Gartenverschönerung

Heute haben wir angefangen, rund ums Haus einen schmalen Streifen mit Geröll und Randsteinen anzulegen, und zwar bis etwas über die „dripline“ [wo der Regen vom Dach heruntertropft, denn Regenrinnen haben wir ja (noch) nicht] hinaus. Wir hatten es schon lange vor, denn bisher sah das Alles andere als schön aus, denn wachsen tut da außer Unkraut nicht viel, und selbst das nicht besonders gut. Und so haben wir letzte Woche Geröll und Randsteine ausgesucht. Die wurden dann gestern geliefert und heute habe ich mal probeweise angefangen, diesen Streifen anzulegen. Und das Ergebnis gefällt uns gut. Hier dann zwei Bilder vom „work in progress“:

Randsteifen

So soll es einmal rund ums Haus aussehen

Randstreifen

Work in Progress

Das Ganze war zwar keine besonders schwere Arbeit – wenn man die Schubkarre nicht zu voll packt – aber, in unserem schwülen Wetter bei über 30 Grad Celsius, doch ganz schön schweißtreibend. Und so konnte ich dann anschließend mein Hemd auswringen. Und auch meine Hose war ziemlich feucht bis nass. Mal sehen, ob sie bis morgen überhaupt trocken wird. Na ja, ich hätte sie ja draußen auf die Wäscheleine hängen können. Aber auch wenn es nicht zu anstrengend war: ich war trotzdem froh, als ich aufhören konnte [Ziel war die Hälfte des Rückseite des Hauses], denn ich hatte heute am Vormittag [bis kurz nach Mittag] schon eine Radtour von etwa 60 Kilometern hinter mir. Ja, auch für Radeln sind die Strecken hier texanisch.

Und jetzt bin ich dabei, die verlorene Flüssigkeit wieder aufzufüllen – jetzt gerade mit MGD [Miller Genuine Draft]. Das ist ein amerikanisches Bier, das mir gut schmeckt. Was Bier angeht, bin ich ja als „Urgermane“ ganz schön verwöhnt und daher wählerisch. Aber MGD [und Shiner Bock] schmeckt mir. Apropos Flüssigkeit auffüllen: beim Radeln und beim Arbeiten in der schwülen Hitze draußen verliere ich mehr Flüssigkeit als ich während der Tätigkeit aufnehmen kann. Und so habe ich wirklich einen Nachholbedarf, wenn ich wieder drinnen bin. Da ich eine Menge Mineralien ausschwitze, trinke ich meistens Apfleschorle, wenn ich wieder hier bin. Die schmeckt gut, löscht prima den Durst und hat die nötigen Mineralien. Und dann gibt’s zusätzlich auch ganz normales Mineralwasser. Hier im südlichen Texas lernt man schnell, dass Trinken im Sommer das A und O ist, und dass man sehr schnell dehydriert.

Spritpreise

Gestern waren wir in San Antonio, zum Ride of Silence. Das ist ein gewissermaßen „Schweigemarsch auf dem Rad“ – d.h. ein Radkorso, bei dem nicht geredet wird –  zum Gedenken an alle Radfahrer, die im Verkehr umgekommen sind. Dieser Ride of Silence wird übrigens weltweit abgehalten, immer am 19. Mai eines jeden Jahres. Aber das nur nebenbei. Mehr dazu in meinem Fahrradblog.

