Unfall vor unserer Einfahrt

Letzte Woche, als ich noch in Deutschland war, gab’s direkt hier vor unserer Einfahrt einen schweren Verkehrsunfall, mit einer Schwerverletzten und einer Toten. Ein Wagen wollte, von San Antonio kommend, nach links auf das Nachbargrundstück einbiegen und musste des Gegenverkehrs wegen anhalten. Da wir hier nur einen zweispurigen Highway haben, war das natürlich auf der Fahrspur. Der hinter ihm kommende Wagen – ein schwerer Pick-Up Truck – muss das absolut übersehen haben und ist dem haltenden Wagen voll – wie es scheint, ohne jeglichen Bremsversoch oder ein Ausweichmanöver – hinten draufgeknallt. Durch den Aufprall wurde der haltende Wagen dann in den Gegenverkehr, der hier normalerweise schon mit den erlaubten 70 Meilen pro Stunde fährt, geschleudert, und da ist er dann eben frontal erwischt worden. Die Fahrerin dieses Wagens aus dem Gegenverkehr war auf der Stelle tot, und die Fahrerin des abbiegenden Wagens – sie war übrigens aus dem Wagen geschleudert worden – ist schwerverletzt mit dem Rettungshubschrauber in die Linik nach San Antonio gebracht worden. Nur dem Verursacher ist nichts passiert! Unseren Briefkasten hat es auch etwas erwischt:

mailbox

Der ramponierte Briefkasten mit einem Blumenstrauß zum Gedenken an die Tote

Ich habe übrigens schon lange ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn ich da mitten auf der Straße halten muss – und das kommt bei der jetzigen Verkehrsdichte schon mal häufiger vor – und von hinten jemand heranrauscht und ich nicht weiß, ob der Fahrer mich wahrgenommen hat und auf den Randstreifen ausweicht. Manchmal habe ich schon weit vorher dafür gesorgt, dass die hinter mir Fahrenden mich überholen, indem ich ziemlich langsam auf dem Randstreifen gefahren bin, bis mich alle hinter mir überholt hatten und ich unbesorgt abbiegen konnte. Aber immer ist das ja nicht möglich. Und so überlegen wir jetzt, ob es nicht manchmal angeraten ist, die knapp 2 Meilen bis zum Ortseingang weiterzufahren, da an der Kreuzung [mit einer Linksabbiegerspur] zu drehen, und dann eben hier nach rechts auf unser Grundstück einzubiegen – und das dann auch vom Seitenstreifen aus.

To read this posting in English, click here.

Mit dem Bus nach Houston?!

Texas hat mich wieder! Am Freitagnachmittag bin ich dann, nach einem Flug von ca. 10 1/2 Stunden, heil wieder in Houston gelandet.

Zur Reise:

Es hieß ziemlich früh aufstehen, da ich schon für 06:11 Uhr den ICE von Siegburg nach Frankfurt gebucht hatte. Ich will ja immer genügend Reserve haben, damit ich, sollte mal etwas schief gehen, den Flieger nicht verpasse. Und so hatte ich mich dann eben, obwohl der Zug um 07:11 Uhr dicke gereicht hätte, für den früheren entschieden. Gott sei Dank brauchte ich aber dann doch nicht ganz so früh aufzustehen, da Gabi Koch sich dankenswerterweise geopfert hat und sich nicht davon abhalten ließ, mich zum Bahnhof nach Siegburg zu kutschieren. So brauchten wir erst gegen 05:30 abzufahren. Ansonsten – so hatte ich es ursprünglich geplant – hätte ich den ersten Bus [Linie 604] von Hersel um 04:49 Uhr genommen bzw. nehmen müssen, um dann um 05:20 Uhr mit der Straßenbahn [Linie 66] vom Stadthaus zum Bahnhof nach Siegburg zu fahren. Und da hätte ich dann schon kurz nach 03:30 Uhr aufstehen müssen. So, wegen Gabis freundlichem Angebot, war das dann erst eine Stunde später nötig. Immer noch eine unchristliche Zeit, aber was soll’s: da muss man einfach durch.

Also dann: um 04:30 Uhr aufgestanden, rasiert, geduscht, angezogen, und dann runter in die Küche zu Frühstück [Kaffee und zwei süße Brötchen mit Rosinen, belegt mit Salami]. Danach dann schnell die Koffer heruntergetragen und verladen, und los ging’s. Um diese Uhrzeit herrschte noch nicht viel Verkehr, und wir waren in ca. 20 Minuten in Siegburg, sodass ich noch wirklich reichlich Zeit bis zur Abfahrt des Zuges hatte, zumal der auch noch etwa 5 Minuten Verspätung hatte. Zugig und kalt [0 Grad Celsius] war’s auf dem Bahnsteig, und daher bin ich dann noch für ein paar Minuten in die Bahnhofshalle gedackelt. Wesentlich wärmer war’s da zwar auch nicht, aber wenigstens nicht zugig.

