Fredericksburg Fall Foliage Frolic

So hieß die Veranstaltung unseres Radclubs, zu der wir am vergangenen Wochenende in Fredericksburg – mal wieder – waren. Wir sind schon am Freitag hin, einerseits, damit ich mich da schon ein wenig einradeln konnte, und anererseits, weil wir nun mal nicht am Samstag in aller Herrgottsfrühe aufstehen mussten. Es ist ja ungefähr zweieinhalb Stunden mit dem Auto [ca. 120 Meilen, und ich rechne ca. 55 bis 60 Meilen pro Stunde im Durchschnitt], und wir hätten schon um 07:30 Uhr da sein müssen. Es wäre also nicht in aller Herrgottsfrühe gewesen, sondern eher zu nachtschlafender Zeit. So, mit der Anreise am Freitag, war es dann doch viel weniger hektisch.

Also habe ich dann schon am Donnerstag, am Spätnachmittag, mein Rad im Wagen verstaut – das dauert doch so ca. 10 Minuten – und es sieht dann etwa so aus:

bikeinside

Mary’s Cannondale und mein altes Dancelli im Auto verstaut

Die Radträger von Bikeinside wind übrigens wirklich praktisch: man hat keinen zusätzlichen Luftwiderstand wie bei Trägern auf dem Dach, und es ragt auch nichts nach hinten über die Stoßstange hinaus, wie bei Heckträgern. Dafür nehme ich gerne in Kauf, dass es ein wenig umständlicher ist, das Rad in den Wagen zu bekommen [bei meinem Dancelli muss ich dafür nämlich den Sattel runterlassen, weil die Flaschenhalter daran zu hoch sind. Sie würden am Dachhimmel anstoßen].

Aber wieder zurück zu den Reisevorbereitungen: dazu gehört es immer auch, Sally in die Tierpension zu bringen, zu unserem Tierarzt. Wir trauen uns nicht, sie hier draußen zu lassen, wenn wir über ein paar Tage weg sind. Wir haben Angst, sie würde weglaufen – wie sie es schon einmal, vor Jahren, getan hat. Möglicherweise ist sie jetzt zwar lange genug bei uns und hat sich so an das Leben hier gewöhnt, dass sie im Garten bleiben würde, aber wir wollen das nicht riskieren. Buster ist da unproblematischer – er macht es sich dann in der Garage gemütlich und bewacht Haus, Hof und Garten. Und freut sich immer ganz riesig, natürlich, wenn wir wieder da sind. Also habe ich Sally dann am Freitagmorgen im „Patton Hilton“, wie wir Dr. Patton’s Tierpension scherzhaft nennen, untergebracht. Und gegen 09:30 sind wir dann los.

Mit einer längeren Pause in San Antonio [Arzttermin für Mary] waren wir dann gegen 13:45 in Fredericksburg und haben im Gästehaus Schmidt [das ist übrigens kein Gasthaus, sondern eine Unterkunftsvermittlung] den Schlüssel zu unserer Unterkunft, dem Metzger Sunday House, abgeholt. Oder eher, abholen wollen, denn als wir nachfragten, haben sie uns gesagt, dass sie den Schlüssel schon am Haus hinterlegt hatten. So einfach ist das hier: die legen den Schlüssel in einem Umschlag ganz einfach auf die Fußmatte am Eingang! Keine Angst vor ungebetenen Gästen!

Und das war unser kleines Häuschen:

Metzger Sunday House

Das Metzger Sunday House – Frontansicht

Metzger Sunday House

Das Metzger Sunday House – Seiten-/Gartenansicht

Metzger Sunday House

Die Veranda

Vom „Innenleben“ dieses Häuschens stelle ich hier keine Aufnahmen rein, denn die sind nicht „ausstellenswert“ geworden. Der in der Kamera eingebaute Blitz schafft es nicht zusammen mkit dem extremen Weitwinkel, das ich in Innenräumen brauche. Die Vignettierung ist viel zu stark und außerdem kommt der Schatten der Sonnenblende ins Bild. Da muss ich in Zukunft doch besser den Zusatzblitz mitnehmen.

Zu den „Sunday Houses„: Das sind kleine Häuschen, die die Farmer aus der Umgegend (in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) in der Stadt gebaut haben, damit sie eine Unterkunft hatten, wenn sie am Wochenende mit ihrer Familie zum Gottesdienst in die Stadt kamen. Die Familie kam dann am Samstagnachmittag an und blieb bis zum Sonntagnachmittag. Manchmal waren es auch nur Frauen und Kinder, die da übernachteten, während die Männer erst am Sonntagmorgen ankamen. Diese Häuschen waren ziemlich klein. Sie hatten im Erdgeschoss ein oder zwei Zimmerchen, und – über eine Außentreppe zu erreichen – einen Schlafraum unter dem Dach. Der Anbau, den man hier auf den Bildern hinter dem Haus sieht – er enthält die Küche und das Bad – wirde erst später errichtet, zu einer Zeit, als das Haus nicht mehr als „Sunday House„, sondern als normales Wohnhaus für pensionierte Farmer diente. Das war so ab den zwanziger Jahren des vergangenen [20.] Jahrhunderts, als man Autos hatte und es also viel schneller ging, von den Farmen draußen im Umland in die Stadt zum Gottesdienst zu gelangen. Da waren dann die „Sunday Houses“ für die Übernachtung nicht mehr nötig. Unseres, das „Metzger Sunday House„, gehörte, wie der Name schon sagt, einmal einer Familie Metzger, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Westerwald in die USA ausgewandert ist. Und es ist immer noch in Familienbesitz.

Ein kleines Flugblatt im Haus sagt dazu Folgendes: „The home was built in 1898 by John and Mathilda Schidtzinsky Metzger to be used on weekends, as they lived 18 miles from town in Luckenbach. It was used as a home to attend church, shop, and for other in-town chores. This is the original structure.“

So, das war’s einmal für’s Erste – Fortsetzung folgt.

P.S.: Weitere Bilder von Fredericksburg stelle ich übrigens bald in meinem Blog „Pit’s Bilderbuch“ vor.

3 Gedanken zu „Fredericksburg Fall Foliage Frolic

  1. Das ist ziemlich interessant. Mich hat das Häuschen spontan an den Film „Der Feind in meinem Bett“ (sleeping with the enemy) mit Julia Roberts erinnert (Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=a5knajAtpSk), wo sie – nachdem sie ihre frühere Identität aufgegeben hat, in so einem kleinen Häuschen wohnt und einen netten Nachbarn hat. Irgendwie hab ich mich immer gefragt, ob es sowas wirklich gibt, solche kleinen Häuschen. Hier sehe ich: In der Tat!

    Liebe Grüße
    Marion

    • Hallo Marion,
      danke für den interessanten Hiweis und den Link. Den Film kenne ich nur dem Namen nach. Ich habe ihn noch nie gesehen. Das Häuschen war wirklich romatisch. Aber, wie Du ja schon gesehen hast, wir haben ein noch schnuckeligeres gefunden.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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