Eigentlich wollte ich ja etwas zu Spritpreisen bloggen. Auch hier gehen die Preise für Benzin langsam aber sicher nach oben. Im Schnitt liegen sie hier in der Gegend mittlerweile etwa bei $2,80 pro Gallone. Das entspricht beim derzeit gültigen Umrechnungskurs [und der wiederum entspricht, nach dem jüngsten Absturz des Euro, so ungefähr der realen Kaufkraft der beiden Währungen] etwa € 0,60 pro Liter. Davon kann man in Deutschland ja wohl nur träumen, aber hierzulande gilt das als hoch. Und da die Spritpreise je nach Tankstelle sehr unterschiedlich sind – z.T. liegen die Unterschiede an ein und derselben Straßenkreuzung bei 5 Cent und innerhalb von ein bis zwei Meilen können es durchaus 10 Cent sein [man fragt sich, wie dann manche Tankstellen überhaupt noch Kunden haben, wenn es gleich gegenüber das Benzin wesentlich billiger gibt] – sind wir jedenfalls immer auf der Ausschau nach billigen Tankstellen, die ungefähr am Weg liegen. Also auch gestern. Und da ist die „Southside“ von San Antonio immer ein guter Tip. Und da haben wir dann eine Tankstelle gefunden, wo es das Benzin noch zu $2,59 gab. Wahrlich bemerkens- und tankenswert! Man musste allerdings, weil sie keine Kreditkarten akzeptierten, im Voraus bezahlen oder an der Kasse hinterlegen, aber das war ja nun kein Problem. Es gibt übrigens auch Tankstellen, wo man die Kreditkarte an der Kasse hinterlegen muss. Meistens sind das [und die, die nur gegen Bargeld verkaufen] die kleineren und billigeren. Die sparen dann die Gebühren für Kreditkarten bzw. die Umrüstung auf moderne Zapfsäulen [die Kreditkartenleser integriert haben].  Diese Tankstellen werden meiner Erfahrung nach übrigens fast immer von Indern oder Pakistanis betrieben. Erstaunlich übrigens, dass sie fast immer billiger sind, als sogar bei den großen Supermarktketten wie H.E.B. oder Wal-Mart, die doch eigentlich ihren Preis wohl subventionieren. Und noch eine Bemerkung zum Preis: auf der Rückfahrt nach Karnes City haben wir dann hier in der Nähe den Höchstpreis bisher gesehen: 2,83! Und da waren wir natürlich heilfroh, dass wir schon in San Antonio getankt hatten.

Frühling in Texas – die Zweite

Nachdem es in einem früheren Posting nicht zu meiner Zufriedenheit geklappt hat, Fotos zu integrieren, hoffe ich, jetzt einen Weg gefunden zu haben. Hier sind dann zwei Collagen mit den Fotos, die ich (schon im März) gemacht habe.

Frühling in Texas (I)

Frühling in Texas (II)

Grillsaison eröffnet

Eigentlich hätten wir, was das Wetter angeht, ja schon viel früher den Grill anwerfen können, aber heute haben wir es dann endlich getan. Es ist zwar nur ein Gas- und kein Holzkohlengrill, und das Fleisch bekommt daher kein Holzaroma [hier grillt man üblicherweise mit Mesquiteholz und das gibt ein vorzügliches Aroma], und ich habe das Fleisch auch weder mariniert noch gewürzt, aber es war trotzdem ausgezeichnet. Und dazu kommt, dass die Steaks hier in Texas ja auch richtig texanische Ausmaße haben! Und so gab es dann ein T-Bone und ein Sirloin Steak. Letzteres war dann wirklich texanisch in den Ausmaßen: mehr als doppelt handgroß. Allerdings ist das Fleisch hier normalerweise etwas weniger abgehangen als in Deutschland und wird daher leichter etwas zäh. Aber das kann man ja aufpassen und es nicht „zu Tode“ grillen. Und es läuft auch mehr ein beim Grillen. Aber all das tut dem Appetit keinen Abbruch.

Demnächst werde ich dann mal probieren – wie es geraten wird – eine kleine Aluschale mit vorher gewässerten Mesquiteholzspänen mit auf den Grill zu geben. Das sollte dann das Aroma auf’s Fleisch übertragen.

