Endlich …

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… hat’s geregnet!  🙂  Es fing damit an, dass, angekündigt von einem „beep, beep, beep“ ein Nachrichtenticker über den Fernsehbildschirm lief, mit einer Unwetterwarnung. Das ist hier immer so, wenn schwere Gewitterstürme, Tornados oder auch nur „flash floods“ [Überschwemmungen von … Weiterlesen

Draußen stürmt’s

Kurzmitteilung

Wir haben z.Zt. Starkwindwarnung, und es stürmt wirklich. Angekündigt sind Windgeschwindigkeiten von 25 bis 35 Meilen pro Stunde [also 40 bis 55 Km/H] „sustained„, d.h. dauerhaft, mit Spitzenböen bis zu 45 mph [75 Km/H]. Letzteres entspricht dann der Grenze zwschen stürmischem Wind und „richtigem“ Sturm.

Es pfeift hier ganz schön  😉  um’s Haus und gerade ist uns auch, obwohl sie in einer ganz geschützten Ecke steht, die Mülltonne umgeweht worden. Mal sehen, was sich sonst noch rühren wird. Hoffentlich nicht zu viel.

Im Original sieht die Warnung dann so aus:

Wind Advisory

Wind Advisory Remains In Effect From 10 A.M. This Morning To 7 P.M. CST This Evening

Timing…10 A.M. CST Today Through 7 P.M. CST This Evening.

Winds…Strong West And Northwest Winds Of 25 To 35 Mph…With Gusts Near 45 Mph Possible.

Impacts…Light Weight Objects Such As Trash Cans…Patio Furniture And Lawn Decorations Will Be Blown Around. Blowing Dust Possible. High Profile Vehicles May Be Difficult To Control. Precautionary/Preparedness Actions… A Wind Advisory Means That Sustained Winds Of 26 To 39 Mph Are Expected. Winds This Strong Can Make Driving Difficult… Especially For High Profile Vehicles. Use Extra Caution.

Tornados – Nachtrag

Lt. einer neueren Untersuchung hat die Ausdehnung der Region, die hier gemeinhin als  „Tornado Alley“ bezeichnet wird, in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und schließt nun weite Teile des Mittleren Westens [„Midwest„] und des Tiefen Südens [„Deep South„] der Vereinigten Staaten ein.

Weitere Informationen dazu einschließlich einer Karte, die das alte und neue Gebiet von „Tornado Alley“ gegenüberstellt, finden sich ein einem Artikel in USA Today.

Ich nuss zugeben, die südwestliche Grenze dieses Gebiets kommt San Antonio ganz unangenehm nahe.

127 Liter pro Quadratmeter …

… in etwa 3 Stunden! Heute am Spätnachmittag und frühen Abend hatten wir so viel Regen wie ich hier noch nicht erlebt habe. Aber wir sind froh drüber, denn wir können es gebrauchen, und das Unwetter hat auch keinen Schaden angerichtet, obwohl es wie wild geblitzt und gedonnert hat. Und gelegentlich hatte es auch ganz gepflegte Böen. Ein bisschen kleiner Hagel war mal dabei, aber eigentlich nicht nennenswert.

Wir waren gegen kurz nach 4 nach Floresville zum Abendessen gefahren, und da zogen schon dunkle Wolken von Osten heran. Aber auch als wir nach den Essen gegen 6 Uhr aus dem Restaurant kamen, hat es noch nicht geregnet. Das fing erst so etwa in Poth, also ca. 20 Meilen von hier an – dann aber schnell „richtig“. Es hat zum Teil wie aus Kübeln geschüttet. Hier muss es schon früher angefangen haben, denn es war eine Menge Wasser in den Straßengräben. Der Highway 181 war zeitweise gesperrt. Auch bei uns auf den Wegen und auf dem Rasen standen gute Pfützen.

Mittlerweile hate es aufgehört. Es fallen nur noch gelegentlich ein paar Tropfen, und in der Ferne ist noch Wetterleuchten zu sehen. Aber der Wetterbericht sagt, dass die Atmosphäre für die nächsten Tage noch instabil bleiben wird, so dass mit mehr Unwettern dieser Art zu rechnen ist. Wo genau die allerdings auftreten, ist nicht vorherzusagen. Das Gute allerdings ist, dass es wohl keine Tornados geben wird, weil der Jetstream viel zu weit nördlich verläuft.

