Ein Wochenende in … Rockport/Fulton – Teil 2

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Diese Galerie enthält 17 Fotos.

Am zweiten Tag in Rockport/Fulton wollten wir etwas „Sightseeing“ betreiben und einfach so in der Gegend herumfahren. Dabei kamen wir dann recht bald, nachdem wir diese Riesenbrücke hier im Hintergrund, die die Einfahrt zur Copano Bay überspannt, passiert hatten, an … Weiterlesen

Summer off to a Sizzling Start

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So titelte gestern unsere Tageszeitung, „San Antonio Express-News„. Heute soll es 101 Grad Fahrenheit [= 38,3 Celsius] werden, morgen 104 [= 40] und am Dienstag sogar 105 [= 40,5], ehe es dann langsam wieder „abkühlt“, auf 100 [= 37,8]. Da … Weiterlesen

Ausnahme-Dürre in Texas

Auch wenn ich mich mit meinen Postings wiederhole: es ist einfach fürchterlich trocken hier im südlichen Texas. Die Dürre wird hier als „exceptional“, das ist die höchste Stufe auf einer 5-stufigen Skala, eingestuft. Sogar ganze Flüsse, z.B. der obere Guadalupe, trocknen aus. Heute gab’s zu der Dürre in den südlichen USA einen Artikel in der New York Times:

„Drought Spreads Its Pain Across 14 States – NYTimes.com.

By and
Published: July 11, 2011

[…]

In Texas, where the drought is the worst, virtually no part of the state has been untouched. City dwellers and ranchers have been tormented by excessive heat and high winds. As they have been in the southwest, wildfires are chewing through millions of acres.

Last month, the United States Department of Agriculture designated all 254 counties in Texas as natural-disaster areas, qualifying them for varying levels of federal relief. More than 30 percent of the state’s wheat fields might be lost, adding pressure to a crop in short supply globally.

Even if weather patterns shift and relief-giving rain comes, losses will surely head past $3 billion in that state alone, Texas agricultural officials said.

[…]“

Read the whole article here: The New York Times

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Viel zu trocken …

… ist es hier schon seit Langem. Seit Mitte Oktober des vergangenen Jahres haben wir keinen vernünftigen Niederschlag mehr gehabt, mit Ausnahme von einem Mal im Januar. Aber das war dann eben der berühmte Tropfen auf den heißen Stein – im wahrsten Sinne des Wortes. Eigentlich wäre so ein Wetter – oft mit stahlend blauem Himmel – ja schön. Aber wenn es dann mit so langer Dürre verbunden ist, dann ist es eben doch nicht mehr gut. Und so ist Alles dann viel zu trocken und dürr. Das Gras wird braun, und Rasen, Blumen, Pflanzen und noch nicht richtig etablierte Sträucher und Bäume müssen ständig gewässert werden. Und abgesehen davon, dass das dem Grundwasserspiegel nicht gut tut [es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die ersten Restriktionen im Wassserverbrauch kommen], tut es auch dem Portemonnaie nicht gut: unsere Wasserrechnung wird uns die Tränen in die Augen treiben. Aber es muss eben sein, denn wir können doch nicht Alles eingehen lassen. Und was noch dazu kommt: die Feuersgefahr – verstärkt noch durch den ständigen kräftigen Wind – ist extrem hoch. Vielerorts hier hat es mal wieder riesige Flächenbrände, die kaum unter Kontrolle zu bekommen sind.

Wie es bei uns aussieht, davon hier ein paar Bilder, und zwar von jetzt und etwa dieselben Stellen [einmal die Einfahrt zum Haus und einmal die Weide]  zum Vergleich nach einer Zeit guter Niederschläge.

