Reisebericht: England- & Schottlandreise – Tag 3 [„Full English Breakfast“]

Frühstück im Morgan Hotel

Am dritten Tag unserer Reise, dem ersten „echten“ Tag in London, sind wir – wir waren ja schließlich schon um kurz nach 6 abends [Londoner Zeit] ins Bett gegangen und waren wohl auch noch auf unsere texanische Zeit eingestellt, obwohl wir keinen irgendwie gearteten Jetlag verspürten – schon um kurz nach 6 aufgewacht, und nach einer erfrischenden Dusche waren wir dann schon um 07:12 Uhr im Frühstücksraum [Frühstück wird im Morgan Hotel ab 07:00 Uhr serviert] im Tiefparterre: ein wirklich schmuck gemachter Frühstückraum, mit Holzvertäfelung und vielen schönen Bildern an den Wänden.

frühstück

Der Frühstücksraum im Morgan Hotel

Dort wurden wir vom freundlichen Personal empfangen, gaben unsere Bestellung auf und haben dann das „Full English Breakfast“ genossen, dem wir ja schon seit der Planung der Reise in freudiger Erwartung entgegengesehen hatten. Es gab Orangensaft, Toast mit Butter und Orangenmarmelade, Ei [für Mary Rührei, für mich Spiegelei], Würstchen, (Baked) Beans, gegrillte Tomate und Champignons – kurz: „the full Monty“ – und Tee. Wobei Mary natürlich sowohl auf den Tee [sie trinkt ja weder Tee noch Kaffee] als auch auf die Champignons [die hält sie bekanntlicherweise ja für „Gift“  😉  ] verzichtet hat. Statt Tee hat sie – wie immer – ein Glas Wasser geordert. Und in England gibt es damit – ebenso wie hier in den USA – keine Probleme, weder im Hotel noch in einem Restaurant. In Deutschland dagegen haben wir immer wieder feststellen müssen, dass es schwierig bis unmöglich ist, ein einfaches Glas (Leitungs)wasser zu bestellen. In Hotels ist uns das meistens nach einiger Erklärung gelungen – obwohl das Personal sich immer wieder gewundert hat und häufig den Wunsch absolut nicht verstehen konnte – in Restaurants dagegen haben wir fast nie eine Chance gehabt: die wollten immer nur ihre eigenen teureren Getränke verkaufen – so habe ich jedenfalls den Eindruck – und haben sich oft strikt geweigert, ein Glas Wasser zu servieren.

Aber zurück zum Frühstück im Morgan Hotel: es wurde relativ zügig serviert, war lecker und auch völlig ausreichend.

frühstück

„The Full Monty“

Kaffee im Gegensatz zu Tee in England

Im Gegensatz zu der Tatsache, dass ich zuhause seit vielen Jahren keinen Tee mehr getrunken haben, ziehe ich, wenn ich in England bin, Tee immer Kaffee gegenüber vor. Es mag mittlerweile ein Vorurteil sein, aber ich erinnere mich noch nur zu gut an meinen Aufenthalt bei der Familie Brownless in Bournemouth in den Jahren 1971 und 1972 und deren Rezept für das Gebräu, das sie als „Kaffee“ bezeichneten: man nehme einen Teelöffel Maxwell Instant Kaffee und einen Teelöffel Zucker, gebe Beides in einen Kaffeebecher und gieße das dann mit heißer Milch auf. Das Resultat nannten sie dann doch tatsächlich „Kaffee“!  😉  Nun, es blieb mir ja nichts Anderes übrig und ich habe das Gebräu natürlich getrunken, als ich im ersten Jahr bei ihnen gewohnt habe. Aber als ich dann 1972 wieder hingefahren bin, habe ich von Deutschland aus gemahlenen Kaffee und ein Kaffeefilter mitgebracht und damit Kaffee aufgeschüttet. Mit dem Ergebnis, dass sie mich postwendend in einen Haushaltswarenladen und einen Supermarkt geschickt haben, um gemahlenen Bohnenkaffee und die nötigen Utensilien wie Kaffeefilter und Filterpapier für sie zu besorgen, damit sie von da an Kaffee auf „meine“ Art machen könnten.

