Mit dem Bus nach Houston?!

Texas hat mich wieder! Am Freitagnachmittag bin ich dann, nach einem Flug von ca. 10 1/2 Stunden, heil wieder in Houston gelandet.

Zur Reise:

Es hieß ziemlich früh aufstehen, da ich schon für 06:11 Uhr den ICE von Siegburg nach Frankfurt gebucht hatte. Ich will ja immer genügend Reserve haben, damit ich, sollte mal etwas schief gehen, den Flieger nicht verpasse. Und so hatte ich mich dann eben, obwohl der Zug um 07:11 Uhr dicke gereicht hätte, für den früheren entschieden. Gott sei Dank brauchte ich aber dann doch nicht ganz so früh aufzustehen, da Gabi Koch sich dankenswerterweise geopfert hat und sich nicht davon abhalten ließ, mich zum Bahnhof nach Siegburg zu kutschieren. So brauchten wir erst gegen 05:30 abzufahren. Ansonsten – so hatte ich es ursprünglich geplant – hätte ich den ersten Bus [Linie 604] von Hersel um 04:49 Uhr genommen bzw. nehmen müssen, um dann um 05:20 Uhr mit der Straßenbahn [Linie 66] vom Stadthaus zum Bahnhof nach Siegburg zu fahren. Und da hätte ich dann schon kurz nach 03:30 Uhr aufstehen müssen. So, wegen Gabis freundlichem Angebot, war das dann erst eine Stunde später nötig. Immer noch eine unchristliche Zeit, aber was soll’s: da muss man einfach durch.

Also dann: um 04:30 Uhr aufgestanden, rasiert, geduscht, angezogen, und dann runter in die Küche zu Frühstück [Kaffee und zwei süße Brötchen mit Rosinen, belegt mit Salami]. Danach dann schnell die Koffer heruntergetragen und verladen, und los ging’s. Um diese Uhrzeit herrschte noch nicht viel Verkehr, und wir waren in ca. 20 Minuten in Siegburg, sodass ich noch wirklich reichlich Zeit bis zur Abfahrt des Zuges hatte, zumal der auch noch etwa 5 Minuten Verspätung hatte. Zugig und kalt [0 Grad Celsius] war’s auf dem Bahnsteig, und daher bin ich dann noch für ein paar Minuten in die Bahnhofshalle gedackelt. Wesentlich wärmer war’s da zwar auch nicht, aber wenigstens nicht zugig.

Wie schon angekündigt, traf der ICE dann eben ein paar Minuten verspätet ein. Aber das war für mich ja kein Problem. Nach 50 Minuten Fahrzeit trafen wir dann im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens ein und ich bin – ohne zu hetzen – zum Check-in. Da war nicht viel los, und so war ich dann schon vor 07:30 Uhr mein Gepäck los und konnte in aller Ruhe noch einen Kaffee trinken. Danach ging’s dann – vor der Sicherheitskontrolle, denn da hätte ich die Spritze ja wohl nicht durchbekommen – auf die Toilette für meine vor jeder längeren Flugreise üblichen Heparin-Spritze. Auch beim Sicherheitscheck war so gut wie nichts los und ich kam durch ohne warten zu müssen. Und so war ich dann schon um kurz nach 8 Uhr – also weit mehr als zwei Stunden vor dem planmäßigen Abflug [10:25 Uhr] am Gate [Z 17].

Apropos Gate bzw. Frankfurter Flughafen: Da wird ja nun mittlerweile schon seit Jahren umgebaut, und jetzt will man dann das ehemalige Terminal „A“ in „Z“ umbenennen. Angeblich soll das dem Passagier die Suche erleichtern. Warum das so sein soll, ist mir allerdings schleierhaft. Viel wichtiger hätte ich es gefunden, dass man bei dem Umbau auch ausreichend viele und vor allem ausreichend große Toiletten vorgesehen hätte. Die sind – nicht nur im neuen Terminal Z sondern im gesamten Flughafen – viel zu wenig und zu klein. Hat vielleicht Methode, das Ganze, denn mit diesen Räumlichkeiten lässt sich ja – im Gegensatz zu Verkaufsständen – kein Geld machen.  Und ich fände es auch ganz praktisch, wenn es – wie hier in den USA überall üblich – in den Wartebereichen an den Gates Stromanschlüsse für Computer gäbe. Aber nein: so kundenfreundlich ist man hier in Deutschland ja nicht.