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Zum Vergleich: etwa dieselben Perspektiven

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Es ist wirklich so kalt geworden, …

… wie die Wetterfrösche vorhergesagt haben. Am Dienstag, in den frühen Morgenstunden, ist die Kaltfront durchgegangen und danach sind die Temperaturen dann ständig gefallen und haben in der vergangenen Nacht mit etwa -15 Grad [Windchill eingerechnet] Celsius ihren Tiefstpunkt  – hoffentlich – erreicht.  Ein ganz schöner Temperatursturz: innerhalb von ca. 36 Stunden sind die Temperaturen um etwa 40 Grad gefallen! Und auch tagsüber geht es – und das soll sich erst morgen Nachmittag [mit +2 Grad Celsius] ändern – nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Und dabei bläst ständig ein ziemlich kräftiger Nordwind. Der ist es, der das Ganz so wirklich kalt macht. Heute am Spätnachmittag – und dann auch in der Nacht – soll es übrigesn schneien. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir können natürlich, wenn ich da an andere Regionen und vor Allem an Chicago denke, noch froh sein. Denn was die da zur Zeit erleben ist ja wirklich kaum vorstellbar. Wenn das hier auch nur annähernd so wäre, dann hätten wir eine echte Katastrophe, denn schon jetzt – nur mit diesem Frost – sind die Elektrizitätsversorger in San Antonio überfordert. Wegen „gefrorener“ Leitungen [Wie kann, so frage ich mich, Draht frieren??] gab es da Black-Outs von z.T. mehreren Stunden, teils wegen absichtlicher Abschaltungen, teils weil das Stromnetz [power grid] zusammengebrochen war.

Wir hier in Karnes City haben bisher – und hoffentlich bleibt das so – Glück gehabt. Strom war immer da. Nur beim Wasser müssen wir aufpassen. Ich habe – so gut es ging – die Wasserhähne draußen abgedeckt und hoffe, dass es reicht. Den einzigen nicht abgedeckten Hahn haben wir ein ganz klein wenig geöffnet, und das hat gereicht, um ihn nicht einfrieren zu lassen. Und in der vergangenen Nacht haben wir vorsichtshalber auch alle Wasserhähne im Haus auf „leichtes Tröpfeln“ gestellt. Die Leitungen verlaufen nämlich unisoliert unter dem Haus im sogenannten „crawl space“. Das ist der Raum unter dem Fußboden, durch den man gerade so eben noch kriechen kann, auf dem Bauch, wie Winnetou, wenn er sich anschleicht.

Das Ganze [nicht frostgeschützte Wasserleitungen, Stromzufuhr oberirdisch etc.] ist – meine texanischen Freunde mögen mir verzeihen – für mich etwas (sehr) primitiv. Für mich in einem doch hochzivilisierten und hochtechnisierten Land einfach schwer vorstellbar.

Unsere Haustiere gehen übrigens ganz unterschiedlich damit um: Sally ist fast immer drinnen, aber Buster – mit seinem dicken Fell – fühlt sich selbst bei diesem kalten und schneidenden Wind draußen nicht unwohl und will manchmal gar nicht reinkommen. Nur des nachts lässt er sich schon mal überreden. Unsere Katzen sind nachts fast alle drinnen, und die meisten auch zum größten Teil tagsüber. Nur Zsa Zsa und Pepper bleiben draußen. Pepper ist noch viel zu scheu um reinzukommen [er haut ja immer noch ab, wenn wir ihm näher als auf einen Meter kommen], und Zsa Zsa fühlt sich drinnen nicht wohl. Ab und zu kommt sie mal rein, aber nach ein paar Minuten miaut sie dann schon wieder in der Nähe der Tür und will raus. Wir können uns nur vorstellen, dass sie irgendwo in der Garage [da haben wir eine dicke Decke ausgebreitet] oder im Schuppen [da gibt’s auch wärmende Unterlagen] Plätze gefunden haben, die sie ausreichend schützen. Raus aus dem Wind sind sie da ja allemal. Wir denken mal, wenn es wirklich hart auf hart ginge für sie, dann würden sie schon ins Haus kommen.

