Austin

In Austin, und zwar im Paramount Theatre, waren wir am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche, für zwei Konzerte:

Beide Konzerte haben wirklich Spaß gemacht, wenn auch mir persönlich Bela Fleck besser gefallen hat. Das mag – abgesehen einmal davon, dass ich sein Instrument, Bajo, sehr mag – unter Anderem daran gelegen haben, dass seine Musik etwas leiser war als die von K.D. Lang und ihrer Band „Boom, Siss, Bang“. Da gab’s einfach zu viel „Bang“, und auch K.D. Langs Stimme war m.E. viel zu stark verstärkt. Nach ihrem Konzert haben mir jedenfalls die Ohren noch eine ganze Zeit richtig nachgeklungen und es hat ziemlich gedauert, bis mein Gehör wieder normal funktionierfte. Ich weiß wirklich nicht, warum heutzutage die Bands ihre Verstärker so weit aufdrehen müssen.

K.D. war auf der Bühne ein richtiges Energiebündel. Sie dominierte ihre Band, während Bela Fleck selber wesentlich zurückhaltender war und die Mitglieder seiner Band – alles ganz hervorragende Solisten übrigens – deutlich größere Anteile, mit häufigen längeren Soli, hatten. Nun ja, bei K.D. Lang war die Band ja auch nur zu ihrer Begleitung da. Die „Flecktones“ waren allesamt absolute Meister ihrer Instrumente, echte Virtuosen. Am interessantesten fand ich Roy „Future Man“ Wooten, der ein synthesizer-basiertes Schlagzeug spielt(e). Für eine Weile hat mich das verwirrt, dass ich nämlich keinen Schlagzeuger hinter den Instrumenten sehen konnte. Aber nach einer Weile bin ich drauf gekommen, dass er so mit einer Art „Fernbedienung“ spielte: absolut fantastisch zuzusehen. Aber auch sein Bruder Victor Wooten, der die Bassgitarre spielte, war fantastisch in seinen Soli, ebenso wie der Keyboarder und Mundharmonikaspieler Howard Levy. Ich habe noch nie so viele verschiedene Mundharmonikas auch nur gesehen, geschweige denn gespielt gehört – und das auch noch von einem einzigen Künstler.

Das Paramount Theatre ist übrigens ein wunderschönes altes Theater, das heutzutage nur dank Spenden [Mary ist übrigens auch ein Sponsor] überlebt. Hoffentlich noch lange, denn das Innere alleine ist schon sehenswert – ganz anders als die heutigen, oft seelenlosen Räume. Wir sind immer mal wieder gerne dort für eine Show, sei es nun ein Konzert, sei es ein Vortrag.

Zu Abend gegessen haben wir am Mittwochabend bei Threadgills, einem ganz traditionellen und jahrzehnte alten Diner, und am Donnerstag in einem kleinen mexikanischen Restaurant: beide sehr empfehlenswert. Bei Austin und allem, was damit zusammenhängt [Sehenswürdigkeiten, Essen etc.] ist es natürlich von Vorteil, dass Mary da an der University of Texas, studiert hat. So kennt sie sich da bestens aus.

Übernachtet haben wir im Best Western Atrium North. Das ist das bisher beste Motel, dass wir gefunden haben – nicht nur in Austin. Einmal ganz abgesehen davon, dass wir noch in keinem Motel erlebt haben, dass das Frühstück nach Wunsch zubereitet wird [jedenfalls was Eier, Pfannekuchen und Waffeln angeht], es war auch architektonisch interessant mit einem überdachten Innenhof, in dem sich ein für amerikanische Motels ein echt großzügiger Frühstücksraum befand ebenso wie der in amerikanischen Motels obligatorische  Swimming Pool. Diese Halle war vier Stockwerke hoch – sie ging eben bis unter’s Dach – und war auf allen vier Seiten umgeben von den Fluren, an denen dann die Zimmer lagen. Alles war übrigens sehr großzügig ausgelegt, z.B. mit Sitzecken auf den Fluren. Man hatte nie den Eindruck, hier sollte der verfügbare Raum möglichst patzsparend und geldbringend ausgenutzt werden. Apropos „geldsparend“: dieses Motel war dann – als schöne Beigabe – auch noch preiswerter als das „Super 8“, in dem wir früher in Austin immer übernachtet haben, und das wir bis dahin für das beste uns bekannte Motel gehalten haben. Um noch einmal auf das Frühstück zurückzukommen: abgesehen von den üblichen Dingen wir Müsli, Cerealien, Toast und süßes Gebäck fanden wir große Schüsseln mit gebratenem [richtig cross übrigens] Speck, Sausage Patties und Gravy [diese weiße Soße ist übrigens gar nicht mein Fall]. Und es war ein – übrigens sehr gesprächiger – schwarzer Koch da, der einem dann die Eier nach Wunsch zubereitete: Spiegeleier [wie hier in den USA üblich „over easy“, „sunny side up“ oder „scrambled“]. Und er machte einem auf Wunsch eben auch die Pfannekuchen und Waffeln. Und was auch nicht immer der Fall ist: der Kaffee war wirklich prima. In diesem Motel hatten sie übrigens „Douwe Egberts„. Wir werden da mit Sicherheit wieder übernachten, und zwar schon am Freitag dieser Woche, wenn wir zu einem Vortrag in einem anderen kleine Theater in Austin sein werden.

Und noch eine Bemerkung: der Verkehr in Austin war schlimmer als in Houston, mit mehr Staus und mehr rasern.

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2 Gedanken zu „Austin

  1. Da habt Ihr ja wohl zwei schöne Abende verbracht.

    Was ich da von dem Motel gelesen habe, klingt ja auch sehr gut. Überhaupt über das Frühstück. Immerhin waren wir ja zweimal ein paar Wochen in den USA unterwegs und ich weiß, wie das Frühstück normalerweise in den Motels aussieht. 🙂 Das war für uns Österreicher doch etwas, naja sagen wir – gewöhnungsbedürftig. 🙂 Auch was den Kaffee betrifft. 🙂 Nur einmal übernachteten wir in einem Motel, wo das Frühstück ganz hervorragend war. Welches das war und wo das war, da müsste ich in meinen Notizen nachschauen, ob ich es mir aufgeschrieben habe.
    Ansonsten sind uns die Super 8 Motels (und auch die Motel 6) ganz gut bekannt, da sie doch meist recht günstig waren.
    lg Gabi

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