Wie schon angekündigt, traf der ICE dann eben ein paar Minuten verspätet ein. Aber das war für mich ja kein Problem. Nach 50 Minuten Fahrzeit trafen wir dann im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens ein und ich bin – ohne zu hetzen – zum Check-in. Da war nicht viel los, und so war ich dann schon vor 07:30 Uhr mein Gepäck los und konnte in aller Ruhe noch einen Kaffee trinken. Danach ging’s dann – vor der Sicherheitskontrolle, denn da hätte ich die Spritze ja wohl nicht durchbekommen – auf die Toilette für meine vor jeder längeren Flugreise üblichen Heparin-Spritze. Auch beim Sicherheitscheck war so gut wie nichts los und ich kam durch ohne warten zu müssen. Und so war ich dann schon um kurz nach 8 Uhr – also weit mehr als zwei Stunden vor dem planmäßigen Abflug [10:25 Uhr] am Gate [Z 17].

Apropos Gate bzw. Frankfurter Flughafen: Da wird ja nun mittlerweile schon seit Jahren umgebaut, und jetzt will man dann das ehemalige Terminal „A“ in „Z“ umbenennen. Angeblich soll das dem Passagier die Suche erleichtern. Warum das so sein soll, ist mir allerdings schleierhaft. Viel wichtiger hätte ich es gefunden, dass man bei dem Umbau auch ausreichend viele und vor allem ausreichend große Toiletten vorgesehen hätte. Die sind – nicht nur im neuen Terminal Z sondern im gesamten Flughafen – viel zu wenig und zu klein. Hat vielleicht Methode, das Ganze, denn mit diesen Räumlichkeiten lässt sich ja – im Gegensatz zu Verkaufsständen – kein Geld machen.  Und ich fände es auch ganz praktisch, wenn es – wie hier in den USA überall üblich – in den Wartebereichen an den Gates Stromanschlüsse für Computer gäbe. Aber nein: so kundenfreundlich ist man hier in Deutschland ja nicht.

Am Gate habe ich dann viel gelesen, und bin außerdem noch etwas herumspaziert, weil ich mir ja gerne noch die Füße vertreten wollte, vor dem langen Flug, bei dem man ja doch ziemlich an seinem Sitz festgenagelt ist. Und als ich dann einmal aus dem Fenster sah, dockte gerade ein Flugzeug am Flugsteig an, das mir aber doch für den Flug über den großen Teich etwas sehr klein vorkam. Es war auch nur ein zweistrahliger Airbus, und das erschien mir doch etwas seltsam, weil Lufthansa die Atlantikstrecke ja immer mit vierstrahligen Maschinen fliegt. [Und das ist nicht zuletzt einer der Gründe, weswegen ich Lufthansa fliege und nicht eine amerikanische Airline: es ist für mich ein Sicherheitsaspekt, denn wenn bei einem zweistrahligen Flugzeug ein Triebwerk ausfällt, sind sofort 50% der Antriebsleistung weg, bei einem vierstrahligen aber nur 25%. Und außerdem: sollte auch noch ein weiteres Triebwerk ausfallen, so wird das zweistrahlige Flugzeug zum Segelflieger – und da ist die Reichweite gar nicht sehr groß – während eine vierstrahlige Maschine auch dann noch ohne Weiteres ihren Flug fortsetzen kann.] Wie dem auch sei: ich konnte mir nicht vorstellen, dass das unser Flieger sein sollte. Und er war’s auch nicht. Es kam die Ankündigung, dass das Flugzeug für den Flug nach Houston auf dem Vorfeld stünde [kommt in Frankfurt schon mal häufiger vor] und wir mit dem Bus dorthin gebracht werden würden, während eine andere Durchsage Passagiere für einen Flug nach München zu unserem Gate bat. Und als wir dann die Treppen herunter gegangen waren und vor dem Bus standen, hatte der als Fahrtziel doch tatsächlich „Houston“ draufstehen! Da wollte ich eigentlich mal fragen, wie lange denn das dauern würde, und welche Strecke sie denn da fahren würden!  😉  Na ja, klar, der Bus brachte uns – über das halbe Vorfeld übrigens – zum Flugzeug: einem Jumbo [Boeing 747], wie üblich auf dieser Strecke.

