten, da sonst schon nur die „Suche“ z.B. bei einem Anruf aus Deutschland Geld kosten kann, selbst wenn gar keine Verbindung zustande kommt.

Weitere Informationen zum Telefonieren im Ausland finden sich hier: Teltarif

Internet-Zugang: die größeren Motels bieten mittlerweile (fast) alle einen kostenlosen Highspeed Zugang an und/oder haben Computer mit Internet-Zugang für die Gäste bereit stehen. Ansonsten kann man sich in Deutschland schon einen internationalen Zugang über T-Online besorgen. Das ist ein „call-by-call“ Zugang und geht über Modem. Somit ist der Zugang zwar langsam, klappt aber so gut wie überall, wo man an ein Telefon kommt. Wichtig dabei ist: die entsprechenden Adapterkabel [Telefon zu Modem bzw. Ethernet] mitbringen, da sie nicht überall verfügbar sind. Gelegentlich steht auch WLAN, vor allem in Internet Cafes, Flughäfen etc. zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang: auch die passenden Adapter auf die US-Stecker nicht vergessen und überprüfen, ob die Geräte die anderen Spannung [normalerweise 110 Volt und 60 Hertz] verkraften.

Unterkunft: ich halte – aber das ist nun einmal meine ganz persönliche Meinung – viel davon, auf Reisen durch die USA in Motels unterzukommen. Sie sind deutlich billiger als Hotels und bieten gute Übernachtungsmöglichkeiten und – wenn man die richtigen wählt – auch ein mehr als passables Frühstück, so z.B. in den Best Western Motels. Andere Ketten dagegen bieten oft nur ein „continental breakfast“ [was meistens aus Kaffee und doughnuts besteht] oder gerade mal einen „complimentary coffee“. Es lohnt sich auch, die Motels schon im Internet vorzubestellen, des Rabatts wegen. Das kann durchaus erst am Tag vorher, vom vorhergehenden Motel aus, geschehen. Somit ist eine sehr flexible Planung durchaus möglich. Ich persönlich würde diese Variante – Unterkunft in Motels – einem Wohnmobil vorziehen, da sie nicht wesentlich teurer ist, man aber den eigenen PKW hat, um vom Motel z.B. in die Stadt fahren und auch Parkhäuser benutzen zu können – was mit einem Wohnmobil nicht möglich wäre.

Restaurants: Fast überall [außer in Fast Food Restaurants] steht am Eingang das Schild „Wait here to be seated„; man sucht sich also nicht selbst einen freien Tisch. Auch wenn dies manchmal zu längeren Schlangen führt [es ist absolut nicht „drin“, dass man zu anderen Gästen gesetzt wird], es ist eben so. Und die Länge der – geschätzen, natürlich – Wartezeit wird einem auf Anfrage gerne mitgeteilt. Meine Erfahrung ist, dass diese Schätzung relativ genau ist – eher zu hoch. Sofern man sich selber den Tisch aussuchen darf, ist allerdings strikt zu beachten, dass man sich nur einen freien Tisch aussucht und sich auf gar keinen Fall zu anderen Leuten an deren Tisch setzt, auch wenn da noch so viele Plätze frei sein sollten. Bezahlt wird in aller Regel an der Kasse. Es kann aber auch durchaus vorkommen, dass der Kellner bzw. die Kellnerin kassiert – was ohnehin im Normalfall per Kreditkarte geschieht. Und nicht vergessen: 15% mindestens, besser 20%,  sind als Trinkgeld üblich, da das Grundgehalt der Bedienung nur sehr gering ausfällt [manchmal noch unter dem gesetzlichen Mindestlohn von $6,50/Std.] und daher das Trinkgeld einen erheblichen Teil des Verdiensts ausmacht, außer, natürlich, in Selbstbedienungsrestaurants. Ein – gegebenenfalls auch deutlicher – Abzug bei schlechtem Service ist allerdings durchaus nicht unüblich. Das Trinkgeld kann man, wenn man mit Kreditkarte bezahlt, auch in bar auf dem Tisch hinterlassen.

Übrigens: nicht wundern, wenn man das Bier – auch in guten Restaurants – in der Flasche und ohne Glas bekommt. Man bekommt allerdings auf Anfrage ohne Weiteres ein Glas, und zwar ein gekühltes. Und auch das Fernsehgerät – manchmal auch mehr als nur eines – kann im Hintergrund durchaus mitlaufen.

