Müllabfuhr

Da wir außerhalb der Stadtgrenzen von Karnes City wohnen, gibt es hier keine öffentliche Müllabfuhr für Haushaltsmüll, jedenfalls nicht für Mülltonnen normaler Größe. Wir könnten allerdings einen großen Container für kommerzielle Zwecke haben, so wie diesen hier:

Müllabfuhr

Müllcontainer für eher kommerziellen Gebrauch

Aber so ein Riesengerät wollen ir aus verschiedenen Gründen nicht:

  1. Mit so einem Trumm wollen wir uns nicht das Gelände vor dem Grundstück verschandeln.
  2. Es würde für uns viel zu lange dauern, bis wir einen so großen Container voll hätten. Und das würde dann, bei den hiesigen Temperaturen, ganz schön zum Himmel stinken.
  3. Mit einem Preis von $80/Monat für einen solchen Container wäre das auch viel zu teuer bzw. eine Verschwendung, da wir ihn nur etwa alle 3 bis 4 Monate überhaupt gefüllt bekämen.
  4. Es ist auch wesentlich bequemer, die Mülltonne direkt beim Haus, am Hintereingang, zu haben und nicht jeden einzelnen Müllsack zur Straße tragen zu müssen.

Einer unserer Bekannten hier hatte uns zwar angeboten, unseren Müll in seinem großen Container abzuladen, aber dafür wollte er immer noch $35/Monat haben, und das erschien uns dann doch ein bisschen „happig“, wie man so sagt.

Also haben wir uns eine „kleine“ Mülltonne [sie hat, glaube ich, 120 Gallonen Rauminhalt, das sind etwas mehr als 450 Liter] angeschafft und bringen sie, wenn sie voll ist, auf unserem Anhänger zur örtlichen Müllannahmestelle. Dafür bezahlen wir dann für diese Tonne nur ganze $2. Und da wir nur etwa zwei Mal im Monat überhaupt die Tonne leeren müssen, ist das doch mit so einem Großcontainer nicht zu vergleichen, selbst wenn wir, wie es manchmal vorkommt, noch zusätzlichen Müll in Säcken haben und dafür dann eben etwas mehr zahlen. Ich schätze mal, dass wir im Durchschnitt wohl kaum mehr als $10/Monat für unsere „Müllabfuhr“ zahlen. Und so sieht unser „Mülltransporter“ dann aus:

Müllabfuhr

Unser „Müllwagen“

Heute war unsere Mülltonne einmal sehr voll:

 

Müllabfuhr

Eine übervolle Mülltonne

Ich sichere den Deckel übrigens immer mit „Bungee Cords„, wie diese Gummistrippen hier heißen, damit ich nicht den Müll auf dem Highway verteile, denn das könnte teuer werden. „LITTERING IS unlAWFUL“, wie s hier überall auf Schildern am Straßenrand steht, und kostet $1000, wenn man erwischt wird. Andere Hinweise, keinen Abfall aus dem Auto zu werfen, sind „Don’t Mess with Texas“ und/oder „Drive Clean across Texas“ – Sprüche, die ich gut finde. Ich sichere dann auch noch die Mülltonne auf dem Anhänger, an der rückseitigen Rampe, damit sie nicht um- bzw. über Bord fallen kann.

Heute hatten wir – wieder einmal -. einen zusätzlichen Sack mit Plastikmüll:

Müllabfuhr

Ein zusätzlicher Müll“beutel“

Leider nimmt unser örtlicher Wal Mart dieses Plastikzeugs nicht mehr zur Wiederverwertung an. So wird es dann wohl irgendwo auf einer Mülldeponie landen.

Unsere örtkiche Müllsammelstelle:

Müllabfuhr

Die örtliche Müllsammelstelle

Geöffnet ist sie übrigens drei Mal pro Woche: dienstags und donnerstags jeweils von 8:00 bis 16:00 Uhr und samstags von 08:00 bis 13:00 Uhr.

Die Müllpresse, in der der Haushaltsmüll landet – und übrigens auch alles aus Plastik:

Müllabfuhr

Müllpresse

Manchmal, abhängig vom Gewicht unserer Mülltonne, ist es schon durchaus nicht leicht, sie in diese Presse zu entleeren, insbesondere weil ich nicht ohne Probleme nahe genug mit dem Anhänger heranfahren kann – jedenfalls nicht, wenn ich es vorwärts probiere. Ich könnte natürlich auch versuchen, rückwärts parallel dazu näher ranzukommen, aber das ist mir zu umständlich. Und bisher hat es nich immer geklappt, ohne dass ich mir einen Bruch gehoben hätte.   😉

Hier werden alte Reifen entsorgt:

Müllabfuhr

Altreifen

Auch Abfallholz wird hier entsorgt:

 

Müllabfuhr

Holzabfall und Plastikentsorgung

Ich frage mich allerdings immer, wenn ich diese Anhänger voll Plastikmüll sehe, warum ich meinen in die Abfallpresse werfen muss, und nicht auf diesen Anhängern abladen darf. Es sei denn, dass dieser Plastikmüll von den Anhängern auch in die Presse wandert – nur zu einem anderen Zeitpunkt.

