Frühling & Trockenheit

Wenn auch, wegen der nun schon mehrere Jahre lang anhaltenden Dürre, hier kaum etwas blüht, so machen die Kakteen – sie sind natürlich sehr gut an dieses Klima hier angepasst – eine Ausnahme. Mittlerweile stehen sie in voller Blüte:

cacti

Kakteen & Mesquite

Beides, sowohl Mesquite Bäume/Sträucher als auch Kakteen [hier „prickly pear„] werden von Farmern und Viehzüchtern mehr oder weniger als Unkraut angesehen. Aber vernichten ist (fast) unmöglich. Mesquite z.B. wächst wieder, wenn auch nur das kleinste Stück Wurzel [und die können bis zu 50 Meter tief in den Boden reichen oder sich aber weit um den Baum herum kurz unter der Oberflöche erstecken] im Boden verbleibt. Außerdem ist Mesquite sehr resistent gegen (viele) Chemikalien.

Die Kakteen andererseits sind in Zeiten großer Dürre für die Rinderzüchter auch nützlich: nachdem die Stacheln abgeflämmt worden sind, können die ansonsten hungernden Rinder die Blätter fressen.

Was auch immer man davon hält, die Kakteenblüten sind eine Schönheit für sich.

cacti

Kaktusblüte [1]

cacti

Kaktusblüte [2]

cacti

Kaktusblüte [3]

cacti

Kaktusblüte [4]

cacti

Kaktusblüte [5]

Übrigens: wir könnten ja auch Bier aus den Kakteen machen. Siehe „Bierprobe – die Fünfte

To read this posting in English, click here.

27 Gedanken zu „Frühling & Trockenheit

  1. das sind wirklich sehr feine blüten, lieber pit!
    ich frage mich immer, wie man es in einem land mit so wenig regen aushält … ich habe ja mühe mit viel hitze, aber mit diesem ewigen grau hier auch – 🙂
    sei herzlichst gegrüßt
    ulli

    • Hallo Ulli,
      danke, dass Du Dir einmal mehr die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch eine Kommentar zu schreiben. 🙂 Und danke für’s Lob … an die Kakteen! 😉
      Wie man es hier aushält? Ganz einfach ist es, zugegeben, nicht. Die Trockenheit zu ertragen geht ja noch. Man kann sich und den Garten anpassen. „Xeriscaping“ nennt sich das hier, wenn man (nur) Pflanzen hat, die wenig Wasser benötigen, und auch ansonsten viel mit z.T. farbigem Kies/Schotter, Plattieren etc. arbeitet. Was ich außerdem immer noch im Sinn habe, ist „rainwater harvesting„. Wenn es nämlich einmal regnet, dann könnte man mit Tanks schon eine ganze menge Wasser auffangen. Ich scheuie allerdings noch etwas die Anschaffungskosten für so ein System.
      Was mir mehr zusetzt, sind Hitze [im Sommer 3 bis 4 Monate „am Stück“ mit Temperaturen von 35 Grad und mehr] und die hohe Luftfeuchtigkeit. Zum Einen muss da die Klimaanlage ran, und zum Anderen, beim Arbeiten draußen, muss man sich eben auf’s Schwitzen verlassen. Übrigens: so seltsam es klingen mag, draußen arbeite ich auch bei der größten Hitze nur im Hemd mit langen Ärmeln sowie mit langer Jeans. Erstens brauche ich mir dann um Sonnenbrand [und das ist hier ein echtes Problem] auf Armen und Beinen keine Sorgen zu machen, und zweitens kühlt es ungemein, wenn Hemd und Hose erst einmal nassgeschwitzt sind und dann – wie eigentlich (fast) immer – eine kleine Brise weht. Man passt sich eben an – genauso, wie es die Pflanzen tun. Trotzdem: wenn es mit unserem Umzugsprojekt klappt, dann würden wir auch in eine klimatisch wenigsten etwas günstigere ecke von Texas [Hill Country] ziehen.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, bei heute erträglichen 25 Grad,
      Pit

  2. Hi Pit,

    die Kaktusblüten sind wunderschön ..ich mag Kakteen sehr gerne! bei uns heißt es, man soll Kakteen dursten lassen, wenn man will, dass sie blühen – ich weiß nicht, ob das so stimmt?

    Regen könnte ich Euch mal wieder jede Menge schicken 😉 aber ab Dienstag soll es hier auch wieder sonniger werden.

    Liebe Wochenendgrüße schickt dir
    Ocean 🙂

    • Hallo Ocean,
      ich mag die kakteen auch – wenn ich ihnen denn nicht zu nahe komme. 😉 Ob sie (nur) dann blühen, wenn sie durstig sind? Ich weiß es nicht. Aber bei unserem Kloima hier müssten sie ja fast immer durstig sein.
      Und ja: schick‘ doch mal regen rüber. Wir nehmen Dir jede Menge ab.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

    • Stimmt: stachelig aber schön! Ich habe immer schön aufgepasst beim Fotografieren, dass ich denen nicht zu nahe gekommen bin, denn die Stacheln – das habe ich viel zu häufig schon spüren müssen – sind sehr unangenehm. Man bekommt sie kaum wieder aus der Haut, weil sie sofort abbrechen, wenn man probiert, sie herauszuziehen.
      Liebe Grüße,
      Pit

  3. Woher kommt die große Trockenheit? Klima oder anderweitiges Ableiten des Wassers?

    Die Blüten sind sehr schön. Mein Favorit ist Nummer 4. Die steht so schön im Licht, dass sie ganz zerbrechlich und andererseits kräftig und strahlend wirkt.

