Heil angekommen …

… bin ich mittlerweile.

Die Reise ist ohne Probleme verlaufen. Am Montagmorgen – nach dem guten Frühstück [s. vorheriger Eintrag] und einer kurzen Ruhe- bzw. Internetpause – sind wir um kurz von 11 Uhr aus dem Motel in Richtung Flughafen [George Bush Intercontinental Airport, kurz IAH] losgefahren. Und da es ja mal gerade gut 2 Meilen bis zum Terminal waren, dauerte es kaum 10 Minuten, bis wir den Flughafen erreicht hatten. Weil es wenig Sinn für Mary machte, mich in die Abflughalle zu begleiten und mit mir die Zeit totzuschlagen, hat sie mich nur eben am Eingang zum  Terminal D abgesetzt und ist dann nachhause, nach Karnes City gefahren. So hat sie einerseits die Rush Hour vermeiden können und war andererseits nicht zu spät, d.h. noch im Hellen, zu Hause. Das hat dann ja auch Parkgebühren gespart.

Apropos Zeit totschlagen: die Möglichkeiten dazu sind im Flughafen von Houston – zumindest im Terminal D vor den Sicherheitskontrollen – ziemlich eingeschränkt. Ich habe nur ein Starbucks gefunden, sowie einen Zeitschriften- und Buchkiosk. Das war allerdings für meine Zwecke auch genug. Obwohl ich schon ein Buch [Molly Ivins, Nothin‘ but Good Times Ahead] dabei hatte, habe ich mir noch die neueste Ausgabe des National Geographic Magazins gekauft und Clive Cussler’s „Crescent Dawn„. Und dann habe ich mir bei Starbucks einen mittelgroßen [„grande„] Caffe Mocha geholt, mich an einen der Tische dort in der Wartehalle für internationale Ankünfte hingesetzt, gelesen und den Kaffee genossen.

So gegen 12 bin ich dann langsam durch den Verbindungstunnel zum Lufthansa Check-in gewandert, der zu meinem Erstaunen schon besetzt war. Und das Gute war, dass keine Schlange von Kunden vor mir war, weil es ja noch so lange vor der Abflugzeit [16:10 Uhr] war. Das Einchecken ging also sehr flott vonstatten, und auch an der Sicherheitskontrolle gab es keinen Aufenthalt, weil eben auch da keine Schlange war. Den einzigen Aufenthalt habe ich verursacht: ich hatte, wie ich es immer tue, mein Kleingeld in meinen Hut getan, und der wurde von den Gummischürzen am Ausgang des Röntgengeräts umgedreht, sodass alles Geld herausfiel und auf dem Boden landete. Ein freundlicher TSA-Beamter hat mir dann beim Aufsammeln geholfen.

Nach dem Einchecken und vor der Sicherheitskontrolle habe ich mir dann noch schnell auf der Toilette meine übliche „Vorflugblutverdünnungsspritze“ gesetzt. Das ist eine Fertigspritze mit Heparin und dient dazu, einer möglichen Reisetrombose vorzubeugen. Dabei komme ich mir allerdings immer so etwas wie ein Junkie vor, wenn ich mich auf die Toilette „schleiche“ und mir da eine Spritze setze. Aber was soll’s – es ist eben sicherer so. Und mir scheint, man rechnet – zumindest auf amerikanischen Flughäfen – schon damit, denn da gibt es in den Toilettenräumen extra Behälter, um Spritzen zu entsorgen.

Nach der Sicherheitskontrolle war ich dann schon vor 13:00 Uhr am Gate und habe da gelesen und im Internet gesurft bzw. E-Mails geschrieben und verschickt. Man musste den Hotspot zwar bezahlen, aber das war es mir wert. Später bin ich dann noch ein bisschen herumspaziert, bis ins Terminal E, und habe auch noch einmal bei Starbucks einen Caffe Mocha [diesmal einen kleinen = tall] sowie ein Cheese Danish und ein Chocolate Chunk Cookie gekauft. Nachdem man die Sicherheitskontrolle passiert hatte, gab es auf der Abflugebene übrigens jede Menge Geschäfte und Restaurants.

Pünktlich gegen 15:30 Uhr begann dann das Boarding. Wie so häufig konnte man einmal mehr die Ansagen dazu so gut wie gar nicht verstehen, da einerseits das Lautsprechersystem relativ leise und nur krächzend zu hören war, und es andererseits fast immer von anderen Durchsagen überlagert wurde. Das ist etwas, was mich auf Flughäfen stört, und ich frage mich, warum man das nicht besser hinkriegt. Trotz dieser kaum verständlichen Durchsagen ging das Einsteigen unerwartet schnell vonstatten. Ich habe übrigens gewartet, bis die Schlange kürzer wurde, und fand dann zu meiner großen Überraschung und Freude noch genügend Platz im Gepäckfach über meinem Sitz für meinen Bordkoffer, meine Jacke und meinen Hut – ziemlich ungewöhnlich.

Mein Platz [43H direkt hinter der Bordküche] war gar nicht so übel ausgewählt. Es gab viel Beinraum, und vor Allem hatte ich keinen Passagier vor mir, der seine Sitzlehne hätte zurückklappen können. Nur die Sicht auf den Bordfernseher war ziemlich eingeschränkt. Aber darauf hatte ich eh keinen Wert gelegt, da ich ja lesen und auch schlafen wollte.

