Es ist wirklich so kalt geworden, …

… wie die Wetterfrösche vorhergesagt haben. Am Dienstag, in den frühen Morgenstunden, ist die Kaltfront durchgegangen und danach sind die Temperaturen dann ständig gefallen und haben in der vergangenen Nacht mit etwa -15 Grad [Windchill eingerechnet] Celsius ihren Tiefstpunkt  – hoffentlich – erreicht.  Ein ganz schöner Temperatursturz: innerhalb von ca. 36 Stunden sind die Temperaturen um etwa 40 Grad gefallen! Und auch tagsüber geht es – und das soll sich erst morgen Nachmittag [mit +2 Grad Celsius] ändern – nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Und dabei bläst ständig ein ziemlich kräftiger Nordwind. Der ist es, der das Ganz so wirklich kalt macht. Heute am Spätnachmittag – und dann auch in der Nacht – soll es übrigesn schneien. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir können natürlich, wenn ich da an andere Regionen und vor Allem an Chicago denke, noch froh sein. Denn was die da zur Zeit erleben ist ja wirklich kaum vorstellbar. Wenn das hier auch nur annähernd so wäre, dann hätten wir eine echte Katastrophe, denn schon jetzt – nur mit diesem Frost – sind die Elektrizitätsversorger in San Antonio überfordert. Wegen „gefrorener“ Leitungen [Wie kann, so frage ich mich, Draht frieren??] gab es da Black-Outs von z.T. mehreren Stunden, teils wegen absichtlicher Abschaltungen, teils weil das Stromnetz [power grid] zusammengebrochen war.

Wir hier in Karnes City haben bisher – und hoffentlich bleibt das so – Glück gehabt. Strom war immer da. Nur beim Wasser müssen wir aufpassen. Ich habe – so gut es ging – die Wasserhähne draußen abgedeckt und hoffe, dass es reicht. Den einzigen nicht abgedeckten Hahn haben wir ein ganz klein wenig geöffnet, und das hat gereicht, um ihn nicht einfrieren zu lassen. Und in der vergangenen Nacht haben wir vorsichtshalber auch alle Wasserhähne im Haus auf „leichtes Tröpfeln“ gestellt. Die Leitungen verlaufen nämlich unisoliert unter dem Haus im sogenannten „crawl space“. Das ist der Raum unter dem Fußboden, durch den man gerade so eben noch kriechen kann, auf dem Bauch, wie Winnetou, wenn er sich anschleicht.

Das Ganze [nicht frostgeschützte Wasserleitungen, Stromzufuhr oberirdisch etc.] ist – meine texanischen Freunde mögen mir verzeihen – für mich etwas (sehr) primitiv. Für mich in einem doch hochzivilisierten und hochtechnisierten Land einfach schwer vorstellbar.

Unsere Haustiere gehen übrigens ganz unterschiedlich damit um: Sally ist fast immer drinnen, aber Buster – mit seinem dicken Fell – fühlt sich selbst bei diesem kalten und schneidenden Wind draußen nicht unwohl und will manchmal gar nicht reinkommen. Nur des nachts lässt er sich schon mal überreden. Unsere Katzen sind nachts fast alle drinnen, und die meisten auch zum größten Teil tagsüber. Nur Zsa Zsa und Pepper bleiben draußen. Pepper ist noch viel zu scheu um reinzukommen [er haut ja immer noch ab, wenn wir ihm näher als auf einen Meter kommen], und Zsa Zsa fühlt sich drinnen nicht wohl. Ab und zu kommt sie mal rein, aber nach ein paar Minuten miaut sie dann schon wieder in der Nähe der Tür und will raus. Wir können uns nur vorstellen, dass sie irgendwo in der Garage [da haben wir eine dicke Decke ausgebreitet] oder im Schuppen [da gibt’s auch wärmende Unterlagen] Plätze gefunden haben, die sie ausreichend schützen. Raus aus dem Wind sind sie da ja allemal. Wir denken mal, wenn es wirklich hart auf hart ginge für sie, dann würden sie schon ins Haus kommen.

