Reisebericht: England- & Schottlandreise – Tag 3 [„Full English Breakfast“]

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Frühstück im Morgan Hotel Am dritten Tag unserer Reise, dem ersten „echten“ Tag in London, sind wir – wir waren ja schließlich schon um kurz nach 6 abends [Londoner Zeit] ins Bett gegangen und waren wohl auch noch auf unsere … Weiterlesen

Reisebericht: England- & Schottlandreise – Das Morgan Hotel [London]

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Wie es zu diesem Hotel kam Ursprünglich hatte ich vorgehabt, etwas außerhalb Londons, wenn möglich an der Themse, ein Hotel zu finden und hatte mir Henley-on-Thames als Standort ausgeguckt. Aber als ich sah, dass dann ein Rückfahrtticket per Bahn nach … Weiterlesen

Asleep at the Wheel

Nein, das betrifft nicht mich und meine Fahrkünste, sondern Asleep at the Wheel ist eine Country Musik Band, die wir gestern bei ihrem Auftritt im Paramount Theatre in Austin live gehört haben. Ihr Programm, Santa Loves to Boogie, hat uns außerordentlich gut gefallen. Wie Bandleader Ray Benson in seiner Einleitung sagte, war nicht das gesamte Programm weihnachtlich, sondern ein guter Teil waren auch ihre tardiotionellen Country-and-Western Hits. Aber genau das machte das Programm abwechslungsreich und unterhaltsam. Und die Show war wirklich gut. Man spürte, dass sie richtig in ihrer Musik aufgingen, ganz besonders Ray Benson – Band Leader, Lead Singer und Gitarrist der Truppe: ein echter Charakter auf der Bühne. Es waren zwei wirklich unterhaltsame Stunden und es war schade, wie schnell die vorbeigingen.

Vorher waren wir in Scholz Garten, dem ältesten Biergarten in Austin, zu Abend essen – natürlich jetzt, im Herbst, nicht draußen im Biergarten, sondern drinnen im Restaurant. Das Restaurant wurde 1866 von August Scholz, einem deutschen Einwanderer und Veteran der Konföderierten Armee, erbaut und ist nach wie vor ein privat geführtes traditionelles Restaurant in Austin, mit viel Atmosphäre, das im Jahre 1966 sogar vom texanischen Landtag in einer Resolution als “ a gathering place for Texans of discernment, taste, culture, erudition, epitomizing the finest tradition of magnificent German heritage in our State“ gewürdigt wurde und auch eine Plakette [historical marker] draußen an der Fassade hat. [Mehr zum Restaurant hier: Scholz Garten History]

Unsere Eindrücke – zumindest vom Essen, denn das Ambiente war ok – waren allerdings gemischt, um das einmal so auszudrücken. Es fing damit an, dass wieder einmal, wie das hier in den USA nach meiner Erfahrung leider auch in wirklich gut geführten Restaurant immer wieder vorkommt, das Hauptgericht fast zeitgleich mit der Vorspeise auf den Tisch kam. Auf unsere Kritik daran meinte die Kellnerin nur, das Essen habe eben so schnell bereitgestanden. Na ja, so haben wir die Vorspeise dann eben als weitere Beilage betrachtet. Als Vorspeise hatten wir übrigens frittierte eingelegte Gurken [fried pickles]. Für unseren deutschen Geschmack mag das ja etwas ungewöhnlich klingen, aber mir – und Mary auch – hat’s prima geschmeckt.

Frittiert wird hier übrigens (fast) Alles und Jedes: bei Festlichkeiten gibt es in dieser Hinsicht immer wieder etwas Neues, sogar frittiertes Bier!

Aber weiter zu unseren Eindrücken: Mary hatte als Hauptgericht ein gegrilltes [genauer gesagt, Barbeque] halbes Hähnchen mit Kartoffelsalat und Sauerkraut als Beilagen, und das war gut. Ich hatte mich – weil ansonsten als deutsche Gerichte nur Schnitzel in verschiedenen Varianten auf der Speisekarte standen – für Bratwurst entschieden, denn ich bin immer noch auf der Suche nach einer guten Bratwurst hier. Als Beilagen hatte ich mir Sauerkraut und Fritten ausgesucht. Mit meinem Essen war ich nur sehr bedingt zufrieden – wenn überhaupt: das Sauerkraut war „zu Tode gekocht“, die Fritten ziemlich „labberig“ und die Bratwurst nur lauwarm. Das Einzige, was beim Essen wirklich gut war, war der Senf! Mein Gericht war wirklich kein Renommee für den Laden. Und die Kritik habe ich die Kellnerin, als sie fragte, wie es sei, auch wissen lassen. Sie hat mir dann zwar angeboten, die Bratwürste aufwärmen zu lassen, aber dazu – aufgewärmtes Essen – hatte ich nun auch keine Lust. Ich habe sie lediglich gebeten, das doch bitte dem Koch auszurichten. Ansonsten: wären sie richtig warm gewesen – oder sogar so heiß wie die frittierten Gurken – hätten sie bestimmt gut geschmeckt. Ach ja: was am allerbesten geschmeckt hat war das Spatenbräu Optimator vom Fass! Richtig schön würzig-malzig, und für amerikanische Verhältnisse (fast) zu warm, was aber kein Nachteil ist, denn dann ist es für deutsche Biertrinker gerade richtig temperiert. Ich denke einmal, wir werden, trotz der gemischten Erfahrungen, wieder hingehen, denn es wird ja wohl nicht immer so sein. Der jetzige Besitzer, Tom Davis, sagt jedenfalls, er habe das Restaurant übernommen, um genau das zu richten, weil sich nämlich selber über kaltes Essen und  warmes Bier beklagt habe.