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Die Tornados …

… haben uns in der vergangenen Nacht Gott sei Dank verschont. Das Höhentief, das schon seit ein paar Tagen im Anmarsch war, und die damit verbundene Kaltfront, verstärkt durch die extrem feuchtigkeitsgesättigte Luft, haben schon einige mit sich gebracht, aber die sind westlich von uns vorbeigezogen. Aber trotzdem, mit Windgeschwindigkeiten von gut über 70 Km/H in Böen, begleitet mit Donner, Blitz und Regen, war es für einige Zeit doch schon ganz schön eindrucksvoll. Wir können allerdings wirklich froh sein, dass nichts Stärkeres als diese Windböen uns erreicht hat – anderswo kamen zusätzlich zu den Tornados namlich auch nich golfballgroße [stellenweise sogar noch größer] Hagelkörner hinzu – und dass wir einen guten Regen [etwa 45 Liter/Quadratmeter] mitbekommen haben. Na ja, es hätte auch durchaus mehr sein dürfen, aber man soll ja nicht unverschämt werden. Was den Wind angeht: solche Böen habe ich (hier) noch nicht erlebt. Unsere Gartenmöbel wurden nur so durch die Gegend geblasen, und bevor der Sturm sie über das gesamte Grundstück verteilen konnte, sind Mary und ich mitten in der Nacht [zwischen Mitternacht und ein Uhr morgens] raus und haben sie in der Garage in Sicherheit gebracht.

Nach dem Durchgang der Kaltfront ist es jetzt natürlich schön abgekühlt. In den nächsten Tagen soll es aber wieder wärmer werden, und trocken. Mal sehen, was das warme Wetter mit Sonnenschein, verbunden mit diesem guten Regen, dann an den Frühlingsblumen tut.

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Mit dem Bus nach Houston?!

Texas hat mich wieder! Am Freitagnachmittag bin ich dann, nach einem Flug von ca. 10 1/2 Stunden, heil wieder in Houston gelandet.

Zur Reise:

Es hieß ziemlich früh aufstehen, da ich schon für 06:11 Uhr den ICE von Siegburg nach Frankfurt gebucht hatte. Ich will ja immer genügend Reserve haben, damit ich, sollte mal etwas schief gehen, den Flieger nicht verpasse. Und so hatte ich mich dann eben, obwohl der Zug um 07:11 Uhr dicke gereicht hätte, für den früheren entschieden. Gott sei Dank brauchte ich aber dann doch nicht ganz so früh aufzustehen, da Gabi Koch sich dankenswerterweise geopfert hat und sich nicht davon abhalten ließ, mich zum Bahnhof nach Siegburg zu kutschieren. So brauchten wir erst gegen 05:30 abzufahren. Ansonsten – so hatte ich es ursprünglich geplant – hätte ich den ersten Bus [Linie 604] von Hersel um 04:49 Uhr genommen bzw. nehmen müssen, um dann um 05:20 Uhr mit der Straßenbahn [Linie 66] vom Stadthaus zum Bahnhof nach Siegburg zu fahren. Und da hätte ich dann schon kurz nach 03:30 Uhr aufstehen müssen. So, wegen Gabis freundlichem Angebot, war das dann erst eine Stunde später nötig. Immer noch eine unchristliche Zeit, aber was soll’s: da muss man einfach durch.

Also dann: um 04:30 Uhr aufgestanden, rasiert, geduscht, angezogen, und dann runter in die Küche zu Frühstück [Kaffee und zwei süße Brötchen mit Rosinen, belegt mit Salami]. Danach dann schnell die Koffer heruntergetragen und verladen, und los ging’s. Um diese Uhrzeit herrschte noch nicht viel Verkehr, und wir waren in ca. 20 Minuten in Siegburg, sodass ich noch wirklich reichlich Zeit bis zur Abfahrt des Zuges hatte, zumal der auch noch etwa 5 Minuten Verspätung hatte. Zugig und kalt [0 Grad Celsius] war’s auf dem Bahnsteig, und daher bin ich dann noch für ein paar Minuten in die Bahnhofshalle gedackelt. Wesentlich wärmer war’s da zwar auch nicht, aber wenigstens nicht zugig.