Für Karton scheint es allerdings ein Recycling zu geben denn den pressen sie hier zu großen Ballen:

Müllabfuhr

Das Hauptgebäude der örtlichen Müllsammelstelle mit den gepressten Kartonballen und Jesse’s altem Pick-Up Truck

Ist Jesse’s alter Pick-Up nicht etwas Besonderes? Jesse ist übrigens der alte Mann, der sozusagen die Müllsammelstelle verwaltet, einem sagt, was wo hin kommt, und auch die Gebühren kassiert.

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11 Gedanken zu „Müllabfuhr

  1. Lieber Pit,
    wenn ich Florida bin, bin ich immer wieder erstaunt wie lässig alles entsorgt wird, wie wenig getrennt wird, kein Pfand, viel Verpackung und wenig – nach deutscher Sicht – Bewusstsein für unsere Umwelt gezeigt wird. Jetzt sind endlich die Hummers von der Straße, statdessen fährt man ins Supermarkt mit den beliebten SUVs, da stehen die Deutschen hoch im Kurs. Irgendwie verrückt.
    Liebe Grüße dir aus Cley next the Sea
    Dina

    Hier ist die große Hitzewelle vorbei, ich hoffe, ihr habt eine feine Zeit.

    • Hallo Dina,
      noch einmal sorry, dass ich erst jetzt auf Deinen Kommentar antworte.
      Es ist schon so, dass hier der Umweltgedanke absolut keine Rolle spielt. Erst jetzt, als wir in Port A waren, ist es mir wieder einmal aufgefallen. Da kam des morgens eine Frau aus ihrem Apartment, riß alle 4 Türen in ihrem (dicken) Pick-Up Truck auf, stellte Motor und Klimaanlage an und … ließ Motor und Klimaanlage etwa 15 Minuten laufen, bei weit offenen Türen, versteht sich, ehe sie wieder aus dem Apartment kam, mit ihrem Schoßhündchen auf dem Arm, und losfuhr. Mehr zu dem Mangel an Umweltbewusstsein im Zusammenhag mit Autos hab ich hier [https://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/2011/08/31/drive-in/] schon einmal gepostet.
      Ansonsten: wir haben eine feine Zeit, auch wenn es reichlich heiß ist und bleiben wird.
      Liebe Grüße, auch an Klausbenrd und Siri und Selma,
      Pit

  2. Hi Pit,

    oh dear, ich habe erst jetzt gefunden, dass du auch auf Deutsch bloggst.

    Good Old England hat neuerdings auch das Recycling entdeckt. Dafür wurden fesche Recycling Centres eingerichtet, die vom Saubersten sind und ganz netten Leuten betrieben werden. Da kann ich kostenlos allen Müll abgeben, der für die wöchentliche Müllabfuhr zu viel, zu sperrig oder was auch immer war. Flaschencontainer haben wir im Dorf hinter einer Hecke versteckt und sonst steht da noch ein fürchterlicher, riesiger Container der Heilsarmee, die dort Kleider sammelt. Als Gemeinde verkaufen wir unseren Müll, was speziell bei unserem Glas und Papier/Pappe so einiges bringt, natürlich vermieten wir der Heilsarmee (die nicht so beliebt ist) den Platz für ihren Altkleider Container. Norfolk hat den ersten Preis in England für vorbildliches Recycling bekommen und es wird sehr viel Werbung für Recycling gemacht unter der Devise „Recycling is in“.
    Da ich für deutsche Verhältnisse ein größeres Grundstück habe, stopfe ich wöchentlich meinen Volvokombi mit Gartenabfällen voll, um sie im nächsten Recling Centre in Well-next-Sea zu entsorgen, das ist eine Fahrt von 20 min. am Meer entlang.
    Bei euch musst du als „müllender Mensch“ bezahlen. Wir verkaufen dagegen unseren Müll an eine private Entsorgungsgesellschaft. Für einen vollen Glascontainer erhalten wir z.B. 350 GBP. Wenn du bedenkst, dass wir alle kräftige Trinker sind und so 5 Container in der Woche füllen (die sind kl. als in Deutschland) ist dieses Einkommen nicht zu unterschätzen.

