Neues von Gegenüber

An den beiden Ölquellen gegenüber von uns auf der anderen Seite des Highways hat man in den vergangenen Tagen begonnen, Ölpumpen, „pumpjacks“ oder auch „nodding donkeys“ [wegen der typischen Nickbewegungen disere Art Pumpen] zu installieren:

pumpen

„Nodding Donkeys“

Das verheißt übrigens gar nichts Gutes für diese beiden Quellen, ist es doch, nachdem man gerade einmal für etwa drei Monate dort gefördert hat, ein Zeichen, dass nach dem „Fracking“ der unterirdische Druck in den beiden Quellen schon so stark nachgelassen hat, dass das Öl-Gas-Wassergemisch nicht mehr in ausreichender Menge von selber nach oben drängt – wie es eigentlich auf Jahre hinaus hätte geschehen sollen – sondern dass man es eben an die Oberfläche pumpen muss.

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6 Gedanken zu „Neues von Gegenüber

  1. Lieber Pit, habe jetzt nicht Deine ganzen früheren Posts zum Thema Öl gelesen, aber finde ich interessant. Man liest hier jetzt viel, dass in den USA und Kanada riesengroße Mengen Öl und Gas gefunden worden sind, so dass die USA sogar ohne Importe auskommen können soll. Öl, das auf dem Wege des Hydraulic Fracturing erschlossen und gefördert wird. Ist das bei Dir auch so was? Oder wird dort das Öl sozusagen konventionell gefördert??
    Einen schönen Tag, der ja noch vor Dir liegt, wünscht Martin

    • Hallo Martin,
      danke für dein Interesse an dem, was ich hier so erzähle. Hier ein bisschen zur Antwort auf Deine Fragen:
      Bei uns hier in der Gegend gibt es beides, „althergebrachtes“ Förden und „Fracking“ – letzteres erst seit etwa zwei Jahren, dafür aber mit einem riesigen Boom verbunden, mit allen Vor- und Nachteilen einer solchen Entwicklung. Das „althergebrachte“ Fördern gibt es hier schon seit vielen Jahrzehnten, und es erschließt Tiefen bis so etwa 5000 Fuß, wenn ich richtig orientiert bin. Ganz früher haben zumindest einige dieser Quellen auch von selbst gesprudelt, seit Längerem aber muss da gepumpt werden. Seit wie gesagt etwa zwei Jahren – in anderen Gegenden der USA schon früher – wird nun auch hier eine ganz andere Schicht erschlossen, und zwar eben durch Kombination von „horizontal drilling“ und „hydraulic fraturing“. Hier bei uns ist das die geologische Formation „Eagle Ford Shale“, ein Ölschiefer, bei dem die Bohrungen durchschnittlich auf ca. 9000 Fuß gehen. Da Öl und Gas in diesem Gestein eingeschlossen sind, muss es eben aufgsprengt werden, indem man unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien hineinpresst. Und was dann herauskommt, und zwar normalerweise unter eigenem Druck, ist ein Gemisch von Öl und Gas, plus Wasser. Letzteres muss wieder entsorgt werden, was auch nicht ganz unproblematisch ist. Öl und Gas werden, sofern eine Pipeline von der Quelle aus vorhanden ist, zusammen zur Weiterverarbeitung abtranportiert. Sofern, wie bei vielen Quellen hier, keine Pipeline, sondern Speichertanks für die Zwischenlagerung an der Quelle vorhanden sind, wird das Gas – leider – abgefackelt, da ma es nicht so einfach speichern kann, und nur das Öl wird in Tanklastern abgeholt.
      Es stimmt, dass man manchmal liest, die USA könnten von Öl- und Gasimporten vollkommen unabhängig werden, aber das wage ich zu bezweifeln. Die Zahlen, die man so liest, sind erstens sehr unterschiedlich und zweitens sehr interpretationsbedürftig. Es macht nämlich einen Riesenunterschied aus, ob es nun die Gesamtmenge ist, die in dem betreffenden Ölschiefer eingelagert ist, oder nur die, die man fördern kann. Das kann bis zu nur 50% der Gesamtmenge sein. Und dann sind es ja auch nur Schätzungen, wieviel nun wirklich da unten liegt. Möglicherweise findet man noch mehr als bisher, möglichwerweise überschätzt man auch einfach die vorhandene Menge. Aber was sicher ist: es sind riesige Vorkommen. In Kanada sind es übrigens im Wesentlichen – wenn ich richtig orientiert bin – Ölsände. Und die abzubauen ist ökologisch noch weitaus riskanter als „Fracking“ hier.
      Aber – ich habe das in meinem anderen Blog [kannst ja mal reinschauen] schon an Klausbernd geantwortet – ich bin da sehr pessimistisch und glaube, die Menschheit wird ohne dies nicht auskommen können oder wollen.
      Ich hoffe, ich habe Dir ein wenig Deine Fragen beantworten können. Wenn Du noch mehr wissen möchtest, frage ruhig. Du wirst verstehen, dass mich dieses Thema sehr beschäftigt, da wir ja mittendrin sitzen und, zugegebenermaßen, auch (etwas) davon profitieren.
      Liebe Grüße aus „Ölcountry“,
      Pit

    • Hallo Dina,
      freut mich, dass Dir mein neues Layout gefällt. Hast Du eigentlich jemals mein früheres gesehen? Ich glaube eigentlich kaum, da Du erst später auf mein Blog gestoßen bist. Für eine ganze Zeit hatte es mir gefallen, dann aber bin ich auf dieses hier umgestiegen, weil es wesentlich mehr Möglichkeiten für’s Seitenlayout bietet.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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