Mit diesem etwas umständlicheren Boarding dauerte es ein wenig länger, bis der Flieger abflugbereit war. Und dann wurden wir wieder über etwa 3/4 des Flughafens zur Startbahn West kutschiert, wo wir noch eine ganze Zeit warten mussten, da – wie uns der Pilot bzw. Copilot sagte – wegen des Nebels die Abstände beim Start etwas größer sein mussten. Und so kamen wir nur mit etwa 40 Minuten Verspätung in Frankfurt weg. Diese Verspätung haben wir auch nicht wieder aufgeholt, was unter anderem daran lag, dass wir über Grönland einen ziemlichen Gegenwind hatten und die Piloten auch später, über dem amerikanischen Festland, wegen Turbulenzen die Geschwindigkeit etwas gedrosselt haben.

Apropos „über Grönland“: es ist nach meiner Erfahrung ausgesprochen selten und ungewöhnlich, dass der Flug von Frankfurt nach Houston so weit nördlich geht. Wir sind zunächst einmal noch östlich von England über die Nordsee nach Norden geflogen, an der Nordspitze von Schottland vorbei, und dann über Island und Grönland [und zwar noch nicht einmal die Südspitze, sondern deutlich weiter nördlich über das Landesinnere] Richtung Kanada. Dort sind wir über die James Bay hereingekommen, und dann ging es fast direkt nach Süden Richtung Houston.

An Bord war alles prima – bis auf den Platz natürlich. Da hat man in der „Holzklasse“ nun einmal nicht viel. Und in meiner Reihe, mit der Wand der Bordküche im Rücken, konnte ich leider auch meine Sitzlehne nicht nach hinten neigen. Der Flug war übrigens sehr angenehm ruhig, bis auf ein paar etwas heftigere Turbulenzen in den letzten 3 Stunden, über den USA. Das Essen [ich hatte Hühnchen mit Kartoffelpürree und Broccoli und später vegetarische Tortellini als zweite warme Mahlzeit] war schmackhaft und – im Gegensatz zum Hinflug – auch richtig heiß und nicht nur lauwarm. Das Unterhaltungsprogramm habe ich nur ganz wenig verfolgt, sondern ich habe viel gelesen und auch etwas geschlafen.

In Houston kamen wir dann, wie schon gesagt, mit etwa 30 Minuten Verspätung an, statt, wie geplant, um 14:20 Uhr Ortszeit. Die Einreiseformalitäten gingen ungewohnt schnell für mich: Pass, Zollerklärung und Green Card vorgelegt, Frage, wie lange ich außerhalb der USA gewesen sei, beantwortet, Fingerabdrücke nur der rechten Hand [außer Daumen] abgegeben, und dann gab’s schon die Stempel und ein „Welcome back“ – und das war’s. [Was etwas aufgehalten hat, war eine Familie vor mir, für die die Abfertigung etwa 10  Minuten dauerte – mit ganz viel „Formularkrieg“. Sogar nachdem die abgefertigt waren, musst der Einreisebeamte noch Formulare ausfüllen und abstempeln.] Und auch meine Reisetasche kam, kurz nachdem ich am Förderband angekommen war. Wie eigentlich (fast) immer, brauchte ich auch nur die Zollerklärung abzugeben und nicht meine Koffer zu öffnen. Und um etwa 15:15 Uhr war ich draußen, wo Mary natürlich schon auf mich wartete.

In der Ankunftshalle [Terminal D, International Arrivals] habe ich mir dann bei Starbucks noch einen Kaffee geholt, und dann ging’s auf die Fahrt nach Hause. Unterwegs haben wir dann zuerst noch getankt, da wir eine Tankstelle gefunden haben, wo Normalbenzin nur $ 3,039 [für uns, mit unserer Chevron-Karte sogar nur $ 2,939] kostete, dann haben wir noch, weil wir beide Hunger hatten, etwas später bei Subways je ein Subway-Sandwich gegessen, und so gegen 20:30 Uhr waren wir wohlbehalten wieder hier zuhause in Karnes City, und ich wurde freudig von Sally begrüßt.

Schnell habe ich mich übrigens wieder eingewöhnt. Was mir natürlich, nachdem es in Deutschland in der letzten Woche immer unter 10 Grad gewesen waren, war die Temperatur hier: Houston hatte 25 Grad, als wir ankamen. Jetzt – seit der vergangenen Nacht – ist es übrigens deutlich kälter geworden: mit einem kräftigen und kalten Nordwind sind es nur noch (gefühlte) 8 Grad, und in der Nacht soll es sogar leichten Frost geben. Und so haben wir ein schönes Feuer im Kamin – und das tut gut.

To read this posting in English, click here.

Heil angekommen …

… bin ich mittlerweile.