    Liebe Grüße von der Küste Norfolks, wo jetzt auch Dina und Siri & Selma angekommen sind
    sie alle lassen dich herzlich grüßen
    Klausbernd 🙂

    • Hallo Klausbernd,
      ich dachte, Du hättest das schon früher bemerkt, dass ich ein Blog in Deutsch neben dem in Englisch unterhalte, weil ich ja häufig am Ende eines Eintrags den Link zur jeweiligen „Übersetzung“ angebe. Dieses hier, das Blog in Deutsch, ist übrigens das ursprüngliche. Ich hatte es angefangen, um meine „Hinterbliebenen“ 😉 , meine Freunde und Bekannten in Deutschland, über mein Leben hier auf dem Laufenden zu halten, ohne ständig E-Mails zu schreiben. Ist aber keiner drauf angesprungen, jedenfalls nicht auf meine wiederholten Vorschläge, das Blog doch zu subskribieren. Das haben dann mir ursprünglich ganz unbekannte Leute getan, und so ist es zu schönen Kontakten gekommen. Mein Blog auf Englisch habe ich etwa zwei Jahre später angefangen, um „Expats“ besser zu erreichen. Da gibt es nämlich eine Webseite, die solche Blogs auflistet, aber nur dann, wenn sie auf Englisch geschrieben sind. Und langsam aber sicher hat dieses Blog in Englisch dann eine viel größere Zahl an Anhängern gefunden als das in Deutsch. Wie dem auch sei: ich bin froh, dass ich beide habe, auch wenn es manchmal etwas viel Arbeit ist, denn ich habe auf diese Art viele Freunde hier gefunden, sogar Feen. 😉
      Zum Thema Recycling: Das das in England und auch in Deutschland viel besser funktioniert, ist leider so. Dabei könnte man wirklich – Euer äußerst lobenswertes Beispiel zeigt es ja – sogar Geld damit machen. Hier sind die Leute aber auch zu bequem dazu, denke ich mal. Eine Mülltonne bzw. ein Sack für Alles ist eben einfacher. San Antonio wollte vor einiger Zeit mal eine grüne Tonne für kompostierbaren Müll einführen, ist damit aber am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Man wollte weder für eine weitere Tonne bezahlen noch die Mühe haben, sie an den Straßenrand stellen zu müssen! Und natürlich gibt es auch das nicht zu unterschätzende Argument, dass so eine Tonne beim hiesigen Klima sehr schnell zum Himmel stinken würde. Also wird uns nichts Anderes übrig bleiben, als das Wenige zu tun, was uns möglich ist: Aluminiumdosen sammeln und verkaufen, Plastikflaschen beim Wal Mart entsorgen, und unseren Kompost auf dem eigenen Komposthaufen.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, auch an Dina sowie Siri und Selma,
      Pit
      P.S.: Das eigene Müllentsorgen hat übrigens wohl zu der Darminfektion geführt, die mir unseren Aufenthalt in Port A in der vergangenen Woche vermiest hat. Mir war aufgefallen, dass ich nach Ausleeren der Mülltonne in die Müllpresse eine Art öligen Film auf beiden Handflächen hatte, habe mir aber nichts weiter dabei gedacht, sondern ich habe das zuerst an der Mülltonne und dann an meinen Arbeitsjeans abgewischt, und dann vergessen. Natürlich habe ich mir dann auch nicht sofort, nachdem ich wieder zuhause war, die Hände gewaschen. Und so ist’s wohl zu meinem Durchfall gekommen. Ist aber jetzt wieder vorbei.

  3. Ganz schön beschwrlich, diese Müllentsorgung. Da sieht man erst, wie gut es wir haben, weil wir uns nicht darum kümmern müssen. Aber umsonst ist es ja auch nicht. 🙂 Und Müll wird ja auch bei uns viel mehr getrennt.

    Der Pickup ist mir schon oben am ersten Foto aufgefallen. Der gefällt mir. Wenn ich könnte wie ich wollte, hätte ich so etwas, auch wenn ich ihn nicht brauchen würde. 🙂 Ich find die Fahrzeuge einfach „geil“. 🙂
    lg Gabi

    • Hallo Gabi,
      danke für’s Vorbeischauen. Ist schon etwas beschwerlich, aber es geht schon. Wäre natürlich viel schöner, wenn man hier besser trennen würde. Ein weiterer Nachteil bei der eigenhändigen Müllentsorgung: es hat wohl zu der Darminfektion geführt, die mir unseren Aufenthalt in Port A in der vergangenen Woche vermiest hat. Mir war aufgefallen, dass ich nach Ausleeren der Mülltonne in die Müllpresse eine Art öligen Film auf beiden Handflächen hatte, habe mir aber nichts weiter dabei gedacht, sondern ich habe das zuerst an der Mülltonne und dann an meinen Arbeitsjeans abgewischt, und dann vergessen. Natürlich habe ich mir dann auch nicht sofort, nachdem ich wieder zuhause war, die Hände gewaschen. Und so ist’s wohl zu meinem Durchfall gekommen. Ist aber jetzt wieder vorbei.
      Apropos Oldtimer: wir wollne ja, sollten wir einmal genügend Geld dafür haben, Marys alten Camaro restaurieren lassen. Das wäre wirklich schön, wenn das mal gelänge.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, und mach’s gut,
      Pit

  4. Also, ich bin schockiert, wie ihrTexaner mit dem Müll umgeht! Werde mal bei Herrn Niebel anrufen, damit der eine Kompanie Entwicklungshelfer rüberschickt, die Euch zeigen, wie man das Müllproblem mit deutscher Gründlichkeit löst!!! LG M.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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