Grasfeuer

Der Regen, den wir in der vergangenen Nacht und auch heute Morgen hatten, war hochwillkommen, nicht zuletzt, weil damit auch die Gefahr von Grasfeuern, die in den letzten paar Wochen riesengroß war, jetzt wenigstens etwas gebannt ist. Hoffen wir mal, dass die Schauern andauern. Vor diesen Grasfeuern habe ich – das gebe ich gerne zu – etwas Angst, denn in der Trockenheit eines normalen texanischen Sommers genügt ein Funke, und schon breitet sich so ein Feuer, manchmal mit rasender Schnelligkeit, aus, weil es hier sehr oft im Sommer auch kräftige Winde hat, die diese Feuer dann anfachen und weitertreiben. Und es ist ja nicht so, dass unser Haus da besonders feuerresistent wäre. Auch wenn bzw. gerade weil es mittlerweile schon fast 80 Jahre auf dem Buckel hat: es ist die immer noch übliche amerikanische Bauweise, zwar außen mit Stein verkleidet, aber innen mit einem Holzgerüst, das natürlich in all den Jahrzehnten absolut ausgetrocknet ist und im Zweifelsfall wie Zunder brennen würde. Und wir haben ja auch ein paar Bäume nahe genug am Haus stehen, von denen das Feuer überspringen könnte, selbst wenn alles Andere rundherum nur (hohes) Gras ist.

Und es ist so schnell passiert: da sind immer noch genügend Idioten, die eine brennende Zigarettenkippe aus dem Fenster des Autos werfen, oder es ist ein Metallteil, das von einem vorbeifahrenden Auto/LKW nachgeschleppt wird und Funken schlägt, oder es ist z.B. der Boden einer achtlos weggeworfenen Glasflasche, der wie ein Brennglas wirkt.

Was auch immer es war, wir hatten es hier direkt vor unserem Haus vor ein paar Jahren, im Sommer 2008. Ich weiß es noch genau: es war am Tage vor meiner geplanten Abreise zurück nach Deutschland, und ich stand in der Küche und es kam mir ein etwas brenzliger Geruch in die Nase. Zuerst habe ich einmal im Backofen nachgeschaut, ob da etwas vor sich hin schmorte, aber es war nichts drin. Und als ich dann aus dem Küchenfenster schaute, sah ich draußen die Flammen und den Rauch. Natürlich habe ich sofort 911 – die Notrufnummer – angerufen, und mir wurde mitgeteilt, dass ich da mittlerweile schon der 10. oder so Anrufer sei, und dass die Feuerwehr [wir haben hier in Karnes City übrigens eine freiwillige] alarmiert sei. Ich bin dann aber trotzdem raus und habe schon einmal die Gartenschläuche bereitgelegt, obwohl das bisschen Wasser, was wir bei unserem geringen Wasserdruck da herausbekommen, wohl kaum viel hätte ausrichten können. Aber ich hätte trotzdem gehofft, das Hausdach nass halten und so einen Brand verhindern zu können. Gott sei Dank aber war die Feuerwehr in ein paar Minuten zur Stelle und ich brauchte keinen Löschversuch zu unternehmen, sondern konnte Fotos machen.

So sah es zu Anfang aus:

Grasfeuer

Flammen auf dem Grundstück (1)

Grasfeuer

Flammen auf dem Grundstück (2)

Grasfeuer

Flammen auf dem Grundstück (3)

Weit vom Haus entfernt ist es nun wirklich nicht. Im Vordergrund ist immerhin unser „Driveway“ [der auf der Ostseite] zu sehen, und von da bis zum Haus sind es nur vielleicht 15 Meter:

Grasfeuer

Stellenweise brennt das Gras lichterloh

Die Feuerwehr prescht mit ihren Tanklastwagen [es waren insgesamt alle 4, die sie hier haben, im Einsatz, und sie mussten auch ein oder zwei Mal zurück in die Stadt, Wasser bunkern, weil wir hier draußen keinen Hydranten haben] durch’s Gelände:

Grassfeuer

Feuerwehrwagen preschen über’s Gelände

Dabei stehen die Jungs vorne auf dem Wagen und sprühen, was die Rohre hergeben:

Grasfeuer

Volles Rohr!

Grasfeuer

Den Job möchte ich nicht unbedingt haben: kann ganz schöne heiße Füße geben!

Wie gesagt, die Jungs von der freiwilligen Feuerwehr waren schnell genug da, und die Bäume und Sträucher waren wohl auch (noch) nicht trocken genug um sofort Feuer zu fangen, so dass der Brand nicht weiter um sich gegriffen hat:

Grasfeuer

Fast gelöscht

Aber auch der Teil unseres Grundstücks, der an Cousin Mark als Viehweide verpachtet ist, stand in Flammen:

Grasfeuer

Feuer auch auf der Viehweide

Aber Gott sei dank ist da so gut wie gar kein Baumbestand, und das Gras war zu dem Zeitpunkt ziemlich abgeweidet.

Aber die schwarzen Flecken des verbrannten Grases sieht man deutlich:

Grasfeuer

Verbrannte Erde (1)

Grasfeuer

Verbrannte Erde (2)

Das Feuer ist aus, und es bleibt nur noch, Ausschau zu halten, …

Grasfeuer

Brandwache

… ob irgendwo Brandnester wieder aufflackern. Und auf der Viehweide sollte es noch eine geraume Zeit dauern, alle die schwelenden Kuhfladen zu finden uns auszutreten. Daran hätte ich selber nie gedacht, aber ich bin ja nun auch nur ein „Möchtegern- Cowboy“ bzw. ein „Resident Alien“.  😉  Aber sowohl Mary als auch ich waren wahnsinnig erleichtert, dass Alles so glimpflich abgegangen ist.

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2 Gedanken zu „Grasfeuer

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