Wie schon angekündigt, traf der ICE dann eben ein paar Minuten verspätet ein. Aber das war für mich ja kein Problem. Nach 50 Minuten Fahrzeit trafen wir dann im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens ein und ich bin – ohne zu hetzen – zum Check-in. Da war nicht viel los, und so war ich dann schon vor 07:30 Uhr mein Gepäck los und konnte in aller Ruhe noch einen Kaffee trinken. Danach ging’s dann – vor der Sicherheitskontrolle, denn da hätte ich die Spritze ja wohl nicht durchbekommen – auf die Toilette für meine vor jeder längeren Flugreise üblichen Heparin-Spritze. Auch beim Sicherheitscheck war so gut wie nichts los und ich kam durch ohne warten zu müssen. Und so war ich dann schon um kurz nach 8 Uhr – also weit mehr als zwei Stunden vor dem planmäßigen Abflug [10:25 Uhr] am Gate [Z 17].

Apropos Gate bzw. Frankfurter Flughafen: Da wird ja nun mittlerweile schon seit Jahren umgebaut, und jetzt will man dann das ehemalige Terminal „A“ in „Z“ umbenennen. Angeblich soll das dem Passagier die Suche erleichtern. Warum das so sein soll, ist mir allerdings schleierhaft. Viel wichtiger hätte ich es gefunden, dass man bei dem Umbau auch ausreichend viele und vor allem ausreichend große Toiletten vorgesehen hätte. Die sind – nicht nur im neuen Terminal Z sondern im gesamten Flughafen – viel zu wenig und zu klein. Hat vielleicht Methode, das Ganze, denn mit diesen Räumlichkeiten lässt sich ja – im Gegensatz zu Verkaufsständen – kein Geld machen.  Und ich fände es auch ganz praktisch, wenn es – wie hier in den USA überall üblich – in den Wartebereichen an den Gates Stromanschlüsse für Computer gäbe. Aber nein: so kundenfreundlich ist man hier in Deutschland ja nicht.

Am Gate habe ich dann viel gelesen, und bin außerdem noch etwas herumspaziert, weil ich mir ja gerne noch die Füße vertreten wollte, vor dem langen Flug, bei dem man ja doch ziemlich an seinem Sitz festgenagelt ist. Und als ich dann einmal aus dem Fenster sah, dockte gerade ein Flugzeug am Flugsteig an, das mir aber doch für den Flug über den großen Teich etwas sehr klein vorkam. Es war auch nur ein zweistrahliger Airbus, und das erschien mir doch etwas seltsam, weil Lufthansa die Atlantikstrecke ja immer mit vierstrahligen Maschinen fliegt. [Und das ist nicht zuletzt einer der Gründe, weswegen ich Lufthansa fliege und nicht eine amerikanische Airline: es ist für mich ein Sicherheitsaspekt, denn wenn bei einem zweistrahligen Flugzeug ein Triebwerk ausfällt, sind sofort 50% der Antriebsleistung weg, bei einem vierstrahligen aber nur 25%. Und außerdem: sollte auch noch ein weiteres Triebwerk ausfallen, so wird das zweistrahlige Flugzeug zum Segelflieger – und da ist die Reichweite gar nicht sehr groß – während eine vierstrahlige Maschine auch dann noch ohne Weiteres ihren Flug fortsetzen kann.] Wie dem auch sei: ich konnte mir nicht vorstellen, dass das unser Flieger sein sollte. Und er war’s auch nicht. Es kam die Ankündigung, dass das Flugzeug für den Flug nach Houston auf dem Vorfeld stünde [kommt in Frankfurt schon mal häufiger vor] und wir mit dem Bus dorthin gebracht werden würden, während eine andere Durchsage Passagiere für einen Flug nach München zu unserem Gate bat. Und als wir dann die Treppen herunter gegangen waren und vor dem Bus standen, hatte der als Fahrtziel doch tatsächlich „Houston“ draufstehen! Da wollte ich eigentlich mal fragen, wie lange denn das dauern würde, und welche Strecke sie denn da fahren würden!  😉  Na ja, klar, der Bus brachte uns – über das halbe Vorfeld übrigens – zum Flugzeug: einem Jumbo [Boeing 747], wie üblich auf dieser Strecke.