Die Reise ist ohne Probleme verlaufen. Am Montagmorgen – nach dem guten Frühstück [s. vorheriger Eintrag] und einer kurzen Ruhe- bzw. Internetpause – sind wir um kurz von 11 Uhr aus dem Motel in Richtung Flughafen [George Bush Intercontinental Airport, kurz IAH] losgefahren. Und da es ja mal gerade gut 2 Meilen bis zum Terminal waren, dauerte es kaum 10 Minuten, bis wir den Flughafen erreicht hatten. Weil es wenig Sinn für Mary machte, mich in die Abflughalle zu begleiten und mit mir die Zeit totzuschlagen, hat sie mich nur eben am Eingang zum  Terminal D abgesetzt und ist dann nachhause, nach Karnes City gefahren. So hat sie einerseits die Rush Hour vermeiden können und war andererseits nicht zu spät, d.h. noch im Hellen, zu Hause. Das hat dann ja auch Parkgebühren gespart.

Apropos Zeit totschlagen: die Möglichkeiten dazu sind im Flughafen von Houston – zumindest im Terminal D vor den Sicherheitskontrollen – ziemlich eingeschränkt. Ich habe nur ein Starbucks gefunden, sowie einen Zeitschriften- und Buchkiosk. Das war allerdings für meine Zwecke auch genug. Obwohl ich schon ein Buch [Molly Ivins, Nothin‘ but Good Times Ahead] dabei hatte, habe ich mir noch die neueste Ausgabe des National Geographic Magazins gekauft und Clive Cussler’s „Crescent Dawn„. Und dann habe ich mir bei Starbucks einen mittelgroßen [„grande„] Caffe Mocha geholt, mich an einen der Tische dort in der Wartehalle für internationale Ankünfte hingesetzt, gelesen und den Kaffee genossen.

So gegen 12 bin ich dann langsam durch den Verbindungstunnel zum Lufthansa Check-in gewandert, der zu meinem Erstaunen schon besetzt war. Und das Gute war, dass keine Schlange von Kunden vor mir war, weil es ja noch so lange vor der Abflugzeit [16:10 Uhr] war. Das Einchecken ging also sehr flott vonstatten, und auch an der Sicherheitskontrolle gab es keinen Aufenthalt, weil eben auch da keine Schlange war. Den einzigen Aufenthalt habe ich verursacht: ich hatte, wie ich es immer tue, mein Kleingeld in meinen Hut getan, und der wurde von den Gummischürzen am Ausgang des Röntgengeräts umgedreht, sodass alles Geld herausfiel und auf dem Boden landete. Ein freundlicher TSA-Beamter hat mir dann beim Aufsammeln geholfen.

Nach dem Einchecken und vor der Sicherheitskontrolle habe ich mir dann noch schnell auf der Toilette meine übliche „Vorflugblutverdünnungsspritze“ gesetzt. Das ist eine Fertigspritze mit Heparin und dient dazu, einer möglichen Reisetrombose vorzubeugen. Dabei komme ich mir allerdings immer so etwas wie ein Junkie vor, wenn ich mich auf die Toilette „schleiche“ und mir da eine Spritze setze. Aber was soll’s – es ist eben sicherer so. Und mir scheint, man rechnet – zumindest auf amerikanischen Flughäfen – schon damit, denn da gibt es in den Toilettenräumen extra Behälter, um Spritzen zu entsorgen.

Nach der Sicherheitskontrolle war ich dann schon vor 13:00 Uhr am Gate und habe da gelesen und im Internet gesurft bzw. E-Mails geschrieben und verschickt. Man musste den Hotspot zwar bezahlen, aber das war es mir wert. Später bin ich dann noch ein bisschen herumspaziert, bis ins Terminal E, und habe auch noch einmal bei Starbucks einen Caffe Mocha [diesmal einen kleinen = tall] sowie ein Cheese Danish und ein Chocolate Chunk Cookie gekauft. Nachdem man die Sicherheitskontrolle passiert hatte, gab es auf der Abflugebene übrigens jede Menge Geschäfte und Restaurants.

Pünktlich gegen 15:30 Uhr begann dann das Boarding. Wie so häufig konnte man einmal mehr die Ansagen dazu so gut wie gar nicht verstehen, da einerseits das Lautsprechersystem relativ leise und nur krächzend zu hören war, und es andererseits fast immer von anderen Durchsagen überlagert wurde. Das ist etwas, was mich auf Flughäfen stört, und ich frage mich, warum man das nicht besser hinkriegt. Trotz dieser kaum verständlichen Durchsagen ging das Einsteigen unerwartet schnell vonstatten. Ich habe übrigens gewartet, bis die Schlange kürzer wurde, und fand dann zu meiner großen Überraschung und Freude noch genügend Platz im Gepäckfach über meinem Sitz für meinen Bordkoffer, meine Jacke und meinen Hut – ziemlich ungewöhnlich.