Bevor dann die Vorstellung im Paramount Theatre anfing, haben wir noch in einem kleinen Szene-Lokal nahe beim Theater ein Eis [Mary] und einen Espresso [ich] verzehrt.

Übernachten habe wir übrigens mal wieder im Best Western Atrium North – nach wie vor eine empfehlenswerte Adresse.

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Red Hot Patriot

Red Hot Patriot: The Kick-Ass Wit of Molly Ivins“ war der Titel des Schauspiels, das wir gestern Abend auf der Whisenhunt Bühne des Zach Theaters in Austin gesehen haben. Im Wesentlichen ist es die Lebensgeschichte von Molly Ivins, einer in Texas aufgewachsenen amerikanischen Journalisten-Ikone: Leitartikler, Liberale, politische Kommentatorin, Humoristin und Autorin. Im Grunde genommen war es eine ein-Personen Darbietung, mit der Schauspielerin Barbara Chisholm as Molly Ivins. Zuzusehen war wirklich eine großartige Erfahrung, von urkomisch [wie bei einem Stück über Molly Ivins nicht anders zu erwarten] über besinnlich und melancholisch bis herzerweichend, und wir haben es von Anfang bis Ende genossen.

Mehr zu Molly Ivins an anderer Stelle.

Übernachtet haben wir in demselben Motel wie in der vergangenen Woche.

Gegessen habe wir in einem chinesischen Restaurant [Fujian Grand China Buffet am Interstate Highway 35]. Das Essen war zwar gut zubereitet und schmackhaft, und die Auswahl war auch reichhaltig, aber was uns beiden nicht gefallen hat war die Tatsache, dass viele der Speisen nicht ausreichend warm gehalten waren: lauwarme Meeresfrüchtesuppe – um nur ein Gericht zu nennen – ist nun wirklich nicht mein Fall. Sehr seltsam auch- und das haben wir zum ersten Mal erlebt – war die Tatsache, dass man schon beim Eintritt bezahlen musste, noch ehe man überhaupt zum Tisch geführt wurde.

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Austin

In Austin, und zwar im Paramount Theatre, waren wir am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche, für zwei Konzerte:

Beide Konzerte haben wirklich Spaß gemacht, wenn auch mir persönlich Bela Fleck besser gefallen hat. Das mag – abgesehen einmal davon, dass ich sein Instrument, Bajo, sehr mag – unter Anderem daran gelegen haben, dass seine Musik etwas leiser war als die von K.D. Lang und ihrer Band „Boom, Siss, Bang“. Da gab’s einfach zu viel „Bang“, und auch K.D. Langs Stimme war m.E. viel zu stark verstärkt. Nach ihrem Konzert haben mir jedenfalls die Ohren noch eine ganze Zeit richtig nachgeklungen und es hat ziemlich gedauert, bis mein Gehör wieder normal funktionierfte. Ich weiß wirklich nicht, warum heutzutage die Bands ihre Verstärker so weit aufdrehen müssen.

K.D. war auf der Bühne ein richtiges Energiebündel. Sie dominierte ihre Band, während Bela Fleck selber wesentlich zurückhaltender war und die Mitglieder seiner Band – alles ganz hervorragende Solisten übrigens – deutlich größere Anteile, mit häufigen längeren Soli, hatten. Nun ja, bei K.D. Lang war die Band ja auch nur zu ihrer Begleitung da. Die „Flecktones“ waren allesamt absolute Meister ihrer Instrumente, echte Virtuosen. Am interessantesten fand ich Roy „Future Man“ Wooten, der ein synthesizer-basiertes Schlagzeug spielt(e). Für eine Weile hat mich das verwirrt, dass ich nämlich keinen Schlagzeuger hinter den Instrumenten sehen konnte. Aber nach einer Weile bin ich drauf gekommen, dass er so mit einer Art „Fernbedienung“ spielte: absolut fantastisch zuzusehen. Aber auch sein Bruder Victor Wooten, der die Bassgitarre spielte, war fantastisch in seinen Soli, ebenso wie der Keyboarder und Mundharmonikaspieler Howard Levy. Ich habe noch nie so viele verschiedene Mundharmonikas auch nur gesehen, geschweige denn gespielt gehört – und das auch noch von einem einzigen Künstler.