Mit diesem etwas umständlicheren Boarding dauerte es ein wenig länger, bis der Flieger abflugbereit war. Und dann wurden wir wieder über etwa 3/4 des Flughafens zur Startbahn West kutschiert, wo wir noch eine ganze Zeit warten mussten, da – wie uns der Pilot bzw. Copilot sagte – wegen des Nebels die Abstände beim Start etwas größer sein mussten. Und so kamen wir nur mit etwa 40 Minuten Verspätung in Frankfurt weg. Diese Verspätung haben wir auch nicht wieder aufgeholt, was unter anderem daran lag, dass wir über Grönland einen ziemlichen Gegenwind hatten und die Piloten auch später, über dem amerikanischen Festland, wegen Turbulenzen die Geschwindigkeit etwas gedrosselt haben.

Apropos „über Grönland“: es ist nach meiner Erfahrung ausgesprochen selten und ungewöhnlich, dass der Flug von Frankfurt nach Houston so weit nördlich geht. Wir sind zunächst einmal noch östlich von England über die Nordsee nach Norden geflogen, an der Nordspitze von Schottland vorbei, und dann über Island und Grönland [und zwar noch nicht einmal die Südspitze, sondern deutlich weiter nördlich über das Landesinnere] Richtung Kanada. Dort sind wir über die James Bay hereingekommen, und dann ging es fast direkt nach Süden Richtung Houston.

An Bord war alles prima – bis auf den Platz natürlich. Da hat man in der „Holzklasse“ nun einmal nicht viel. Und in meiner Reihe, mit der Wand der Bordküche im Rücken, konnte ich leider auch meine Sitzlehne nicht nach hinten neigen. Der Flug war übrigens sehr angenehm ruhig, bis auf ein paar etwas heftigere Turbulenzen in den letzten 3 Stunden, über den USA. Das Essen [ich hatte Hühnchen mit Kartoffelpürree und Broccoli und später vegetarische Tortellini als zweite warme Mahlzeit] war schmackhaft und – im Gegensatz zum Hinflug – auch richtig heiß und nicht nur lauwarm. Das Unterhaltungsprogramm habe ich nur ganz wenig verfolgt, sondern ich habe viel gelesen und auch etwas geschlafen.

In Houston kamen wir dann, wie schon gesagt, mit etwa 30 Minuten Verspätung an, statt, wie geplant, um 14:20 Uhr Ortszeit. Die Einreiseformalitäten gingen ungewohnt schnell für mich: Pass, Zollerklärung und Green Card vorgelegt, Frage, wie lange ich außerhalb der USA gewesen sei, beantwortet, Fingerabdrücke nur der rechten Hand [außer Daumen] abgegeben, und dann gab’s schon die Stempel und ein „Welcome back“ – und das war’s. [Was etwas aufgehalten hat, war eine Familie vor mir, für die die Abfertigung etwa 10  Minuten dauerte – mit ganz viel „Formularkrieg“. Sogar nachdem die abgefertigt waren, musst der Einreisebeamte noch Formulare ausfüllen und abstempeln.] Und auch meine Reisetasche kam, kurz nachdem ich am Förderband angekommen war. Wie eigentlich (fast) immer, brauchte ich auch nur die Zollerklärung abzugeben und nicht meine Koffer zu öffnen. Und um etwa 15:15 Uhr war ich draußen, wo Mary natürlich schon auf mich wartete.

In der Ankunftshalle [Terminal D, International Arrivals] habe ich mir dann bei Starbucks noch einen Kaffee geholt, und dann ging’s auf die Fahrt nach Hause. Unterwegs haben wir dann zuerst noch getankt, da wir eine Tankstelle gefunden haben, wo Normalbenzin nur $ 3,039 [für uns, mit unserer Chevron-Karte sogar nur $ 2,939] kostete, dann haben wir noch, weil wir beide Hunger hatten, etwas später bei Subways je ein Subway-Sandwich gegessen, und so gegen 20:30 Uhr waren wir wohlbehalten wieder hier zuhause in Karnes City, und ich wurde freudig von Sally begrüßt.