Wie auch immer: auch wenn man heutzutage in Restaurants und Hotels in England Kaffee fast immer mit einer Cafetière aufbrüht und das Resultat ein guter und wirklich trinkbarer Kaffee ist, so ziehe ich dennoch Tee vor, wenn ich nun schon einmal in England bin, denn Tee „können“ die Engländer wirklich. Und überraschenderweise vermisse ich meinen Kaffee überhaupt nicht, obwohl ich hier meine, ohne meinen Kaffee am Morgen gar nicht wachzuwerden.

Apropos „Tee“: Mary sprach in ihrem Reisetagebuch von „hot tea„. Typisch amerikanisch, denn „tea“ ohne das Attribut „hot“ bedeutet hierzulande bekanntlicherweise ja Eistee.

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14 Gedanken zu „Reisebericht: England- & Schottlandreise – Tag 3 [„Full English Breakfast“]

  1. Der Frühstücksraum sieht sehr nett und einladend aus und das Frühstück auf jeden Fall ausreichend.
    Mit richtig zubereiteten englischen Tee hab ich leider keine Erfahrungen, aber den würde ich natürlich dort sofort probieren.
    Das mt dem Wasser ist ja auch hier oft ein Problem. Und soweit ich weiß, darf es auch verrechnet werden.
    Ich tirnke z.B. für den Durst und zum Essen am liebsten Leitungswasser. Bin nun mal damit aufgewachsen und es gewohnt. Und ich bin kein großer Freund von Kohlensäure. Ich weiß, die meisten lieben das, ich brauch das nicht.
    In einem Lokal komm ich mir aber meist blöd vor, Leitungswasser zu bestellen. Also bleibts dann doch beim Mineralwasser. Wenn ich Glück hab, gibts das auch mit wenig Kohlensäure oder auch ohne. Aber meistens eher nicht.
    Oft wird ja angenommen, man trinkt Wasser um zu sparen. Aber ich trinke es, weil ich es einfach am liebsten mag.
    LG Gabi

    • Hallo Gabi,
      danke für den ausführlichen Kommentar. Das Frühstück da war wirklich gut und ausreichend – wie in den anderen Hotels auf dieser reise auch. Nur die Würstchen waren nicht so ganz mein Fall: zu teigig, um das mal so zu nennen, und etwas wenig gewürzt. In unserem letzten Hotel in Shipton-under-Wychwood waren die wesentlich leckerer; gröber und stärker, aber angenehm, gewürzt.
      Das „Wasserproblem“: Mary mag auch kein reines Mineralwasser ohne Kohlensäure. Sie sagt, sie schmeckt den Unterschied zu Leitungswasser und will eben nur das. Wie gesagt: in Hotels eigentlich nirgendwo ein Problem, und in England und hier in den USA auch nicht in Restaurants, aber in Deutschland in Restaurants fast immer. Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Abendessen vor 2 Jahren mit Freunden in Bonn in der Rheinaue. Da waren wir 4 Personen, von denen 3 sogar Wein getrunken haben, und das Essen war auch nicht ganz billig, aber trotzdem hat die Bedienung sich geweigert, Mary ein Glas Wasser zu bringen. Ich ärgere mich heute noch, dass ich da nicht den Geschäftsführer habe kommen lassen.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

      • Also von mir aus, sollen sie ein paar Cent für ein Glas Wasser verrechnen, da würd ich jetzt nicht unbedingt streiten deswegen, aber es komplett zu verweigern ist schon ein starkes Stück. Es gibt ja auch Leute, die aus gesundheitlichen Gründen nichts anderes trinken sollen, oder z.B. meine Schwägerin, die keine Kohlensäure verträgt.
        Ist schon eine Frechheit.
        LG Gabi

  2. Lecker!!! Wir essen meistens am Samstag als Start ins Wochenende ein English Breakfast. Das bereitet uebrigens mein Mann zu, obwohl ich sonst eigentlich die Kuechenfee bin. Nur auf die Wuerstchen verzichten wir. Die grillen wir lieber abends im Garten (allerdings nicht die typischen Fruehstueckswuerstchen, die finden wir nicht so besonders). Liebe Gruesse aus Greenwich, Peggy

    • Hallo Peggy,
      gelegentlich mache mich mir auch hier ein „cooked breakfast“, wenn es auch nicht immer so gut/großartig ist wie in England. Zu den Würstchen: da hätte ich auch etwas zu schreiben sollen, fällt mir jetzt ein. Die in London, York und Edinburgh haben mir nicht so sehr gut geschmeckt. die in Shipton-under-Wychwood dagegen schon: die waren „bissfester“ = gröber gehackt, nicht so weich und teigig wie die anderen. Es kommt schon darauf an, wie die Grundbeschaffenheit dieser Würstchen ist.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  3. Wer nach England fährt muss dort auch anständig Frühstücken 🙂 Auch das ist ein Teil des Urlaubs. Auch wenn sich die Portion, im Vergleich zu einem Holzfällerfrühstück bei Denny´s eher bescheiden anmutet, so reicht sie sicher für einen angenehmen Start in den Stadttourismus.
    Der von dir beschriebene „Kaffee“ ist allerdings der Brüller. Wo hatten die denn das Rezept dazu hergenommen ?

