Texanisches Viehzeug (1)

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Als ich heute am späten Nachmittag draußen im Garten war, habe ich ganz per Zufall ein Insekt gesehen, das versuchte, eine tote Tarantel in seinen Bau zu ziehen: Ich habe nicht die geringste Ahnung, um was für ein Insekt es … Weiterlesen

Fernsehen und Werbung

Im Hintergrund – während ich das hier tippe – läuft der Fernseher mit American Football. Nicht dass mich Football an sich  besonders interessiert [ich kann dem Spiel nicht so richtig etwas abgewinnen], aber ich verfolge dieses Spiel, weil hier die „Aggies„, das Team der Texas A&M Universität und unsere Erzrivalen, denn hier im Hause sind wir für die Longhorns [das Team der Universität von Texas in Austin, wo Mary studiert hat], gegen Nebraska spielen. Und da hoffe ich natürlich, dass Nebraska gewinnt. Aber das nur am Rande, denn eigentlich wollte ich ja etwas zum Thema Fernsehen und Werbung sagen.

Also dann:

Was mich hier sehr stört: man kommt absolut nicht dazu, etwas während der Fernsehsendung(en) zu lesen, denn die Werbung wird immer wieder mit Programm unterbrochen – wenn ich das mal so sarkastisch sagen darf. Es ist wirklich erstaunlich: Alles und jedes, seien es Spielfilme, seien es Nachrichten, sei es Sport, wird in kurzen Abständen durch Werbespots unterbrochen. [Es grenzt schon an ein Wunder, dass wenigstens der Präsident der Vereinigten Staaten seine Reden an die Nation halten kann, ohne dass man ihn für Werbespots unterbricht.]  Und die Möglichkeit für Werbeeinblendungen sind es auch, warum – so habe ich einmal gelesen – Fußball [und hiermit meine ich unsere europäische Spielart, die hierzulande „soccer“ heißt] für die Fernsehanstalten weniger interessant ist: da gibt es im Spiel zu wenige Unterbrechungen, die sich für Werbespots nutzen lassen. Aber für meine, an deutschen Verhältnisse orientierten Sehgewohnheiten, ist das sehr sehr lästig.

Was die Themen der Werbung angeht: da gibt es m.E. weniger Vielfalt als in Deutschland. Den Hauptanteil der Werbeeinblöendungen [da habe ich einen ganz interessanten Tippfehler gemacht, denn „Werbeeinblödungen“ wäre bestimmt nicht falsch] machen die Kategorien Auto, Medikamente sowie Rechtsanwaltskanzleien aus. Und bei Letzerem sind es die „trial“ bzw. „litigation lawyers„, d.h. diejenigen, die sich mit Schadensersatzprozessen beschäftigen, denn da ist für sie das meiste Geld zu verdienen. Sie bekommen schließlich bis zu 60% der Summe, die dem Kläger im Gewinnfall zugesprochen wird – und im hiesigen juristischen System, in den eine Laienjury die Entschädigungssumme [die dann manchmal jedem gesunden Menschenverstand widerspricht] festlegt, kann es sich da um ganz erhebliche Summen [durchaus 6- bis 7-stellig] handeln.

Und was mir auch noch aufgefallen ist: die Werbung ist hier viel persönlicher – will heißen, auf die Person des jeweils Werbenden zugeschnitten – als in Deutschland. Bei der Autowerbung [es sein denn, es wird eine bestimmte Marke beworben] und bei der Werbung der Rechtsanwälte treten die jeweiligen Besitzer selbst vor der Kamera auf – und bei den Autohändlern manchmal sogar mit Familie, von Frau über Tochter bis zum Enkelkind. Ob das immer gut ist, wage ich zu bezweifeln, denn manche dieser Autohändler wirken so ölig, dass ich da schon allein aus persönlicher Abneigung kein Auto kaufen würde. Ich fühle mich da immer an einen Rosstäuscher bzw. orientalischen Teppichhändler erinnert.

Fazit: es gibt nur ganz wenige Sender bzw. Programme, die nicht ständig – und das heißt in Abständen von weniger als 10 Minuten – für Werbung unterbrochen werden.

