Ausnahme-Dürre in Texas

Auch wenn ich mich mit meinen Postings wiederhole: es ist einfach fürchterlich trocken hier im südlichen Texas. Die Dürre wird hier als „exceptional“, das ist die höchste Stufe auf einer 5-stufigen Skala, eingestuft. Sogar ganze Flüsse, z.B. der obere Guadalupe, trocknen aus. Heute gab’s zu der Dürre in den südlichen USA einen Artikel in der New York Times:

„Drought Spreads Its Pain Across 14 States – NYTimes.com.

By and
Published: July 11, 2011

[…]

In Texas, where the drought is the worst, virtually no part of the state has been untouched. City dwellers and ranchers have been tormented by excessive heat and high winds. As they have been in the southwest, wildfires are chewing through millions of acres.

Last month, the United States Department of Agriculture designated all 254 counties in Texas as natural-disaster areas, qualifying them for varying levels of federal relief. More than 30 percent of the state’s wheat fields might be lost, adding pressure to a crop in short supply globally.

Even if weather patterns shift and relief-giving rain comes, losses will surely head past $3 billion in that state alone, Texas agricultural officials said.

[…]“

Read the whole article here: The New York Times

To read this posting in English, click here.

Mesquite(holz) …

… sollte man eigentlich ja eher zum Barbeque benutzen und nicht im Kamin verfeuern, aber einerseits haben wir kein anderes Holz [Mesquite ist nun mal das, was am häufigsten hier vorkommt und es wird mehr als Unkraut denn als Nutzholz betrachtet] und andererseits haben wir keinen Holzkohlen- sondern einen Gasgrill. Der ist für uns – wir grillen nicht so häufig – einfach praktischer: Gas aufdrehen, anzünden und los geht’s; und keine Probleme mit Holzkohle zum Glühen kriegen und hinterher die Asche entsorgen. Und es ist erst recht einfacher als zunächst einmal Holzscheite an-/verbrennen und dann die glühenden Reste zum Grillen benutzen. Dafür müssen wir dann auf den Räuchergeschmack des Holzes verzichten, aber man könnte das auch erreichen, indem man Holzspäne [vorher gut gewässert, damit sie nicht richtig verbrennen] in Aluschalen mit in den Grill stellt.

Mesquiteholz brennt übrigens sehr heiß. Und es ist auch sehr hart. Das stumpft die Kettensäge dann sehr schnell ab. Und was die Einschätzung als „Unkraut“ angeht: es sprießt ganz schön gut und schnell. Man kann es nur ausrotten, wenn man es wirklich mit allen Wurzeln beseitigt, oder die abgesägten Stümpfe chemisch behandelt. Ansonsten schlägt es entweder an den oberirdischen Resten wieder aus, oder es verbreitet sich mit Ausläufern unterirdisch. Die weite Verbreitung von Mesquite [als Bäume oder als Büsche] hier im südwestlichen Texas ist übrigens auf menschlichen – und zwar erst seit der Besiedlung durch Weiße – Einfluss zurückzuführen. Erst weiße Siedler haben, meist um Raum für die Viehwirtschaft zu schaffen, mit Abholzen angefangen. Aber da sie nicht die Wurzeln mit ausgerottet haben, hat Mesquite sich im heutigen Umfang verbreitet und ist (fast) zur Plage geworden.

Grenzerfahrungen – eine Anekdote

Es ist zwar schon eine ganze Weile her und hat sich ereignet, bevor ich dieses Blog hier angefangen habe, aber das „Grenzerlebnis“ muss ich doch noch erzählen.

