Unfall vor unserer Einfahrt: Nachtrag

Lt. unserem örtlichen „Käseblättchen“ war die Ursache wohl – wie so häufig – Handygebrauch am Telefon. So jedenfalls sagt es der – vorläufige – Polizeibericht, wenn auch nicht ganz eindeutig. Fest steht lediglich, das zum Zeitpunkt des Unfalls aus dem Wagen telefoniert wurde. Aber es gab auch einen Beifahrer, sodass nicht absolut klar ist – jedenfalls bis jetzt – wer denn nun telefoniert hat. Der Fahrer hat nur zugegeben, dass er unachtsam war und den stehenden Wagen vor ihm nicht bemerkt hat

Leider ist Handybenutzung während des Fahrens hier in Texas immer noch nicht verboten ist, und so wurde der Fahrer lediglich wegen unangepasster Geschwindigkeit verwarnt. Mal sehen, ob da, was ja eigentlich zu hoffen wäre, noch eine Anklage erfolgt. Denn immerhin gab es ja nicht nur eine Schwerverletzte, sondern sogar ein Tote. Und wenn, ob durch Handybenutzung abgelenkt oder nicht, jemand auf einen stehenden Linksabbieger auffährt, kann das ja wohl nur Fahrlässigkeit sein.

Aber leider nimmt man auch so etwas hier oft sehr fatalistisch hin, fast so, als ob es ein unausweichliches Naturereignis sei. Häufig findet man die Bewertung,  „Es war eben ein Unfall [„accident“], und das bedeutet dann, es gibt keinen Schuldigen. Das ist eine Haltung, die ich absolut nicht verstehen kann. In dieses Bild passt auch die Nachricht, dass gestern in San Antonio eine Fußgängerin beim Überqueren der Straße von einem Wagen erfasst und getötet worden ist, der Fahrer aber, obwohl er zugegeben hat, er habe wegen einer vereisten Windschutzscheibe nichts sehen können, trotzdem lt. Aussage der Polizei kein Verfahren zu erwarten hat! [siehe auch hier: Pedestrian Killed] Für mich einfach unfassbar.

Und noch eine Bemerkung zum Verbot der Handybenutzung am Steuer: das texanische Parlament hatte dieses Verbot in der vergangenen Legislaturperiode beschlossen, aber unser trefflicher Gouverneur, der seinen Rat ja von Gott bezieht, hat dieses Gesetz mit seinem Veto gekippt – mit der wunderbaren Begründung, es griffe zu sehr in die Persönlichkeitsrechte ein. Aber ein Gesetz, das Schwangere, die einen Schwangerschaftsabbruch planen, sich vom Arzt erläuterte Ultraschallbilder des Fötus ansehen und einer Beratung durch Abbruchsgegner unterziehen müssen, das hat er natürlich freudig unterzeichnet und sieht darin keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte!

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4 Gedanken zu „Unfall vor unserer Einfahrt: Nachtrag

  1. Das telefonieren am Steuer ist wirklich was ganz blödes. Bei uns ist es zwar verboten, aber es hält sich ja kaum wer dran. Wird wohl zu wenig kontrolliert. Immer wenn einer vor einem fährt, wie der erste Mensch, dann kannst Dir fast sicher sein, er oder sie hält ein Handy am Ohr. Da könnt ich jedesmal ausflippen!

    Ich glaube, bei Schwangerschaftsunterbrechung muss man sich auch bei uns einer Beratung unterziehen. Wie die abläuft, oder von wem diese gehalten wird, weiß ich leider nicht.

    lg Gabi

    • Das Problem mit dem Handy am Steuer ist einfach, dass man es so gut wie gar nicht kontrollieren kann. Und wenn man nicht dabei erwischt wird, dann wird man es wohl kaum lassen wollen.
      Zum Schwangerschaftsabbruch: gegen eine Beratung, auch verpflichtend, ist ja auch nichts zu sagen. Aber hier in Texas wird es eher ein Spießrutenlauf, und das lehne ich ab. Die neueste Entwicklung im Vorwahlkampf hier ist nun, dass Perry, um Stmmen von der religiösen Rechten in Iowa bemüht, seine Meinung zum Schwangerschaftsabbruch verschärft hat. Er lehnt ihn nun grundsätzlich ab, sogar bei Vergewaltigung und Inzest.

        • Ja, wir hoffen auch, dass er die Wahlen nicht gewinnt. Und Gott sei Dank sieht es auch danach aus, dass er noch nicht einmal Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden wird. Aber noch ist er als möglicher Vizepräsident(schaftskandidat) im Gespräch, weil er einem möglichen Kandidaten Mitt Romney [als Mormone den Evangelikalen suspekt und der republikanischen extremen Rechten zu lasch] genau diese Wählergruppen verschaffen könnte. Hoffentlich nicht!
          Und auch für Texas wäre es besser, wenn wir ihn als Gouverfneur los wären. Aber leider haben wir ihn noch mindestens für mehr als zwei Jahre am Hals.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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