Am Gate habe ich dann viel gelesen, und bin außerdem noch etwas herumspaziert, weil ich mir ja gerne noch die Füße vertreten wollte, vor dem langen Flug, bei dem man ja doch ziemlich an seinem Sitz festgenagelt ist. Und als ich dann einmal aus dem Fenster sah, dockte gerade ein Flugzeug am Flugsteig an, das mir aber doch für den Flug über den großen Teich etwas sehr klein vorkam. Es war auch nur ein zweistrahliger Airbus, und das erschien mir doch etwas seltsam, weil Lufthansa die Atlantikstrecke ja immer mit vierstrahligen Maschinen fliegt. [Und das ist nicht zuletzt einer der Gründe, weswegen ich Lufthansa fliege und nicht eine amerikanische Airline: es ist für mich ein Sicherheitsaspekt, denn wenn bei einem zweistrahligen Flugzeug ein Triebwerk ausfällt, sind sofort 50% der Antriebsleistung weg, bei einem vierstrahligen aber nur 25%. Und außerdem: sollte auch noch ein weiteres Triebwerk ausfallen, so wird das zweistrahlige Flugzeug zum Segelflieger – und da ist die Reichweite gar nicht sehr groß – während eine vierstrahlige Maschine auch dann noch ohne Weiteres ihren Flug fortsetzen kann.] Wie dem auch sei: ich konnte mir nicht vorstellen, dass das unser Flieger sein sollte. Und er war’s auch nicht. Es kam die Ankündigung, dass das Flugzeug für den Flug nach Houston auf dem Vorfeld stünde [kommt in Frankfurt schon mal häufiger vor] und wir mit dem Bus dorthin gebracht werden würden, während eine andere Durchsage Passagiere für einen Flug nach München zu unserem Gate bat. Und als wir dann die Treppen herunter gegangen waren und vor dem Bus standen, hatte der als Fahrtziel doch tatsächlich „Houston“ draufstehen! Da wollte ich eigentlich mal fragen, wie lange denn das dauern würde, und welche Strecke sie denn da fahren würden!  😉  Na ja, klar, der Bus brachte uns – über das halbe Vorfeld übrigens – zum Flugzeug: einem Jumbo [Boeing 747], wie üblich auf dieser Strecke.

Mit diesem etwas umständlicheren Boarding dauerte es ein wenig länger, bis der Flieger abflugbereit war. Und dann wurden wir wieder über etwa 3/4 des Flughafens zur Startbahn West kutschiert, wo wir noch eine ganze Zeit warten mussten, da – wie uns der Pilot bzw. Copilot sagte – wegen des Nebels die Abstände beim Start etwas größer sein mussten. Und so kamen wir nur mit etwa 40 Minuten Verspätung in Frankfurt weg. Diese Verspätung haben wir auch nicht wieder aufgeholt, was unter anderem daran lag, dass wir über Grönland einen ziemlichen Gegenwind hatten und die Piloten auch später, über dem amerikanischen Festland, wegen Turbulenzen die Geschwindigkeit etwas gedrosselt haben.

Apropos „über Grönland“: es ist nach meiner Erfahrung ausgesprochen selten und ungewöhnlich, dass der Flug von Frankfurt nach Houston so weit nördlich geht. Wir sind zunächst einmal noch östlich von England über die Nordsee nach Norden geflogen, an der Nordspitze von Schottland vorbei, und dann über Island und Grönland [und zwar noch nicht einmal die Südspitze, sondern deutlich weiter nördlich über das Landesinnere] Richtung Kanada. Dort sind wir über die James Bay hereingekommen, und dann ging es fast direkt nach Süden Richtung Houston.

An Bord war alles prima – bis auf den Platz natürlich. Da hat man in der „Holzklasse“ nun einmal nicht viel. Und in meiner Reihe, mit der Wand der Bordküche im Rücken, konnte ich leider auch meine Sitzlehne nicht nach hinten neigen. Der Flug war übrigens sehr angenehm ruhig, bis auf ein paar etwas heftigere Turbulenzen in den letzten 3 Stunden, über den USA. Das Essen [ich hatte Hühnchen mit Kartoffelpürree und Broccoli und später vegetarische Tortellini als zweite warme Mahlzeit] war schmackhaft und – im Gegensatz zum Hinflug – auch richtig heiß und nicht nur lauwarm. Das Unterhaltungsprogramm habe ich nur ganz wenig verfolgt, sondern ich habe viel gelesen und auch etwas geschlafen.

