Augen „OP“

Gestern hatte ich einen Termin mit meinem Augenspezialisten [Dr. Baumann] im Krankenhaus [North Central Methodist Hospital – Dr. Baumann ist dort Belegarzt für Dinge, die er in seiner Praxis nicht durchführen kann] für eine Entfernung eines sekundären Katarakts per Laser. Meine reguläre Augenärztin [Dr. Kotara-Wiatrek] hatte mich an Dr. Baumann überwiesen, weil sie bei der Routinekontrolle im vergangenen September eine Verschlechterung der Sehschärfe um 50% auf meinem linken Auge in Verlaufe eines Jahres festgestellt hatte und dafür die Ursache wissen wollte. Bei der Untersuchung durch Dr. Baumann stellte sich dann heraus, dass es ein sogenannter „sekundärer Katarakt“ war. D.h. nach meiner OP in 2008 zur Behebung des grauen Stars an meinem linken Auge hatte sich – und das ist nichts Ungewöhnliches – etwas Narbengewebe [es können auch Reste der alten Linse sein, die bei der OP zur Behebung des grauen Stars ja zertrümmert wird] gebildet, was meine Sehkraft auf diesem Auge wieder einschränkte. Bei mir war es Narbengewebe und dieses musste nun einfach entfernt werden: per Laser absolut kein Problem. Es hatte zwar eine ganze Zeit gedauert [fast 4 Monate], bis ich dafür einen Termin bekommen konnte [und auch das nur, weil jemand Anderes seinen Termin absagen musste], aber gestern war es dann soweit. Um 12:15 war ich zur Aufnahme da – und zuallererst kam einmal das Bezahlen. Wie hier üblich, per Kreditkarte. Mit $1.250,– gar nicht wenig, finde ich, denn ich vermute/fürchte einmal, das war nur der Betrag für’s Krankenhaus.Und viel hat das Krankenhaus ja nun wirklich nicht geleistet: ich war etwa zwei Stunden da, und die längste Zeit ging für’s Warten drauf. Wie Dr. Baumann – scherzhaft aber richtig – bemerkte: mehr Zeit für’s Warten als für die Behandlung. Und ein großer Geräteeinsatz war’s ja auch wirklich nicht. Jetzt bin ich mal wirklich gespannt, ob ich den gesamten Betrag von Beihilfe und Krankenkasse erstattet bekomme. Etwas später wurde ich aufgerufen [interessanterweise per Nummer übrigens – aus Datenschutzgründen – weil mann vermeiden wollte, im Warteraum einen Namen auszurufen] und zur Vorbereitung geholt. Das war nichts Besonderes: ein bisschen mehr Anamnese [den größten Teil – und das absolut ausführlich, ganz erheblich mehr als es in Deutschland gemacht würde – hatte man schon am Tage vorher per Telefon erhoben], Blutdruck und Puls messen und die Augen träufeln [antiseptisch & Pupillenerweiterung. Dann war wieder ein kleine Wartezeit angesagt, bis Dr. Baumann kam und mich in den Behandlungsraum geführt hat. Die eigentliche Behandlung war in ca. 5 Minuten erledigt und absolut schmerzfrei. Und ich hatte danach auch nur ganz geringfügige Beeinträchtigungen auf dem Auge, die dann aber schnell [innerhalb von 4 – 5 Stunden] verschwanden. Was bis heute geblieben ist – und ich hoffe natürlich, dass das auch noch verschwindet – ist ein leichter Schatten [ein kleiner schwarzer Fleck, am ehesten zu vergleichen als ob ich aus dem Augenwinkeln eine Fliege herumschwirrem sähe], der gelegenlich durch mein Gesichtsfeld schwimmt. Am Montag muss ich dann zur Kontrolluntersuchung zu Dr. Baumann, und dann werden wir ja mal sehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was jetzt außerdem noch ansteht, ist eine Entfernung eines kleinen Häutchens/Films auf der Netzhaut, der das Bild, das mein linkes Auge aufnimmt, verzerrt. Das war eigentlich schon 2007 in Deutschand gemacht worden, aber wie sich hier bei der Untersuchung durch Dr. Baumann herausstellte, wohl nicht restlos. Und er möchte das auch noch wegbekommen – und ich möchte das natürlich auch. es ist zwar keinesfalls garantiert, dass die Netzhaut danach wieder „faltenfrei“ wird und die Verzerrungen weg sind, aber es ist den Versuch wert. Hoffentlich bekomme ich auch dafür bald einen Termin.

