Reisebericht: England- & Schottlandreise – Tag 2 [Ankunft in London – Zum Hotel]

U-Bahn: Wie kommt man zum Hotel

Nachdem wir dann auch noch unser Gepäck vom „Karussell“ geholt hatten – zum Glück war alles unbeschädigt zusammen mit uns angekommen – ging’s zur U-Bahnstation unten in Terminal 4. Ich hatte mir nämlich schon von hier in den USA aus den meiner Meinung nach günstigsten [da habe ich, wie wir bald merken sollten, wohl „günstig“ mit „billig“ verwechselt] ausgeguckt. Unser Hotel [The Morgan Hotel] hatte auf seiner Webseite drei Möglichkeiten vorgeschlagen.

Ich hatte allerdings alle drei Möglichkeiten verworfen [Taxi zu teuer, Heathrow Express plus U-Bahn nach Tottenham Court Road zu viel Umsteigen, und Piccadilly Line nach Holborn zu langer Fußweg] und mir im Londoner Stadtplan und im U-Bahnplan eine andere Möglichkeit ausgeguckt, nämlich mit der U-Bahn [Piccadilly Line] nach Leicester Square und von da mit der Northern Line eine Station weiter nach Tottenham Court Road. Und von da wäre es nur ein Fußmarsch von etwas über 5 Minuten bis zu unserem Hotel in der Bloomsbury Street: ganz einfach und problemlos. Im Prinzip stimmte das auch. Ich hatte nur vergessen, dass ich früher immer nur ohne Gepäck in der U-Bahn unterwegs gewesen war, und ich hatte auch vergessen, dass es eine Menge auf und ab in den U-Bahnstationen gab, allein schon um den Bahnsteig zu wechseln, und zwar ohne Rolltreppen, sondern mit „normalen“ Treppen. Da mussten wir dann ganz schön wuchten mit unseren Koffern. Auch wenn es nur 23 Kilo pro Koffer waren, die man heutzutage als Economy-Passagier ja nur noch mitnehmen darf, das kann ganz schön viel sein, wenn man sie eine Treppe hinaufschleppen muss. Und auch hinunter ist gar nicht so ohne. Selbst auf den Rolltreppen hatten wir Schwierigkeiten mit jeweils zwei Gepäckstücken [Koffer und Carry-on – Letzteres auch nicht ganz leicht, um das einmal so vorsichtig zu formulieren] pro Person. Wir haben das dann bald so gelöst, und zwar sowohl auf normalen wie auch auf Rolltreppen, dass ich das Gepäck ein Stück nach dem anderen transportiert habe, während Mary unten oder oben gewartet hat. Dabei mussten wir wohl oder übel immer wieder Gepäck unbeaufsichtigt lassen, haben aber gehofft, dass sich nicht jemand mit einem so schweren Gepäckstück schnell aus dem Staub machen könnte. Und wir haben Glück gehabt: es ist immer gut gegangen. Trotzdem: als wir dann in Hotel angekommen waren – hier musste das Gepäck in den zweiten Stock befördert werden und einen Lift gab es nicht, war ich ganz schon fertig und total verschwitzt – trotz der niedrigen Temperaturen. Ich hatte natürlich mal wieder den falschen Ehrgeiz besessen und im Hotel die Hilfe des Angestellten, der ja selbstverständlich die Koffer hochgetragen hätte, abgelehnt. Also: selber schuld!

Die richtigen Fahrkarten kaufen

Aber zurück zu Heathrow und der U-Bahn: wir hatten ja von vornherein geplant, in London auf ein Auto zu verzichten [bei dem Verkehr wäre es ja ohnehin nutzlos gewesen und zusätzlich hätten wir auch noch für jeden Tag die „congestion charge“ entrichten müssen] und statt dessen die öffentlichen Verkehrsmittel Bus und U-Bahn zu benutzen.