Mein Platz [43H direkt hinter der Bordküche] war gar nicht so übel ausgewählt. Es gab viel Beinraum, und vor Allem hatte ich keinen Passagier vor mir, der seine Sitzlehne hätte zurückklappen können. Nur die Sicht auf den Bordfernseher war ziemlich eingeschränkt. Aber darauf hatte ich eh keinen Wert gelegt, da ich ja lesen und auch schlafen wollte.

Gestartet sind wir dann – weil das Einsteigen relativ schnell ging – zwei Minuten vor der planmäßigen Zeit. Der Flieger war übrigens nicht voll besetzt, sodass manche Leute sich einen anderen Sitzplatz aussuchen konnten. Und auch der Platz neben mir war frei. Etwa zwei Stunden nach dem Start gab’s dann das Abendessen. Leider war das zweite Gericht wohl schon ausgegangen, als die Stewardess bei mir ankam, und so hatte ich keine Auswahl mehr, sondern bekam ohne Rückfrage Nudeln vorgesetzt. Nicht, dass es mir etwas ausgemacht hätte. Möglicherweise hätte ich die sowieso gewählt. Was mir etwas ausgemacht hat, war die Tatsache, dass das Gericht nur lauwarm war. Aber geschmeckt hat es trotzdem. Wie bei mir üblich, habe ich den Salat – um ein Kleckern zu vermeiden – ohne das Dressing gegessen. Der Nachtisch [Schokoladentorte mit Schlagsahne und einer halben Erdbeere] war sehr lecker. Den Käse habe ich – ohne das Brötchen – zum Wein genibbelt. Der Wein [ich hatte roten] war ganz lecker. Und der Kaffee übrigens auch.  Insgesamt ein (relativ) gutes Abendessen, das ich mit einem Cognac abgeschlossen habe. Nach dem Essen habe ich dann weitergelesen und später etwas über drei Stunden geschlafen.

Gegen Morgen [nach europäischer Zeit] über Irland und England gab’s dann ein Frühstück: Omelett mit Mini-Kartoffelkroketten [leider wieder nur lauwarm!], Brötchen mit Marmelade, Fruchtsalat und Kaffee. Das Brötchen habe ich nicht gegessen, weil es mir zu trocken schien, den Rest aber schon. Kurz nach dem Frühstück ging der Flieger dann schon in den Landeanflug über und wir kamen – da wir unterwegs streckenweise einen kräftigen Rückenwind [unsere Geschwindigkeit über Grund war des Öfteren deutlich über 1000 km/h] gehabt hatten – 15 Minuten zu früh an. Da auch die Zollkontrolle relativ wenig Zeit in Anspruch nahm und auch an der Gepäckausgabe [was ich bisher noch nie erlebt habe: es waren nur etwa 10 Leute aus dem Flugzeug, die Frankfurt als Endstationhatten und also ihr Gepäck bekamen; alle anderen Passagiere flogen wohl weiter] kein Gedränge herrschte, war ich dann schon schnell durch die Kontrollen und hätte eigentlich schon den Zug um 10:09 Uhr schaffen können. Aber ich war ja vorsichtig gewesen und hatte mögliche Verspätungen einkalkuliert und deswegen meinen Zug erst für 13:09 Uhr gebucht. Und den musste ich auch wahrnehmen, da mein Sparpreis-Ticket ausschließlich nur für diesen Zug galt. Also habe ich mich wieder in ein Restaurant gesetzt, gelesen und zunächst einen großen Kaffee getrunken, und später noch einen kleinen, und dazu ein belegtes Brötchen gegessen. Erst nach Mittag bin ich dann noch ein wenig durch den Flughafen gebummelt und danach hinüber zum Fernbahnhof gezogen.

Pünktlich um 13:07 Uhr lief dann mein ICE 610 ein. Meinen Wagen [24] hatte ich schnell gefunden, aber drinnen war ich – wie eigentlich immer in diesen ICEs – pikiert darüber, dass die Konstrukteure wohl nicht davon ausgegangen sind, dass man mit mehr als nur einer Zahnbürste im Gepäck verreisen könnte. Der Mittelgang ist so schmal, dass selbst meine Reisetasche [sie ist schon deutlich schmaler als ein gewöhnlicher Koffer] nur knapp durch passt. Darüberhinaus sind die Gepäckablagen über den Sitzen bei Weitem zu klein für Koffer oder Reisetaschen [da passen nur kleinere Gepäckstücke hinein], und es gibt im Eingangsbereich keine Gepäckablage. Die Türen aber darf man – natürlich nicht – zu stellen. Und den Gang will man natürlich auch nicht blockieren. Also bin ich mal wieder im Eingangsbereich stehen geblieben. Bei einer Fahrzeit von nur 38 Minuten zwischen Frankfurt/Flughafen und Siegburg ist das ja machbar. Aber ärgerlich finde ich es schon.