Preise: es ist immer zu bedenken, dass die Preise ohne Steuer ausgeschildert sind. Diese – meistens allerdings ausgesprochen wenig nach unseren Maßstäben – wird an der Kasse addiert.

Eine gute Hilfe für alle Fragen zu Reisen, Pass- und Visabestimmungen, aber auch weitergehend zu Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen, d.h. zur Green Card, bietet: The American Dream

Und noch ein paar Hinweise zum allgemeinen Verhalten:

  • am Strand niemals „oben ohne“; und für die „Herren der Schöpfung“ sind Badeshorts üblich und keine enganliegenden bzw. knappen Badehosen; und man zieht sich auch nicht am Strand um
  • und auch Kleinkinder laufen hier nicht nackt herum
  • Vorsicht auch bei Aufnahmen von nicht vollständig bekleideten Kindern, auch vom eigenen Nachwuchs: man kommt zu leicht in den Verdacht von Kinderpornografie
  • Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in den USA untersagt Schon das sichtbare Tragen alkoholischer Getränke ist unter Strafe verboten [daher werden sie auch immer in Tüten verpackt].
  • Alkoholische Getränke dürfen nur von Personen über 21 erworben werden. Im Zweifelsfall ist ein Ausweis vorzulegen.
  • Amerikaner essen üblicherweise nur mit einer Hand: zuerst wird mit Messer und Gabel das Essen zerkleinert, dann das Messer weggelegt und nur mit der Gabel weitergegessen; essen mit Messer und Gabel wird als „gierig“ angesehen
  • In vielen Restaurants ist es üblich, dass Sodas sowie der Kaffee nach dem Essen nachgeschenkt werden [„Refill„]. Dies ist im Preis inbegriffen, also nicht wundern. Und in diesem Zusammenhang auch nicht meckern, wenn der Becher zunächst mehr Eis als Getränk enthält – es gibt ja kostenlosen „Nachschub“.

Tipps für Nationalparkbesucher: Informationen über den „America the Beautiful Pass“ [sehr empfehlenswert, wenn man vorhat, mehrere Parks zu besuchen] finden sich auf der Webseite von The American Dream.

Weitere interessante Informationen für ausländische Besucher der USA bietet der Artikel „Welcome to America, Please Be On Time: What Guide Books Tell Foreign Visitors to the U.S.“ im Magazin „The Atlantic„.

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4 Gedanken zu „Reisen in die/den USA

  1. Hallo Pit
    sehr gut und informativ ist Dein Artikel. Da ich nun schon 10 Jahre nicht mehr in den USA war, bin ich ein wenig befremdet, was die nun alles fordern. Aber wenn es so ist, dann muss man das eben in Kauf nehmen.
    Irgendwann werden wir auch wieder kommen, weil ich dieses Land und seine Menschen sehr liebe.
    Gruß
    Axel

    • Hallo Axel,
      danke für das Lob! 🙂 Ob alle die Informationen, die man nun vor der Einreise liefern muss, wirklich helfen? Ich wage es fast zu bezweifeln, dass man diese Datenmengen schnell genug verarbeiten kann. Aber was soll’s? Wenn’s denn der Bürokratie hilft. 😉 Von der Bürokratie kann ich ja ein Lied singen, mit meinen vielen Reisen und dann meiner Heirat mit anschließendem Antrag auf eine Green Card.
      Und wie schon vorher gesagt: solltest Du einmal wieder den Weg über den großen Teich finden, so bist Du hier jederzeit herzlich willkommen.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  2. apropo visa waiver:
    wer wie ich seinen reisepass erneuert hat und damit natuerlich auch die reisepassnummer, braucht einen neuen vw-antrag! doppelt gut kommt das, wenn man es am schalter am flughafen merkt (oder besser die person hinter dem schalter) und man für 60 !!! euro einen am flughafen ausfüllen lassen kann.

    • Hallo Brian,
      danke für diese Nachricht: wusste ich nicht.
      Wie wär’s, willst Du Dir nicht ein Besuchervisum besorgen? Kostet zwar etwas, aber dann entfällt der ganze Quatsch mit Visa Waiver. Hat mir mal ein USCIS-Mensch bei der Einreise geraten, als er sah, dass ich regelmäßig zwei Mal im Jahr eingereist bin.
      Apropos €60: für die Erneuerung meiner Green Card [die ich übrigens immer noch nicht habe] habe ich hier etwa $1800 gelöhnt!!! Und trotzdem ist USCIS pleite!
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, auch an Jen, und lass‘ Dich mal bald wieder sehen,
      Pit

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