Frühjahrsputz im Garten

Gestern war, des schönen Wetters wegen, Bäume beschneiden und „Unkraut“ beseitigen mit … der Kettensäge. Apropos Kettensäge: beim Bäume“ beschneiden“ waren es z.T. schon recht dicke [manche oberarmstark] überhängende Äste, und mit „Unkraut“ meine ich hier Retamas, auch „Jerusalem Thorn“ genannt [Parkinsonia aculeata], ein hier heimisches und daher trockenheitsresistentes, sehr dorniges [wie üblich im südlichen Texas, wo, wie das Sprichwort sagt, „everything either sticks or stings or stinks„] Gewächs, das durchaus bis zu 10 Meter hoch werden kann, mit eigentlich schönen gelben Blüten. Aber es verbreitet sich, auch und nicht zuletzt durch Rhizome, so rasant, dass es kaum auszurotten ist, und wir wollen es nicht im Garten haben – höchstens in den etwas abgelegeneren Teilen. Die meisten dieser kleinen Bäume hatte ich schon so weit wachsen lassen, dass es die Kettensäge nötig machte, um sie zu kappen. Und Mary hat den Stumpf dann chemisch behandelt [wir haben da eine Flüssigkeit, die man auf die frische Schnittstelle pinselt], damit da nichts neu sprießen kann oder sich unterirdisch fortpflanzt, wie die Retamas es normalerweise tun.

Heute habe ich den Frühjahrsputz im Garten dann mit weiterer Chemie fortgesetzt und Unkrautvernichter gesprüht. Das war in der letzten Zeit schon ganz enorm gewachsen und ich wollte es weghaben, ehe ich den Rasen Mähe. Ja, auch das wird bald schon nötig sein. Ich mähe das Unkraut nicht gerne, weil es den Rasenmäher gewissermaßen „verklebt“: es ist zu saftig, bleibt daher unter dem Mäher kleben und wird nicht richtig herausgeblasen. Jetzt warte ich ab, bis es verwelkt ist – das dauert normalerweise nur ein paar Tage – und dann wird wohl gemäht.

Vor einiger Zeit hatte ich schon die Purple Martin Behausungen

purple martin houses

Purple Martin Häuser (und „Camaro Shed“)

gesäubert, denn jetzt ist die Zeit, zu der sie aus ihren Winterquartieren in Mexiko nach Norden ziehen, zum Brüten. Aber sie wollen immer saubere Nistplätze haben und keine, die noch das Stroh aus dem Vorjahr drin haben. Ganz schön verwöhnt, diese Vögelchen! Die ersten „Scouts“ kommen immer schon im Januar, und schon etwa vor 4 Wochen hatte ich welche bemerkt. Hier sitzen zwei, zusammen mit, glaube ich, Tauben, auf unserer Stromleitung:

Vögel

Ich steh‘ – nein, sitz‘ – auf der Leitung

Mal sehen, was sich jetzt, nach dem Säubern der Nistplätze, tut. Es sah so aus, als ob wir dieses Jahr mehr haben könnten als im vergangenen Jahr, denn es waren wohl 8 Nistplätze „besetzt“, aber in den vergangenen zwei Wochen habe ich keine Vögel mehr aus den Nistplätzen herauslugen sehen. Hoffentlich kommen sie noch/wieder. Und hoffentlich siedeln sich keine Spatzen darin an, denn dann kommen keine Purple Martins: die vertragen sich nicht.

Wir haben zwei verschiedene „Haustypen“ für Purple Martins, einmal „Etagenwohnungen“

purple martin houses

„Etagenwohnung“

, und zum Anderen „Eigenheime“.

birds

„Eigenheime“

Letztere sind den ausgehöhlten Kürbissen nachempfunden, die die Indianer früher als Nistplätze aufgehängt haben und auch heute noch aufhängen. Hier

birds

Zufrieden mit dem Eigenheim? – Ja!

schaut ein wohl ganz zufriedener Bewohner aus seinem Haus heraus.

Und nun, zum Abschluss, noch ein paar Aufnahmen aus dem Garten:

Vogel auf der Stromleitung:

birds

Alle Vögel sind schon da

Alter Schuppen und Wildnis:

Camaro Shed

Camaro Shed

Der ehemalige Korral:

Korral

Korral

Zugegeben, da muss ich noch viel dran tun, zum Aufräumen. Ich überlege immer noch, wie ich es schaffen kann, diesen alten Zaun wieder aufzurichten. Wenn es denn irgendwie klappen sollte, so wird es auf jeden Fall eine Heidenarbeit werden, denn diese alten Eisenbahnschwellen sind wahnsinnig schwer. Ich denke einmal, dass ich es ohne Hilfe wohl nicht schaffen werde. Aber schön wäre es, wenn es klappen würde, um den alten Charakter dieses Teils des Grundstücks zu erhalten.

