Medizinische Versorgung

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Mal wieder überrscht war ich am Freitag bei meinem Zahnarzt. Ich hatte einen Termin, um meine Kronen checken zu lassen, insbesondere die, die mir in England im Urlaub wieder eingesetzt worden war. Es war nur eine relativ kurze Untersuchung, denn … Weiterlesen

Von den Vorteilen, 65 zu sein

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Nachdem ich jetzt 65 bin, kann ich, auf Antrag, auch hier krankenversichert werden. Ich hatte ganz per Zufall [im Newsletter von „The American Dream“ – den Leuten, die mir beim Besucher-Visum behilflich waren und bei denen die Green Card Lotterie … Weiterlesen

Augen „OP“

Gestern hatte ich einen Termin mit meinem Augenspezialisten [Dr. Baumann] im Krankenhaus [North Central Methodist Hospital – Dr. Baumann ist dort Belegarzt für Dinge, die er in seiner Praxis nicht durchführen kann] für eine Entfernung eines sekundären Katarakts per Laser. Meine reguläre Augenärztin [Dr. Kotara-Wiatrek] hatte mich an Dr. Baumann überwiesen, weil sie bei der Routinekontrolle im vergangenen September eine Verschlechterung der Sehschärfe um 50% auf meinem linken Auge in Verlaufe eines Jahres festgestellt hatte und dafür die Ursache wissen wollte. Bei der Untersuchung durch Dr. Baumann stellte sich dann heraus, dass es ein sogenannter „sekundärer Katarakt“ war. D.h. nach meiner OP in 2008 zur Behebung des grauen Stars an meinem linken Auge hatte sich – und das ist nichts Ungewöhnliches – etwas Narbengewebe [es können auch Reste der alten Linse sein, die bei der OP zur Behebung des grauen Stars ja zertrümmert wird] gebildet, was meine Sehkraft auf diesem Auge wieder einschränkte. Bei mir war es Narbengewebe und dieses musste nun einfach entfernt werden: per Laser absolut kein Problem. Es hatte zwar eine ganze Zeit gedauert [fast 4 Monate], bis ich dafür einen Termin bekommen konnte [und auch das nur, weil jemand Anderes seinen Termin absagen musste], aber gestern war es dann soweit. Um 12:15 war ich zur Aufnahme da – und zuallererst kam einmal das Bezahlen. Wie hier üblich, per Kreditkarte. Mit $1.250,– gar nicht wenig, finde ich, denn ich vermute/fürchte einmal, das war nur der Betrag für’s Krankenhaus.Und viel hat das Krankenhaus ja nun wirklich nicht geleistet: ich war etwa zwei Stunden da, und die längste Zeit ging für’s Warten drauf. Wie Dr. Baumann – scherzhaft aber richtig – bemerkte: mehr Zeit für’s Warten als für die Behandlung. Und ein großer Geräteeinsatz war’s ja auch wirklich nicht. Jetzt bin ich mal wirklich gespannt, ob ich den gesamten Betrag von Beihilfe und Krankenkasse erstattet bekomme. Etwas später wurde ich aufgerufen [interessanterweise per Nummer übrigens – aus Datenschutzgründen – weil mann vermeiden wollte, im Warteraum einen Namen auszurufen] und zur Vorbereitung geholt. Das war nichts Besonderes: ein bisschen mehr Anamnese [den größten Teil – und das absolut ausführlich, ganz erheblich mehr als es in Deutschland gemacht würde – hatte man schon am Tage vorher per Telefon erhoben], Blutdruck und Puls messen und die Augen träufeln [antiseptisch & Pupillenerweiterung. Dann war wieder ein kleine Wartezeit angesagt, bis Dr. Baumann kam und mich in den Behandlungsraum geführt hat. Die eigentliche Behandlung war in ca. 5 Minuten erledigt und absolut schmerzfrei. Und ich hatte danach auch nur ganz geringfügige Beeinträchtigungen auf dem Auge, die dann aber schnell [innerhalb von 4 – 5 Stunden] verschwanden. Was bis heute geblieben ist – und ich hoffe natürlich, dass das auch noch verschwindet – ist ein leichter Schatten [ein kleiner schwarzer Fleck, am ehesten zu vergleichen als ob ich aus dem Augenwinkeln eine Fliege herumschwirrem sähe], der gelegenlich durch mein Gesichtsfeld schwimmt. Am Montag muss ich dann zur Kontrolluntersuchung zu Dr. Baumann, und dann werden wir ja mal sehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was jetzt außerdem noch ansteht, ist eine Entfernung eines kleinen Häutchens/Films auf der Netzhaut, der das Bild, das mein linkes Auge aufnimmt, verzerrt. Das war eigentlich schon 2007 in Deutschand gemacht worden, aber wie sich hier bei der Untersuchung durch Dr. Baumann herausstellte, wohl nicht restlos. Und er möchte das auch noch wegbekommen – und ich möchte das natürlich auch. es ist zwar keinesfalls garantiert, dass die Netzhaut danach wieder „faltenfrei“ wird und die Verzerrungen weg sind, aber es ist den Versuch wert. Hoffentlich bekomme ich auch dafür bald einen Termin.