Gestartet sind wir dann – weil das Einsteigen relativ schnell ging – zwei Minuten vor der planmäßigen Zeit. Der Flieger war übrigens nicht voll besetzt, sodass manche Leute sich einen anderen Sitzplatz aussuchen konnten. Und auch der Platz neben mir war frei. Etwa zwei Stunden nach dem Start gab’s dann das Abendessen. Leider war das zweite Gericht wohl schon ausgegangen, als die Stewardess bei mir ankam, und so hatte ich keine Auswahl mehr, sondern bekam ohne Rückfrage Nudeln vorgesetzt. Nicht, dass es mir etwas ausgemacht hätte. Möglicherweise hätte ich die sowieso gewählt. Was mir etwas ausgemacht hat, war die Tatsache, dass das Gericht nur lauwarm war. Aber geschmeckt hat es trotzdem. Wie bei mir üblich, habe ich den Salat – um ein Kleckern zu vermeiden – ohne das Dressing gegessen. Der Nachtisch [Schokoladentorte mit Schlagsahne und einer halben Erdbeere] war sehr lecker. Den Käse habe ich – ohne das Brötchen – zum Wein genibbelt. Der Wein [ich hatte roten] war ganz lecker. Und der Kaffee übrigens auch.  Insgesamt ein (relativ) gutes Abendessen, das ich mit einem Cognac abgeschlossen habe. Nach dem Essen habe ich dann weitergelesen und später etwas über drei Stunden geschlafen.

Gegen Morgen [nach europäischer Zeit] über Irland und England gab’s dann ein Frühstück: Omelett mit Mini-Kartoffelkroketten [leider wieder nur lauwarm!], Brötchen mit Marmelade, Fruchtsalat und Kaffee. Das Brötchen habe ich nicht gegessen, weil es mir zu trocken schien, den Rest aber schon. Kurz nach dem Frühstück ging der Flieger dann schon in den Landeanflug über und wir kamen – da wir unterwegs streckenweise einen kräftigen Rückenwind [unsere Geschwindigkeit über Grund war des Öfteren deutlich über 1000 km/h] gehabt hatten – 15 Minuten zu früh an. Da auch die Zollkontrolle relativ wenig Zeit in Anspruch nahm und auch an der Gepäckausgabe [was ich bisher noch nie erlebt habe: es waren nur etwa 10 Leute aus dem Flugzeug, die Frankfurt als Endstationhatten und also ihr Gepäck bekamen; alle anderen Passagiere flogen wohl weiter] kein Gedränge herrschte, war ich dann schon schnell durch die Kontrollen und hätte eigentlich schon den Zug um 10:09 Uhr schaffen können. Aber ich war ja vorsichtig gewesen und hatte mögliche Verspätungen einkalkuliert und deswegen meinen Zug erst für 13:09 Uhr gebucht. Und den musste ich auch wahrnehmen, da mein Sparpreis-Ticket ausschließlich nur für diesen Zug galt. Also habe ich mich wieder in ein Restaurant gesetzt, gelesen und zunächst einen großen Kaffee getrunken, und später noch einen kleinen, und dazu ein belegtes Brötchen gegessen. Erst nach Mittag bin ich dann noch ein wenig durch den Flughafen gebummelt und danach hinüber zum Fernbahnhof gezogen.

Pünktlich um 13:07 Uhr lief dann mein ICE 610 ein. Meinen Wagen [24] hatte ich schnell gefunden, aber drinnen war ich – wie eigentlich immer in diesen ICEs – pikiert darüber, dass die Konstrukteure wohl nicht davon ausgegangen sind, dass man mit mehr als nur einer Zahnbürste im Gepäck verreisen könnte. Der Mittelgang ist so schmal, dass selbst meine Reisetasche [sie ist schon deutlich schmaler als ein gewöhnlicher Koffer] nur knapp durch passt. Darüberhinaus sind die Gepäckablagen über den Sitzen bei Weitem zu klein für Koffer oder Reisetaschen [da passen nur kleinere Gepäckstücke hinein], und es gibt im Eingangsbereich keine Gepäckablage. Die Türen aber darf man – natürlich nicht – zu stellen. Und den Gang will man natürlich auch nicht blockieren. Also bin ich mal wieder im Eingangsbereich stehen geblieben. Bei einer Fahrzeit von nur 38 Minuten zwischen Frankfurt/Flughafen und Siegburg ist das ja machbar. Aber ärgerlich finde ich es schon.

In Siegburg, wo wir pünktlich um 13:47 Uhr einliefen, erwartete mich dann die große Überraschung: eigentlich hatte ich ja geplant, mit Straßenbahn und Bus hier nach Hersel zu fahren, aber auf dem Bahnsteig kam mir Klaus Koch entgegen, der sich die Mühe gemacht hatte, eigens nach Siegburg zum Bahnhof zu fahren, um mich da mit dem Auto abzuholen. Das war mir natürlich hochwillkommen, und so war ich dann ohne Mühen schon vor drei Uhr nachmittags in meinem temporären Zuhause hier bei den Kochs und konnte mich von der Reise ausruhen.

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