Auf unserer Hochzeitsreise waren Mary und ich in West Texas, in „Big Bend Country„, sozusagen im „Zollgrenzbezirk“ und an der Grenze zu Mexiko wollen die Amerikaner natürlich illegale Einwanderer draußen halten. Und so gibt es da auf jeder Straße, die von einem (möglichen) Grenzübergang aus in die USA führt, einen Kontrollpunkt der „Border Patrol“ – übrigens nur in Richtung in die USA. Schon auf unserer Fahrt nach Fort Davis hatten wir kurz hinter Del Rio einen solchen Kontrollpunkt passieren müssen, und da ging es problemlos: ich habe meinen Pass vorgezeigt, und ein paar Fragen beantwortet, und das war’s. Mary brauchte übrigens, nachdem sie gesagt hatte, sie sei Amerikanerin, gar nichts zu tun – noch nicht einmal sich ausweisen! Eigentlich seltsam, denn welcher Illegale würde nicht zunächst einmal behaupten, er sei amerikanischer Staatsbürger!
Ja, und dann, an einem anderen Tag, als wir in den Big Bend National Park [der ist eben an der Grenze, am Rio Grande] wollten, habe ich meinen Pass in unserer Unterkunft vergessen. Als wir den Kontrollpunkt sahen – schon auf der Fahrt zum Park – fiel es mir natürlich ein. Aber zum Einen wollten wir nicht mehr als eine Stunde zurückfahren, und zum Anderen auch nicht auffällig werden, indem wir in Sichtweite der Kontrollstation einfach umdrehen und zurückfahren. Hätte man uns dabei beobachtet, wären sie bestimmt hinter uns hergefahren und hätten uns angehalten. Also haben wir uns darauf verlassen, dass ich mich ja mit meinem Führerschein [ist ja ein amtlicher Ausweis mit Foto] ausweisen könnte.
Und dann kam, was kommen musste, auf der Rückfahrt. Wir wurden natürlich – wie wir erwartet hatten – angehalten. Und ich habe gesagt, dass ich meinen Pass im Hotel vergessen hatte und meinen Führerschein vorgezeigt. Das wurde zunächst auch akzeptiert, und der Beamte ging mit meinem Führerschein ins Büro, um in den Datenbanken zu überprüfen, ob ich legal in den USA war. Aber in diesem hochtechnisierten Land muss da etwas schief gegangen sein, denn sie konnten mich nicht finden. Jedenfalls nicht meine am nächsten zurückliegende Einreise im April – und die Kontrolle war im September, also ganze 5 Monate nach meiner Einreise und selbst da war ich wohl nocht nicht „im System“ – kein Wunder, dass sie hier mit Illegalen und Terroristen so ihre Probleme haben. Sie fanden nur frühere Einreisen, die letzte im Dezember 2008. Und das war ja zum Zeitpunkt der Kontrolle mehr als 6 Monate her und demnach wäre ich illegal im Lande gewesen. Ich wurde dann ins Büro gebeten, für Fingerabdrücke und Foto, damit sie danach in ihrer Datenbank suchen konnten. Die Prozedur hat etwas gedauert, weil der Beamte mit der Technik Probleme hatte. Aber auch mit den Fingerabdrücken konnten sie mich im System nicht finden. Sie haben mich dann gefragt, wo ich zuletzt eingereist bin. Und das war Houston. So haben sie dann da beim Zoll oder wo auch immer angerufen und denen war ich tatsächlich bekannt. Und damit hatten sie die gewünschte Zusicherung, dass ich legal im Land war. Und nach einer Ermahnung, in Zukunft immer meinen Pass dabei zu haben, durfte ich dann wieder meines Weges ziehen.

Das Ganze hat knapp eine Stunde gedauert und Mary im Auto ist ganz schön nervös geworden, ob sie mich nun verhaften oder möglicherweise sogar misshandeln. Aber die Beamten waren ausgesprochen höflich und freundlich. Nur Mary konnte das ja nicht wissen. Sie hat schon überlegt, wen sie zur Hilfe anrufen sollte, ihre Cousine Jo Ann, die in Denver bei der Polizei ist, oder unsere Freindin Stella hier, die Richterin ist. Na ja, war ja zum Glück nicht notwendig. Aber jetzt habe ich ja meine Green Card und kann somit nachweisen, dass ich legal im Lande bin. Trotzdem sollte ich – auf jeden Fall, wenn es in Grenzgebiete geht – auch immer noch zusätzlich meinen Reisepass dabei haben.