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4 Gedanken zu „Augen „OP“

  1. Schön, dass alles so rasch und schmerzlos gegangen ist. Hoffentlich hat sich das mit dem Schatten auch noch gebessert.
    Aber die Kosten sind ja auch ganz schön beträchtlich. Ist es bei den 1.250, Dollar geblieben oder musstest Du noch was zahlen?
    Und wie ist das jetzt eigentlich mit den Krankenversicherungen? Kann man solche nur privat abschließen oder gibts auch vom Staat oder vom Arbeitgeber irgendwas?
    Und stimmt das, dass man in den Notfallambulanzen in den Krankenhäusern auch ohne Versicherung genommen wird? Oder sind das nur „Gschichtln“ die uns Fernsehserien á la „Emergency Room“ aufdrücken wollen? 🙂

    lg Gabi

    • Hallo Gabi,

      ja, das mit dem Schatten war nach ein paar Tagen auch vorbei. Und meine Sehfähigkeit auf dem linken Auge hat sich wirklich sehr gebessert.

      Apropos Kosten: ich habe vor ein paar Tagen die richtige Rechnung [vorher hatte ich nur eine Quittung] des Krankenhauses bekommen. Und daraus geht hervor, dass ich schon einen „Rabatt“ von 50% bekommen habe. Der „offizielle“ Betrag für eine Selbstzahler war $2.515,00! Und auch der Augenarzt selber – denn der rechnet natürlich separat vom Krankenhaus ab – war moderat. „Offiziell“ $722,00. Aber bezahlt habe ich nur $305. Das ist der Betrag, den er vom Staat bekommen hätte, wenn ich unter „Medicare“ fiele. Aber als deutscher Staatsbürger habe ich darauf natürlich kein Anrecht. Trotzdem: ich finde das ein großzügiges Entgegenkommen des Arztes. Kommt aber meiner Erfahrung nach häufig vor. Mehr dazu habe ich übrigens hier Ärzte und Gesundheitswesen (1) und hier Ärzte und Gesundheitswesen (2) schon mal geschrieben. Dr. Baumann, der Augenarzt, hat mir dazu Folgendes gesagt: weil die Krankenkassen immer nur einen geringen Betrag [ca. 40%] der Rechnung erstatten, schlagen die Ärzte bei der Abrechnung eben 60% drauf, damit sie dann im Endeffekt ihre (berechtigten) Kosten zurück bekommen. Aber mir so entgegenzukommen, das ist natürlich freiwillig. Und die Kassen können natürlich auch mit den Ärzten verhandeln. Ich als Selbstzahler und Einzelperson habe da natürlich keine Chance. Was für einen Unterschied das machen kann, dazu ein Beispiel: unser Freund Mike hat sich vor einiger Zeit den Magen verkleinern lassen. Das Krankenhaus wollte dafür – wäre er ein Selbstzahler gewesen – ganze $90.000 haben!! Ja, Du hast richtig gelesen: neunzigtausend! Für eine AMBULANTE OP! Da er das aber von seine Krankenkasse bezahlt bekam, hat das Krankenhaus nur weniger als $10.000 bekommen. Immer noch ganz schön reichlich, oder? Aber doch eine ganz seltsame Praxis.

      Zum Thema „emergency room“: ja, es stimmt, die Notfallambulanzen müssen Patienten behandeln, auch wenn diese nicht zahlen können. Und das macht es natürlich für Obama so schwer, seine Gesundheitsreform durchzusetzen. Wer will schon eine Krankenversicherung abschließen und dafür bezahlen müssen, wenn er im Notfall eben doch (auf Kosten der Allgemeinheit) behandelt wird. Und dass man mit einer Geldstrafe belegt werden kann, wenn man nicht privat eine Versicherung abschließt, will auch mir nicht in den Kopf. Was aber umgekehrt die Gegner dieses Vorhabens nicht sehen oder nicht sehen wollen, ist die Tatsache, dass alle diese kostenlosen Behandlungen im Endeffekt von allen Steuerzahlern und/oder von den Versicherten bzw. den Selbstzahlern bezahlt werden, denn irgendwoher müssen die Krankenhäuser die Kosten ja ersetzt bekommen.