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Dermatologe

Ob wir uns nun einen neuen Dermatologen suchen müssen? Unserer – übrigens einer der bekanntesten in San Antonio – ist jedenfalls heute verhaftet worden. Er soll eine 46-jährige Patientin sexuell belästigt haben. Kann ich mir zwar nicht vorstellen, so wie ich ihn kenne, aber wer kann das als Außenstehender nach nur einmaligem Praxisbesuch schon so genau sagen, und die Polizei hat neben der Aussage der Frau wohl auch genügend Indizien für einen Haftbefehl. Mal sehen, was da rauskommt.

Ich hatte allerdings, wenn auch nur, weil ich zu meinem Kardiologen in Bonn  mehr Vertrauen habe, schon vor Längerem einen Termin in Bonn besorgt, stehe also nicht vor dem Problem, mir einen neuen Dermatologen suchen zu müssen – jedenfalls nicht so schnell. Aber wie es mit Mary wird, die Anfang Mai bei ihm einen Termin haben sollte, das müssen wir mal abwarten.

Grundsätzlich habe ich bei solchen Anschuldigungen immer so meine Probleme. Einerseits will ich nicht verhehlen, dass sexuelle Übergriffe von Ärzten durchaus vorkommen, aber andererseits ist eine Klage auch schnell erhoben. Und was auch immer am Ende herauskommt: es kann auch für Unschuldige sehr leicht den Ruf – und die Praxis – ruinieren.

Ärzte & Gesundheitswesen [2]

Heute war ich mal wieder hier bei unserem Hausarzt, Dr. Ramirez, [wegen einer Kleinigkeit, die ich aber dennoch vor dem Feiertag- morgen ist ja Thanksgiving – nicht unbehandelt lassen wollte: ein kleiner Schnitt an meinem linken Zeigefinger hatte sich entzündet] und da wurden mir mal wieder Unterschiede im Gesundheitswesen zwischen Deutschland und hier bewusst. Bei Dr. Ramirez scheint jede Behandlung gleich teuer: heute hatte er mehr Zeit nötig, weil er zuerst den Zeigefinger örtlich betäuben musste und dann die Wunde geöffnet hat. Und dafür habe ich genauso $50 bezahlt wie vor ein paar Tagen, als ich nur für eine Überweisung da war. Und was mich ein anderes Mal sehr überrascht hatte: wenn man für dieselbe Sache einmal wiederkommen muss, so berechnet er Nichts! Ach ja, meine Grippeschutzimpfung war übrigens, trotz des Impfstoffes, billiger: nur $30. Aber die hat er auch nicht selber vorgenommen, sonder eine seiner Sprechstundenhilfen hat das gemacht.

Ähnliches war mir auch schon beim Endokrinologen aufgefallen: erstes Mal $140, zweites Mal $98 und beim dritten Mal nur noch $58. Und nicht, dass ein Unterschied in der Behandlung gewesen wäre: es war immer die gleiche Untersuchung, dann eine Beratung und eine Überweisung. Schon seltsam. Aber mir soll es Recht sein, wenn es mit der Zeit billiger wird.

Seltsam übrigens auch: man wird jedesmal bei einem Arztbesuch gewogen, und zwar in voller Montur! Ich frage mich, was dass soll, denn da hängt es ja enorm von der Kleidung ab, was man so auf die Waage bringt. Es macht doch nun wirklich einen Unterschied, ob ich, wie im Sommer, mit kurzer Hose, im T-Shirt und mit Sportschuhen da erscheine, oder, wie heute, in Arbeitsklamotten, d.h. mit schwerer Jeans, langärmeligem Hemd und vor allem den schweren Arbeitsstiefeln. Das macht doch leicht einen Unterschied von mehreren Kilo aus. Ob das an der amerikanisch-puritanischen Prüderie liegt, dass man mich voll angezogen wiegt?

Manchmal habe ich den Verdacht, denn fast alle Untersuchungen finden bei voller Bekleidung statt. Ich habe z.B. noch nie auch nur mein Hemd ausziehen müssen, wenn meine Lunge abgehorcht wurde. Und beim Hautarzt bekam ich so etwas wie ein Krankenhaus-Hemdchen, allerdings aus Papier, obwohl ich meine Unterhose noch an hatte. Und das wurde dann nur ganz kurz und züchtig für die eigentliche Untersuchung gelupft. Was soll das, frage ich mich wirklich.