Das Paramount Theatre ist übrigens ein wunderschönes altes Theater, das heutzutage nur dank Spenden [Mary ist übrigens auch ein Sponsor] überlebt. Hoffentlich noch lange, denn das Innere alleine ist schon sehenswert – ganz anders als die heutigen, oft seelenlosen Räume. Wir sind immer mal wieder gerne dort für eine Show, sei es nun ein Konzert, sei es ein Vortrag.

Zu Abend gegessen haben wir am Mittwochabend bei Threadgills, einem ganz traditionellen und jahrzehnte alten Diner, und am Donnerstag in einem kleinen mexikanischen Restaurant: beide sehr empfehlenswert. Bei Austin und allem, was damit zusammenhängt [Sehenswürdigkeiten, Essen etc.] ist es natürlich von Vorteil, dass Mary da an der University of Texas, studiert hat. So kennt sie sich da bestens aus.

Übernachtet haben wir im Best Western Atrium North. Das ist das bisher beste Motel, dass wir gefunden haben – nicht nur in Austin. Einmal ganz abgesehen davon, dass wir noch in keinem Motel erlebt haben, dass das Frühstück nach Wunsch zubereitet wird [jedenfalls was Eier, Pfannekuchen und Waffeln angeht], es war auch architektonisch interessant mit einem überdachten Innenhof, in dem sich ein für amerikanische Motels ein echt großzügiger Frühstücksraum befand ebenso wie der in amerikanischen Motels obligatorische  Swimming Pool. Diese Halle war vier Stockwerke hoch – sie ging eben bis unter’s Dach – und war auf allen vier Seiten umgeben von den Fluren, an denen dann die Zimmer lagen. Alles war übrigens sehr großzügig ausgelegt, z.B. mit Sitzecken auf den Fluren. Man hatte nie den Eindruck, hier sollte der verfügbare Raum möglichst patzsparend und geldbringend ausgenutzt werden. Apropos „geldsparend“: dieses Motel war dann – als schöne Beigabe – auch noch preiswerter als das „Super 8“, in dem wir früher in Austin immer übernachtet haben, und das wir bis dahin für das beste uns bekannte Motel gehalten haben. Um noch einmal auf das Frühstück zurückzukommen: abgesehen von den üblichen Dingen wir Müsli, Cerealien, Toast und süßes Gebäck fanden wir große Schüsseln mit gebratenem [richtig cross übrigens] Speck, Sausage Patties und Gravy [diese weiße Soße ist übrigens gar nicht mein Fall]. Und es war ein – übrigens sehr gesprächiger – schwarzer Koch da, der einem dann die Eier nach Wunsch zubereitete: Spiegeleier [wie hier in den USA üblich „over easy“, „sunny side up“ oder „scrambled“]. Und er machte einem auf Wunsch eben auch die Pfannekuchen und Waffeln. Und was auch nicht immer der Fall ist: der Kaffee war wirklich prima. In diesem Motel hatten sie übrigens „Douwe Egberts„. Wir werden da mit Sicherheit wieder übernachten, und zwar schon am Freitag dieser Woche, wenn wir zu einem Vortrag in einem anderen kleine Theater in Austin sein werden.

Und noch eine Bemerkung: der Verkehr in Austin war schlimmer als in Houston, mit mehr Staus und mehr rasern.

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Urlaubsplanung

Die Planung für unseren Deutschlandurlaub in diesem Jahr steht. Noch haben wir zwar nicht alle Unterkünfte gebucht, aber der Rahmen ist abgesteckt und die Flüge sind gebucht.  Und da wir im vergangenen Jahr nicht in Deutschland waren, wollen wir uns dieses Mal so richtig „austoben“ und werden 5 Wochen und einen Tag unterwegs sein – aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in England. Ich habe Mary so viel von einem meiner schönsten – wenn nicht dem schönsten – Englandurlaub [einer Tour mit einem Narrow Boat auf (alten) Kanälen sowie dem Avon und dem Severn durch „The Heart of England„, das ist Shakespeare Country und Birmingham] vorgeschwärmt, dass sie das auch einmal erleben wollte. Wir werden ein paar Tage – vor und nach der Bootstour – in meinem Lieblingshotel [Salford Hall in Abbot’s Salford bei Stratford] verbringen und dann den Stratford-on-Avon Canal von Wootton Wawen nach Stratford herunterfahren. Dann geht’s weiter den Avon herunter bis Tewkesbury, und von da den Severn aufwärts über Worcester bis nach Stourport. Von da wird es nach Birmingham gehen – auf dem Staffordshire & Worcestershire Canal. Von Birmingham aus wird’s dann auf dem Grand Union Canal nach Warwick, und dann wieder ein wenig zurück auf dem Gran Union Canal und auf dem Stratforn-on-Avon Canal zurück nach Wootton Wawen gehen.

Und in Deutschland wollen wir uns diesmal – mit einem Kurzaufenthalt in Aachen auf der Reise von Calais in die Gegend von Hamburg – den Norden „unsicher machen“. Hamburg ist angedacht, und auch Rügen.

Es wird eine ganze Menge zu sehen geben und wir freuen uns schon sehr darauf.