    • Hallo Marion,
      danke für Dein Lob zu den Bildern. 🙂
      Woher die Trockenheit kommt? Das ist klimatisch bedingt. Auf unserer geographischen Länge [etwa 98 Grad westlicher Länge] fängt die Gegend an, in der Ackerbau ohne Bewässerung nicht mehr möglich ist, und je weiter westlich es geht, desto trockener wird es. Deswegen gibt es in unserer Gegend und eben weiter westlich auch fast ausschließlich Rinderzucht. Und dann haben wir auch immer wieder Dürreperioden. Die letzte zhurückliegende in den 50er Jahren. Und die jetzige schon seit etwa drei Jahren. Diese jetzt erfasst außer Texas auch noch weite Teile der sonstigen USA. Ob’s der Klimawandel ist? Der hat vielleicht etwas damit zu tun, ist aber bestimmt nicht der einzige Grund und vielleicht auch noch nicht einmal der wesentliche, denn die Dürren hat es über Jahrhundert hinweg, wie man aus Aufzeichnungen und auch aus den Jahrwsringen der Bäume weiß, schon immer gegeben. Wir müssen uns einfach damit abfinden. Das Problem ist nur, dass so viele Menschen nach Texas ziehen und die alle natürlich Wasser aus dem Hahn haben wollen, und dass es dann auch noch so etwas Unvernünftiges gibt wie Reisanbau! Aber die Menschen werden es schon lernen, auf die harfte Tour.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, wo wir morgen wenigstens Chancen auf ein paar Schauer haben,
      Pit

      • Hallo Pit,

        den Theorien (oder der teilweisen Hysterie) um den Klimawandel mag ich nicht so recht Glauben schenken. Aber Trockenheit und fehlendes Wasser sind nicht einfach. Umso umsichtiger sollte mit dem vorhandenen umgegangen werden, sollte man meinen.

        Wenn es das in der Gegend schon immer gab, dann wissen die Alteingesessenen, wie damit umgehen. Und die neu zuziehenden lernen es hoffentlich bald. Reisanbau klingt ziemlich verrückt unter diesen Umständen. Dass das genehmigt wird?!

        Manches lernen wir Menschen tatsächlich nur auf die harte Tour :(.

        Ich wünsch euch Schauer – aber sowas von 😆

        Liebe Grüße
        Marion

        • Hallo Marion,
          also, an Klimawandel und Erwärmung der Umwelt glaube ich schon. Man kann allerdings nicht jede Kleinigkeit des lokalen Wetters damit begründen. Und unsere derzeitige Dürre hat mit Klimawandel, glaube ich jedenfalls, nichts zu tun. Diese Dürre tritt hier leider periodisch auf.
          Die Alteingesessenen wissen natürlich mit der Dürre umzugehen. Aber wer ist hier schon wirklich so alteingesessen hier im südlichen Texas?
          Was ich gut finde, ist, dass hier im Wesentlichen Rinderzucht – die ohne Bewässerung auskommt – betrieben wird. Da wird dann in Dürrezeiten einfach die Herde reduziert, indem man Vieh verkauft. Ist zwar ein wirtschaftlicher Verlust, aber die Rinderzüchter hier nehmen das in Kauf. Und zugefüttert wird hier übrigens (fast) nie. Und wenn, dann nur heu. Das gibt ein absolut fantastisches Rindfleisch. Wir freuen usn immer, wenn wir welches von Mary’s Cousin Mark geschenkt bekommen.
          Leider gibt es aber weiter nordwestlich, wo die Niederschlagsmenge nun wirklich dafür nicht mehr reicht, u.A. Baumwollanbau. Und die dafür nötige Bewässerung, plus Bedarf der (Stadt)bevölkerung [das sind natürlich dann eben auch keine Alteingesessenen], strapaziert den Grundwasserspiegel bei Weitem zu sehr. Der Ogallalla-Aquifer sinkt seit Jehrzehnten ständig.
          Insgesamt, fürchte ich, muss ich Dir Recht geben: die Menschheit lernt’s nur auf die harte Tour.
          Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
          Pit

    • Hallo Franka,
      die Kakteen sind eben diesem Klima angepasst. Unbd so gibt es diese wunderbaren Blüten. Ein anderes Gewächs, dass der trockenheit sehr gut angepasst ist und nach ein wenig regen dann wunderbar blüht, ist die Cenizo.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, wo’s übrigens gerade regnet [leider nur sehr wenig, aber immerhin besser als gar nichts],
      Pit

    • Hallo Uta,
      ja, die brigen die Farbe ins ansonsten verbrannt braune südliche Texas. Wie die Bestäubung erfolgt? Da habe ich, offen gestanden, keine Ahnung. Aber weil hier bei uns die Fledermäuse Mangelware sind [etwas weiter weg gibt es welche], vermute ich mal, dass es Vögel oder Insekten sind. Einen Kolibri habe ich vor ein paar tagen an einer Blüten entdeckt, und Insekten sind da auch immer.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, und danke fürden Kommentar,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s