Asleep at the Wheel

Nein, das betrifft nicht mich und meine Fahrkünste, sondern Asleep at the Wheel ist eine Country Musik Band, die wir gestern bei ihrem Auftritt im Paramount Theatre in Austin live gehört haben. Ihr Programm, Santa Loves to Boogie, hat uns außerordentlich gut gefallen. Wie Bandleader Ray Benson in seiner Einleitung sagte, war nicht das gesamte Programm weihnachtlich, sondern ein guter Teil waren auch ihre tardiotionellen Country-and-Western Hits. Aber genau das machte das Programm abwechslungsreich und unterhaltsam. Und die Show war wirklich gut. Man spürte, dass sie richtig in ihrer Musik aufgingen, ganz besonders Ray Benson – Band Leader, Lead Singer und Gitarrist der Truppe: ein echter Charakter auf der Bühne. Es waren zwei wirklich unterhaltsame Stunden und es war schade, wie schnell die vorbeigingen.

Vorher waren wir in Scholz Garten, dem ältesten Biergarten in Austin, zu Abend essen – natürlich jetzt, im Herbst, nicht draußen im Biergarten, sondern drinnen im Restaurant. Das Restaurant wurde 1866 von August Scholz, einem deutschen Einwanderer und Veteran der Konföderierten Armee, erbaut und ist nach wie vor ein privat geführtes traditionelles Restaurant in Austin, mit viel Atmosphäre, das im Jahre 1966 sogar vom texanischen Landtag in einer Resolution als “ a gathering place for Texans of discernment, taste, culture, erudition, epitomizing the finest tradition of magnificent German heritage in our State“ gewürdigt wurde und auch eine Plakette [historical marker] draußen an der Fassade hat. [Mehr zum Restaurant hier: Scholz Garten History]

Unsere Eindrücke – zumindest vom Essen, denn das Ambiente war ok – waren allerdings gemischt, um das einmal so auszudrücken. Es fing damit an, dass wieder einmal, wie das hier in den USA nach meiner Erfahrung leider auch in wirklich gut geführten Restaurant immer wieder vorkommt, das Hauptgericht fast zeitgleich mit der Vorspeise auf den Tisch kam. Auf unsere Kritik daran meinte die Kellnerin nur, das Essen habe eben so schnell bereitgestanden. Na ja, so haben wir die Vorspeise dann eben als weitere Beilage betrachtet. Als Vorspeise hatten wir übrigens frittierte eingelegte Gurken [fried pickles]. Für unseren deutschen Geschmack mag das ja etwas ungewöhnlich klingen, aber mir – und Mary auch – hat’s prima geschmeckt.

Frittiert wird hier übrigens (fast) Alles und Jedes: bei Festlichkeiten gibt es in dieser Hinsicht immer wieder etwas Neues, sogar frittiertes Bier!

Aber weiter zu unseren Eindrücken: Mary hatte als Hauptgericht ein gegrilltes [genauer gesagt, Barbeque] halbes Hähnchen mit Kartoffelsalat und Sauerkraut als Beilagen, und das war gut. Ich hatte mich – weil ansonsten als deutsche Gerichte nur Schnitzel in verschiedenen Varianten auf der Speisekarte standen – für Bratwurst entschieden, denn ich bin immer noch auf der Suche nach einer guten Bratwurst hier. Als Beilagen hatte ich mir Sauerkraut und Fritten ausgesucht. Mit meinem Essen war ich nur sehr bedingt zufrieden – wenn überhaupt: das Sauerkraut war „zu Tode gekocht“, die Fritten ziemlich „labberig“ und die Bratwurst nur lauwarm. Das Einzige, was beim Essen wirklich gut war, war der Senf! Mein Gericht war wirklich kein Renommee für den Laden. Und die Kritik habe ich die Kellnerin, als sie fragte, wie es sei, auch wissen lassen. Sie hat mir dann zwar angeboten, die Bratwürste aufwärmen zu lassen, aber dazu – aufgewärmtes Essen – hatte ich nun auch keine Lust. Ich habe sie lediglich gebeten, das doch bitte dem Koch auszurichten. Ansonsten: wären sie richtig warm gewesen – oder sogar so heiß wie die frittierten Gurken – hätten sie bestimmt gut geschmeckt. Ach ja: was am allerbesten geschmeckt hat war das Spatenbräu Optimator vom Fass! Richtig schön würzig-malzig, und für amerikanische Verhältnisse (fast) zu warm, was aber kein Nachteil ist, denn dann ist es für deutsche Biertrinker gerade richtig temperiert. Ich denke einmal, wir werden, trotz der gemischten Erfahrungen, wieder hingehen, denn es wird ja wohl nicht immer so sein. Der jetzige Besitzer, Tom Davis, sagt jedenfalls, er habe das Restaurant übernommen, um genau das zu richten, weil sich nämlich selber über kaltes Essen und  warmes Bier beklagt habe.

Bevor dann die Vorstellung im Paramount Theatre anfing, haben wir noch in einem kleinen Szene-Lokal nahe beim Theater ein Eis [Mary] und einen Espresso [ich] verzehrt.

Übernachten habe wir übrigens mal wieder im Best Western Atrium North – nach wie vor eine empfehlenswerte Adresse.

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2 Gedanken zu „Asleep at the Wheel

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