Eine verregnete „einsame Taube“

Gestern war hier „Lonesome Dove Fest„. Das ist ein (kleines) Volksfest hier, gesponsort vom örtlichen Rotary Club, mit einer Parade in der Stadt und „family fun“ mit „something for everyone“ [und das schließt einen „snake handler„, Tontaubenschießen und Countrymusik und Tanz, alles auf einem Festgelände außerhalb der Stadt, ein]. Und Alles für einen guten Zweck.

Hier ein Auszug aus der Beschreibung der o.a. Webseite:

In its eighteenth year, the Lonesome Dove Fest has grown from a gathering of dove hunters in a Coy City hay patch to an event recently described as the “South Texas Expo” by Texas Parks & Wildlife Department’s Education Coordinator Steve Hall.
The annual festival combines education, outdoors activities and entertainment for nearly ten thousand visitors and begins on Friday, September 17th with Youth Day.
Youth Day presents educational mini-seminars on a variety of different topics to over three hundred high school students from area schools.
The success of Lonesome Dove Fest has allowed the Rotary to award twelve scholarships to seniors from each of Karnes County’s four high schools, including two scholarships specifically dedicated to vocational students.

Leider war es, wie schon meine Überschrift sagt, verregnet. Na ja, „leider“ oder auch „gut so“. Für das Fest war es natürlich schade, denn es hat dem Zulauf sicherlich geschadet, weil es ja wohl wirklich keinen Spaß macht, im Regen auf einem Volksfest, bei dem sich Vieles draußen abspielt, herumzulaufen. Und auch die Zuschauerzahl bei der Parade im Ort hielt sich, vorsichtig ausgedrückt, doch ziemlich in Grenzen. Wie gesagt, schade. Aber andererseits: hier, wo es ja häufig (zu) trocken ist, und das manchmal monate- und sogar jahrelang, freut man sich im Grunde doch über jeden Tropfen. Nicht zuletzt ist die Frage, „How many inches have you got?“ eine Standardfrage nach jedem Regen. Und wenn immer behauptet wird, die Engländer würden viel über’s Wetter reden – die Süd-Texaner tun es bestimmt ebenso oft.

Das Fest selber habe ich zwar nicht besucht, wohl aber die Parade – und die war ganz typisch kleinstädtisch texanisch. Und hier ein paar Bilder. Leider, wie schon gesagt, war es regnerisch, und das hat die Qualität der Bilder beeinträchtigt. Hinzu kam, dass durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Linse der Kamera sofort beschlagen war, als ich aus dem Auto ausstieg. Das kommt hier leider sehr häufig vor, weil alles im Auto durch die Klimaanlage sehr schön kühl bleibt. Ich musste sie abwischen, hatte aber kein Linsenreinigungspapier zur Hand, und so sind leichte Spuren doch zurückgeblieben. Aber einen Eindruck von dem, wie es hier so zugeht, vermitteln die Fotos hoffentlich doch. Damit es nicht zuviele werden, und weil die Qualität für großformatige Abbildungen doch nicht gut genug ist, habe ich mich für Collagen entschieden.

Hier dann die erste:

lonesome dove fest

Lonesome Dove Parade (1)

Ein paar Informationen:

Den Anfang machten ein paar Reiter und eine alte Postkutsche, und dann kamen – mit ohrenbetäubendem Lärm – die Wagen der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Nicht nur das sie die Sirenen aufheulen ließen, sie hatten auch Spaß daran, ihre Signalhörner hören zu lassen. Und die hätten jedem Schifftyphon Ehre gemacht. Die Kapelle der High School hier folgte [links unten im Bild]. Und auch die Politiker – bald sind ja hier Wahlen, und so ließen sich auch Landespolitiker sehen – dürfen nicht fehlen [im Bild rechts oben]. Und damit wir wissen, wo wir einmal hingehören: auch die beiden örtlichen Altersheime waren vertreten [unten Mitte und rechts].

lonesome dove

Lonesome Dove Parade (2)

Noch ein paar Informationen zum Bild:

Die „örtlichen Schönheiten“ dürfen auch nicht fehlen: also ist „Miss Karnes City“ natürlich dabei [großes mittleres Bild]. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass die hier schon an der High School so einen Wettbewerb haben. Und die Nachbarorte mit ihren Besonderheiten und örtlichen Festen sind auch vertreten:

  • Kenedy mit den „Bluebonnet Days“ [linkes großes Bild]
  • Luling mit „Watermelon Thump“ [kleines Bild rechts oben] – man beachte übrigens die Ölpumpe [auch „donkey“ genannt]: Luling – und das ist tatsächlich so, riecht nach Öl“
  • Stockdale [kleines Bild rechts unten] mit dem „Watermelon Jubilee Rodeo
lonesome dove fest

Lonesome Dove Parade (3)

Ein paar Informationen zum Bild:

Auch die nahegelegene Luftwaffenbasis [Lackland Air Force Base] ist mit ihrer Band vertreten [Bild links oben]. Und besonders interessant fand ich Haltung und vor allem den Sitz der Kopfbedeckung des Band Major [großes Bild Mitte]. Das Football Team der Highschool braucht schon einen richtigen 18-Wheeler [auch „semi“ – kurz für „semi-trailer truck“ genannt] – das sind ja die „ganz dicken Brummer“ hierzulande [kleines Bild rechts oben]. Und man beachte: zum Fahnenschwenken [kleines Bild rechts unten] braucht man schon die richtige Statur. Und mit dieser eigent man sich auch bestens zum „linebacker“ beim Football. Weil es da fast ausschließlich auf die Körpermasse ankommt, finden sich da – zumindest beim Highschool Football auch ganz schön fettleibige Typen, die man sonst wohl als absolut unsportlich ansehen würde. Und links dann noch eine örtliche Kindergruppe, auf ihren Steckenpferde: früh übt sich eben, was mal ein richtiger Cowboy werden will!

lonesoem dove

Lonesome Dove Parade (4)

Informationen zum Bild:

Was das Rodeo [die Kleinen im vorherigen Bild haben ja schon geübt] angeht: auch die Großen sind vertreten. Das San Antonio Rodeo [jedes Jahr im Februar] ist auch vertreten [kleines Bild links oben]. Und der Clown hat hier eine bessere, d.h. wesentlich ungefährlichere Aufgabe als beim Rodeo. Hier darf er Perlenketten verteilen, beim Rodeo muss er die wilden Bullen ablenken, wenn ein Reiter beim Bullenreiten abgeworfen worden ist. Dann ist es der Clown, der den Bullen auf sich lenken muss. Wäre nichts für mich! Apropos Perlenketten: schade, dass es nicht so wie beim Mardi Gras in New Orleans ist, das bekommen nämlich diejenigen weiblichen Wesen eine solche Kette [beads], die ihren Busen entblößen! 😉  Und weitere „Kleine“, die Boy Scouts auf ihren Rädern, sind auch mit von der Partie [kleines Bild, Mitte linke Spalte]. Mit einem Oldtimer [kleines Bild links unten] wirbt eine der Gesellschaften für sich, die im Augenblick hier in der Gegend wie wild nach Öl bohren. Aber auch die Landwirtschaft gibt es hier ja noch, und so wirbt dann auch die örtliche Filiale von John Deere für sich [unten Mitte]. Die örtliche Elektrizitätsgesellschaft [Karnes Electric Co-Operative] – die übrigens auch unseren Internetanschluss bereitstellt – ist dann ebenso dabei wie die Karnes City Historical Society.

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Lonesome Dove Parade (5)

Mehr zum Bild:

Die Longhorns [Bilder unten rechts und Mitte] der  Familie Kimble, unter ihnen der preisgekrönte „Wow„, dürfen nicht fehlen: was wäre Texas ohne seine Longhorns! Und den Abschluss machen die „South Texas Trail Riders„, eine Gruppe von Amateurreitern, die jedes Jahr hier durchzieht, auf dem Weg von Corpus Christi zum Rodeo in San Antonio.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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