Das Meson European Restaurant

Am vergangenen Donnerstag, dem 18.10.12, waren wir nach einem Augenarzt-Termin nach Augenarzt und einem Einkauf bei Costco  [dazu mehr in einem späteren Beitrag] zum Abendessen im Mesón European Restaurant in San Antonio. Zum Namen: ob der Name von französisch „maison“ herrührt? Ich weiß es nicht. Die Küche würde jedenfalls darauf schließen lassen. Es ist jedenfalls nicht „europäisch“ – was auch immer das wäre, da ja Europa n un einmal kulturell und kulinarisch viel zu diversifiziert ist um von einer „europäischen Küche“ auch nur im Ansatz reden zu können. Und auch wenn „mesón“ meines Wissens wohl Spanish ist, so hat dieses Restaurant aber doch auf keinen Fall ein spanische Küche zu bieten.

Gesehen hatten wir das Restaurant schon früher: bei Einkäufen bei Costco kommen wir direkt dran vorbei, ehe wir auf den Parkplatz von Costco einbiegen. Und schmackhaft gemacht wurde es uns durch die Tatsache, dass wir vom Fernsehsender KLRN eine Karte [auch dazu mehr in einem späteren Beitrag] haben, die uns da einen Rabatt von $15 für ein Abendessen einräumt.

Das „Mesón“ hat eine angenehme, gediegene Atmosphäre: das Restaurant ist leicht abgedunkelt, es spielt eine stimmungsvolle leise Hintergrundmusik, und es gibt keinen Fernseher – was leider auch in Restaurants der gehobenen Klasse hierzulande immer wieder vorkommt. Die Tische waren, wie es ich gehört, bereits eingedeckt: das Silberbesteck war am Tisch ausgelegt, die Stoffserviette ansehnlich gefaltet, und Wein- und Wassergläser standen bereit.

Das „Mesón“ verfügt über keine sehr umfangreiche, aber eine durchaus exquisite Speisekarte und einen exzellenten Service: das Personal ist allgegenwärtig, aber unaufdringlich [unser Kellner hat sich z.B. nicht, wie es hier in den USA ansonsten allgemein üblich ist, mit Namen vorgestellt]. Obwohl, man kann das natürlich auch negativ sehen. Unser einziger Kritikpunkt zum Kellner wäre: die Kerzen am Tisch wurden nicht angezündet – aber das ist ja nun wirklich nicht unbedingt der Rede wert. Wir hätten ja auch darum bitten können. Was ganz besonders positiv auffiel [ich weiß, es ist sonst immer meine Standardbeschwerde, aber eben deswegen ist es hier umso mehr hervorzuheben]: wir bekamen wirklich genügend Wartezeit für Alles – Zeit genug, um uns in Ruhe hinzusetzen und zu akklimatisieren. Und nicht, dass wir lange hätten warten müssen, nein, die Zeit, bis man uns unaufgefordert Wasser sowie die  Speise- und Weinkarte brachte, war genau richtig bemessen: exzellent getimed. Und danach zog der Kellner sich diskret wieder zurück, eben ohne direkt nach unseren Getränkewünschen zu fragen, noch ehe wir die Weinkarte hätten aufschlagen können geschweige denn unsere Speisen aussuchen und den dazu passenden Wein finden. Frisch gebackene sehr heiße Brötchen mit Butter kamen ebenfalls auf den Tisch während wir noch die Speisekarte studierten.

Nach der Vorspeise wurde das Hauptgericht dann mit gebührendem Abstand serviert, d.h. es gab auch hier keine Hetze, und sie wurden auf Tellern mit Deckel serviert – auch längst nicht überall üblich. Wenn jeweils ein Gang verzehrt worden war, wurden die entsprechenden Teller nicht, wie ich es schon erlebt habe, sekundenschnell, so dass man den Eindruck haben musste, der Kellner habe gewissermaßen in den Startlöchern gestanden und sei froh, dass man fertig sei, aber dennoch umgehend entfernt.

Und nun zu unserer Auswahl:

Mary hatte zunächst die Tagessuppe, eine Kartoffelcremesuppe, und dann ein New York Strip Steak vom Holzkohlengrill mit Sauce Bearnaise [nicht direkt auf dem Steak, sondern in einem kleinen Schüsselchen dazu serviert] und gekochte (rote) Kartoffeln.

