Ein Flug mit dem Airbus A380

Angekündigt hatte ich es ja schon mehrfach hier, aber jetzt ist es dann wirklich so weit, dass ich einmal etwas über meine Erfahrungen mit dem Flug im Airbus A 380 berichte. Schon vor längerer Zeit hatte ich es im Lufthansa Newsletter gelesen, dass sie mittlerweile auch die Strecke HoustonFrankfurt mit diesem Großraumflugzeug bedienen, und ich war ganz gespannt, ob ich wirklich in diesem dicken Ding über den großen Teich fliegen würde, und wie es denn sein würde.

Hier dann also meine Eindrücke:

es ist schon ein Riesengerät, der Airbus A 380, wenn man es so auf dem Rollfeld sieht, mit den zwei Etagen über die gesamte Länge. Es erinnert da ein ganz klein wenig an das Aussehen des AirbusGuppy„, mit seiner „hohen Stirn“. Innen drin allerdings fällt die Größe gar nicht auf, fand ich. Der Rumpf ist mit einer Innenbreite [auf dem Unterdeck] von 6,6 Meter zwar breiter als der Jumbo [6,1 Meter] und erst recht als der Airbus A 340 mit 5,3 Metern, aber wenn man nicht unbedingt den direkten Vergleich hat – und das geht ja nun mal nicht – merkt man es eben nicht. Geräumig ist es natürlich. Vielleicht ist die „Schulterbreite“ etwas größer, denn mein persönlicher Eindruck war, dass es zwischen den seitlichen Sitzen und der Außenwand ein klein wenig mehr Platz gab als in den anderen Flugzeugen. Deutlich mehr Platz steht meinem Eindruck nach allerdings in den Ablagefächern über den Sitzen zur Verfügung. Oder sollte es nur daran gelegen haben, dass ich auf dem Hinflug Business Class geflogen bin und auf dem Rückflug, in Economy, gerade in meinem Bereich viele Sitze leer waren? Wäre mal interessant, die genauen Dimensionen/Raummaße zu bekommen. Wie gesagt, ich hatte den Eindruck, dass die Fächer wenn tiefer waren als in Fliegern anderen Typs.

Was mir wirklich auffiel, als der Vogel in Houston ankam – ich war so früh am Gate, dass ich das sehen konnte – war eben, wie schon gesagt, die äußerliche Größe. Und die Größe und das Fassungsvermögen [526 Passagiere] des A380 setzen eine gute Bodenorganisation voraus – die es in Houston auch gab – um das reibungslose und schnelle Einsteigen zu gewährleisten. In Houston war es so organisiert, dass die Schilder aufgestellt hatten, hinter denen sich die Passagiere für die jeweiligen Boarding-Zones aufstellen sollten. Meinem Eindruck nach hat das auch größtenteils gut geklappt. Und wenn ich es richtig  mitbekommen habe, gab es in Houston [bei der Ausreise] insgesamt drei Fluggastbrücken, sodass das Boarding wirklich schnell gehen konnte. Schließlich wird auch für diesen Riesenvogel versucht, die Turnaround-Zeit auf demselben Niveau zu halten wie bei anderen Großraumflugzeugen [Boeing 747 = 90 Minuten]. Und das schien in Houston zu klappen, auch wenn ich natürlich nicht mit der Stoppuhr danebengestanden bin. Für Frankfurt kann ich da gar keine Aussage treffen, da das Flugzeug da schon lange stand, als ich am Gate ankam. Es kann sich hier nicht um ein Turnaround gehandelt haben, sondern der Flieger muss hier neu eingesetzt worden sein. Aber die Organisation am Gate war keinesfalls so effektiv wie in Houston: Schilder für die verschiedenen Boarding-Zones gab es keine, und wie es dann so üblich ist, rennen natürlich viele Leute sofort an Bord, auch wenn sie eigentlich noch gar nicht dran sind. Und für jemand, der zwar früh drangewesen wären aber hinter dem Pulk anderer Fluggäste stand, war es nahezu unmöglich, dann einzusteigen, wenn seine Sitzreihe aufgerufen wurde. Da könnte man in Frankfurt durchaus noch dran arbeiten. Dass wir ohne Verspätung wegkamen lag m.E. daran, dass das Einsteigen schon relativ früh – 45 Minuten vor Abflug – beginnen konnte, weil das Flugzeug eben schon eine lange Zeit am Gate gestanden hatte.

