Wieder zuhause

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Nun sind schon ein paar Tage vergangen, seit wir von unserer Reise zurück und wieder zuhause sind, und es wird Zeit, dass ich wieder ein Lebenszeichen  😉  von mir hier in meinem Blog hinterlasse. Es war eine wirklich schöne Reise, … Weiterlesen

Frohe Weihnachten

Bild

x-mas

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr

Mit dieser Collage, die das einzige Mal zeigt, dass ich hier In Karnes City Schnee erlebt habe, und zwar am Weihnachtstag im Winter 2004, möchte ich allen Besuchern meines Blogs für die vielen Besuche und freundlichen Kommentare danken und ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2013 wünschen.

Victoria Advocate | Karnes rides cycle of boom, bust (Video)

Zitat

Victoria Advocate | Karnes rides cycle of boom, bust (Video).

Der Artikel, aus dem der folgende Auszug stammt, erschien gestern als 7. Folge einer Serie über den Ölboom, den wir hier zur Zeit erleben, in der Regionalzeitung „The Victoria Advocate„. Nachdem ich schon so viel hier selber davon erzählt habe, dachte ich, es wäre interessant, auch mal aus der hiesigen Presse zu zitieren. Die gesamte Serie ist außerordentlich auschlussreich, nicht zuletzt wegen der Videos, sodass ich wirklich dachte, es sei lohnenswert, sie hier zur Kenntnis zu bringen, auch wenn sie in Englisch ist. Aber dafür gibt es ja auch die Möglichkeit einer online-Übersetzung. Zu diesem Zweck kann ich übrigens das Add-on „FoxLingo“ zum Firefox Browser nur empfehlen.

By Dianna Wray – DWRAY@VICAD.COM – Originally published May 26, 2012 at 11:03 p.m., updated May 27, 2012 at 6:49 a.m

KARNES CITY – Sitting in the bank manager’s office, the man turned to his wife.

„Show it to him, Mama,“ he said as they settled into wooden chairs across from Paul Brysch in the Karnes County National Bank.

She nodded, slid an envelope from her purse and handed it to Brysch.

A check for more than $300,000 was inside, the first royalty check from an Eagle Ford Shale well drilled on their property on the edge of Karnes County.

„Congratulations! Y’all must be thrilled!“ Brysch said.

„No, no, you don’t understand,“ the man said, furrowing his brow. „We’ve never had money like this before. What do we do with it?“

The question has been repeated across the Crossroads since the Eagle Ford Shale play began booming, but nowhere is it more poignant than in Karnes County. These days, the county is a lively place, the epicenter of an oil boom changing the face of South Texas and bringing wealth to people who have struggled and scraped for generations just to keep hold of their land.“

Zum kompletten Artikel geht es hier: The Victoria Advocate

Benzinpreis-Krieg

Kurzmitteilung

Nachdem im Nachbarort Floresville ein neuer Super Wal Mart mit Tankstelle eröffnet hat, „tobt“ da ein erbitterter Preiskrieg – jedenfalls was die Benzinpreise angeht – zwischen eben diesem neuen Supermarkt und dem lang-etablierten H.E.B., und sie hören nicht auf – sehr zur Freude der Konsumenten – sich gegenseitig zu unterbieten. Gestern habe ich beim Wal Mart für ganze $3,429 pro Gallone [das sind, wenn ich mich nicht verrechnet habe, ganze 79 Eurocent pro Liter!] getankt. Und das ist auch bei den hier immer noch – gegenüber Deutschland – niedrigen Benzinpreisen wirklich ein Schnäppchen, denn die umliegenden Tankstellen in Floresville verkaufen die Gallone Normalbenzin für $3,679 und hier in Karnes City müssen wir sogar $3,879 bezahlen. [H.E.B. wollte gestern übrigens einen Cent mehr pro Gallone haben als Wal Mart.] Von mir aus kann dieser Preiskrieg noch sehr lange andauern!   😉

127 Liter pro Quadratmeter …

… in etwa 3 Stunden! Heute am Spätnachmittag und frühen Abend hatten wir so viel Regen wie ich hier noch nicht erlebt habe. Aber wir sind froh drüber, denn wir können es gebrauchen, und das Unwetter hat auch keinen Schaden angerichtet, obwohl es wie wild geblitzt und gedonnert hat. Und gelegentlich hatte es auch ganz gepflegte Böen. Ein bisschen kleiner Hagel war mal dabei, aber eigentlich nicht nennenswert.