      Längst nicht alle Arbeitgeber geben hier in den USA übrigens einen Zuschuss zur Krankenverischerung ihrer Arbeitnehmer. Man zahlt dann eben entweder komplett selbst oder hat keine. Eine staatliche Krankenversicherung gibt es, soweit ich weiß, hier nicht, und sie ist in Obamas Reform auch nicht geplant. Laut dieser Reform muss mkan sich eben selber versichern. Man bekommt allerdings, wenn man bedürftig ist, einen staatlichen Zuschuss.

      Was mich und die Erstattungen angeht: ich bin ein Sonderfall. Da ich ja ein pensionierter deutscher (Landes)beamter bin, kommt auch nach meiner Pensionierung – wie schon während meiner aktiven Dienstzeit – der Staat für einen Teil [70%] meiner Krankenkosten auf. Die restlichen 30% trägt meine Krankenkasse. Und das gilt unabhängig von meinem Wohnsitz. Ich bekomme also meine Arzt- und Medikamentenrechnungen von hier durch das Land Nordrhein-Westfalen und meine deutsche Kranekenkasse erstattet, wenn auch nur insoweit als die Beträge, die mir hier in Rechnung gestellt werden, nicht (wesentlich) über den deutschen Sätzen für die gleichen Leistungen liegen. Das ist mir bisher allerdings Gott sei Dank noch nicht passiert. Außer einmal, als ich einen Krankentransport von hier in Karnes City nach San Antonio nötig hatte [siehe hier, Alien Abduction]. Da hat sich das Land geweigert, zu zahlen. Mit der fadenscheinigen Begründung, ich könne für einen solchen Transport ja mit dem örtlichen Krankentransportunternehmen einen Kuhhandel treiben, dass sie mehr als nötig berechnen und dann den Überschuss mit mir teilen! Finde ich eigentlich ganz schön dreist, mir von vornherein Abrechnungsbetrug zu unterstellen. Ist aber in Deutschland höchstrichterlich als rechtens entschieden. Ich bin übrigens froh, dass für mich der deutsche Staat und meine deutsche Krankenversicherung bezahlen, denn eine Krankenversicherung hier könnte ich mir kaum leisten. Ich habe mich mal erkundigt: da ich ja erts in „vorgerücktem“ Alter eintreten würde, müsste ich monatlich über $500 zahlen – und dabei würde noch nicht einmal alles erstattet. Das kann ich mir nicht leisten. Das Einzige, wovor ich Angst habe, ist ein Krankenhausaufenthalt. Die sind hier so teuer, dass ich bestimmt nur einen (Bruch)teil der Kosten erstattet bekäme. Da bin ich immer noch auf der Suche, ob ich nicht nur dieses Risiko hier versichern kann. Oder ich muss für OPs eben nach Deutschand fliegen und hoffen, dass nichts so akut und/oder schwerwiegend ist, dass ich das nicht kann. Mein Orthopäde in Deutschland hat übrigens eine ganze Reihe von „Kunden“ aus den USA, die rüberfliegenb und sich von ihm behandeln lassen, weil das trotz des Fluges immer noch billiger ist als hier in den USA.

      Liebe Grüße,

      Pit

      • Das ist ja alles sehr kompliziert.

        Leute zu bestrafen, die sich nicht privat versichern, find ich auch nicht gut. Vor allem sind solche Versicherungen ja wirklich meist nicht billig. Eben schon gar nicht wenn man äter ist oder schon krank ist.

        Ich weiß eigentlich auch gar nicht, wie das in Deutschland abläuft.
        Bei uns ist man, sobald man wo angestellt ist, automatisch bei der Krankenkasse angemeldet und versichert (Kranken-, Unfall- und Pensionsversichert.). Der Betrag wird gleich vom Arbeitgeber abgezogen und richtet sich nach dem Einkommen.

        Trotzdem versichern sich viele auch noch privat. Aber das ist eben nicht wirklich billig. Aber man ist dann nicht auf „Kassenärzte“ angewiesen. Doch es gibt auch „Wahlärzte“. Die bezahlt man privat und bekommt dann von der Gebietskrankenkasse einen Teil zurückerstattet.