Unser vierbeiniger Zeitungsbote

Ich hatte es ja, glaube ich, schon früher einmal gepostet, dass Buster gelegentlich – nach welchen Kriterien er entscheidet wann ist uns allerdings immer noch ein Rätsel – die Zeitung an der Straße [denn da wird sie ja, amerikanischer Zustellungssitte folgend, vom Zeitungsboten (im Vorbeifahren)  hingeworfen] aufliest uns ans Haus bringt. Bisher haben wir ihn dabei nie beobachten können, aber heute Morgen sahen wir ihn zum ersten Mal Richtung Straße „dackeln“ und waren gespannt, ob er die Zeitung holen würde. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit tauchte er wider auf, die Zeitung im Mund! Sonntags, bei der dicken Zeitung, kann es gar nicht so einfach sein, sie in den Griff zu bekommen, aber er hat’s geschafft. Und dann kam er damitRichtung Haus. Allerdings hat er sie nicht mir oder direkt ans Haus gebracht, sondern etwa 5 bis 6 Meter entfernt im Garten abgelegt und kam dann zu mir, um sich seine Belohnung abzuholen. Hat er natürlich – in Form von Streicheleinheiten und einem „goodie“ [Hundekuchen] auch bekommen. Und da wir vermuteten, dass er die Zeitung holen wollte, habe ich die Kamera rausgeholt und ihn abgelichtet:

Zeitungsbote

Unser Zeitungsbote

Gestern …

… war ein typischer Sonntag hier. Zuerst habe ich mal lange geschlafen – bis halb neun. Dann lecker gefrühstückt: anders als üblich, war’s ein belegtes Brot [zwei Schnitten Mehrkornbrot mit gekochtem Schinken belegt, und als „Unterlage“ keine Margarine, sondern Miracle Whip light und Senf]. Hat gut geschmeckt. Und dazu gab’s natürlich Kaffee – wie könnte es bei mir alter „Kaffeenase“ denn auch anders sein. Im Augenblick trinke ich „HEB Hauskaffee“ [100% Colombian], und der schmeckt mir prima. Und vorher gab’s, wie jeden Morgen, Orangensaft [regt an, bringt Vitamine und ist auch so gut]. Danach habe ich dann – mit dem restlichen Kaffee – etwas Zeit am Computer verbracht. Und natürlich unseren „Zoo“ gefüttert. Das ist ja allmorgendliche Routine. Und dann bin ich zur Straße getigert, um die Sonntagszeitung aufzulesen [hier wird sie ja nicht zum Haus gebracht, sondern an der Einfahrt zum Grundstück einfach hingeworfen], aber da war keine. Bin ich also wieder zurück und fand sie auf unserer Veranda. Buster hatte also mal wieder, wie so häufig, den Zeitungsboten gespielt und sie von der Straße hier zum Haus gebracht – nur ich hatte es nicht gemerkt. Dafür hat er dann, wie immer bei diesen Gelegenheiten, ein dickes Lob und einen leckeren Knochen bekommen. Und man konnte merken, er wusste genau, wofür das war und er war stolz auf sich.

Und dann hat es mich wieder in den Beinen gejuckt und obwohl ich am Samstag schon knapp 40 Meilen geradelt war, habe ich mich wieder auf’s Rad geschwungen und habe weitere 40 Meilen abgestrampelt. Da ich später unterwegs war als am Samstag, war es natürlich heißer und schwüler, aber nicht sehr schlimm [ich denke mal, nicht über 35 Grad und ca. 45%]: also „doable„. Trotzdem, die 40 Meilen waren „nicht ganz ohne“, und ich war froh, als ich wieder hier war. Eine ganz schöne Menge an Flüssigkeit hatte ich nämlich schon verloren. Vor der Tour zeigte die Waage 182,2 lbs [1 lb sind 453 Gramm] und nachher waren es nur noch 175,2 lbs. Und da das fast Alles nur Flüssigkeit ist, die ausgeschwitzt wird, waren es wohl – obwohl ich ca. 2 Liter Wasser unterwegs getrunken habe – ca. 3 Liter, die ich dennoch verloren hatte.

Als ich zurück war, habe ich mich dann trockengelegt, etwas ausgeruht und angefangen, den Flüssigkeitsverlust mit Apfelschorle [die gibt einem auch die Elektrolyte, Spurenelemente und Mineralien, die man ausgeschwitzt hat, gut zurück] wieder auszugleichen. Und dann habe ich noch den Rasen gemäht. Der wächst zwar jetzt bei der Hitze und Trockenheit langsamer, aber einmal pro Woche muss man ihn wohl doch mähen. Das hat – auch mit unseren „lawn tractor“ – immerhin noch geschlagene zwei Stunden gedauert. Aber es ist natürlich überhaupt nicht anstrengend, sofern man, wie ich gestern, das Gras nicht in den Auffangkörben sammelt [die zu leeren ist dann doch etwas anstrengend], sondern es einfach auf dem Rasen liegen lässt. Danach stand dann noch an, einige Blumen und Sträucher mit der Gießkanne zu wässern. Aber auch das ist eine der leichteren Übungen.

