Morgenrituale

Als Pensionär hat man ja ein geruhsames Leben und wird nicht vom Wecker zu einer Zeit aus dem Schlaf gerissen, zu der dem Körper bzw. Geist noch gar nicht so nach Wachsein und Herumlaufen zumute ist. Für mich heißt das: wenn nicht ein früher Termin droht, stehe ich einfach erst dann auf, wenn ich von Natur aus wach werde. Das ist im Augenblick so irgendwann zwischen 7 und 8 Uhr morgens, meistens etwa gegen 7:30 bis 7:45 Uhr. Wenn ich mich so, sagen wir einmal, „natürlich“ ausschlafen kann, bin ich sofort „zu gebrauchen“. Werde ich dagegen auch nur eine halbe Stunde früher vom Wecker zum Aufstehen gezwungen, dann kann es ein paar Stunden in Anspruch nehmen, ehe ich richtig wach bin.

Als Erstes ist dann „Fütterung der Raubtiere“ angesagt. Ganz besonders Sister Fidelma hockt dann schon an der Tür zum Flur zum Schlafzimmer und miaut herzzerreißend. Also kriegt sie ihr Futter zuerst, plus welche Katze auch immer die Nacht ebenfalls im Haus zugebracht hat. Dann werden  die Kaffeemaschine angeworfen – schließlich muss ich ja auch etwas Gutes bekommen – und der Computer gestartet.

Und dann heißt es für Chiquita und Sally „Gassi gehen“. Als wir Chiquita noch nicht hatten, habe ich Sally immer einfach nach draußen gelassen, denn sie läuft nicht zur Straße. Aber bei Chiquita sind wir uns da nicht so sicher, und deswegen führe ich sie an der Leine aus. Meistens nehme ich dann auch gleich Hunde- und Katzenfutter mit, um die hungrigen Mäuler draußen zu stopfen.

Danach ist dann in aller Regel der Kaffee fertig und der Computer ist hochgelaufen, und dann geht’s an die aktuellen „Nachrichten“. Zuerst werden E-Mails abgerufen und teilweise auch schon gelesen, und dann die online-Nachrichten: Welt und Zeit für deutschsprachige Nachrichten, und die New York Times für die hiesigen, sowie gelegentlich auch Daily Telegraph und Guardian für britische Nachrichten. Und auch meine (abonnierten) Blogs sind zu lesen und, teils, zu kommentieren. Dazu gibt’s natürlich den ersten Schluck Kaffee. Später – je nach Lust und Laune, wenn nichts Besonderes ansteht – wird dann die Post an der Straße abgeholt und, mittwochs bis sonntags, auch die (hiesige) Tageszeitung, die San Antonio Express-News.

Wann ich etwas esse, das ist ganz unterschiedlich. Das kann irgendwann im Laufe des Vormittags sein. Der Kaffee ist da viel wichtiger. Und den gibt es ja immer schon so gut wie sofort.

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18 Gedanken zu „Morgenrituale

  1. Lieber Pit, richtig schön zu lesen! Rituale tuen gut.
    Ich habe meine Rituale, die jedoch dienstwechselbedingt sich leicht verändern, Tiere werden immer versorgt, höchste Priorität! 🙂 Ich habe das Gefühl, der halbe Kottenforstvogelbestand kommt bei mir vorbeigeflogen um sich zu stärken. Macht auch viel Dreck, aber am meisten Freude. Puuuh, habe heute den Balkon lange geschrubbt.
    Jetzt wird klinisiert, nur noch eine Nacht und dann kann ich endlich wieder ganz lange ausschlafen.
    Herzliche Grüße
    Hanne

    • Hallo Hanne,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu schreiben. 🙂
      Bei uns bleiben die Vögel – bis jetzt noch, denn die Schwalben sind noch nicht eingetroffen – weit genug vom Haus weg um „Spuren“ zu hinterlassen. Wenn die Sxchwalben allerdings wiederkommen, dann müssen wir die Vorderterasse auch ziemlich häufig schrubben.
      Ich hoffe, Du hattest in der Zwischenzeit genug Zeit zum Ausschlafen.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, auch an die beiden lieben „Flatterwesen“,
      Pit