        Also stimmt das dann doch mit den „Emergency Rooms“. Ich habe eben irgendwo gelesen, dass man die auch als Ausländer, sprich als Tourist, in Anspruch nehmen kann. Dass die Kosten aber von der Allgemeinheit getragen werden, sollte einem schon einleuchten.

        Ich hoffe, dass Du doch noch eine geeignete Krankenversicherung findest. Oder mach es noch besser – werde einfach nicht krank. 🙂 (Das wäre wohl ein Traum, den sich jeder wünschen würde. :-))

        Ganz interessant fand ich auch die Tatsache, dass man in den USA so einfach nicht rezeptpflichtige Medikamente im Supermarkt kriegt. Und noch mehr erstaunt war ich über die riesengroße Auswahl und wie billig die waren. Aspirin und Vitamintabletten kosteten gut 1/3 weniger als bei uns.
        Und Beratung hatte man trotzdem dabei. Bei unserem ersten Urlaub hatte mich Durchfall heimgesucht, der sich mit meinen mitgebrachten Kohletabletten nicht wirklich beruhigen wollte. Er war zwar nicht schlimm, aber es ging auch nicht ganz weg. Und – ich glaub es war in einem Wal-Mart – stand ich dann ziemlich unschlüssig vor der großen Vielfalt an Medikamenten. Da gab es aber hinter einem Schlater einen Herrn im weißen Kittel, den ich dann befragt hatte. Er ging mit mir zu den Medikamenten gegen Durchfall und zeigte mir zuerst „Immodium“, die man auch bei uns kennt und dann ein für mich unbekanntes Medikament, welches viel billiger war. Er meinte, das sei ganz das gleiche wie „Immodium“, nur eben billiger. Und er hatte Recht. Am nächsten Tag wars vorbei mit Durchfall. 🙂

        So, und nun möchte ich mich vielmals für Deine vielen Erklärungen bedanken. Ich finde es interessant über all diese Unterschiede – egal zu welchem Thema – zu lesen. 🙂

        lg Gabi

        • Hallo Gabi,
          danke für’s Vorbeischauen und den ausführlichen Kommentar. Es freut mich, dass Dir meine Srtikel im Blog und auch meine Erläuterungen gefallen.
          Was die Versicherungen für ältere oder schon kranke Menschen angeht: das ist ein Kernpunkt von Obama’s Versicherungsreform, dass Versicherungen nämlich verpflichtet werden sollen, ALLE aufzunehmen bzw. nicht bestimmte „Vorschädigungen“ ausschließen zu können. Und damit die Kosten nicht ins Unermessliche steigen, sollen eben so gut wie alle zur Versicherung verpflichtet werden, damit auch die jungen und gesunden Menschen, die ja weniger oder kaum zum Arzt gehen, ihren Beitrag entrichten und die Kosten so verteilt werden.
          Dass man rezeptfreie Medikamente auch imn Supermarkt kaufen kann, hat seine guten und schlechten Seiten, weil damit nämlich auch der Missbrauch zunimmt. Was mich auch erstaunt hat, ist, dass die größeren Supermärkte auch eine eigene Apothekenabteilung haben, wo man Medikamente auf Rezept bekommt.
          Zu meiner eigenen Versicherung: ich habe gerade herausfegunden, dass ich wohl – da ich ja mittlerweile 65 bin – über dien Staat hier versichert bin [jedenfalls für Krankenhauskosten – und die sind es ja, die mir Sorgen machen]. Am nächsten Freitag habe ich einen Termin beim Social Security Office, um das Alles abzuklären.
          Apropos Krankenhauskosten: vor etwa 7 oder 8 Jahren hat Mary für eine ambulante Operation am Knöcheln mal eben $19.000 bezahlt! Da würde meine deutsche Versicherung mit Sicherheit streiken. Also hoffe ich nun auf Medicare hier.
          Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
          Pit
          P.S.: Und natürlich will ich mich bemühen, nicht krank zu werden und erst recht, nicht im Krankenhaus zu landen, aber wie Du aus meinem Artikel über „Alien Abduction“ weißt, klappt das ja nicht immer.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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