Wir waren gegen kurz nach 4 nach Floresville zum Abendessen gefahren, und da zogen schon dunkle Wolken von Osten heran. Aber auch als wir nach den Essen gegen 6 Uhr aus dem Restaurant kamen, hat es noch nicht geregnet. Das fing erst so etwa in Poth, also ca. 20 Meilen von hier an – dann aber schnell „richtig“. Es hat zum Teil wie aus Kübeln geschüttet. Hier muss es schon früher angefangen haben, denn es war eine Menge Wasser in den Straßengräben. Der Highway 181 war zeitweise gesperrt. Auch bei uns auf den Wegen und auf dem Rasen standen gute Pfützen.

Mittlerweile hate es aufgehört. Es fallen nur noch gelegentlich ein paar Tropfen, und in der Ferne ist noch Wetterleuchten zu sehen. Aber der Wetterbericht sagt, dass die Atmosphäre für die nächsten Tage noch instabil bleiben wird, so dass mit mehr Unwettern dieser Art zu rechnen ist. Wo genau die allerdings auftreten, ist nicht vorherzusagen. Das Gute allerdings ist, dass es wohl keine Tornados geben wird, weil der Jetstream viel zu weit nördlich verläuft.

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Vorbereitungen zum Bohren – Teil 2

Nachdem dann vor Weihnachten die Vorbereitungen des Bohrareals abgeschlossen worden waren, ging es am Dienstag dieser Woche so richtig los.

Es fing damit an, dass der übliche Wachmann – oder sollte ich Pförtner sagen – mit seinem Wohnwagen Stellung bezog:

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Der Wachmann ist angekommen

Diese Wachmänner – oder wie man sie sonst bezeichnen soll – sind wirklich [wie auch so viele der anderen Ölarbeiter] ein reisendes Gewerbe. Sie ziehen mit ihrem Wohnwagen von einem Bohrareal zum anderen und sind am Eingang dafür zuständig, dass kein Unbefugter die Baustelle betritt und dass, wer auch immer wirklich dort zu tun hat, sich anmeldet/registriert. Per Tank {rechts im Bild] wird ihre Wasserversorgung sichergestellt, und in aller Regel gibt’s auch – damit sie nicht ihre eigene Toilette beutzen müssen, für die es ja im Gegensatz zu Caravanparks keinen ordnungsgemäßen Abfluss gibt – ein Porta Potti. Und die Stromversorgung wird über einen Generator gesichert.

Zuerst kamen die Barracken, d.h. der Ausdruck „Barracken“ ist eigentlich etwas irreführend, denn es sind richtige eingeschossige Häuser auf Rädern [hier „mobile homes“ genannt]:

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Häuser auf Rädern

Das – so ein „Haus auf Rädern“ – ist hier in den USA übrigens auch ohne Ölboom ein ganz normaler Anblick auf den Straßen: schließlich wohnen ja eine Menge von Leuten in solchen „mobile homes„, und die werden dann vom Hersteller zum Wohnort des Käufers gebracht, oder man zieht eben zusammen mit dem Haus um. Oft habe diese Transporte Überbreite, und manchmal wird das Haus auch der Länge nach durchgesägt und halbiert [für europäische Augen ganz seltsam anzusehen], damit man es auf der Straße transportieren kann. Das sind dann die sogenannten „double wides„.

Aber weiter zu den Vorbereitungen zum Bohren – mehr Maschinerie wird angeliefert:

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Hier nur eine kleine Auswahl von Bildern zu diesem Thema

Der Unterbau der Bohrplattform ist in Arbeit:

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Ein "kleiner" Unterbau

Dr eigentliche Bohrturm – in zwei Teilen auf dem Tieflader:

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Bohrturm - liegend

Der Bohrturm wird aufgerichtet …

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Der Bohrturm wird aufgerichtet

… und steht:

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Er steht

Ich war übrigens wirklich überrascht, wie schnell das ganze vonstatten ging: gerade einmal 48 Stunden nach Anliefern der ersten Maschinerie – und der Bohrturm stand!