Mesquite(holz) …

… sollte man eigentlich ja eher zum Barbeque benutzen und nicht im Kamin verfeuern, aber einerseits haben wir kein anderes Holz [Mesquite ist nun mal das, was am häufigsten hier vorkommt und es wird mehr als Unkraut denn als Nutzholz betrachtet] und andererseits haben wir keinen Holzkohlen- sondern einen Gasgrill. Der ist für uns – wir grillen nicht so häufig – einfach praktischer: Gas aufdrehen, anzünden und los geht’s; und keine Probleme mit Holzkohle zum Glühen kriegen und hinterher die Asche entsorgen. Und es ist erst recht einfacher als zunächst einmal Holzscheite an-/verbrennen und dann die glühenden Reste zum Grillen benutzen. Dafür müssen wir dann auf den Räuchergeschmack des Holzes verzichten, aber man könnte das auch erreichen, indem man Holzspäne [vorher gut gewässert, damit sie nicht richtig verbrennen] in Aluschalen mit in den Grill stellt.

Mesquiteholz brennt übrigens sehr heiß. Und es ist auch sehr hart. Das stumpft die Kettensäge dann sehr schnell ab. Und was die Einschätzung als „Unkraut“ angeht: es sprießt ganz schön gut und schnell. Man kann es nur ausrotten, wenn man es wirklich mit allen Wurzeln beseitigt, oder die abgesägten Stümpfe chemisch behandelt. Ansonsten schlägt es entweder an den oberirdischen Resten wieder aus, oder es verbreitet sich mit Ausläufern unterirdisch. Die weite Verbreitung von Mesquite [als Bäume oder als Büsche] hier im südwestlichen Texas ist übrigens auf menschlichen – und zwar erst seit der Besiedlung durch Weiße – Einfluss zurückzuführen. Erst weiße Siedler haben, meist um Raum für die Viehwirtschaft zu schaffen, mit Abholzen angefangen. Aber da sie nicht die Wurzeln mit ausgerottet haben, hat Mesquite sich im heutigen Umfang verbreitet und ist (fast) zur Plage geworden.

Ölboom in Karnes County (1)

Wie Pilze nach einem feuchtwarmen Regen so schießen hier in Karnes County zur Zeit die Ölbohrtürme aus dem Boden. Was hier angebohrt wird, ist die sog. „Eagle Ford Shale“ Formation. Wenn ich es richtig verstehe, ist das ein Ölschiefer, in etwa 4.000 Meter Tiefe. Bisher war das nicht lohnend, weil man eben sehr tief bohren muss und auch, weil man von einem Bohrloch aus nur einen sehr begrenzten Bereich erreichen kann, da das Öl im Gestein eingeschlossen ist. Mittlerweile hat man aber eine Technik zur Horizontalbohrung gefunden, sodass man von einer einzigen Bohrung aus einen weiteren Bereich als früher erschließen kann, und man hat eine Technik, „Fracking“ genannt, er-/gefunden, mit der man das Gestein gewissermaßen aufsprengen und das enthaltenene Öl und Gas fördern kann. Es wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in das Gestein gepresst und das sprengt es dann auf und Öl und Gas werden freigesetzt. Der zur Zeit relativ hohe Rohölpreis tut ein Übriges, um das Ganze wirtschaftlich lohnend zu machen. Karnes County ist, wie das Wall Street Journal unlängst berichtete, wohl im Augenblick das Epizentrum dieses Booms.

Und das Ganze betrifft auch uns. Auch wenn wir nicht, wie Andere hier in Karnes City/County, über Nacht zu Millionären werden, so haben wir dich ein wenig davon profitiert. Zum Einen haben wir für die Erlaubnis, auf unserem Grundstück seismische Untersuchungen durchführen zu dürfen, eine kleine finanzielle Entschädigung bekommen. Hier ein Bild [allerdings nicht auf unserem Grundstück, sondern auf dem von Cousine Melanie] von den Ungetümen, die das machen:

oil exploration

Ein vorsintflutliches Ungetüm?

