Klinsi der Retter?

Jetzt hat er also, wie es scheint, seine Wünsche erfüllt bekommen: Jürgen Klinsmann ist der neue Trainer der US-Amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft. Und wenn man auf vorhergehende Verhandlungen [er war ja schon zweimal vorher im Gespräch] zurückblickt, bleibt die Schlussfolgerung, dass man ihm wohl diesmal die weitreichenden Kompetenzen eingeräumt haben wird, die er schon früher wollte, die ihm bisher aber vom amerikanischen Verband nicht zugestanden wurden. Es wird interessant sein, wie die amerikanische Fußballnationalmannschaft, deren Entwicklung wohl in den vergangenen Jahren zumindest stagniert hat, wenn sie nicht sogar rückläufig war, sich unter ihm entwickeln wird.

Was mich angeht – und ich möchte vorausschicken, dass ich Jürgen Klinsmann als Person sehr mag – war er wirklich großartig darin, während seiner Zeit als Bundestrainer die deutsche Fußballnationalmannschaft zu inspirieren. Aber – soweit ich weiß – ist er nunmal kein großer Fußballstratege oder -taktiker. Das scheint die Aufgabe und Domäne seines damaligen Assistenten und heutigen Bundstrainers, Jogi Löw, gewesen zu sein, der mittlerweile – als Nationaltrainer – selber großartige Erfolge vorzuweisen hat. Und noch ein Manko auf Klinsmann’s trainerischem Lebenslauf: als Trainer von Bayern München war er nie in der Lage, den hohen an ihn gerichteten Erwartungen gerecht zu werden, obwohl – oder vielleicht gerade weil – er so gut wie Alles umgekrempelt hat, vom umfangreichen eigenen Trainerdstab hin zum äußeren Erscheinungsbild des Trainingsgeländes, dass er mit Buddhastatuen dekorieren ließ – um nur zwei Dinge zu nennen – bevor er wegen anhaltender Misserfolge vorzeitig entlassen wurde.

Aus diesen grund scheint mir das Lob, das Sunil Gulati, der Präsident des US-amerikanischen Fußballverbandes anlässlich der Vertragsunterzeichnung ausgesprochen hat, „He is a highly accomplished player and coach with the experience and knowledge to advance the program. Jürgen has had success in many different areas of the game, and we look forward to the leadership he will provide on and off the field”, nun doch etwas hoch gegriffen. Dass Jürgen Klinsmann als Fußballer wirklich erfolgreich war ist unbestritten. Seine Erfolge als Trainer dagegen sind doch wohl eher durchwachsen. Und nur zwei Trainerjobs bisher: auch das spricht nicht gerade fpr Erfahrung.

Bleibt abzuwarten, was er für den amerikanischen Fußball tun kann. Ich bin jedenfalls sehr neugierig!

P.S.: Wenn man den Nachrichten trauen kann, steht Jose Mourinho übrigens schon in den Startlöchern.

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