Wir haben neue Nachbarn …

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… zumindest für eine kurze Zeit. Cousin Mark hat einmal wieder, wie üblich ein paar Mal pro Jahr, seine Rinder auf unserer Weise, so für etwa eine Woche. Und so starren sie uns dann durch den (provisorischen) Zaun an:

Kühe

Kühe und Kälber

Kühe

Man drängt sich zwischen Zaun und Kaktus

Lange wird das Futter auf dieser Weide nicht reichen, denn es wird jeden Tag trockener:

Kühe

Eine schon jetzt ziemlich dürre Weide

Und so wird Mark seine Rinder schon bald wieder auf eine andere Weide bringen müssen.

Kühe

Und DAS soll ich etwa wirklich trinken??!!

Kühe

Gedränge am Wassertrog

Kühe

Wir haben Alle unsere Nummer

Manchmal haben wir übrigens Glück und Mark bringt uns, wenn er eines seiner Rinder geschlachtet hat, etwas Fleisch vorbei. Bei Vieh, das wirklich nur auf der Weide gestanden hat und als Zusatzfutter bestenfalls Heu bekommt, ist das immer von ganz ausgezeichneter Qualität. Übrigens: Vieh wird hier – wenn es sich nicht um Milchvieh handelt – so gut wie ausschließlich auf der Weide gehalten, und zugefüttert wird eben bestenfalls Heu und – gelegentlich bei Großbetrieben – vor dem Schlachten auch Mais. Aber absolut nichts anderes. „Industrielle“ Viehzucht gibt es hier so gut wie gar nicht, und Füttern z.B. mit Knochenmehl oder ähnlichen Sunstanzen kommt einfach nicht vor. Weshalb auch BSE in den USA fast gar nicht vorhanden ist – bisher sind erst 4 Fälle bekannt geworden, also eine vernachlässigbare Größenordnung. Diese absolute Freilandhaltung ist auch ein Grund dafür, weshalb die Ranches in West Texas – wo es ja erheblich trockener ist – so groß sind. Eine Kuh und ein Kalb – das heißt hier ein „Unit“ – brauchen da eben eine ganze Menge Platz, bis zu 200 acres, d.h. 800,000 Quadratmeter, um genügend Futter zu finden.

Grenzerfahrungen – eine Anekdote

Es ist zwar schon eine ganze Weile her und hat sich ereignet, bevor ich dieses Blog hier angefangen habe, aber das „Grenzerlebnis“ muss ich doch noch erzählen.

Auf unserer Hochzeitsreise waren Mary und ich in West Texas, in „Big Bend Country„, sozusagen im „Zollgrenzbezirk“ und an der Grenze zu Mexiko wollen die Amerikaner natürlich illegale Einwanderer draußen halten. Und so gibt es da auf jeder Straße, die von einem (möglichen) Grenzübergang aus in die USA führt, einen Kontrollpunkt der „Border Patrol“ – übrigens nur in Richtung in die USA. Schon auf unserer Fahrt nach Fort Davis hatten wir kurz hinter Del Rio einen solchen Kontrollpunkt passieren müssen, und da ging es problemlos: ich habe meinen Pass vorgezeigt, und ein paar Fragen beantwortet, und das war’s. Mary brauchte übrigens, nachdem sie gesagt hatte, sie sei Amerikanerin, gar nichts zu tun – noch nicht einmal sich ausweisen! Eigentlich seltsam, denn welcher Illegale würde nicht zunächst einmal behaupten, er sei amerikanischer Staatsbürger!
Ja, und dann, an einem anderen Tag, als wir in den Big Bend National Park [der ist eben an der Grenze, am Rio Grande] wollten, habe ich meinen Pass in unserer Unterkunft vergessen. Als wir den Kontrollpunkt sahen – schon auf der Fahrt zum Park – fiel es mir natürlich ein. Aber zum Einen wollten wir nicht mehr als eine Stunde zurückfahren, und zum Anderen auch nicht auffällig werden, indem wir in Sichtweite der Kontrollstation einfach umdrehen und zurückfahren. Hätte man uns dabei beobachtet, wären sie bestimmt hinter uns hergefahren und hätten uns angehalten. Also haben wir uns darauf verlassen, dass ich mich ja mit meinem Führerschein [ist ja ein amtlicher Ausweis mit Foto] ausweisen könnte.
Und dann kam, was kommen musste, auf der Rückfahrt. Wir wurden natürlich – wie wir erwartet hatten – angehalten. Und ich habe gesagt, dass ich meinen Pass im Hotel vergessen hatte und meinen Führerschein vorgezeigt. Das wurde zunächst auch akzeptiert, und der Beamte ging mit meinem Führerschein ins Büro, um in den Datenbanken zu überprüfen, ob ich legal in den USA war. Aber in diesem hochtechnisierten Land muss da etwas schief gegangen sein, denn sie konnten mich nicht finden. Jedenfalls nicht meine am nächsten zurückliegende Einreise im April – und die Kontrolle war im September, also ganze 5 Monate nach meiner Einreise und selbst da war ich wohl nocht nicht „im System“ – kein Wunder, dass sie hier mit Illegalen und Terroristen so ihre Probleme haben. Sie fanden nur frühere Einreisen, die letzte im Dezember 2008. Und das war ja zum Zeitpunkt der Kontrolle mehr als 6 Monate her und demnach wäre ich illegal im Lande gewesen. Ich wurde dann ins Büro gebeten, für Fingerabdrücke und Foto, damit sie danach in ihrer Datenbank suchen konnten. Die Prozedur hat etwas gedauert, weil der Beamte mit der Technik Probleme hatte. Aber auch mit den Fingerabdrücken konnten sie mich im System nicht finden. Sie haben mich dann gefragt, wo ich zuletzt eingereist bin. Und das war Houston. So haben sie dann da beim Zoll oder wo auch immer angerufen und denen war ich tatsächlich bekannt. Und damit hatten sie die gewünschte Zusicherung, dass ich legal im Land war. Und nach einer Ermahnung, in Zukunft immer meinen Pass dabei zu haben, durfte ich dann wieder meines Weges ziehen.

Das Ganze hat knapp eine Stunde gedauert und Mary im Auto ist ganz schön nervös geworden, ob sie mich nun verhaften oder möglicherweise sogar misshandeln. Aber die Beamten waren ausgesprochen höflich und freundlich. Nur Mary konnte das ja nicht wissen. Sie hat schon überlegt, wen sie zur Hilfe anrufen sollte, ihre Cousine Jo Ann, die in Denver bei der Polizei ist, oder unsere Freindin Stella hier, die Richterin ist. Na ja, war ja zum Glück nicht notwendig. Aber jetzt habe ich ja meine Green Card und kann somit nachweisen, dass ich legal im Lande bin. Trotzdem sollte ich – auf jeden Fall, wenn es in Grenzgebiete geht – auch immer noch zusätzlich meinen Reisepass dabei haben.