In Siegburg, wo wir pünktlich um 13:47 Uhr einliefen, erwartete mich dann die große Überraschung: eigentlich hatte ich ja geplant, mit Straßenbahn und Bus hier nach Hersel zu fahren, aber auf dem Bahnsteig kam mir Klaus Koch entgegen, der sich die Mühe gemacht hatte, eigens nach Siegburg zum Bahnhof zu fahren, um mich da mit dem Auto abzuholen. Das war mir natürlich hochwillkommen, und so war ich dann ohne Mühen schon vor drei Uhr nachmittags in meinem temporären Zuhause hier bei den Kochs und konnte mich von der Reise ausruhen.

To read this posting in English, click here.

Auf der Reise

Gerade sitze ich hier in Houston im Motel und nachher geht’s zum Flughafen, und dann nach Deutschland. Damit wir keine Hektik haben würden, sind wir gestern schon hierhin gefahren und haben hier, im Intercontinental Airport Inn – mal wieder ein Best Western – übernachtet. Das Motel liegt für unsere Zwecke sehr günstig – nur etwa 2 Meilen vom Flughafen entfernt – und ist, trotz der Nähe zum Flughafen und zum Highway 59, relativ ruhig. Startende Flugzeuge haben wir kaum wahrgenommen.

Zu Abend gegessen haben wir in der Nähe in einem Red Lobster: lecker! Nach einer gemeinsamne Vorspeise [Shrimp Nachos mit Käse überbacken] hatte Mary gegrillte Shrimp auf Spießen mit Reis-Pilaw und Kartoffelpürree, und ich hatte Pfefferkorn-Tilapia & Shrimp mit Brokkoli auf einem Bett von Linguini: alles ganz prima lecker. Beide Gerichte kamen mit einem Salat. Zum Essen habe ich mir zwei Samuel Adams vom Fass gegönnt. Das ist ein wirklich gutes Bier – leicht malzig. Und zum Nachtisch hatte Mary ein“Chocolate Wave“ [Schokoladentorte mit Vanille Eis und Schokosoße]. Wir waren rundum zufrieden. Und was uns besonders gefallen hat war die sehr aufmerksamen Bedienung. Sie hatte uns gleich wissen lassen, dass sie uns für die Vorspeise Zeit lassen würde, Und sie hat genau aufgepasst: erst als wir damit fertig waren, kam der Salat. Und auch den konnten wir in Ruhe genießen, denn mit dem Hauptgericht hat sie ebenfalls gewartet, bis sie sah, dass wir mit dem Salat fertig waren. Das, so muss ich sagen, ist hier in Amerika wirklich die große Ausnahme. Sogar in erstklassigen Restaurants lassen sie einem oft nicht genügend Zeit, sondern servieren das Hauptgericht schon, während man noch mit der Vorspeise beschäftigt ist.

Heute Morgen gab’s dann ein sehr gutes und reichhaltiges Frühstück [Büffet, sogar mit Bratkartoffeln].

Und gleich geht’s dann zum Flughafen. Mein Reiseplan sieht so aus:

  • 16:10 ab Houston
  • 08:55 an Frankfurt [natürlich morgen]
  • 13:09 ab Frankfurt [ICE]
  • 13:47 an Siegburg

Und dann muss ich mal sehen, wie die Straßenbahnen und Busse fahren. Jedenfalls will ich per Straßenbahn nach Bonn und dann per Bus nach Hersel.

To read this posting in English, click here.

Wurstfest in New Braunfels …

… ist in diesem Jahr vom 4. bis zum 13. November. Und da ich da schon immer einmal hingewollt hatte [und auch Mary hatte es mir immer schon einmal zeigen wollen], ich aber ja übermorgen schon nach Deutschland fliege, sind wir gestern nachmittag hingefahren.