In Houston kamen wir dann, wie schon gesagt, mit etwa 30 Minuten Verspätung an, statt, wie geplant, um 14:20 Uhr Ortszeit. Die Einreiseformalitäten gingen ungewohnt schnell für mich: Pass, Zollerklärung und Green Card vorgelegt, Frage, wie lange ich außerhalb der USA gewesen sei, beantwortet, Fingerabdrücke nur der rechten Hand [außer Daumen] abgegeben, und dann gab’s schon die Stempel und ein „Welcome back“ – und das war’s. [Was etwas aufgehalten hat, war eine Familie vor mir, für die die Abfertigung etwa 10  Minuten dauerte – mit ganz viel „Formularkrieg“. Sogar nachdem die abgefertigt waren, musst der Einreisebeamte noch Formulare ausfüllen und abstempeln.] Und auch meine Reisetasche kam, kurz nachdem ich am Förderband angekommen war. Wie eigentlich (fast) immer, brauchte ich auch nur die Zollerklärung abzugeben und nicht meine Koffer zu öffnen. Und um etwa 15:15 Uhr war ich draußen, wo Mary natürlich schon auf mich wartete.

In der Ankunftshalle [Terminal D, International Arrivals] habe ich mir dann bei Starbucks noch einen Kaffee geholt, und dann ging’s auf die Fahrt nach Hause. Unterwegs haben wir dann zuerst noch getankt, da wir eine Tankstelle gefunden haben, wo Normalbenzin nur $ 3,039 [für uns, mit unserer Chevron-Karte sogar nur $ 2,939] kostete, dann haben wir noch, weil wir beide Hunger hatten, etwas später bei Subways je ein Subway-Sandwich gegessen, und so gegen 20:30 Uhr waren wir wohlbehalten wieder hier zuhause in Karnes City, und ich wurde freudig von Sally begrüßt.

Schnell habe ich mich übrigens wieder eingewöhnt. Was mir natürlich, nachdem es in Deutschland in der letzten Woche immer unter 10 Grad gewesen waren, war die Temperatur hier: Houston hatte 25 Grad, als wir ankamen. Jetzt – seit der vergangenen Nacht – ist es übrigens deutlich kälter geworden: mit einem kräftigen und kalten Nordwind sind es nur noch (gefühlte) 8 Grad, und in der Nacht soll es sogar leichten Frost geben. Und so haben wir ein schönes Feuer im Kamin – und das tut gut.

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Zurück in Texas

Da bin ich also wieder zuhause, in einem – gestern – sehr regnerischen Texas. Aber wir sind (immer noch) froh über jeden Regen, denn die letzten Jahre waren ja absolut zu trocken, und wer weiß, was der Sommer noch bringen wird.

Aber nun zur Rückreise:

Sie ist wirklich prima verlaufen. Um 10:11 ging es – planmäßig – am Siegburger Bahnhof mit dem ICE los. Der Zug war pünktlich, aber die Bundesbahn war mal wieder die Inkompetenz auf Rädern. Es gab eine Durchsage, dass die Wagenreihenfolge geändert sei, und dass die Wagen der 1. Klasse im Abschnitt so-und-so halten würden. Dass es aber zwei Zugteile mit jeweils einem 1. Klasse Teil gab, das hatten die Verantwortlichen mal wieder nicht geschnallt. Und dass es auch ganz informativ gewesen wäre, zu sagen, ob nun der ganze Zug [d.h. beide Teile] komplett umgedreht war, oder nur jeder Teil für sich – auch diese Information fehlte. Und gerade das wäre wichtig gewesen, damit man gewusst hätte, wo denn nun der Wagen, in dem man einen Sitz reserviert hatte, halten würde. Aber nein, soweit zu denken ist bei Bundesbahnpersonal ja zu viel verlangt. So wusste denn nun niemand Bescheid, wo sein Wagen halten würde. Und zu allem Überfluss stellte sich heraus, als der Zug einlief, dass auch noch die Wagennummern nicht erkennbar waren: die Anzeige [übrigens auch in den Waggons] war defekt! Also gab’s – bei der kurzen Aufenthaltszeit – nur eins: rin in den erstbesten Wagen. Und so stand ich dann – wie ich drinnen erfuhr – im Wagen 26 statt in 21. Bei der kurzen Fahrzeit [47 Minuten bis Frankfurt/Flughafen] und den engen Gängen war es mir dann aber zu lästig, meinen Platz zu suchen, und so bin ich einfach stehen geblieben.