Werbeanzeigen

Da sitze ich nun …

… in Shorts und T-Shirt [kurzärmelig, natürlich] hier am Computer, und wir haben auch die Fenster auf, denn es ist über 26 Grad! Bei strahlendem Sonnenschein und Südwind. Der bringt ja nun immer schön warme – und auch feuchte(re) – Luft von der Golfküste mit sich.

Aber es soll wieder kalt werden, und zwar werden wir – wenn die Wetterfrösche  Recht haben – die bisher kältesten Tage und Nächte dieses Winters haben. Es nähert sich von Norden eine Kaltfront, und dahinter kommt ein Schwall arktische Kaltluft [„arctic blast expected„]. Dienstag Vormittag soll das hier durchgehen. Und dann sind für Mittwoch die tiefsten Temperaturen bisher angekündigt: nachts bis runter auf 21 Grad Fahrenheit [- 6,1 Celsius] bzw. den Windchill-Faktor [bei Nordwind von bis zu 4o Meilen [= fast 65 Kilometer] pro Stunde eingerechnet sogar 6 Grad Fahrenheit, entsprechend – 14,4 Grad Celsius. Tagsüber soll es aber – Gott sei Dank – immer bis auf mindestens ca. 5 Grad Celsius steigen: also kein Dauerfrost. Trotzdem: ich muss unbedingt für Feuerholz sorgen und auch die Wasserhähne draußen gut abdecken.

Kälteste Nacht bisher in diesem Winter?

Ich glaube, wir hatten das. Jedenfalls fühlte es sich immer ganz schön kalt an, wenn ich in der vergangenen Nacht aufstehen musste. Und auch jetzt, um 08:15, ist es noch unter dem Gefrierpunkt, obwohl die Sonne richtig schön scheint – und das schon seit etwa einer Stunde [Sonnenaufgang 07:25]. Aktuell ist es 29 Grad Fahrenheit [entsprechend -1,67 Celsius] und „gefühlt“ – wegen „Windchill“ – nur 25 Fahrenheit [= -3,89 Celsius].

Windchill

So heißt hier der Auskühlungseffekt durch (starken) Wind, der die gefühlte Temperatur [„real feel„] manchmal um Einiges kälter erscheinen lässt als es die gemessene ist. Und so wird hier (fast) immer zusätzlich zur gemessenen auch die „gefühlte“ Temperatur angegeben. Die Werte hier in Karnes City sind im Augenblick [07:30 Uhr], bei einem (kalten) Nordnordostwind:

  • Temperature 36 Grad Fahrenheit [2 Grad Celsius]
  • Real Feel 21 Grad Fahrenheit [-6 Grad Celsius]

Apropos Wind: hier wird immer die durchschnittliche bzw. andauernde [„sustained„] Windgeschwindigkeit und die in Böen [„gusts„] angegeben. Und diese Werte sind im Augenblick:

  • sustained 18 mph [27 Km/H]
  • gusts 27 mph [43 Km/H]

P.S.: In der nächsten Nacht soll es noch kälter werden: 24/19 Fahrenheit [4,5/-7 Celsius]. Das ist – wenn auch natürlich nicht immer und auch nicht häufig – auch typisch für den südtexanischen Winter, ebenso wie der gestrige Tag mit nasskaltem, windigem Wetter bei bedecktem Himmel mit einer Tageshöchsttemperatur von um die 40 Grad Fahrenheit entspechend gut 4 Grad Celsius. Und noch etwas zum Wetter: vorgestern hatten wir einen relativ guten Regen, mit, wie man es hier angibt,  1,5 Zoll [das sind umgerechnet ca. 38 Lieter pro Quadratmeter] in 12 Stunden. Das war richtig prima, denn wir hatten ja schon seit Mitte November keinen richtigen Niederschlag mehr gehabt.