(High School) Football …

… ist immer ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass Football eine uramerikanische Sportart ist, die m.E. auch etwas das amerikanische Wesen und Selbstverständnis verkörpert – Football ist auch und ganz besonders ein gesellschaftliches Ereignis und Phänomen. Es gehört hier einfach zum guten Ton, bei den Spielen der örtlichen High School zu erscheinen und ganz begeistert mitzugehen und das eigene Team anzufeuern.

Und wo waren wir am vergangenen Freitagabend dann hier auf dem Sportplatz der High School und haben den Karnes City Badgers zugesehen und sie angefeuert.

[Apropos (eigenes) Team: es stößt hier auf absolutes Unverständnis, dass man das gegnerische Team – und erst Recht einen eigenen Spieler – ausbuhen oder auspfeifen könnte, wie das bei uns im Fußball ja allgegenwärtig ist. Das wird hier als äußerst unsportlich angesehen!]

Und mit all dem Brimborium und Drum-und-Dran ist es schon ein Spektakel, sogar in einem kleinen Nest wie Karnes City [knapp 3600 Einwohner]. Für uns in Deutschland ist es nur schwer verständlich, dass hier soviel Energie und auch Geld und persönlicher Einsatz (von Eltern) aufgewendet wird. Es fängt schon damit an, dass etwa 2 Wochen vor Schulbeginn das Training der Football-Mannschaften der Schulen anfängt. Und es setzt sich fort, ween am Nachmittag, nach Schulschluss, die Football-Teams noch trainieren. Ein Nachteil allerdings ist, dass soviel Geld in die Footballmannschaften fließt [es gibt ja gleich mehrere „Coaches“ pro Team, die alle von der Schule angestellt sind, und es gibt Teams von der 7. Klasse an], dass darüber die Finanzierung der wissenschaftlichen Fächer leidet. Zugegeben, die Coaches unterrichten auch zuätzlich andere Fächer, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das mehr eine Alibifunktion ist und dass die Coaches weniger nach ihrem akademischen Können als nach ihrem sportlichen „Wert“ ausgewählt werden. Und es gibt auch längst nicht genug allgemeinen Sportunterricht. Dazu kommt, dass im Football auch die Dicken [in der Verteidigung] durchaus gebraucht werden. Das mag ja einerseits dem Selbstbewusstsein von fettleibigen Schülern förderlich sein, aber ich bezweifle doch, dass das der allgemeinen Gesundheit [schließlich haben wir hier landesweit mehr als 30% fettleibige Jugendliche] dienlich ist.

Und noch etwas zum „Brimborium“ bzw. Drum-und-Dran: es ist hier Sitte, dass vor dem Spiel der High-School-Mannschaft die Nationalhymne gespielt wird. Dabei stehen übrigen alle Anwesenden auf und legen ihre rechte Hand auf die Brust über dem Herzen [Sofern sie nicht in Uniform sind: dann salutiert man.]

Und dann sind da noch die Cheerleaders, die High Steppers und die Twirlers – die Mädchen, die zur begeisterung des Publikums und zur Anfeuerung und Unterstützung des eigenen Teams tanzen, wirbeln und schreien. Und dazu ausgewählt zu werden ist ebenfalls eine Ehre. Und es wird viel Zeit und Geld investiert, nicht nur für die Uniformen. Es gibt auch – in den Sommerferien – eigene Trainingscamps dafür. Und last-but-not least wäre da die Marching Band zu nennen, die während der Halbzeitpause auf dem Rasen in Formation (auf)marschiert und während des Spiels die Erfolge der eigenen Mannschaft per Tusch feiert.

So, jetzt aber genug erzählt! Hier noch zwei Collagen mit Bildern vom Freitagabend:

football impressions

Impressionen vom Football (1): Spielszenen, Cheerleaders und Marching Band

football

Impressionen vom Football (2): Marching Band, High Steppers und Twirlers

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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