Schnell habe ich mich übrigens wieder eingewöhnt. Was mir natürlich, nachdem es in Deutschland in der letzten Woche immer unter 10 Grad gewesen waren, war die Temperatur hier: Houston hatte 25 Grad, als wir ankamen. Jetzt – seit der vergangenen Nacht – ist es übrigens deutlich kälter geworden: mit einem kräftigen und kalten Nordwind sind es nur noch (gefühlte) 8 Grad, und in der Nacht soll es sogar leichten Frost geben. Und so haben wir ein schönes Feuer im Kamin – und das tut gut.

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Buschbrände in Texas

Nachdem es nun monatelang extrem dürr war und zusätzlich wochenlang heiß und die Vegatation weitestgehend vertrocknet ist, kam jetzt auch noch seit gestern ein starker Wind dazu, und so haben wir die besten Bedingungen – leider – für ausgedehnte Flächenbrände, die – des Windes wegen – kaum unter Kontrolle zu bringen sind.

Die Zeit hatte dazu am Samstag eine Reihe von Fotos: hier klicken.

Und eine Karte mit den Bränden in ganz Texas findet sich hier. Das sind übrigens nur die, die auf Satellitenbildern auftauchen.

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Viel zu trocken …

… ist es hier schon seit Langem. Seit Mitte Oktober des vergangenen Jahres haben wir keinen vernünftigen Niederschlag mehr gehabt, mit Ausnahme von einem Mal im Januar. Aber das war dann eben der berühmte Tropfen auf den heißen Stein – im wahrsten Sinne des Wortes. Eigentlich wäre so ein Wetter – oft mit stahlend blauem Himmel – ja schön. Aber wenn es dann mit so langer Dürre verbunden ist, dann ist es eben doch nicht mehr gut. Und so ist Alles dann viel zu trocken und dürr. Das Gras wird braun, und Rasen, Blumen, Pflanzen und noch nicht richtig etablierte Sträucher und Bäume müssen ständig gewässert werden. Und abgesehen davon, dass das dem Grundwasserspiegel nicht gut tut [es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die ersten Restriktionen im Wassserverbrauch kommen], tut es auch dem Portemonnaie nicht gut: unsere Wasserrechnung wird uns die Tränen in die Augen treiben. Aber es muss eben sein, denn wir können doch nicht Alles eingehen lassen. Und was noch dazu kommt: die Feuersgefahr – verstärkt noch durch den ständigen kräftigen Wind – ist extrem hoch. Vielerorts hier hat es mal wieder riesige Flächenbrände, die kaum unter Kontrolle zu bekommen sind.

Wie es bei uns aussieht, davon hier ein paar Bilder, und zwar von jetzt und etwa dieselben Stellen [einmal die Einfahrt zum Haus und einmal die Weide]  zum Vergleich nach einer Zeit guter Niederschläge.

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Zum Vergleich: etwa dieselben Perspektiven

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Nix Schnee

Oder jedenfalls kaum Schnee. Entgegen den Wettervorhersagen, die uns zwischen 1 und 3 Zoll [= zwoschen 2,5 und 7,5 cm] Schnee für diese Nacht vorhergesagt hatten, sah es heute Morgen im Garten kaum weiß aus: nur etwas „Puderzucker“. Schade drum, denn etwas mehr wäre doch schön gewesen. Es hätten ja nicht gleich Chicagoer Zustände sein müssen. Aber wenigstens haben wir klares Wetter mit strahlendem Sonnenschein, wenn auch der kalte Nordwind noch anhält. Aber der soll im Laufe der nächsten 24 bis 36 Stunden langsam über West auf Süd drehen und damit wärmere Luft vom Golf von Mexiko her hierhin blase. Heute schon soll es am Nachmittag über den Gefrierpunkt gehen. Und wenn auch die nächsten Nächte noch kalt [unter dem Gefrierpunkt] blieben werden, so werden wir doch Tage mit um die 15 Grad Celsius haben.

