Ebanazio

Ebanazio – A Winter’s Tale of Old San Anto“ hieß das Theaterstück, dass wir kurz vor Weihnachten im Sterling Houston Theatre, aufgeführt von der Jump Start Company, gesehen haben.

Dieses weihnachtliche, aber stellenweise auch lustige und zuweilen urkomische kleine Theaterstück verbindet Elemente von Charles Dickens‚ „A Christmas Carol“ mit der Geschichte San Antonios in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert, genauer gesagt Weihnachten 1731. Neben besinnlichen Momenten finden sich auch satirische Elemente, wenn z.B. die Indianer der Region durch Franziskanermönche der Mission San Antonio mit Hilfe eines an die Fernsehshow „Jeopardy“ angelehnten Quiz im christlichen Glauben unterwiesen werden, wobei jede Antwort „Jésus“ lauten muss, was die (tumben) Indianer natürlich nicht wissen, und wenn dann am Schluss, ganz wie es bei der Formulierung von Antworten in der Show nötig ist, einer der Indianer fragt, „Who is Jésus?“

Historisch korrekt, wenn auch satirisch überzeichnet dargestellt, sind die Personen, die Yanagua Indianer, die franziskanischen Mönche, die Soldaten des Presidio de Béxar, wie San Antonio damals hieß, sowie die Einwanderer von den Kanarischen Inseln. Ebenso historisch korrekt sind die Konflikte um Landnutzung und Wasserrechte sowie die Klassenunterschiede und Kulturgegensätze.

Der selbstsüchtige und raffgierige Kommandant des Presidio, Ebanazio, der am Ende des Theaterstücks natürlich „bekehrt“ wird und sich vom Geizhals in einen freigiebigen Menschen verwandelt, ist, wie der Name schon ahnen lässt, Charles Dickens‘ „A Christmas Carol“ entlehnt.

Insgesamt war es eine gelungene Aufführung, die uns viel Spaß bereitet hat, und die in einem Zeitungsartikel kurz so charakterisiert wird, „The show […] includes a few standard holiday show elements, such as a nativity scene, the thawing of a frozen heart and the judicious use of kids and dogs. But it mostly goes on its own refreshingly loopy path, including lots of puns, a couple of deeply silly takes on ‚The Price is Right‚ and ‚Jeopardy,‘ and a little bit of sex. It’s ridiculously entertaining.“

Das Sterling Houston Theatre, ein sehr kleines Theater, findet sich im Blue Star Arts Complex,  einem ehemaligen Warenhaus- und Brauereikomplex der Blue Star Brauerei, am Ufer des San Antonio River am südlichen Rand der Innenstadt von San Antonio, der im Zuge der Revitalisierung der Gegend sowie auch der Sanierung des San Antonio Rivers mittlerweile zu einem Kleinkunst-, Restaurant- und Apartmentareal umgebaut wird.

Dazu ein Zitat aus Wikipedia:

Blue Star is a catalyst for the revitalization of the South Alamo neighborhoods that surround the facility. The Blue Star Complex and has been redeveloped as an arts-oriented mixed-use development that includes loft/studio apartments, galleries, retail, performance spaces, artists‘ work spaces, and design offices.

To read this posting in English, click here.

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2 Gedanken zu „Ebanazio

  1. Hi Pit 🙂

    das hört sich richtig gut an .. „anders“ .. ich stell mir das Stück sehr interessant vor..eine Reise zurück durch die Jahrhunderte.

    Klingt gut, was du von Texas schreibst .. subtropisch, das wußte ich gar nicht – ich hatte wirklich mehr die Wüste „im Kopf“. Hoffentlich bekomm ich doch irgendwann nochmal die Gelegenheit 🙂 danke für deinen netten Kommentar.

    Seit wir unseren Hund haben, hab ich mich ja dafür entschieden, hierzubleiben – weil ich Lisa nicht für den Urlaub weggeben möchte – und im Flieger, das ist zu stressig für sie. Und ..ohne Hund kann ich es mir gar nicht vorstellen ..

    Liebe Grüße zu dir ..hier ist Schneeregen, nicht wirklich schön 😉

    Ocean

    • Hallo Ocena,
      was das Reisen mit/ohne Hund angeht: auch wenn wir es nicht gerne tun, aber wir möchten doch hin und wieder eine größere Reise – insbesondere auch nach Deutschland – unternehmen, und da bleibt uns dann nichts Anderes übrig, als Sally zu unserem Tierarzt in die Hundepension zu geben. Sie wird dort wirklich gut versorgt und es scheint ihr auch Nichts auszumachen. Und – leider – ist sie da ja auch, mit all‘ ihren Problemen nach der Attacke durch die Javelinas vor einem Jahr, sozusagen „Stammkundin“. Na ja, sie freut sich natürlich immer riesig, wenn sie uns wiedersieht. Wenn wir hier in der Gegend unterwegs sind, versuchen wir schon, eine Unterkunft zu finden, die Hunde akzeptiert, aber bei Sally’s Größe ist das nicht immer einfach. Viele Motels etc. limitieren ihre Zustimmung auf kleinere Hunde.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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