    • Hallo Kalle,
      ich gebe Dir gerne zu, dass ein Frühstück bei Denny’s ganz andere Dimensionen hat, und erst recht ein in einem richtigen Truck-Stop an den Highways. Aber dennoch: uns hat für eine lange Zeit des Tages gereicht, was wir in den Hotels in England und Schottland zum Frühstück bekamen. Oft haben wir dann nur noch ein – relativ frühes – Abendessen gebraucht. Oder gelegentlich einen Tee mit Gebäck am Nachmittag.
      Wo die Brownless ihr Rezept her hatten? Keine Ahnung. Aber ein seltsames getränk war’s schon.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  4. Hi lieber Pit,

    danke für die überaus große Mühe mit den Artikeln in jeweils 2 Sprachen, ich lese jeden Satz mit Begeisterung! Seit 30 Jahren verbringe ich sehr viel Zeit in England und wie du, steige ich sofort auf Tee um so bald ich den englischen Boden betrete. Wenn ich den Kaffee selbst zubereiten kann, trinke ich lieber Kaffee, wie gerade auch in Norfolk bei Klausbernd. Wenn wir in England verreisen bestellen wir immer Kaffee morgens. Ich meine der wird immer zunehmender besser, gelegentlich bitte ich jedoch zusätzlich um eine Kanne Tee, weil der Kaffee eine Gutelauneverderber war.
    Zum Wasser; wenn ich um table water oder a jug of water bitte, klappt das meistens einwandfrei.

    Full english breakfast geht überhaupt nicht! 🙂 Die fast handtellergroßen (vor dem braten) Frühstückschampignons finde ich so was von widerlich, noch schlimmer wenn die aus der Dose kommen… bei der letzten Reise sind wir auf poached eggs umgestiegen, das können die Engländer total gut, mit Liebe zubereitet ist das echt einen Gaumenschmaus. Vorausgesetzt die Eier sind tagesfrisch.

    In Cley scheint wieder die Sonne und ich gehe jetzt in Garten Lavendel ernten!

    Hab’s gut, lieber Pit. Herzliche grüße zu dir und Mary von uns 4 ♥♥♥♥ im kleinen Dorf am großen Meer. Schönes Wochenende! 🙂
    Dina

    • Liebe Dina,
      danke für diesen ausführlichen Kommentar. Übrigens: Deine letzten vier Kommentare waren tatsächlich im Spamordner. Keine Ahnung, wieso.
      Zu den Champignons: die haben mir in England und Schottland viel beser geschmeckt [saftiger und nicht fade] als viele, die ich hier bekomme. Was ich weniger gerne esse, sind die gebratenen Tomaten. Aber die gehören einfach dazu. Poached eggs sind auch gut. Ich habe häufig gewechselt: mal fried, mal scrambled, mal poached.
      In England hatten wir, wie geschrieben, mit tap water nie Probleme. In Deutschland dagegen sehr oft.
      Lavendel!!! Welch ein Duft!
      Liebe Grüße an Euch vier aus dem südlichen Texas, auch von Mary, [und von einer schnarchenden Sally ;)]
      Pit

      • P.S.: Es freut mich sehr, dass Du diese Artikel mit Begeisterung liest. Kommentare wie der deinige hier spornen mich immer wieder an, weiter zu schreiben. 🙂 Denn, zugegeben, Alles in Deutsch und in Englisch zu schreiben ist schon zeitaufwendig.

    • Hi Oliver,
      Thanks for taking your time to stop by visiting my blog and for leaving a comment. 🙂 All online translations don’t do justice to the original texts, I believe. But I have this blog in and English-language version too. You can find this posting here: Travelogue: England & Scotland. I hope that’ll help.
      Best regards from southern Texas,
      Pit
      P.S. as to „libation“: I really enjoyed the good English ales.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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