Steaks "Texan Size"

Rasen ausgebessert

Nachdem der Rasen in den Frühjahrsmonaten – nach all dem Regen – deutlich gewachsen war und die Aufgabe, ihn komplett zu erneuern, wie ich zunächst befürchtet hatte, sich Gott sei Dank als unnötig erwiesen hat, habe ich dann heute die Stellen ausgebessert, die immer noch ziemlich kahl waren und die auch wohl nicht so schnell – wenn denn überhaupt – zuwachsen würden. Zuwachsen tut das Bermuda-Gras, das wir hier haben, übrigens durch sog. „runners“ [muss mal wieder nachschlagen, wio der botanische Begriff dafür in Deutsch ist]. Das sind jedenfalls lange oberirdische Ausläufer, die dann irgendwo wieder wurzeln. Bermuda-Gras ist „invasive„, d.h. es breitet sich überall hin aus. Und es ist auch sehr trockenheitsresistent [es fällt dann in eine Art „Sommerschlaf“] und sonnenfest [es kann die volle Sonne aushalten und braucht keinen Schatten] und daher für das südliche Texas prima geeignet. Und außerdem ist es auch noch ziemlich strapazierfähig. Seltsam übrigens: man kann mit dem Auto drüberfahren und es tut ihm kaum etwas, aber wo die Hunde ums Haus laufen, gibt’s einen richtigen Trampelpfad.

Die Gelegenheit zum Ausbessern war heute sehr günstig, da nach dem Regen der vergangenen Nacht der Boden schön aufgeweicht war und ich so mit der Harke auflockern konnte, damit der Samen nicht nur auf der Erde liegt. Aber einharken konnte ich ihn nicht. Dafür war der Boden noch zu feucht und die Erde klebte zu sehr an der Harke.

Das mit dem Boden hier ist so eine Sache. Wir haben einen ziemlich schweren lehmigen Boden. Wenn er so richtig trocken ist – und das geht bei der Hitze hier ja ziemlich schnell – hat er betonähnliche Qualitäten und man braucht schon eine Spitzhacke, um hineinzukommen. Aber wenn er so richtig schön feucht ist, klebt er dermaßen, dass man kaum umgraben kann. Man muss daher genau denr ichtigen Zeitpunkt abpassen. Ich hätte wohl auch besser noch ein wenig gewartet, aber ich wollte einfach anfangen, weil ich nicht genau weiß, ob ich morgen dazu komme. Und falls es nicht mehr regnen sollte, wäre der Boden übermorgen schon zu trocken gewesen.

Regen …

… hatten wir endlich mal wieder. 26 Tage hatte es jetzt nicht mehr geregnet und Alles wurde doch schon ein wenig trocken, aber gestern tagsüber und auch in der vergangenen Nacht gab’s dann Gott sei Dank das langersehnte Nass. Es fing an mit leichten Schauern, aber in den frühen Morgenstunden hatten wir ein Gewitter und es hat richtiggehend geschüttet, in etwas mehr als einer Stunde 2,2 Zoll pro Quadratfuß. Was das in Litern pro Quadratmeter ist, muss ich erst noch herausfinden. Aber was auch immer, es war ganz prima. Und wie sehr es nötig war, sieht man daran, dass die Pfützen im Garten und in der Zufahrt zum Haus gar nicht lange bleiben – im Gegensatz zu sonst. Der trockene Boden ist wie ein Schwamm und saugt das Wasser auf. Hat der Natur mächtig gut getan, dieser Regen. Und das Gute ist, es soll noch mehr geben. Falls die Wetterfrösche Recht behalten, sollen wir noch die gesamte nächste Woche Chancen auf Regen haben. Kann uns nur Recht sein. Der Mai ist normalerweise hier der regenreichste Monat, und da muss er noch dran arbeiten, ehe es danach dann sommerlich trocken wird.

Eigenes Gemüse …

… schmeckt doch wirklich noch am besten. Gestern gab’s selbst gepflanzte (und -geerntete) Kartoffeln: absolut ein Genuss, so cremig-sahnig. Und das ganz ohne alles, einfach gekocht. Und vorgestern hatten wir eigene Prinzessböhnchen, auch die ein Genuss. Die eigenen Radieschen – ganz schön scharf übrigens – sind schon auf. Und die eigenen Tomaten und Paprika sind noch nicht reif. Da warten wir noch drauf – voller Vorfreude.