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Vorbereitungen zum Bohren – Teil 1

Zuerst, nachdem das Areal von Gras und Buschbestand geräumt und etwas planiert worden war, wurde ein Schotter-Sand-Gemisch [das wird hier einfach als „dirt“ bezeichnet und ist, so vermute ich jedenfalls einmal, das hier für solche Zwecke fast immer verwendete Caliche] aufgeschüttet und verteilt:

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Füllmaterial wird aufgebracht und verteilt

Das ist übrigens ein wirklich gutes Material für die Grundlage, aber auch für unbefestigte Straßen und Wege, denn es lässt sich sehr gut verdichten und verhärtet sich enorm, sobald etwas Wasser draufkommt. Wir haben es z.B. unter dem Betonboden unserer neuen Garage, und ich bin auch dabei, es auf unseren beiden Zufahrten zu verteilen. Apropos verhärten: den lose aufgeschütteten Haufen, den wir bekommen haben, musste ich schon nach einem guten halben Jahr mit der Spitzhacke aufbrechen, um das Material dann in die Schubkarre schaufeln zu können.

Aber weiter zu den Bohrvorbereitungen. Es kommt Wasser [einerseits um Staub zu verhindern andererseits aber auch zum Verhärten] drauf und es wird verdichtet:

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Es wird gewässert und verdichtet

Ganz schön schweres Gerät:

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Bulldozer im Einsatz

Danach wurden dann die ersten kleinen Löcher gebohrt und ein paar Rohrleitungen verlegt, aber dazu hatte ich ja schon ein Foto gepostet. Und dann war erst einmal für etwa zwei Wochen Ruhe, bis es nach Weihnachten weiter ging. Dazu dann ein weiterer Beitrag, damit hier nicht zu viele Bilder die Ladedauer beeinträchtigen.

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Jetzt wird wirklich gebohrt

Nachdem vor Weihnachten die wesentlichen Vorbereitungen, z.B. planieren und Leitungen verlegen [davon in einem anderen Beitrag mehr Bilder], abgeschlossen worden waren, ging es dann ab Dienstag richtig zur Sache [auch davon mehr in einem weiteren Beitrag],  und seit gestern steht der Bohrturm. Und so sieht’s jetzt aus, direkt gegenüber von unserem Grundstück – leider:

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Der Bohrturm, von unserer Veranda aus gesehen

Kommen wir der Sache etwas näher:

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Der Bohrturm, von unserer Einfahrt her gesehen

Eine halbe Stadt – na ja, das ist wohl leicht übertrieben, aber so etwa 10 Fertighäuser sind es schon, denke ich mal – haben sie gleich mitgebaut. Ein paar sieht man im Vordergrund. Die heißen hier „mobile homes“ und kommen vollkommen fertig per LKW – und werden, wenn der Spuk vorbei ist, einfach zur nächsten Bohrstelle verfrachtet.

Und noch etwas näher:

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Das ist schon ein gewaltiges Monstrum!

Trotz der Ausmaße und trotz der Maschinerie drumherum ist es übrigens leiser, als ich vorher befürchtet hatte. Man hört eigentlich nur ein ständiges leichtes Brummen – nicht weiter schlimm. Mal sehen, wie es wird, wenn das eigentliche „Fracking“ beginnt. Man sagt, das sei viel lauter. Der Verkehr auf dem Highway ist da jedenfalls jetzt noch deutlich lauter und übertönt das Bohrgeräusch fast immer. Und weil der Verkehr auch unterschiedliche Lautstärken hat, stört er meiner Meinung nach mehr. Lässt sich aber leider nicht ändern, denn wir können unser Haus ja nicht verlegen: es ist ja schließlich kein mobile home.

Im Licht des frühen Abends …

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Abendstimmung am Bohrturm

… und in der Nacht …

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Nachts am Bohrturm

… sieht es schon fast stimmungsvoll aus: Technik kann eben auch durchaus schön sein.

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WOW

Heute habe ich – d.h. genauer gesagt haben wir, unser Besuch aus Deutschland und ich – uns einmal den „Star von Karnes City“, den Longhorn-Bullen „Wow“ angesehen. Und „Wow“ haben wir wirklich gesagt, als wir ihn – den siebenmaligen World Champion Longhorn – gesehen haben.

Hier ist er:

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"Wow" - that's my name

A truly magnificent animal„, habe ich der Besitzerin, Dr. Joyce Kimble, gesagt. Dieses Bild hier lässt allerdings nicht richtig erkennen, warum der Name „Wow“ zu Recht besteht. Deswegen hier eine „Frontalansicht“:

wow

2,04 Meter Spannweite

Und das ist schon wirklich etwas Außergewöhnliches: 104 Zoll, also umgerechnet 2,64 Meter, Spannweite und 124 Zoll, also 3,15 Meter, Gesamtlänge der Hörner!