Und zum Anderen hat Mary noch die Mineralrechte [zur Hälfte – die andere Hälfte gehört ihrer Cousine Jo Ann] an einem Grundstück, das sie einmal von ihrer Großmutter geerbt hat und das – jedenfalls die Oberfläche – sie längst verkauft hat. Das ist etwas, was mir ganz seltsam vorkommt: mann kann ein Grundstück verkaufen, aber die Schürfrechte [so wäre wohl der Fachausdruck] behalten. Genaueres/Mehr zum Texas Land Law werde ich mal bald recherchieren und dann hier posten. Im Prinzip aber bedeutet das, dass, wer auch immer die Oberfläche besitzt, sich nicht wehren kann, wenn der Eigentümer der Schürfrechte selber oder jemand, der diese geleast hat, dort bohrt! Und auf dem besagten Grundstück wird es noch dadurch kompliziert, dass zwei verschiedene Gesellschaften die Schürfrechte geleast haben. Die eine Gesellschaft darf bis in 4.500 Fuß Tiege schürfen/bohren, die andere unter 4.500 Fuß. Na ja, uns soll es egal sein, denn für uns fing das neue Jahr gut an: mit einem Scheck! Und wenn einmal wirklich – und das ist relativ wahrscheinlich – auch gefördert wird, so bekommen wir natürlich einen Anteil. Nichts zum reich werden, aber ein kleines zusätzliches Einkommen ist ja auch nicht zu verachten, frei nach dem Motto, „Auch Kleinvögel machen Mist.“

Zu diesem Thema gab’s vor Kurzem auch einen Artikel in der Welt, der auch das Verfahren des „Fracking“ näher erklärt.

Südtexanischer Winter – Nachtrag

Gerade in den Nachrichten gesehen: seit 1885 gab es hier unten, genauer gesagt in San Antonio, nur 5 mal Schnee! Und die Chancen, dass wir dieses Jahr weiße Weihnachten haben, sind 0,26% – nicht gerade viel.

Nächste Woche soll es übrigens am Mittwoch und Donnerstag tagsüber wieder bis zu 25 Grad werden. „Rollercoaster Weather„, also „Achterbahn-Wetter“ nennen sie das hier. Und es ist eine wirklich treffende Bezeichnung.

Südtexanischer Winter

Heute ist ein typischer südtexanischer Wintertag, jedenfalls typisch für einen Winter unter „El Nina“ Bedingungen, also typisch für einen trockenen Winter. Es herrscht ein Nordwind, wenn auch nicht besonders stark [knapp unter 10 Meilen/Stunde], aber immerhin unangenehm genug. Es ist bedeckt und trübe, so dass die Sonne nicht viel zur Aufwärmung beitragen kann. Die Tagestemperaturen sind so um die 14 Grad. Wenn es so bedeckt bleibt, wird es allerdings in der Nacht auch nicht unter den Gefrierpunkt absinken. Die Vorhersage ist ca. 2 Grad. Aber auch das ist immerhin unangenehm genug.

Also mal wieder ein Tag für ein schön prasselndes Feuer im Kamin.

Es ist kaum zu glauben, …

… da haben wir nun den 21. November und hier läuft die Klimaanlage! Aber das ist nun mal Süd-Texas. Wenn, wie seit gestern, der Wind aus Südosten, also von der Golfküste her weht, dann bringt er auch um diese Jahreszeit noch (relativ) warme und vor allem feuchte Luft mit sich. Und auch wenn es draußen gar nicht so übel und durchaus auszuhalten ist, hier im Haus staut sich dann schnell die Wärme und es wird unangenehm. Zur Zeit haben wir gut 25 Grad Celsius draußen. Aber bald soll es deutlich kühler werden. Aus dem hohen Norden Kanadas [da ist es stellenweise fast – 30 Grad] ist eine Kaltluftmasse auf dem Weg nach Süden. Und hier auf dem nordamerikanischen Kontinent liegt ja kein Gebirge „quer“, d.h. von Ost nach West, und so kann diese Kaltluft ungehindert langsam aber sicher nach Süden schwappen. Dabei wird sie zwar, bis sie hier ist, deutlich wärmer, aber wir müssen wohl doch ab Donnerstag oder Freitag mit Nachttemperaturen von nur knapp über dem Gefrierpunkt rechnen.