Ärzte & Gesundheitswesen [2]

Heute war ich mal wieder hier bei unserem Hausarzt, Dr. Ramirez, [wegen einer Kleinigkeit, die ich aber dennoch vor dem Feiertag- morgen ist ja Thanksgiving – nicht unbehandelt lassen wollte: ein kleiner Schnitt an meinem linken Zeigefinger hatte sich entzündet] und da wurden mir mal wieder Unterschiede im Gesundheitswesen zwischen Deutschland und hier bewusst. Bei Dr. Ramirez scheint jede Behandlung gleich teuer: heute hatte er mehr Zeit nötig, weil er zuerst den Zeigefinger örtlich betäuben musste und dann die Wunde geöffnet hat. Und dafür habe ich genauso $50 bezahlt wie vor ein paar Tagen, als ich nur für eine Überweisung da war. Und was mich ein anderes Mal sehr überrascht hatte: wenn man für dieselbe Sache einmal wiederkommen muss, so berechnet er Nichts! Ach ja, meine Grippeschutzimpfung war übrigens, trotz des Impfstoffes, billiger: nur $30. Aber die hat er auch nicht selber vorgenommen, sonder eine seiner Sprechstundenhilfen hat das gemacht.

Ähnliches war mir auch schon beim Endokrinologen aufgefallen: erstes Mal $140, zweites Mal $98 und beim dritten Mal nur noch $58. Und nicht, dass ein Unterschied in der Behandlung gewesen wäre: es war immer die gleiche Untersuchung, dann eine Beratung und eine Überweisung. Schon seltsam. Aber mir soll es Recht sein, wenn es mit der Zeit billiger wird.

Seltsam übrigens auch: man wird jedesmal bei einem Arztbesuch gewogen, und zwar in voller Montur! Ich frage mich, was dass soll, denn da hängt es ja enorm von der Kleidung ab, was man so auf die Waage bringt. Es macht doch nun wirklich einen Unterschied, ob ich, wie im Sommer, mit kurzer Hose, im T-Shirt und mit Sportschuhen da erscheine, oder, wie heute, in Arbeitsklamotten, d.h. mit schwerer Jeans, langärmeligem Hemd und vor allem den schweren Arbeitsstiefeln. Das macht doch leicht einen Unterschied von mehreren Kilo aus. Ob das an der amerikanisch-puritanischen Prüderie liegt, dass man mich voll angezogen wiegt?

Manchmal habe ich den Verdacht, denn fast alle Untersuchungen finden bei voller Bekleidung statt. Ich habe z.B. noch nie auch nur mein Hemd ausziehen müssen, wenn meine Lunge abgehorcht wurde. Und beim Hautarzt bekam ich so etwas wie ein Krankenhaus-Hemdchen, allerdings aus Papier, obwohl ich meine Unterhose noch an hatte. Und das wurde dann nur ganz kurz und züchtig für die eigentliche Untersuchung gelupft. Was soll das, frage ich mich wirklich.

2 Gedanken zu „Ärzte & Gesundheitswesen [2]

  1. Liegt wohl wirklich an der amerikanischen Prüderie, denke ich. Wie konnte der Arzt Dich denn ordentlich abhören, wenn Du nicht mal das Hemd ausziehen musstest? Ist schon komisch.

    Diese lustigen Krankenhaus-Hemdchen kennt man ja aus den amerikanischen Filmen. Hab mich da schon oft gefragt, ob das wirklich so ist.🙂 Bei uns kriegt man die nur vor einer OP.

    lg Gabi

    • Es ist wirklich seltsam mit diesem „Horror“ vor einem nackten Patienten. Ich war ja jetzt zum Röntgen, wegen meiner Rückenprobleme, und da bekam ich wieder so ein Hemdchen verpasst, obwohl ich noch meine Unterhose, mein Unterhemd und auch mein T-Shirt anhatte!! Mit dem Erfolg, dass die Röntgenassistentin gar nicht sehen konnte, ob das Bild genau von der richtigen Stelle sein würde. Sie musste das „erfühlen“, indem sie immer wieder länger auf mir „herumstapste“, um den Beckenknochen zu ertasten. In Deutschland hätte ich nur in der Unterhosen da gelegen, und sie hätte sofort sehen können, ob das Bild passen würde.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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