Für unsere Zwecke, die wir eine Woche bleiben wollten, war lt. unserer Reiseführer eine Travel Card die günstigste Möglichkeit. [Zu den verschiedenen Möglichkeiten und Preisen später – in einem weiteren Blog Artikel – mehr.] So ein Ding mussten wir jetzt natürlich in Heathrow erst einmal erstehen, nachdem wir an einem Automaten auch schon englische Pfund erstanden hatten. Wir waren etwas unentschlossen. Erst haben wir uns dazu in der Schlange angestellt, die zu einem Selbstbedienungsschalter führte, an dem mit Kreditkarten gezahlt werden konnte. Nachdem wir etwas in der Schlange  vorgedrungen waren, sahen wir auf einmal, dass es auch einen Schalter gab, bei dem man von einem lebendigen Wesen bedient wurde. Das erschien uns dann günstiger, und wir sind in die Schlange gewechselt. Die allerdings ging nur sehr langsam vorwärts, und wir sahen, dass auch bei den anderen Schlangen/Schaltern [denen für Selbstbedienung] immer wieder ein Angestellter von London Transport Hilfestellung leistete. Also wieder zurück, in die andere Schlange. Und da bekamen wir denn auch die nötige Hilfe, indem der Angestellte, nachdem wir ihm gesagt hatten, was wir brauchten, alle Knöpfe für uns drückte. Nur die Kreditkarte mussten wir selber einschieben. Da hätte er doch auch seine nehmen können, oder?   😉  Mit all unserem Hin und Her hatte es zwar eine geraume Zeit in Anspruch genommen, aber schließlich waren wir dann doch beide im Besitz eines Travel Card für 7 Tage für die Zonen 1 und 2 plus jeweils einer Einzelfahrt zwischen Heathrow [Zone 6] und der Zone 2 für den Tag unserer Ankunft und für den unserer Abreise, zum Preis von knapp £35 pro Person. Kein schlechter Preis, wenn man bedenkt, dass eine Einzelfahrt mit der U-Bahn für die Zonen 1-2 immerhin stolze £4,50 kostet.

Nachdem wir diese gesamte Prozedur dann glücklich hinter und gebracht hatten, ging’s zur U-Bahn, in London kurz „Tube“ genannt. Gott sei Dank war hier der Weg ebenerdig und kurz. Der Zug wartete schon auf uns und war erfreulich leer, sodass wir ohne Schwierigkeiten einen Sitzplatz fanden. Nach etwa 10 Minuten Wartezeit ging’s dann los, zunächst unterirdisch zu den Terminals 1, 2 und 3, und dann, nachdem wir das Gebiet des Flughafens verlassen hatten, oberirdisch durch die Vororte Londons. Unser Sitznachbar für eine ganze Weile war ein – um es einmal vorsichtig auszudrücken – sehr gesprächiger Ire. Wie Mary in ihrem Reisetagebuch schreibt, „He surely has the gift of gab!“ Es hat uns aber nichts ausgemacht. Im Gegenteil: wir wurden gut unterhalten. Nach etwa 40 Minuten Fahrzeit waren wir dann in der Station Leicester Square, und da ging dann eben, wie oben schon gesagt, das Kofferschleppen so richtig los. Aber geschafft haben wir es doch. Von Leicester Square war es dann nur eine Station, und dann „nur“ noch eine Reihe von Treppen und Rolltreppen, und wir waren wieder am Tageslicht. Nur: wo war jetzt das Hotel. Hier fiel es uns zum ersten Mal auf, was wir später immer wieder bestätigt fanden: wenn man sie braucht, sind Straßenschilder in London Mangelware. Nicht einmal die doch nun wirklich große und prominente Oxford Street war an diesem Kreuzungspunkt beschildert! Aber am Zeitungsstand erhielten wir Auskunft, und dann waren es wirklich nur noch gut 5 Minuten zum Hotel. Trotz unserer verfrühten Landung hatte die ganze Prozedur mit Zoll und Fahrkarten genau so lange gedauert, wie wir es brauchten: wir waren um zwei Uhr nachmittags im Hotel, exakt zu der Zeit, zu der wir einchecken konnten. Noch eine Treppe hoch [unser Zimmer lag im ersten Stock] und wir waren, (total) nassgeschwitzt und ziemlich erschöpft aber glücklich, auf unserem Zimmer. [Zum Hotel und Zimmer später mehr]

To read this posting in English, click here.

