Bierprobe – die Fünfte

Shiner Prickly Pear: Bier aus Kaktus!

beer

Shiner „Prickly Pear“ – ein Bier, aus Kaktus gebraut

Da stehen einem Anhänger des deutschen Reinheitsgebots – und dabei braucht man wohl diesbezüglich noch nicht einmal ein Fanatiker zu sein, natürlich die Haare zu Berge, wenn man liest, dass dieses „Bier“ aus der Frucht des Prickly Pear Kaktus gebraut wurde. Aber warum eigentlich? Schließlich war das Lieblingsgetränk der alten Germanen ja Met, der meines Wissens aus Honig hergestellt wurde, und den die einen dann als Honigwein, andere aber auch als Honigbier bezeichnen. Also hat auch das eine lange Tradition in Deutschland. Und was berauschende Getränke aus landesüblichen Pflanzen angeht, so haben ja auch schon die alten Azteken aus Agaven, wenn ich das so richtig sehe, ihren Pulque gebraut, und das auch noch, indem sie die Blätter gekaut und den Brei dann in einem Topf gespuckt haben, in dem dann die Gärung stattfand. Und auch heutzutage – so habe ich mir jedenfalls sagen lassen – muss in einer echten Flasche Tequila immer  noch ein toter Wurm drin sein. Igitt! Wirklich erstaunlich, wozu die (Alkohol)sucht die Menschen so verleitet!  ;  Und hier in Amerika, dem Land der Microbreweries, wie ich es einmal nennen möchte, experimentiert man bei der Bierherstellung eben sehr gerne mit den Grundstoffen sowie den Zutaten. Und auch wenn man so seine Bedenken haben könnte, dieses Kaktusbier dreht einem nicht den Magen um. Da fällt mir ein: wir haben auf unseren Grundstück ja jede Menge dieser „Kaktüsser“. Könnte ich also ja unter die Bierbrauer gehen!  😉

Kakteen

Kakteen auf unserem Grundstück

Kaktusblüten

Kaktusblüten – sozusagen das Rohmaterial für Shiner’s „Prickly Pear“

Aber zurück zum Bier: viel kann ich dazu gar nicht sagen. Es schmeckt m.E. etwas „limonadig“, möcte ich einmal sagen, wie Fruchtdrops und ist nicht so ganz mein Fall, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Farbe ist dunkelgelb oder hellbraun, wie man will, etwa bernsteinfarben. Dass es, weil es u.A. Citra Hopfen enthält, deswegen auch einen Zitrusgeschmack hat, wie die englische Beschreibung auf der Flasche sagt, kann ich eigentlich nicht nachvollziehen. Erfrischend würde ich es allerdings schon nennen wollen. Und das es ein gewisses Blumenaroma hat, auch dem könnte ich zustimmen. Aber wie gesagt, das ist es nicht so ganz, was ich bei einem Bier schmecken möchte.

P.S.: Hier dann der Text vom Etikett auf der Rückseite der Flasche im Wortlaut

This small batch brew is the third in our Limited Edition Brewer’s Pride Craft Brew Series. A combination of Citra and U.S. Golding hops gives this refreshing lager its citrus flavour and floral aroma. The brew’s signature tartness comes from the fruit of the prickly pear, a cactus native to our brewery’s landscape that’s hearty, rugged and unmistakenly unique – qualities we surely appreciate – Prosit!

To read this posting in English, click here.

14 Gedanken zu „Bierprobe – die Fünfte

  1. Klingt, als könnte es mir schmecken. Ich mag das Bittere am Bier nicht. Wenn überhaupt, dann darf es Radler mit viel Limo sein oder sowas wie Berliner Weiße mit Sirup. Bier mit leichtem blumigem Aroma klingt gut 🙂

    Sag mal, die Kakteen blühen hier im September 2012 und im neuen Post vom April 2013 auch. Wie lange blühen sie denn normalerweise übers Jahr?

    • Hallo Marion,
      also mir hat das Kaktusbier nicht so gut geschmeckt. Ich bin auch nicht unbedingt ein „Radler“-Fan. Aber wenn Du Radler und Berliner Weiße magst, dann könnte Shiner’s Prickly Pear vielleicht passen.
      Zum Thema wie lange Kakteen blühen: ich weiß es nicht genau. So etwa 3 Wochen, schätze ich mal. Die einzelnen Blüten verwelken übrigens innerhalb von ein paar Tagen. Des Rätsels Lösung zu den beiden Bildern/Postings: das Bild zu dem Posting über Kaktusbier habe ich nicht aufgenommen, als ich das Posting geschrieben habe, sondern zu einem ganz anderen Zeitpunkt im Frühjahr.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

    • Hallo Uta,
      ich bin da auch ein Purist: ein anständiges Bier gehört aus Getreide gebraut. Und Zusätze rein – nein danke. Ein schönes herbes Pils, aber auch ein dunkles Bier [gerade habe ich hier ein Spatenbräu Dunkel in der Speisekammer] oder, wenn ich denn wieder einmal im Rheinland bin, ein Alt: das sind meine Vorlieben. Ach übrigens: ein mexikanisches Tecate habe ich auch in der Speisekammer stehen, und das ist gar nicht übel.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

    • Hallo Gabi,
      nein, ich werde sie bestimmt nicht zu Bier machen. Dafür mag ich dieses Kakteenbier zu wenig! 😉 Aber: so schön sie auch aussehen, es können auch zuviele werden, denn sie sind doch eher ein „Unkraut“. Aber irgendwie erinnern sie natürlich auch an den „Wilden Westen.“ 😉
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  2. das probierte französische Bier, war dünner als Kölsch, nö, nicht mein Fall… ob ich Kaktusbier probieren würde… wahrscheinlich…
    ein Freund in Spanien will nun aud den Kaktusfrüchten Schnaps brennen- und du sagst es, was die Menschen doch alles für einen Rausch so treiben 😉
    herzliche Grüße nach Texas
    aus dem verregneten schwarzen Walde
    Frau Blau

    • Hallo Frau Blau,
      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier in meinem Blog vorbeizuschauen und einen Kommentar zu hinterlassen.
      Das Kaktusbier war schon eine Probe wert, aber ob ich es mir, auch nur zum Probieren, gekauft hätte, wenn es nicht schon ohnehin in dieser Probierpackung gewesen wäre, das mölchte ich bezweifeln. Und Deinem Freund gutes gelingen beim Projekt „Schnaps aus Kaktus!“ 😉
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, wo es mittlerweile – leider – wieder trocken und etwas wärmer und schwüler ist,
      Pit

  3. Na dann mal viel Glück beim Brauen 🙂 Ich hab nichts gegen Experimente, auch die Franzosen haben ja die sonderbarsten Sorten. Leider sind die Ergebnisse nicht immer lecker…
    Probiert hätte ich das sicher auch..

    • Hallo Kalle,
      danke für’s Vorbeischauen und den Kommentar. Ich denke, auf das Brauen werde ich wohl doch verzichten. Ich hätte die Folgen ja am eigenen Leibe zu ertragen! 😉 Auf das Probieren aber wohl weniger. Mit französischen Bieren kenne ich mich übrigens gar nicht aus. Aber für die amerikanischen, auf jeden Fall für die aus den Microbreweries, entwickele ich so langsam eine Vorliebe – auch wenn eben nicht alle mein Geschmack sind. Aber, wie man so schön sagt, probieren geht über studieren.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit
      P.S.: ich werde mich melden, wenn ich in Bonn bzw. Hersel bin. Und freue mich schon jetzt auf ein Treffen.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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