Es ist wirklich so kalt geworden, …

… wie die Wetterfrösche vorhergesagt haben. Am Dienstag, in den frühen Morgenstunden, ist die Kaltfront durchgegangen und danach sind die Temperaturen dann ständig gefallen und haben in der vergangenen Nacht mit etwa -15 Grad [Windchill eingerechnet] Celsius ihren Tiefstpunkt  – hoffentlich – erreicht.  Ein ganz schöner Temperatursturz: innerhalb von ca. 36 Stunden sind die Temperaturen um etwa 40 Grad gefallen! Und auch tagsüber geht es – und das soll sich erst morgen Nachmittag [mit +2 Grad Celsius] ändern – nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Und dabei bläst ständig ein ziemlich kräftiger Nordwind. Der ist es, der das Ganz so wirklich kalt macht. Heute am Spätnachmittag – und dann auch in der Nacht – soll es übrigesn schneien. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir können natürlich, wenn ich da an andere Regionen und vor Allem an Chicago denke, noch froh sein. Denn was die da zur Zeit erleben ist ja wirklich kaum vorstellbar. Wenn das hier auch nur annähernd so wäre, dann hätten wir eine echte Katastrophe, denn schon jetzt – nur mit diesem Frost – sind die Elektrizitätsversorger in San Antonio überfordert. Wegen „gefrorener“ Leitungen [Wie kann, so frage ich mich, Draht frieren??] gab es da Black-Outs von z.T. mehreren Stunden, teils wegen absichtlicher Abschaltungen, teils weil das Stromnetz [power grid] zusammengebrochen war.

Wir hier in Karnes City haben bisher – und hoffentlich bleibt das so – Glück gehabt. Strom war immer da. Nur beim Wasser müssen wir aufpassen. Ich habe – so gut es ging – die Wasserhähne draußen abgedeckt und hoffe, dass es reicht. Den einzigen nicht abgedeckten Hahn haben wir ein ganz klein wenig geöffnet, und das hat gereicht, um ihn nicht einfrieren zu lassen. Und in der vergangenen Nacht haben wir vorsichtshalber auch alle Wasserhähne im Haus auf „leichtes Tröpfeln“ gestellt. Die Leitungen verlaufen nämlich unisoliert unter dem Haus im sogenannten „crawl space“. Das ist der Raum unter dem Fußboden, durch den man gerade so eben noch kriechen kann, auf dem Bauch, wie Winnetou, wenn er sich anschleicht.

Das Ganze [nicht frostgeschützte Wasserleitungen, Stromzufuhr oberirdisch etc.] ist – meine texanischen Freunde mögen mir verzeihen – für mich etwas (sehr) primitiv. Für mich in einem doch hochzivilisierten und hochtechnisierten Land einfach schwer vorstellbar.

Unsere Haustiere gehen übrigens ganz unterschiedlich damit um: Sally ist fast immer drinnen, aber Buster – mit seinem dicken Fell – fühlt sich selbst bei diesem kalten und schneidenden Wind draußen nicht unwohl und will manchmal gar nicht reinkommen. Nur des nachts lässt er sich schon mal überreden. Unsere Katzen sind nachts fast alle drinnen, und die meisten auch zum größten Teil tagsüber. Nur Zsa Zsa und Pepper bleiben draußen. Pepper ist noch viel zu scheu um reinzukommen [er haut ja immer noch ab, wenn wir ihm näher als auf einen Meter kommen], und Zsa Zsa fühlt sich drinnen nicht wohl. Ab und zu kommt sie mal rein, aber nach ein paar Minuten miaut sie dann schon wieder in der Nähe der Tür und will raus. Wir können uns nur vorstellen, dass sie irgendwo in der Garage [da haben wir eine dicke Decke ausgebreitet] oder im Schuppen [da gibt’s auch wärmende Unterlagen] Plätze gefunden haben, die sie ausreichend schützen. Raus aus dem Wind sind sie da ja allemal. Wir denken mal, wenn es wirklich hart auf hart ginge für sie, dann würden sie schon ins Haus kommen.