Unser alter Brunnen …

… tut’s nun wohl leider doch nicht mehr. Wir hätten ihn ja wohl gerne reaktiviert, denn das hätte uns im Sommer doch eine Menge Geld gespart, aber das klappt leider nicht. Gestern hatten wir einen örtlichen Brunnenspezialisten hier, um denBrunnen zu testen, ob sich eine „Reaktivierung“ lohnt:

water well probe

Brunnentest (1)

Zunächst einmal [davon habe ich leider keine Bilder, weil mir wieder einmal zu spät eingefallen ist, dass ich das ja fotografisch dokumentieren wollte] wurde das alte Gestänge [insgesamt etwa 60 Meter Rohr] herausgezogen.

water well probing

Brunnentest (2)

Als das alte Gestänge dann raus war, wurde unter Hochdruck Luft in das Bohrloch geblasen. Eigentlich, jedenfalls wenn genug Wasser drin gewesen bzw. nachgelaufen wäre, hätte das binnen kurzem herausschwappen müssen – und zwar reichlich. So aber kamen fast nur Luft und Seifenblasen, denn um das Ganze besser sehen zu können, hatte der Unternehmer etwas Seife in das Loch geschüttet. Diese Seifenblasen waren dann auch das Einzige, was rauskam. Und damit war klar: es lohnt sich nicht, diesen Brunnen wieder zu aktivieren. Wenn überhaupt, dann müssen wir ganz neu bohren. Aber das wird teuer. Empfehlenswert wäre hier mittlerweile eine Tiefe von gut über 100 Metern, und das würde, mit allem Drum und Dran [Bohren, Rohre, Pumpe etc.] etwa $10.000 kosten. Ich denke mal, das ist uns im Augenblick – denn es stehen andere, wichtigere Projekte an – zu viel. Aber vielleicht später, denn mit einem eigenen Brunnen hätten wir natürlich die Chance, zu ganz geringen Kosten den ganzen Sommer über unseren Rasen gut zu wässern.

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Es ist wirklich so kalt geworden, …

… wie die Wetterfrösche vorhergesagt haben. Am Dienstag, in den frühen Morgenstunden, ist die Kaltfront durchgegangen und danach sind die Temperaturen dann ständig gefallen und haben in der vergangenen Nacht mit etwa -15 Grad [Windchill eingerechnet] Celsius ihren Tiefstpunkt  – hoffentlich – erreicht.  Ein ganz schöner Temperatursturz: innerhalb von ca. 36 Stunden sind die Temperaturen um etwa 40 Grad gefallen! Und auch tagsüber geht es – und das soll sich erst morgen Nachmittag [mit +2 Grad Celsius] ändern – nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Und dabei bläst ständig ein ziemlich kräftiger Nordwind. Der ist es, der das Ganz so wirklich kalt macht. Heute am Spätnachmittag – und dann auch in der Nacht – soll es übrigesn schneien. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir können natürlich, wenn ich da an andere Regionen und vor Allem an Chicago denke, noch froh sein. Denn was die da zur Zeit erleben ist ja wirklich kaum vorstellbar. Wenn das hier auch nur annähernd so wäre, dann hätten wir eine echte Katastrophe, denn schon jetzt – nur mit diesem Frost – sind die Elektrizitätsversorger in San Antonio überfordert. Wegen „gefrorener“ Leitungen [Wie kann, so frage ich mich, Draht frieren??] gab es da Black-Outs von z.T. mehreren Stunden, teils wegen absichtlicher Abschaltungen, teils weil das Stromnetz [power grid] zusammengebrochen war.

Wir hier in Karnes City haben bisher – und hoffentlich bleibt das so – Glück gehabt. Strom war immer da. Nur beim Wasser müssen wir aufpassen. Ich habe – so gut es ging – die Wasserhähne draußen abgedeckt und hoffe, dass es reicht. Den einzigen nicht abgedeckten Hahn haben wir ein ganz klein wenig geöffnet, und das hat gereicht, um ihn nicht einfrieren zu lassen. Und in der vergangenen Nacht haben wir vorsichtshalber auch alle Wasserhähne im Haus auf „leichtes Tröpfeln“ gestellt. Die Leitungen verlaufen nämlich unisoliert unter dem Haus im sogenannten „crawl space“. Das ist der Raum unter dem Fußboden, durch den man gerade so eben noch kriechen kann, auf dem Bauch, wie Winnetou, wenn er sich anschleicht.

Das Ganze [nicht frostgeschützte Wasserleitungen, Stromzufuhr oberirdisch etc.] ist – meine texanischen Freunde mögen mir verzeihen – für mich etwas (sehr) primitiv. Für mich in einem doch hochzivilisierten und hochtechnisierten Land einfach schwer vorstellbar.

Unsere Haustiere gehen übrigens ganz unterschiedlich damit um: Sally ist fast immer drinnen, aber Buster – mit seinem dicken Fell – fühlt sich selbst bei diesem kalten und schneidenden Wind draußen nicht unwohl und will manchmal gar nicht reinkommen. Nur des nachts lässt er sich schon mal überreden. Unsere Katzen sind nachts fast alle drinnen, und die meisten auch zum größten Teil tagsüber. Nur Zsa Zsa und Pepper bleiben draußen. Pepper ist noch viel zu scheu um reinzukommen [er haut ja immer noch ab, wenn wir ihm näher als auf einen Meter kommen], und Zsa Zsa fühlt sich drinnen nicht wohl. Ab und zu kommt sie mal rein, aber nach ein paar Minuten miaut sie dann schon wieder in der Nähe der Tür und will raus. Wir können uns nur vorstellen, dass sie irgendwo in der Garage [da haben wir eine dicke Decke ausgebreitet] oder im Schuppen [da gibt’s auch wärmende Unterlagen] Plätze gefunden haben, die sie ausreichend schützen. Raus aus dem Wind sind sie da ja allemal. Wir denken mal, wenn es wirklich hart auf hart ginge für sie, dann würden sie schon ins Haus kommen.

In der frühmorgentlichen Sonne …

… sehen sogar Baumaschinen gut aus. Hier ein stimmungsvolles Bild von heute Morgen, mit tiefliegendem Nebel:

early morning

Morgens früh - Nebel über der Landschaft

Apropos Baumaschinen: zur Zeit wird hier entlang des Highways eine neue Wasserleitung verlegt, weil die alte Leitung wohl zu häufig gebrochen ist – so etwa 4 bis 5 Mal pro Jahr. Das hat z.T. auch mit dem Boden zu tun. Dieser ist hier wie ein Schwamm: wenn es regnet, saugt sich die Erde richtig voll und dehnt sich aus, und wenn es trocken ist, zieht sie sich halt wieder zusammen. Und das tut den Rohren, die im Übrigen auch reichlich nah an der Oberfläche verlegt sind, gar nicht gut, und immer wieder bricht eins.

Weitere Bilder demnächst in meinem Fotoblog „Pit’s Bilderbuch