Wie oben schon gesagt, auf dem Hinflug hatte ich das Glück, dass ich ein Upgrade auf Business Class bekommen konnte, weil ich im Laufe meiner vielen Flüge zwischen den USA und Deutschland eine ganze Menge Bonusmeilen angesammelt hatte. [Im vergangenen Jahr im Herbst hatte ich einen Teil davon eingesetzt, um meinen Flug damit zu bezahlen, und da ich immer noch genügend übrig hatte, habe ich dieses mal eben ein Upgrade probiert – und auch bekommen.] Online konnte ich es übrigens nicht buchen, aber in Houston am Gate klappte es. Es schienen noch mehrere Sitze in der Business Klasse leer zu sein, denn ich hatte die Auswahl, wo ich sitzen wollte. Die Dame am Gate wollte mir dann einen Gefallen tun, und gab mir 10D, direkt hinter der Pantry. Das war, wie ich dann auf dem Flug feststellen musste, fast schon des Guten zuviel, denn ich musste mich losschnallen, wenn ich das Staunetz mit den Magazinen etc. erreichen wollte. Aber angenehm war es natürlich, so viel Platz zu haben. Und auch die Tatsache, dass sich der Sitz in eine absolut flache Liegeposition bringen ließ, war für einen Langstrecken-Nachtflug wirklich ein Vorteil. Insgesamt ein wirklich angenehmer Flug.

Auf dem Rückflug war es dann aber, wie schon gesagt, „nur“ Economy, denn ich hatte nicht mehr genug Bonusmeilen für ein Upgrade. Ich hatte zwar auch einmal versucht, eines gegen Bezahlung zu erhalten, aber mit über € 4000!!! [lt. telefonischer] Auskunft war mir das dann doch ein ganz klein wenig  😉 zu teuer. Ich kann es eigentlich immer noch nicht so richtig glauben, dass dieser Betrag [Upgrade nur für die Strecke Frankfurt-Houston] stimmt, aber das war eben die Preisauskunft, die ich bekam. Ich habe dann am Gate noch einmal nachgefragt, aber da konnten sie mir nur ein Meilenupgrade geben, und keines gegen Bezahlung, sodass ich da keine Preisinformation bekommen konnte. Ein Preischeck hätte mich natürlich schon interessiert.

Der Flug zurück in der Economy Klasse war übrigens gar nicht unbequem. Die Bestuhlung ließ mir wirklich genügend Beinraum – so etwa 10 bis 15 Zentimeter waren noch frei zwischen meinen Knien und der Rücksitzlehne vor mir. Das hätte auch dicke ausgereicht für jemanden, der ein ganzes Stück länger ist als ich. Und da ich das Glück hatte, alleine in meiner Reihe zu sitzen, gab es natürlich auch gar keine Probleme mit einem Sitznachbarn und einem eventuellen „Kampf“ um die Armlehne. Und, wie schon vorher gesagt, gab es auch keine Probleme mit dem Stauraum in den Gepäckfächern. Im Gegensatz zu früheren Flügen konnte ich nicht nur mein Carry-on Case bequem unterbringen, sondern auch mein Jackett und meinen Cowboyhut. Was ich allerdings in Zukunft ändern würde: ich würde versuchen, einen Sitz weiter vorne zu bekommen. Für diesen Flug hatte ich 77C [insgesamt hat der A380 im Unterdeck die Sitzreihen 50 bis 94], und damit saß ich verhältnismäßig weit hinten, sodass es eine geraume Zeit dauerte, bis ich in Houston aus dem Flugzeug kam. [Wie im vorherigen Posting geschrieben, hatte ich da ja den Eindruck, dass sie nur eine einzige Fluggastbrücke für diesen Riesenvogel hatten]. Der Ein-/Ausgang liegt vor der Reihe 60, also wäre ein Sitz da oder kurz danach – oder eben kurz davor – schon wünschenswert. Mal sehen, was sich da bei meinem nächsten Flug so tun lässt. Insgesamt war ich aber – wie schon gesagt – auch mit dem (Sitz)komfort in der Economy Klasse sehr zufrieden, und es war ein angenehm entspannter Flug. So sehr ich auch den Hinflug in der Business Klasse genossen habe, ich bin mir nicht sicher, ob ich dafür – sollte ich denn einmal das Geld dafür haben – etwa den vierfachen Preis [in diesem Rahmen bewegt es sich nämlich, wie ich bei einem Preisvergleich ermittelt habe] ausgeben würde. Ich glaube, das ist es mir nicht wert. Wichtig wäre mir ohnehin nur der Sitzkomfort. Dass ich ein gedrucktes Menü bekomme und zwischen drei Vorspeisen, drei Hauptspeisen und drei Desserts auswählen kann, ist zwar ganz nett, aber nicht erforderlich. Und auch die Tatsache, dass ich mehrere Weine zur Auswahl habe und viel häufiger als in der Economy Klasse nachgeschenkt bekomme, interessiert mich wenig, denn ich pflege auf Flügen ohnehin keinen Alkohol zu trinken. Und ebenso wenig muss es sein, dass ich mich wie in einem guten Restaurant fühle und jedes Gericht separat auf echtem Porzellan serviert bekomme. Sagen wir einmal so: wenn ich gut und gepflegt essen will, buche ich dazu nicht unbedingt einen Flug.