Mehr „Wow“ gibt’s hier: Pit’s Bilderbuch ff.

Es ist wirklich so kalt geworden, …

… wie die Wetterfrösche vorhergesagt haben. Am Dienstag, in den frühen Morgenstunden, ist die Kaltfront durchgegangen und danach sind die Temperaturen dann ständig gefallen und haben in der vergangenen Nacht mit etwa -15 Grad [Windchill eingerechnet] Celsius ihren Tiefstpunkt  – hoffentlich – erreicht.  Ein ganz schöner Temperatursturz: innerhalb von ca. 36 Stunden sind die Temperaturen um etwa 40 Grad gefallen! Und auch tagsüber geht es – und das soll sich erst morgen Nachmittag [mit +2 Grad Celsius] ändern – nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Und dabei bläst ständig ein ziemlich kräftiger Nordwind. Der ist es, der das Ganz so wirklich kalt macht. Heute am Spätnachmittag – und dann auch in der Nacht – soll es übrigesn schneien. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir können natürlich, wenn ich da an andere Regionen und vor Allem an Chicago denke, noch froh sein. Denn was die da zur Zeit erleben ist ja wirklich kaum vorstellbar. Wenn das hier auch nur annähernd so wäre, dann hätten wir eine echte Katastrophe, denn schon jetzt – nur mit diesem Frost – sind die Elektrizitätsversorger in San Antonio überfordert. Wegen „gefrorener“ Leitungen [Wie kann, so frage ich mich, Draht frieren??] gab es da Black-Outs von z.T. mehreren Stunden, teils wegen absichtlicher Abschaltungen, teils weil das Stromnetz [power grid] zusammengebrochen war.

Wir hier in Karnes City haben bisher – und hoffentlich bleibt das so – Glück gehabt. Strom war immer da. Nur beim Wasser müssen wir aufpassen. Ich habe – so gut es ging – die Wasserhähne draußen abgedeckt und hoffe, dass es reicht. Den einzigen nicht abgedeckten Hahn haben wir ein ganz klein wenig geöffnet, und das hat gereicht, um ihn nicht einfrieren zu lassen. Und in der vergangenen Nacht haben wir vorsichtshalber auch alle Wasserhähne im Haus auf „leichtes Tröpfeln“ gestellt. Die Leitungen verlaufen nämlich unisoliert unter dem Haus im sogenannten „crawl space“. Das ist der Raum unter dem Fußboden, durch den man gerade so eben noch kriechen kann, auf dem Bauch, wie Winnetou, wenn er sich anschleicht.

Das Ganze [nicht frostgeschützte Wasserleitungen, Stromzufuhr oberirdisch etc.] ist – meine texanischen Freunde mögen mir verzeihen – für mich etwas (sehr) primitiv. Für mich in einem doch hochzivilisierten und hochtechnisierten Land einfach schwer vorstellbar.

Unsere Haustiere gehen übrigens ganz unterschiedlich damit um: Sally ist fast immer drinnen, aber Buster – mit seinem dicken Fell – fühlt sich selbst bei diesem kalten und schneidenden Wind draußen nicht unwohl und will manchmal gar nicht reinkommen. Nur des nachts lässt er sich schon mal überreden. Unsere Katzen sind nachts fast alle drinnen, und die meisten auch zum größten Teil tagsüber. Nur Zsa Zsa und Pepper bleiben draußen. Pepper ist noch viel zu scheu um reinzukommen [er haut ja immer noch ab, wenn wir ihm näher als auf einen Meter kommen], und Zsa Zsa fühlt sich drinnen nicht wohl. Ab und zu kommt sie mal rein, aber nach ein paar Minuten miaut sie dann schon wieder in der Nähe der Tür und will raus. Wir können uns nur vorstellen, dass sie irgendwo in der Garage [da haben wir eine dicke Decke ausgebreitet] oder im Schuppen [da gibt’s auch wärmende Unterlagen] Plätze gefunden haben, die sie ausreichend schützen. Raus aus dem Wind sind sie da ja allemal. Wir denken mal, wenn es wirklich hart auf hart ginge für sie, dann würden sie schon ins Haus kommen.