Anschließend war dann wirklich Duschen angesagt, und danach bin ich zum Einkaufen gefahren. Hier haben die (großen)  Supermärkte ja auch sonntags geöffnet. Und zurück zuhause gab’s dann Abendessen [Nudeln mit Hühnerbrustgeschnetzeltem], und dazu ein gutes Bier – diesmal ein mexikanisches, Negra Modelo. Hatte ich ja schon mal in Fredericksburg getrunken, und weil es mir das so gut geschmeckt hatte, habe ich es mir wieder aus dem Supermarkt mitgebracht.

Und den Rest des Abends habe ich dann ganz geruhsam mit Lesen und einem guten Merlot verbracht.

Auftaktspiel …

… gewonnen: ein Lichtblick! Klar, es wird Manches geben, was Jogi Löw als verbesserungswürdig ansehen wird, und Australien war auch kein allzu schwieriger Gegner, aber immerhin: diese junge und durch die Umstände doch etwas zusammengewürfelte Truppe, die sich zudem auch noch nicht richtig einspielen konnte, hat mich heute doch überzeugt. Das lässt für’s Turnier hoffen.

Und prima war, dass das Spiel hier im Fernsehen in voller Länge auf einem öffentlich zugänglichen Kanal übertragen wurde, und das sogar ohne die sonst immer üblichen Werbeblöcke: eine Seltenheit. Ich war echt überrascht.

newspaper delivery dog

Buster hat wieder seine alte Gewohnheit aufgenommen und bringt – jedenfalls manchmal – die Zeitung von der Straßeneinfahrt [wo der Zusteller, wie das hier so üblich ist, sie hinwirft] zum Haus. Wir sind nicht so ganz sicher, ob wir uns darüber freuen sollen oder nicht, denn er muss da ja ziemlich nahe an den vielbefahrenen Highway. Hoffentlich läuft er nicht auf die Straße. Da ist seine Schwester Ruby ja vor einigen Jahren überfahren worden – und so haben wir verständlicherweise Angst, dass ihm das auch passieren könnte. Eigentlich haben wir allerdings eher den Eindruck, dass er seither den Highway vermeidet und sich mehr auf dem Grundstück hier und den Wiesen und Weiden dahinter herumtreibt.  Und so hoffen wir dann, dass er wirklich nur die Zeitung aufhebt, wo sie liegt. Und das ich schon in der Einfahrt und wenigstens ein paar Meter von der Fahrbahn entfernt.

Wir haben – ich glaube, ich hatte das schon mal hier geschrieben – absolut keine Ahnung, wann bzw. warum er an manchen Tagen die Zeitung bringt und an manchen Tagen nicht. Möglicherweise kriegt er es mit,  dass sie geliefert wird, wenn er gerade zufälligerweise vor dem Hause ist und sieht, wie sie dahin geworfen wird – er „verteidigt“ ja immer sein Territorium, wenn er ein Auto an der Einfahrt sieht. Heute Morgen jedenfalls lag die Zeitung direkt bei den Stufen am Hintereingang des Hauses: richtig praktisch. Und er schien irgendwie  zu wissen, dass er uns damit doch eine Freude macht. Er kam jedenfalls angerannt, sobald ich die Tür aufgemacht hatte, und lief ganz aufgeregt und schwanzwedelnd um mich herum. Und bekam natürlich viel Lob und auch einen leckeren Knochen. Und jetzt liegt er hier neben mir und ruht sich von seinen Anstrengungen aus – ebenso wie Sally.   😉