Noch einmal ehemaliger Korral:

cattle chute

Cattle Chute

Das ist der frühere „cattle chute“, d.h. der Engpass, durch den das Vieh getrieben wurde, wenn es z.B. behandelt werden musste oder verladen werden wollte. Im Hintergrund macht es sich übrigens Bixby auf dem Zaun gemütlich. Diese Aufnahme sieht „auf Alt getrimmt“, d.h. in Sepia, gut aus, finde ich.

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10 Gedanken zu „Frühjahrsputz im Garten

    • Hallo Wolfgang,
      uns gefällt es hier auch. Das heißt, eigentlich müsste ich sagen, „gefiel“, denn mit dem Ölboom hier hat in den letzten zwei Jahren doe Lebensqualität doch sehr stark abgenommen und wir tragen uns ganz ernsthaft mit Umzugsplänen.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Pit

  1. Unsere Vögel beginnen sich auch langsam zu regen. Stare und Kiebitze sind als Sommervögel schon da. Unsere Schwalben brauchen mehr Zeit. Sie sind auch in Konkurrenz mit den Spatzen um die Halbschalen, die wir ihnen zum Nisten anbieten. Bei uns ist der Sand nicht lehmig genug, so daß ihre eigenen Nester hin und wieder abstürzen. Die Vogelwohnungen auf deinen Bildern gefallen mir gut. Dann leben die Purple Martins, wie unsere Schwalben auch gerne in Kollonien?
    Viel Glück bei der Besiedlung der homes 🙂 Grüsse nach Texas – Uta

    • Hallo Uta,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu schreiben. 🙂
      Hier regen sich die Vögel allgemein schon seit Langem. Eigentlich haben wir den ganzen Winter [was man im südlichen Texas so „Winter“ nennt ;)] über: das Gezwitschere hört nie auf – und das finden wir schön. Schwalben haben wir noch keine. Die kommen später wieder – hoffentlich, denn wegen der jahrelangen Trockenheit hier ist es für sie etwas schwieriger geworden, den Lehm für ihre Nester zu finden. Aber der San Antonio River ist nicht weit, und so werden sie sich den wohl da besorgen.
      Ich weiß nicht, ob die Purple Martins auch eine einzelne Behausung annehmen würden. Ich kenne nur diese Art der „Mehrfachwohnungen“. Doch halt: irgendwie glaube ich mich zu erinnern, auch schon einmal einen einzelnen hohlen Kürbis gesehen zu haben. War aber vielleicht auch nur in der Werbung.
      Hoffenw ir also wirklich, dass wir auch in diesem Jahr wieder diese hübschen Vögel hier im Garten haben werden.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit
      P.S.: So [https://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/2012/06/02/purple-martins/] sah es im vergangenen Jahr aus.

  2. Danke für Deinen Bericht. Auf einem Eigengrundstück hat man halt immer zu tun. Aber an einen Gartenfrühjahrsputz ist hier ja noch gar nicht zu denken. 🙂 Aber es hat nun +6 Grad bei uns und der Schnee schmilzt eifrig dahin. Ich hoffe so inständig, dass es der letzte für diesen Winter war.
    Die Vögel können sich bei Euch ja richtig wohlfühlen. Sogar die Auswahl zwischen Etagenapartment und Häuschen können sie wählen, und das sogar frisch geputzt! 🙂
    Dieser Service wird sich wohl herumsprechen. 🙂

    Das Bild mit dem Zaun in Sepia schaut wirklich gut aus. Ist sehr passend zu diesem Motiv.

    lg Gabi

    • Hallo Gabi,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu schreiben. 🙂
      Ich hoffe, dass es – wenigstens vom Wetter her – auch bei Euch bald Zeit für einen Frühjahrsputz wird.
      Ich hoffe, dass sich der „Service“ bei den Purple Martins herumspricht, denn wir mögen diese bunten Vögelchen sehr.
      Von unseren alten Gebäuden hier sollte ich vielleicht auch einmal ein paar Sepia oder S/W-Fotos einstellen.
      Liebe Grüße aus dem heute sonnigen südlichen Texas,
      Pit
      P.S.: Gleich geht’s wieder in den Garten, Äste und Zweige häckseln, damit wir dann damit weiteren „Frühjahrsputz“ in Garten vornehmen können.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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