6 Gedanken zu „Reisebericht: England- & Schottlandreise – Tag 2 [Ankunft in London – Zum Hotel]

  1. Sehr interessant. Da sieht man wieder, man kann noch so viel vorplanen, irgendwas übersieht man ja dann doch immer. Geschleppt habt Ihr ja genug. Aber was nimmt man für eine Reise nicht alles in Kauf! 🙂
    Ich finde, auch bei uns in Wien sind die Straßenschilder nicht allzu üppig angebracht. Und oft sind sie, z.B. vom Auto aus oder überhaupt wenn es dunkel ist, oft schlecht zu lesen.
    Da gefallen mir die Straßenschilder bei Euch in der USA schon viel besser. Die kann man ja eigentlich ncht wirklich übersehen. 🙂
    LG Gabi

    • Hallo Gabi,
      auch hier in den USA übersehe ich manchmal Straßenschilder. Aber gut finde ich, dass sie hier vielfach in der Mitte über Kreuzungen hängen – jedenfalls in den Außenbezirken.
      Und zum Kofferschleppen: es war einerseits ja auch gut für die „Körperertüchtigung“. 😉
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  2. Hallo Pit,
    na, ein Hotel direkt am britishen Museum kann ja nicht preiswert sein 🙂 London ist in der Hinsicht ein wenig…frivol ? Der Rest von England ist beim Übernachten schon unverhältnissmäßig teuer, aber London schießt den Vogel ab. Da hilft nur ein Hotel weiter draußen und die Tube. Ich kauf mir immer ne Eco Card (oder so ähnlich) die gilt erst nach der Rushhur, ist aber relativ günstig. Klar. Auto geht gar nicht. Weniger wegen dem Verkehr, mehr wegen der fehlenden Parkplätze. Ich war bisher immer mit dem Wagen dort, hab den aber wärend des Aufendhaltes nie angefasst. Was hilft es, die Stadt macht einfach Spaß, da muss man gewisse Einbußen in Kauf nehmen 🙂
    Kalle

    • Hallo Kalle,
      schön, mal wieder hier von Dir zu hören/lesen. 🙂 Danke, dass Du Dur die Zeit genommen hast, hier vorbeizuschauen.
      Sagen wir mal so, mit 135 GBP/Nacht [full English breakfast eingeschlossen] war das Hotel zwar nicht preiswert, aber es war unserer Meinung nach den Preis wert. Ein ausführlicher Bericht zum Hotel ist „in der Mache“. Und ich muss zugeben: London ist ein teures Pflaster, insbesondere was die Eintrittspreise für die Sehenswürdigkeiten angeht. Auch dazu kommt noch ein gesonderter Artikel, ebenso wie zu den Tickets/Preisen für den öffentlichen Personennahverkehr. Ein Auto haben wir übrigens nie vermisst, ganz im Gegenteil – wenn wir nämlich des Öfteren zu Fuß schneller waren als die Taxen neben uns auf der Straße. Und die U-Bahn ist ja nun wirklich ein großartiges Verkehrsmittel. Wobei es natürlich sehr von Vorteil war, dass wir von den Verspätungen und Komplettausfällen, von denen man immer wieder hört, tital verschont geblieben sind.
      Es hat uns jedenfalls wirklich gut da gefallen.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas nach „good ol‘ Germany“,
      Pit

    • Hallo Ulli,
      unsere TravelCard für die U-Bahn fand ich gar nicht einmal so teuer, Aber ansosnetn gebe ich Dir Recht: London ist ein teures Pflaster. Mehr darüber demnächst in Blog.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s