    • Hallo,
      und danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu hinterlassen. 🙂
      Hier sind es Sister Fidelma und Mr Pickwick, die immer so tun, als stünden sie kurz vorm Verhungern. Nach Jausenbroten [das Wort klingt österreichisch, oder?] schreit hier keine Familie. Mary und ich sowie Mary’s Sohn (aus ihrer ertsen Ehe), der z.Zt. hier lebt, versorgen uns jeder selber – zumindest, was das frühstück angeht.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  2. Ich bin froh, wenn mein Sohn mal bis halb sieben schlaeft. Da wir uns seit unserer Rueckkehr aus Neuseeland noch nicht ganz an die neue Zeit angepasst haben, geht es mit dem Spielen zur Zeit um 4 Uhr morgens los. Und wir haben nicht nur Morgenrituale, sondern auch Abendrituale und deshalb bringe ich den kleinen jetzt mal ins Bett. Lieben Gruss aus dem eisigen London, Peggy

    • Hallo Peggy,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu schreiben. Das mit dem Jetlag kann ich nachvollziehen. Habe ich einmal nach einem Rückflug von den USA nach Deutschland gehabt. Da sind wir mitten in der Nacht aufgestanden und haben Karten gespielt. Aber, warum weiß ich nicht, heutzutage empfinde ich keinen Jetlag mehr. Ich halte die Daumen, dass Dein Sohn sich bald dem neuen Zeitrahmen anpasst.
      Und ich halte auch die Daumen, dass das Wetter bei Euch in London bald weniger eisig wird. Für Deutschland habe ich allerdings gelesen, dass es durchaus noch 4 bis 5 Wochen (sehr) kalt sein soll. Hier im südlichen Texas ist das natürlich anders. Wir werden zwar wohl noch die eine oder andere „Kältewelle“ bekommen, aber außer ein klein wenig Nachtfrost wird sich da wohl kaum etwas tun. Nasskalt mit Nordwind könnte es allerdings schon werden, und das ist auch unangenehm.
      In den nächsten Tagen und Wochen werde ich etwas mehr in Deinem Blog vorbeischauen, für Reisetipps, denn für Mai/Juni haben wir eine Reise nach England und Schottland geplant: London, Cley-next-the-Sea [zu unserem gemeinsamen Blog-Bekannten Klausbernd], York, Edinburgh und Oxford. Da kommen mir für die Vorbereitungen Blogs wie Deines oder Ingo’s England-Blog, um nur zwei zu nennen, sehr gelegen.
      Also dann, stay warm, und liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  3. Lieber Pit,
    wie bekannt mir das vorkommt. Allerdings mit Zeitverschiebung. Wir sind hier in England Langschläfer. Ich wache so zwischen neun Uhr und halb zehn auf, eine schwarze, streunende Katze wird gefüttert und die Vögel und dann mache ich Kaffe, wobei ich Classic FM höre. Danach Nachrichten aus dem fernen Deutschland gucken und bloggen. Aber wenn monatlich die National Geographic kommt, wie gestern, dann ist Feiertag, die muss nämlich sogleich von vorn bis hinten durchgelesen werden.
    Auch hier ist`s heute bedeckt und brrrrrrrrrrrrrrrrr eiseskalt, nur 4 Grad C, bei denen a real Norfolk boy entweder gar nicht rausgeht oder in shorts und T-shirt (das kann man als foreigner nicht verstehen, gib dir keine Mühe, ist vergeblich).
    Danke für alle deine Kommentare auf meinem Buchfeenblog, über die Siri und Selma sich immer bannig freuen 🙂 🙂 und ich mich auch!
    Liebe Grüße von uns hier in Nord Norfolk
    Klausbernd und seine munteren Buchfeen Siri und Selma