In Frankfurt galt es dann, das Gepäck aufzugeben. Das kann man da schon im Übergang vom Bahnhof zum Flughafen. Ganz im Gegensatz zu sonst war da aber eine Schlange, und ich musste etwas warten. Aber nicht zu lange. Und dann habe ich mich auf den Weg zum Gate gemacht. Das dauert in Frankfurt – dem „Flughafen der langen Wege“ – immer etwas. Aber ich hatte ja Zeit genug. Auch noch, um Lektüre [Robert Harris, Pompeii, und Bernard Cornwell, Azincourt] zu kaufen und etwas zu essen.

Der Flieger [ein Airbus 340-300 mit dem bedeutungsträchtigen Namen „Landshut“, wie die vor längerer Zeit entführte Maschine] flog pünktlich ab und der Pilot informierte uns, wir würden ca. 45 Minuten vor der planmäßigen Ankunft in Newark sein. Und das Versprechen hat er mehr als erfüllt: wir waren 50 Minuten früher da. Der Flug selber war ruhig und – Gott sei Dank – ereignislos. Der Service war – Lufthansa-Standard gemäß – gut, und das Essen [es gab Rindergulasch auf Reis oder Pangasius auf Nudeln und Spinat] auch. Zum ersten Mal habe ich allerdings erlebt, dass eines der beiden Gerichte für die Passagiere am Ende des Fliegers nicht mehr zu haben war. Anscheinend spart die Lufthansa da – verständlicherweise – und hat keine überzähligen Mahlzeiten mehr.

In Newark kamen wir, wie schon gesagt, 50 Minuten zu früh an. Aber das war mir nur Recht, weil ich damit mehr Zeit für die Einreiseformalitäten und den Weg zum Terminal C und meinem Abflug-Gate hatte. Was nun die Einreiseformalitäten angeht: dieses Mal war es ja das erste Mal, dass ich nicht mehr als Tourist kam, sondern in die Schlange für US-Citizens and Permanent Residents durfte/musste. Und da durfte ich dann mal wieder feststellen, dass die USA ihre gespeicherten Daten nicht überblicken: obwohl meine Status als Permanent Resident doch schon am 28. Januar bewilligt worden war, konnte die Beamtin am Flughafen das im Computer noch nicht verifizieren. Und so musste ich zu einer zweiten Kontrolle. Und die Mädels und Jungs da – so konnte ich beobachten – werden bestimmt nicht am Herzinfakrt wegen zu schnellen Arbeitens sterben. Das ging mehr als ruhig – mit vielen Schwätzchen und Päuschen – zu. Aber nach einiger Zeit und einigen Fragen war man wohl doch überzeugt, dass ich rechtens einreisen konnte, und ich bekam die nötigen Stempel.

Danach musste ich dann, wie immer am ersten Flughafen in den USA, mein Gepäck abholen, durch den Zoll bringen und wieder aufgeben. Und dann auch – und das hielt auf, weil ein ziemlicher Andrang war – erneut die Sicherheitkontrolle passieren. Da fühlte ich mich übrigens ganz schön gehetzt. Der Platz vor dem Transportband war sehr begrenzt und die Beamten waren ständig dabei, einen zu schnellerem Vorgehen anzutreiben, obwohl sie doch sahen, dass man dabei war, alles auf das Band zu bekommen. Na ja, auch das habe ich geschafft.

Und dann fand ich heraus, dass Newark durchaus eine Konkurrenz für Frankfurt ist, was die langen Wege angeht. Es war eine ganz schöne Strecke, die ich im Terminal C bis zum Gate zurücklegen musste. Aber das tat, nachdem ich ja etwas über 8 Stunden im Flugzeug gesessen hatte, nur gut. Und Zeit hatte ich ja – wir waren vor 16:00 Uhr angekommen und mein Flug nach San Antonio ging um 20:00 Uhr – auch genug. Also habe ich [bei Starbuck’s] etwas gegessen [meine Lieblings-Cookies, Oatmeal-Raisin und Chocolate-Chips] und getrunken [Cafe Mocha], gelesen, und bin auch noch mehr herumgelaufen.

Der Flieger nach San Antonio war auch pünktlich, und der Flug ebenso ereignislos wie der über den großen Teich. Und auch dieses Mal waren wir vor der geplanten Ankunftszeit da, wo Mary mich natürlich schon erwartete.

Und dann kam eben nur noch die Fahrt von ca. einer Stunde und ich war wieder in Karnes City.