Ärzte & Gesundheitswesen [1]

Heute morgen war ich in Floresville, bei einem Rücken- und Schmerzspezialisten, den mir mein Orthopäde in San Antonio empfohlen hatte. Ich will nämlich hier für meinen Rücken die Behandlung fortsetzen, die wir schon in Deutschland bei Dr. Buhr angefangen hatten, aber aus Zeitmangel – mein Aufenthalt ging zu Ende – nicht beenden konnten: Spritzen [möglicherweise unter Röntgenkontrolle nahe an die Wirbelsäule]. Mal sehen, ob Dr. Alvarado das hier genauso macht. Apropos Dr. Alvarado: er scheint kompetent zu sein und ist sympathisch – was ja immer etwas ausmacht im Verhältnis Partient – Arzt. Jetzt habe ich einen Termin am kommenden Freitag in seiner Praxis in San Antonio. Die Behandlung hier vor Ort im Krankenhaus wäre – wie er sagte – erheblich teurer.

Apropos teuer: die Preisgestaltung hier ist für uns Deutsche doch manchmal seltsam. Wenn man direkt den vollen Betrag zahlt, bekommt man Rabatt, manchmal gar nicht unerheblich! Und wenn man nicht direkt alles zahlt, wird einem sofort eine Ratenzahlung angeboten, und das ohne Aufpreis und ohne Zinsen. Andere Länder haben bekanntlich andere Sitten. Übrigens, $150 für ein etwa 10-minütiges Beratungsgespräch heute war eigentlich ein ziemlich stolzer Preis – auch wenn es am Ende Medikamente gratis [Arztmuster] gab.

Die Untersuchungen bei Dr. Alvarado und bei Dr. Joshi [das ist der Orthopäde in San Antonio] waren übrigens etwas oberflächlicher als ich es von Dr. Buhr gewohnt bin. Hier verlassen sie sich mehr – im Grunde genommen (fast) ausschließlich – auf die Technik, d.h. in meinem Fall auf ein MRT. Eine Untersuchung sozusagen „von Hand“ gab es bei Dr. Alvarado gar nicht und bei Dr. Joshi nur in der Form, dass ich beim ersten Praxisbesuch einmal meine Zehen gegen seine Hand pressen musste. Finde ich nicht besonders viel. Aber die Diagnose ist wohl ok. Mal sehen, was die Behandlung dann bringt.

Was das „Untersuchen per Hand“ angeht: da tut meine Physiotherapeutin hier erheblich mehr. Sie hat sich – und das nicht nur einmal – einen eingehenden Überblick verschafft über meinen Rücken und meine Hüfte. Und das alles mit Anschauen und Fühlen. Mein Eindruck ist, dass sie über eine wirklich große Erfahrung verfügt. Und das Ergebnis der Behandlung spricht für sich: durch eine ziemlich konventionelle Therapie [Reizstrom, Wärme, Ultraschall, Stretching und Massage] hat sich mein Rücken ganz enorm gebessert.

Weiteres zum Gesundheitswesen bzw. zu den Ärzten hier: es ist (relativ) einfach, einen Termin zu bekommen, auch bei Spezialisten. Bei mir ist es natürlich von Vorteil, dass ich als Selbstzahler ungebunden und daher frei in der Arztwahl bin, während Mary immer erst nachschauen muss, ob der jeweilige Arzt mit ihrer Kasse einen Vertrag hat. Ansonsten würde die Kasse Nichts ersetzen. Die Qualität der Ärzte ist ganz unterschiedlich, aber das ist ja wohl bei uns nicht anders. Dr. Ramirez – unser Allgemeinarzt hier vor Ort – ist ein lieber, netter und sympathischer Kerl, aber vertrauen tue ich ihm nur für „einfache und allgemeine Wehwehchen“. Bei ernsteren Sachen ist er mir zu oberflächlich und wartet zu lange, ehe er an einen Spezialisten überweist. Aber er ist und bleibt eben die erste Anlaufstelle vor Ort. Ebenfalls nicht zufrieden war ich mit dem Dermatologen. Noch oberflächlicher kann eine Untersuchung kaum ausfallen: nur mal eben von oben bis unten angeschaut – ohne näher ranzugehen, ohne Lupe und erst Recht ohne Dokumentation per Digitalfoto. Das war mir dann nun doch – insbesondere bei der Menge meiner Pigmentflecken, von denen eine ganze Reihe nun doch deutliche und eingehende Beobachtung verlangen – ganz erheblich zu wenig. Und so haben wir uns dann bei einem anderen Dermatologen angemeldet, der einen exzellenten Ruf hat. Mal sehen, wie das wird. Mein Dermatologe in Bonn, Dr. Manske, hatte mich ja schon vorgewarnt, dass die Dermatologie in Amerika nicht unbedingt „das Gelbe vom Ei“ sei.

Was auch noch ganz anders ist als zuhause in Deutschland: hier reisen die Ärzte über’s Land. Dr. Alvarado z.B. hat seine Praxis in San Antonio, kommt aber zweimal pro Monat nach Floresville. Da hat er dann im Krankenhaus ein paar Räume zur Verfügung. Ebenso kommt der Urologe aus Seguin [ca. 75 Meilen entfernt], wo er seine Praxis hat, einmal pro Monat hier nach Kenedy ins Krankenhaus. Das ist natürlich ganz praktisch, denn es erspart bei einen so großen und dünn besiedelten Staat wie Texas weite Fahrten.