Das Wurstfest in New Braunfels [gegründet wurde die Stadt übrigens von Auswanderern aus Braunfels an der Lahn] hat eine lange Tradition und hält, neben anderen Einrichtungen, gewissermaßen die deutsche Kultur – jedenfalls so, wie die Texasdeutschen sie verstehen – aufrecht. Was ich immer wiede hier beobachte: „deutsch“ heißt hier „bayrisch“. Andere Trachten, z.B., als Lederhosen und Dirndl sieht man da nicht, und auch die Musik hat überwiegend bayrischen Charakter. Ich glaube, dieses Verständnis von deutscher Kultur gilt nicht nur hier in Texas, sondern auch sonst in den USA. Das Wurstfest ist eine Art „Mini-Oktoberfest„, mit Festzelt [nicht nur eins, übrigens] mit Musi und jeder Menge an Essen und Getränken. Vieles vom Essen, das als „deutsch“ ausgegeben wird, ist allerdings eher texas- bzw. amerikanisch-deutsch. Die Haxn z.B. waren in Scheiben geschnitten und dann gegrillt. Nicht, dass sie nicht sehr lecker gewesen wären, aber es waren eben keine typisch bayrischen Haxn. Und auch „sausage on the stick“ ist beim besten Willen keine deutsche Spezialität. Aber genug der Kritik, denn es hat Spaß gemacht. Und es war die Anreise von 80 Kilometern – ist ja hier eigentlich noch der „Nahbereich“ – durchaus wert. Wir eind jedenfalls rumgelaufen und haben uns die vielen Buden mit Essen und Souvenirs angesehen. Und wie schon gesagt, die Haxn mit Sauerkraut haben wir uns auch gerne schmecken lassen. Ein Bier habe ich mir nicht gegönnt, und das war eigentlich eine Dummheit, denn es gab gutes deutsches Bier vom Fass. Aber ich hatte keine Lust, mit einem Plastikbecher voll Bier durch die Gegend zu laufen. Da fällt mir noch eine amerikanische Unsitte ein: viele – jedenfalls die, die sich nicht ímmer für einen Becher Bier anstellen wollten, haben einen Krug [hier „pitcher“ genannt] bestellt und dann aus diesem ihre Becher nachgefüllt. Das – und ich habe das hier schon vielfach gesehen, dass man nämlich erst das Bier in einen Krug zapft und es dann in einen Becher umfüllt – ist für mich nun einmal einfach eine Todsünde  bei frisch gezapftem Bier.

So, und jetzt noch ein paar Bilder:

wurstfest

Comal River und Stelzenhaus

Hier kommt der Comal River aus einem kleinen Kanal geschossen und bildet eine hübschen kleinen Wasserfall. Und im „Stelzenhaus“ im Hintergrund kann man sitzen und seine mitgebrachtes esen und Bier verzehren. Und eine Band spielte zum Tanz auf.

wurstfest

Blick vom Fluss hoch auf das Festgelände

wurstfest

Der Eingangsbereich

Drink Tickets„: Bier kann man bei solchen Festen hier nie bar an der Theke bezahlen, sondern man muss vorher Bons kaufen.

wurstfest

Die Markthalle ...

… hat im Innern alle die Stände mit Essen, Souvenirs etc., und gleich nebenan ist die große Tanzhalle.

To read this posting in English, click here.

Camaro Restaurierung

So allmählich nehmen unsere Pläne dafür Gestalt an. Und der Camaro [hier ein Bild vom „Jetzt-Zustand“] …

camaro

Camaro - Frontansicht

… hat eine Restaurierung ja nicht nur dringendst nötig, sondern, als Mary’s „alte Auto-Liebe“, auch mehr als verdient. Es war schließlich ihr erstes Auto – ein Geschenk übrigens von ihrem Vater. Der Wagen ist Baujahr 1968, und damit eine gesuchte Rarität. Wir werden immer wieder gefragt, ob wir ihn nicht verkaufen wollen. Aber das kommt – nicht zuletzt wegen des Erinnerungswertes – überhaupt nicht in Frage.

Mehr zu unseren bisherigen „Restaurierungsbemühungen“ hier

Aber jetzt mehr zu unseren augenblicklichen Bemühungen. Das kam so: am vergangenen Donnerstag ist Mary mit dem Camaro nach Floresville gefahren, weil die alljährliche „state inspection“ – das hiesige Equivalent zum TÜV – fällig war. Was ich von dieser Inspektion halte, habe ich auch unter „Mary’s alter Camaro“ geschrieben. Aber obwohl diese Inspektion mehr als lax ist – jedenfals nach deutschen Maßstäben – bekam der Camaro keinen „Persilschein“ mehr – wegen der Bremsen. Dass die kräftigst nach links zogen, war uns zwar immer wieder aufgefallen, aber unser hiesiger Automechaniker hatte immer behauptet, daran könne man nichts weiter machen und wir müssten uns damit abfinden. Uns war das zwar gar nicht recht, denn – auch wenn wir im Normalfall gut damit leben konnten – so hatten wir doch Angst, dass es einmal bei einer Notbremsung, und ganz besoders auf nasser Fahrbahn, zum Schleudern führen könnte.

