Benzinpreis-Krieg

Kurzmitteilung

Nachdem im Nachbarort Floresville ein neuer Super Wal Mart mit Tankstelle eröffnet hat, „tobt“ da ein erbitterter Preiskrieg – jedenfalls was die Benzinpreise angeht – zwischen eben diesem neuen Supermarkt und dem lang-etablierten H.E.B., und sie hören nicht auf – sehr zur Freude der Konsumenten – sich gegenseitig zu unterbieten. Gestern habe ich beim Wal Mart für ganze $3,429 pro Gallone [das sind, wenn ich mich nicht verrechnet habe, ganze 79 Eurocent pro Liter!] getankt. Und das ist auch bei den hier immer noch – gegenüber Deutschland – niedrigen Benzinpreisen wirklich ein Schnäppchen, denn die umliegenden Tankstellen in Floresville verkaufen die Gallone Normalbenzin für $3,679 und hier in Karnes City müssen wir sogar $3,879 bezahlen. [H.E.B. wollte gestern übrigens einen Cent mehr pro Gallone haben als Wal Mart.] Von mir aus kann dieser Preiskrieg noch sehr lange andauern!   😉

127 Liter pro Quadratmeter …

… in etwa 3 Stunden! Heute am Spätnachmittag und frühen Abend hatten wir so viel Regen wie ich hier noch nicht erlebt habe. Aber wir sind froh drüber, denn wir können es gebrauchen, und das Unwetter hat auch keinen Schaden angerichtet, obwohl es wie wild geblitzt und gedonnert hat. Und gelegentlich hatte es auch ganz gepflegte Böen. Ein bisschen kleiner Hagel war mal dabei, aber eigentlich nicht nennenswert.

Wir waren gegen kurz nach 4 nach Floresville zum Abendessen gefahren, und da zogen schon dunkle Wolken von Osten heran. Aber auch als wir nach den Essen gegen 6 Uhr aus dem Restaurant kamen, hat es noch nicht geregnet. Das fing erst so etwa in Poth, also ca. 20 Meilen von hier an – dann aber schnell „richtig“. Es hat zum Teil wie aus Kübeln geschüttet. Hier muss es schon früher angefangen haben, denn es war eine Menge Wasser in den Straßengräben. Der Highway 181 war zeitweise gesperrt. Auch bei uns auf den Wegen und auf dem Rasen standen gute Pfützen.

Mittlerweile hate es aufgehört. Es fallen nur noch gelegentlich ein paar Tropfen, und in der Ferne ist noch Wetterleuchten zu sehen. Aber der Wetterbericht sagt, dass die Atmosphäre für die nächsten Tage noch instabil bleiben wird, so dass mit mehr Unwettern dieser Art zu rechnen ist. Wo genau die allerdings auftreten, ist nicht vorherzusagen. Das Gute allerdings ist, dass es wohl keine Tornados geben wird, weil der Jetstream viel zu weit nördlich verläuft.

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Was haben Recycling und mexikanisches Bier gemeinsam?

Ganz einfach – oder auch nicht, wenn man’s genau nimmt:

Weil hier in Texas Recycling nun einmal wirklich nicht groß geschrieben wird [wir sind ja schon froh, dass der örtliche Wal-Mart wenigstens Papier und Plastik zum Recyclen annimmt] und weil ich die Biere, die ich immer gerne  getrunken habe und auch noch trinke, nämlich Miller Genuine Draught [MGD] bzw. Shiner Bock, hier vor Ort [sowohl beim Wal-Mart als auch beim H.E.B.] nur in Flaschen kriege [und Flaschen kann ich beim besten Willen nur in den Müll werfen, aber absolut nirgendwo recyclen], habe ich einmal das mexikanische „Tecate“ probiert – das gibt’s nämlich in Dosen, und die können wir im Nachbarort Poth zum Recyclen verkaufen. Und siehe da, das Bier ist wirklich ganz brauchbar. Es ist etwas dunkler und malziger im Geschmack als MGD, und kommt damit dem Shiner Bock sehr nahe. Und so werde ich es dann wohl noch häufiger trinken, denn ich bin noch nicht so amerikanisch, dass ich, nur um Bier zu kaufen, die 25 Meilen nach Floresville zum dortigen H.E.B. fahre, wo es MGD in Dosen gibt. Wenn wir einmal für einen Großeinkauf dort sind, oder anderweitig da durchkommen, hole ich mir gerne wieder einen Karton MGD, aber extra hinfahren – nein!

P.S.: Ein anderer Aspekt, in dem ich noch nicht amerikanisiert bin, ist, dass ich mein Bier zwar kühl, aber nicht eiskalt trinke, wie die Texaner hier. Nur im Sommer habe ich es im Kühlschrank. Im Winter reicht es mir völlig, wenn ich es aus der Speisekammer hole. Das ist dann für mich kalt genug.

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Gun Show(s)

Heute war ich, denn das wollte ich unbedingt einmal selber gesehen haben, mit meinem Freund Mike Saxon im Nachbarort Floresville auf einer „Gun Show„. Das ist m.E. etwas ganz Amerikatypisches. D.H wohl nicht typisch für ganz Amerika, sondern eher im „Deep South„. Und auch längst nicht alle Bevölkerungsschichten sind da vertreten, sondern wohl eher das absolut rechte Spektrum, von „Rednecks“ bis zu Nazis. Und obwohl ich natürlich wusste, dass man auf diesen „Gun Shows“ (fast) jede Feuerwaffe – von der einschüssigen kleinen Pistole über ein Jagdgewehr bis zum modernen Armeesturmgewehr – frei und ohne jede Rückfrage, geschweige denn ein Führungszeugnis, ganz einfach nach der Vorlage eines texanischen Führerscheins kaufen kann, so war ich doch überrascht, dass da sogar eine Scharfschützengewehr angeboten wurde, dass immerhin über 1.800 Meter Schussweite hat! Hier ein Link dazu: Barrett M82A1. [Die Geschosse aus diesem Gewehr durchschlagen übrigens kugelsichere Westen und sogar leichte Panzerungen!] Es ist für mich einfach unfassbar – auch, was da an verschiedenen Pistolen und Revolvern angeboten wird: auch solche, die mit Kaliber 50 die gleiche Munition verschießen können wie dieses Scharfschützengewehr, bzw. Pistolen/Revolver, die Schrotmunition verschießen können. Wie Mike meinte, „Wozu sollten diese Waffen anders genutzt werden als um Menschen zu töten“! Aber alles legal und als „persönliche Freiheit“ aufgrund des zweiten Verfassungszusatzes [„Recht Waffen zu tragen“] manchmal mit mehr Inbrunst verteidigt als die Freiheit der Meinungsäußerung. Dass dann da auch jede Menge Messer, vom kleinen Taschenmesser bis zum Bowiemesser mit schätzungsweise 40 cm langer Klinge – bei manchen Messern auch mit im Griff integriertem Schlagring – angeboten wurde, ist dann ja fast als harmlos zu werten.

Die Tatsache, dass hier ansolut kein „Background Check“ erfolgt – im Gegensatz übrigens zum Verkauf von Feuerwaffen im Laden – macht diese „Gun Shows“ natürlich sehr beliebt. Und auch wenn z.B. das FBI sich immer wieder bemüht, einen solchen „Background Check“ auch für diese „Gun Shows“ durchzusetzen, so ist es doch bisher gegen die starke Lobby der NRA [National Rifle Association] nicht durchgedrungen, und – dieser Kommentar sei mir gestattet – wird es auch wohl nicht, insbesondere nach dem letzten  Wahlausgang.