    • Lieber Klausbernd,
      manchmal – aber das ist selten – schlafe ich auch so lange. Möglicherweise gehe ich aber ja auch früher ins Bett, namlich spätesten gegen Mitternacht, als Du. Ganz selten übrigens, wenn ich nämlich meinen Kardiologen in Deutschland anrufe, stehe ich sogar zu der absolut unchristlichen Zeit von 5:30 morgens auf. Puhhhhhhhhhhhh! Aber falls ich dann nicht wieder ins Bett gehe, freue ich ich hinterher immer darüber, was ich an dem Morgen Alles geschafft habe. Hat eben Alles seine zwei Seiten.
      Zum Thema „Engländer, Kälte und Kleidung“: das habe ich einmal so ganz deutlich bei einem Schüleraustausch erlebt. Es sollte damals von Ardingly [Essex oder Sussex?] auf einen Ausflug nach Brighton gehen und es war reichlich kalt. Für unsere Verhältnisse jedenfalls. Wir waren alle in warmer Kleidung, mit Pullover oder gefütterten Anoraks. Und da kommt einer von den englischen Schülern an, in Shorts und kurzärmeligem T-Shirt. Da wurde uns schon bei Zusehen noch kälter! Wie Du schon sagst: verstehen kann man das nicht. 😉 Nur bewundern!
      Die Vögel hier werden übrigens von Mary gefüttert.
      Gern geschehen, was meine Kommentare auf dem Buchfeenblog angeht. Und schön zu wissen, dass Ihr Euch darüber immer freut. So wie eben ich über Einträge hier. Und auch über jede „Neuerscheinung“ auf dem Buchfeenblog – und auf Dina’s.
      Liebe Grüße an Euch alle,
      Pit

    • Hallo Franka,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu hinterlassen. 🙂 Ich stimme zu: so fängt der Tag am besten an.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas ins schöne Köln,
      Pit

  4. Für meine Begriffe bist Du aber schon sehr zeitig munter. Fas empfinde ich noch als Mitten in der Nacht“ 🙂 Ich bin dabei aber kein Maßstab, weil ich eine Nachteule und sehr spät schlafen gehe. und eben auch am Abend noch „herumwerkle“. Das gleicht sich dann wieder aus.:-)
    LG Gabi

    • Hallo Gabi,
      das ist ganz unterschiedlich, wann ich munter bin. Es scheint so in Phasen abzulaufen. Seit einiger Zeit, wie gesagt, so normalerweise gegen 07:30 bis 07:45 Uhr. Es hat aber auch Zeiten, da ist es weit nach 8, wenn ich aufwache. Und schlafen gehen tue ich in aller Regel hier so gegen Mitternacht.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

      • Aber was wir auf jeden Fall gleich haben ist, dass wir beim Frühstück oder Kaffee trinken am Computer sitzen. 🙂 Bei mir ist immer der Vormittag die Zeit, wo ich Ruhe habe und das nütze ich aus.

        Habe diesen Bericht nun auch auf englisch gelesen und bei Deinen Kommentaren zweimal das Wort „impawtant “ gesehen. Ist das ein Dialektwort für „important“?

        LG Gabi

        • Hallo Gabi,
          danke für Deine vielen Kommentare! 🙂
          Zu „impawtant“: das ist kein Dialektwort, sondern es stammt aus Katzenblogs, die ich verfolge. Da lassen die Blogschreiber sozusagen ihre Katzen sprechen/schreiben, und da kommen dann solche Wortschöpfungen zustande. Andere z.B. sind: „Caturday“ statt „Saturday“, „furriends“ statt „friends“, „pawty“ statt „party“, um nur einige zu nennen. Ich mag diese Blogs übrigens, eben weil sie aus der Perspektive der Katzen berichten.
          Falls Du mal da reinschauen willst:
          Texas, a cat in New York
          Savannah’s Paw Tracks
          onespoiledcat
          Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
          Pit

          • Dann ist es ja kein Dialekt, sondern eine Katzensprache. 🙂 Danke für den link. Ist ja interessant. Da sieht man wieder, was man alles versäumt, wenn man keine Katze hat. 🙂
            Es gibt zwar auch Blogs, wo die Hunde „zu Wort“ kommen, aber solche kreativen Wortkreationen hab ich da noch nicht gelesen. 🙂
            lg Gabi

    • Hallo Uta,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und auch einen Kommentar zu hinterlassen. 🙂 Unser „Zoo“ – jedenfalls die Katzen – lassen uns immer ganz deutlich wissen, dass eine Nacht ohne Futter VIEL zu lange ist und dass sie daher kurz vor dem Hungertod stehen. 😉
      Liebe Grüße aus einem etwas verhangenen südlichen Texas,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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