Wie dem auch sei: der Camaro kam eben nicht mehr durch die Inspektion, und der zuständige Prüfer empfahl uns eine Werkstatt vor Ort. Und das erwies sich im Nachhinein dann als ein Glücksfall. Die Jungs da hatten wirklich Ahnung von dem, was sie taten [was ich jetzt übrigens von unserem Mechaniker hier nicht mehr glaube], und bei ihrer Prüfung stellte sich heraus, dass praktisch fast ausschließlich nur noch das linke Vorderrad abgebremst wurde. Weder rechts vorne noch an beiden Rädern hinten kam eine messbare Bremsleistung an. Vorne rechts musste der Bremszylinder ersetzt werden, und die Leitungen nach hinten waren so verstopft, dass noch nicht einmal die Luft zum Durchblasen durchkam. Aber Larry hier hatte uns ja versichert, man könne nichts machen! Also haben sie uns dann einen neuen Bremszylinder vorne rechts eingebaut und die Leitungen nach hinten – ich glaube sogar, alle Leitungen – ausgetauscht. Darüberhinaus waren auch noch ein neuer Hauptbremszylinder fällig, sowie vorne neue Bremsbeläge, weil die alten Risse hatten. Und die Trommeln waren verzogen und mussten plan geschliffen werden. Alles in Allem also fast eine neue Bremsanlage. Und für diese ziemlich aufwendige Reparatur war ich dann vom Preis angenehm überrascht: ungefähr $420. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von Reparaturpreisen, aber ich halte es nicht für zu teuer – bei dem, was alles gemacht werden musste. Und erst recht nicht unter dem Aspekt, dass die Kiste jetzt wesentlich sicherer ist.

Zusätzlich hatte ich die Werkstatt noch gebeten, Zündung und Vergaser zu überprüfen, da – vor allem bei warmer Maschine – immer wieder Zündaussetzer vorkamen, Der Motor nahm dann einfach beim Beschleunigen nicht richtig Gas an, ruckelte manchmal ziemlich heftig – vor allem bei Halbgas nach Beschleunigen – und starb auch manchmal ganz ab. Letzteres übrigens gerade, als Mary auf dem Weg nach Floresville den sehr stark befahrenen Highway 181 überqueren wollte. Da stand sie dann auf einmal mit stehendem Motor quer auf der Fahrbahn, und das noch an einer ganz unübersichtlichen Stelle, hinter einer Kuppe. Keine schöne Erfahrung! Gott sei Dank sprang der Motor beim dritten Versuch wieder an und sie konnte doch noch diese Stelle verlassen, ohne dass etwas passiert war. Aber für uns bedeutet das, dass wir auch dieses Problem – laut Werkstatt ist es der Vergaser, den sie übrigens nicht mehr reparieren können – so schnell wie möglich beseitigen (lassen) wollen. Also muss ein neuer Vergaser her. Was, bei dem Alter des Wagens, nicht ganz einfach ist. Der normale Ersatzteilhandel hat so etwas natürlich längst nicht mehr auf Lager. Und wie ich bei meiner Recherche in der letzten Tagen herausgefunden habe, sind Vergaser für die V-8 Motoren ohne Weiteres zu bekommen [wahrscheinlich, weil diese „muscle cars“ viel mehr restauriert und gefahren werden], nicht aber für den kleinen Reihensechszylinder in unserem Camaro. Mary’s Vater hatte damals seiner Tochter – vorsichtshalber – keinen Wagen mit einer starken Maschine geschenkt. Unserer hat mit 250 cubic inches [entspricht 4,1 Liter] den zweitkleinsten damals erhältlichen Block. Wie uns die Leute in der Werkstatt gesagt haben – und wie ich es mittlerweile auch per Internetrecherche herausbekommen habe – hat unser Camaro für seine Sechszylindermaschine einen Einfachvergaser. Und den gibt es – jedenfalls soweit ich bisher herausbekommen habe – überhaupt nicht mehr. Allerdings soll – so jedenfalls die Beschreibung bei zwei online Shops für Camaro Ersatzteile – auch ein Zweifachvergaser passen. Aber die Werkstatt hier sagte, der würde nicht passen. Also muss ich wohl weiter suchen.

Schade übrigens, dass es nur so ein kleiner Reihensechszylinder ist, denn das sonore Auspuffbrabbeln eines V-8 wäre ja nicht zu verachten. Auch wenn wir die höhere Leistung gar nicht brauchen. Wie klein der Motor sich im Motorraum ausnimmt, wird hier deutlich:

camaro

250 cubic inches straight six

Am Rande bemerkt: ich erweitere bei all dem mal wieder meinen Wortschatz, jetzt natürlich bei autotechnischem Vokabular, von „straight six“ [= Reihensechszylinder] über „master cylinder“ [= Hauptbremszylinder] bis hin zu „single barrel carburetor“ [= Einfachvergaser].

To read this posting in English, click here.