Leverkusen 3 – Freiburg 1

Endlich mal wieder, nach langer Zeit, ein komplettes Bundesliga-Spiel gesehen: Leverkusen gegen Freiburg. Und dass Leverkusen dann auch noch in einem guten Spiel gewonnen und die Tabellenspitze verteidigt hat, war die Krönung des Ganzen. Verfolgt habe ich das Spiel übrigens als „streaming video“ im Internet, auf „Justin.TV“. Und ich muss sagen, die Qualität war, für einen Videostream, überraschend gut. Im regulären [= kleinen] Bildschirm [etwa 1/5 des gesamten] waren keine Pixel zu erkennen. Und das Ruckeln hielt sich sehr in Grenzen. Normalerweise nicht bemerkbar. Nur ganz gelegentlich gab es kurze Stopper. Bei voller Bildschirmauflösung auf dem 17″ Monitor waren dann allerdings doch Pixel unverkennbar. Aber selbst das war noch ok. Also ich muss sagen, das werde ich dann doch öfter nutzen, auch wenn es – durch die Zeitverschiebung – hier des Morgens ist, wenn die Übertragungen laufen. Und das bringt dann meinen Tagesablauf schon etwas durcheinander. Aber die schreckliche, die fußball-lose Zeit ist nun vorbei! Denn mit American Football habe ich mich bisher nicht anfreunden können – und ich werde es wohl auch nicht [auch wenn Mary ein Riesenfan ist und wir die Spiele hier regelmäßig verfolgen]. Mehr dazu einmal in einem andern Posting.

Tageszeitung

Wir bekommen wieder eine! Gott sei’s gelobt und gepfiffen, wie meine Mutter zu sagen pflegte. Wir haben die tägliche Lieferung in den letzten beiden Jahren [so lange ist es, glaube ich, her, dass wir die letzte bekamen] doch sehr vermisst. Auch wenn man natürlich fast alles im Internet erhalten kann, so ist es m.E. doch durch nichts zu ersetzen, wenn man morgens in aller Ruhe in der Tageszeitung blättern kann.

Dass wir keine mehr hatten, kam so: vor etwa zwei Jahren stellten die San Antonio Express-News, die Mary bisher bezogen hatte, ihre Lieferung ein mit der Begründung, eine Auslieferung hier in Karnes City würde nicht mehr lohnen, wegen der gestiegenen Kosten für die Auslieferung. Die Geschäftspolitik war übrigens ziemlich zweifelhaft: Mary hatte im Voraus bezahlt und noch ein ziemliches Guthaben. Dennoch wurde die Lieferung einfach eingestellt und der Verlag machte von sich aus keine Anstalten, das Guthaben auszuzahlen! Und eine Reklamation – dabei war es übrigens gar nicht so einfach, jemanden persönlich an die Strippe zu bekommen, denn am Telefon musste man sich durch eine unzählige Menge von Menüs und Untermenüs wählen – brachte, auch mehrfach telefonsich und schriftlich wiederholt, keine Lösung. Der Verlag meinte, das sei Angelegenheit des örtlichen Zustellers. Über den hatte Mary bestellt und bezahlt. Und der Verlag meinte nun, damit aus der Verantwortung zu sein. Und vom örtlichen Zusteller war gar nichts in Erfahrung zu bringen. Und als dann, nach diversen Protesten der Abonnenten hier, die Lieferung wieder aufgenommen wurden, waren wir nicht mehr im Verteiler. Ohne jemals gekündigt zu haben! Aus Verärgerung über ein derartiges Geschäftsgebahren habenwir dann nicht neu abonniert, es aber immer bedauert, keine Tageszeitung zu haben. Und jetzt haben wir uns einfach entschlossen, über den eigenen Schatten zu springen und doch wieder zu abonnieren. Aber zunächst einmal nur für’s Wochenende. Also haben wir seit gestern wieder eine Tageszeitung. Und das gefällt uns so gut, dass wir das Abo bald auf die ganze Woche ausdehnen werden.

Bemerkung am Rande: jetzt muss nur noch Buster sein altes Verhalten wieder aufnehmen und zum cattle guard an der Straße trotten und dann die Zeitung apportieren. Hat er früher häufig getan. Wir haben allerdings nie herausbekommen, nach welchen Grundsätzen er entschieden hat, ob oder ob nicht. Und manchmal hat er sie auch einfach irgendwo versteckt/verbuddelt. Da hatte ich schon durchaus einmal den Eindruck, dass er sich diebisch gefreut und heimlich gegrinst hat, wenn ich die Zeitung gesucht habe und nicht finden konnte! Hunde sind ja sooooooo menschlich!   😉

Apropos cattle guard an der Straße: etwas Angst hätten wir natürlich, wenn er dahin trotten würde, dass er sich nämlich zu weit auf die Straße trauen könnte und überfahren würde. Seine Schwester Ruby ist ja schließlich vor Jahren so um’s Leben gekonmmen. Und der Highway ist heute viel stärker frequentiert als damals.