Ich hatte als Vorspeise eine traditionelle französische Zwiebelsuppe, wie es sich gehört, mit Käse auf einer Scheibe Toast überbacken, und als Hauptgericht einen in Dill marinierten norwegischen Lachs, ebenfalls vom Holzkohlengrill und ebenfalls mit Sauce Bearnaise separat serviert. Statt Kartoffeln hatte ich mich allerdings für Linguini entschieden.

Mary’s Kartoffelsuppe war wirklich sahnig-cremig, und meine Zwiebelsuppe hatte eine Menge Zwiebeln, gut gekocht aber dennoch mit einem schönen Biss. Wenn man überhaupt etwas an der Suppe aussetzen konnte, dann war es die Tatsache, dass der Koch vielleicht mit dem Salz ein ganz klein wenig zu großzügig gewesen war. Aber das ist Geschmacksache, und für mich war es nicht zu viel. Mary’s Steak war kein besonders kleines, und es war genau richtig – sie hatte „medium“ bestellt – gegrillt: gut durch, aber immer noch im Inneren ein klein wenig rosa, und es hinterließ auf dem Teller auch einen leicht rosafarbenen Saft. Das gemischte Gemüse, das wir beide als Beilage serviert bekamen, war ebenfalls  exakt richtig gekocht: es hatte immer noch etwas knackigen Biss, und es war sehr saftig. Meine Linguini waren die besten, die ich je gegessen habe: „al dente“ in leicht gesalzenem Wasser gekocht und dann in einem exzellenten Olivenöl geschwenkt. Mein Lachs war zwar, wie es die Speisekarte ausgewiesen hatten in Dill marinieret, aber dieser Geschmack war nur ganz dezent im Hintergrund durchzuschmecken; der Holzkohlengrillgeschmack überwog. Der Lachs – auch hier keine ganz kleine Portion – war exakt richtig durchgegart, saftig, aber dennoch bissfest. Auch ohne die Sauce Bearnaise schmeckte er schon fantastisch, und die Sauce tat dem keinen Abbruch, sondern ganz im Gegenteil, sie intensivierte und verfeinerte den Geschmack noch.

Die Portionen würde ich einmal so beschreiben wollen: nicht „texasmäßig groß“, und noch nicht einmal „amerikanisch groß“, aber gut europäisch, und zwar nicht, wie in der modernen französischen Küche „übersichtlich“ auf dem Teller angeordnet, so dass man alles leicht finden konnte  😉  sondern genau die richtig bemessenen Portion, die einen nicht übermäßig sättigte, sondern (fast) noch genug Platz  für einen Nachtisch ließ [dieses vielleicht beim nächsten Mal, da die Auswahl wirklich verführerisch war]. Die Weinkarte war eine sehr gute, viel Auswahl und nicht überteuert, sondern angemessen. Und auch das Essen war, wie ich einmal sagen würde, preislich „gehobene Mittelklasse“, für das, was geboten wurde, wirklich angemessen.

Insgesamt: ein Lokal, das man absolut empfehlen kann und das uns bestimmt bald wiedersehen wird.

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4 Gedanken zu „Das Meson European Restaurant

  1. Das klingt ja nicht schlecht. ich habe zwar nichts gegen den amerikanischen Stil in den etwas teureren Lokalen (Da haben schon sehr gute Erfahrungen gemacht) aber dezent zurückhaltent und dennoch präsent kling nach einem gut organisierten Service. Ich werde das Lokal mal meinen Texanern ans Herz legen, mal sehen ob Reaktionen erfolgen 🙂
    Wir haben hier iom Ort eine sehr große Lokaldichte, für eine kleine Stadt. Und alle für mich fußläufig zu erreichen. Prima ! Leider hat einer zu gemacht der nah an seinem ersten Stern war. Nun bleibt uns noch ein Sternekoch und einige die sich preislich darunter tummeln. Die Lokale im Umfeld kennst du ja sicher.
    Hab Spaß,
    Kalle

    • Hallo Kalle,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und einen Kommentar zu schreiben.
      Also, das Lokal kann ich wirklich empfehlen. Würde mich interessieren, ob Deine Bekannten mal dahin gehen und was sie dann davon halten.
      Lokaldichte bei Dir: das ist Lechenich, richtig? Kenne ich eigentlich nur von gelegentlichen Durchfahrten per Rad, also – muss ich zugeben – eigentlich wohl kaum.
      Dann bis bald, und liebe Grüße,
      Pit

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