Fazit: es war ein wirklich angenehmer Flug und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten an Bord eines A 380.

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4 Gedanken zu „Ein Flug mit dem Airbus A380

  1. Danke für den Bericht. Vielleicht komm ich ja noch mal in den Genuß mit so einem großen „Vogel“ zu fliegen. Wer weiß? 🙂
    Als wir damals nach Australien flogen, hatten wir auch überlegt, in einer „besseren“ Klasse zu fliegen. Die Reise war ja sowieso schon recht teuer (mit Abstand die teuerste, die wir je gemacht haben) und wir dachten uns, dass wir uns dies gerade bei so einem langen Flug gönnen könnten. Als aber der Flugpreis dadurch mehr als das doppelte gekostet hätte, haben wir es dann doch gelassen.
    Den ganzen „Klimbim“ mit dem besseren Service und Essen und Wein und was weiß ich, würde ich auch nicht benötigen, aber der Sitzcomfort und die Tatsache, dass man mehr Platz hätte, wäre halt schon super. Überhaupt wenn man sich dann richtig „hinlegen“ kann! Da hätte vielleicht sogar ich schlafen können. 🙂
    lg Gabi

    • Hallo Gabi,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, in meinem Blog vorbeizuschauen und Kommentare zu schreiben. Mit so einem großen Vogel fliegen? Kommt eben auf die Strecke an. Und die werden im Laufe der Zeit ja wohl immer mehr werden. Das Platzangebot in der Business Klasse ist wirklich wunderbar. Wenn eben nur nicht der hohe Preis wäre. Wäre es „nur“ das Doppelte, so würde ich das vielleicht noch zahlen wollen, aber für den Flug über den Atlantik wäre es mehr als das Vierfache von Economy. Und das ist mir dann doch bei Weitem zu viel.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  2. Hi Pit 🙂 ..sehr interessant, deine Eindrücke von dem Airbus-Flug zu lesen – das klingt wirklich gut. Und ein bisschen luxuriös natürlich auch 🙂 Viel Platz ist natürlich ein großer Pluspunkt .. Prima, dass alles so gut und reibungslos geklappt hat.

    Liebe Grüße aus dem kalten nebeligen Germany 🙂
    Ocean

    • Hallo Ocean,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen. Ja, es war schon interessant, mit diesem dicken Vogel zu fliegen. Und luxuriös – wenigstens auf dem Hinflug. Aber der Luxus ist auch teuer. Kommt für mich also nur ausnahmsweise, wenn ich wieder einmal genügend Bonusmeilen zusammen habe, in Frage.
      Liebe Grüße aus einem relativ warmen [23 Grad] südlichen Texas,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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