Ich fühle mich fast wie …

Paul Newman als „Cool Hand Luke“ im gleichnamigen Film, wenn ich hier in der Hitze [z.Zt. 86 Grad Fahrenheit = 30 Grad Celsius, aber wegen der hohen Luftfeuchtigkeit gefühlt als 92 F. = 33 C.]  die Sense schwinge, um das Unkraut auf mechanische – und einmal nicht chemische – Weise zu beseitigen. Und das ist eine ganz schön schweißtreibende Arbeit. Nach dem regenreichen Frühjahr wuchert hier alles. Disteln und Sonnenblumen sind z.T. mannshoch. Und wenn sie auch auf dem größten Teil des Grundstücks bleiben können/sollen, so gibt es doch ein paar Ecken, wo wir sie nicht haben wollen, insbesondere zu dicht an den Futterkästen/-plätzen für die Vögel. Da wären dann zu leicht Plätze, an denen sich Schlangen verstecken könnten. Also weg damit.

Bürokratie & Formulare

Heute habe ich dann mal meine social security card/number beantragt. Wurde langsam Zeit, denn überall wird man danach gefragt. Sie ist ja so etwas wie ein Personalausweis- bzw. Meldebescheinigungsersatz. Nicht dass man die Karte selber unbedingt vorzeigen müsste. Dafür dient der Führerschein, weil er ja ein Foto enthält und somit ein amtlicher Lichtbildausweis ist. Aber ansonsten gibt man eben seine social security number an.

Der Formularkram war wesentlich einfacher als ich gedacht hatte, und auch das Verfahren auf dem Amt – wir mussten allerdings nach Seguin [immerhin 50 Meilen entfernt] fahren- ging erheblich schneller als erwartet.  In etwa 5 Minuten war alles erledigt. Und alle meine Fotokopien, die ich wie im Internet als notwendig angegeben, gemacht hatte, waren für die Katz‘. Die Dame auf dem Amt wollte nur meine green card sehen [und kopieren] sowie meine Geburtsurkunde. Na ja, da hat sich mein Kopieren doch gelohnt, denn ich konnte ihr die Kopie der Geburtsurkunde einscließlich einer Übersetzung in die Hand drücken. Vielleicht ging alles schneller, weil sie da einen Ausfall des gesamten Computersystems hatten. Deswegen konnten sie nämlich nichts bearbeiten, sondern haben eben nur das Antragsformular entgegengenommen und die Kopien gemacht. Und dann wollten sie, sobald die Computer wieder liefen, alles eingeben und man sagte, ich würde die Karte in ca. 14 Tagen mit der Post zugeschickt bekommen. Wenn dem wirklich so ist, wäre das für amerikanische Behörden allerdings eine Rekordzeit. Warten wir mal ab. Und wenn ich sie dann habe, will der Steuerberater hier sie wissen. Mal sehen, ob ich hier Steuern zahlen muss. Angeben muss Mary mich jedenfalls.

Und dann kommt noch der Führerschein. Einfach meinen deutschen umschreiben tun sie hier nicht. Ich muss die theoretische und praktische Prüfung sowie den Sehtest machen. Sollte aber eigentlich kein Problem sein. Ein Buch zum Lernen bekommt man hier bei der Anmeldung kostenlos – d.h. es ist im Preis für die Prüfung [$24] drin. Eine Fahrschule muss man nicht besuchen. Und die Prüfung nimmt dann ein Polizist [von der highway patrol oder ein state trooper ab] -und zwar in unserem Wagen! Da wird Mary mich dann am besten zur Prüfung kutschieren, denn wir sind uns nicht ganz sicher, ob ich nicht schon zu lange im Lande bin, um überhaupt noch mit meinem deutschen Führerschein herumfahren zu dürfen. Hoffen wir mal, dass alles gut geht und ich die Prüfung im ersten Anlauf schaffe. Man darf sie übrigens drei Mal wiederholen, wenn man durchfallen sollte. Danach muss man wieder einen neuen Anbtrag stellen und erneut die Gebühr löhnen.