Ich habe ihn, …

… den Stempel im Pass, dass ich ein „permanent resident“ [oder auch – für Mary – ein „alien relative„] bin!

Heute Morgen, um 9 Uhr, war der Termin für ein Interview mit einem Beamten der Einwanderungsbehörde in San Antonio. Alles war einfacher als gedacht. Die Fragen waren freundlich, mehr ein Gespräch als eine Befragung. Hauptsächlich dient das Ganze dem Zweck, sicherzustellen, dass es sich bei der dem Gesuch zugrunde liegenden Heirat um eine „echte“ handelt, und nicht um eine Scheinheirat zur bloßen Erlangung des Aufenthaltsrechts. Die Fragen drehten sich um die Klärung persönlicher Angelegenheiten, wie frühere Ehe(n), Kinder, wie lange geschieden, wie lange miteinander bekannt usw. usw. Was half, waren Ausdrucke unserer frühesten E-Mails, da wir so belegen konnten, dass wir uns schon seit über 10 Jahren kennen. Was auch sehr half, war – durch Bilder und Einladung belegt – dass die Hochzeit keine kleine, mal nur eben vor dem Friedensrichter war, sondern doch schon eine ziemliche Feierlichkeit. Auch nach den finanziellen Verhältnissen wurde noch einmal gefragt. Hier reichte die Angabe, wir beide seien Lehrer im Ruhestand mit den entsprechenden Bezügen. Na ja, Mary hatte ja im Vorfeld schon ihre Einkommensteuererklärungen von den letzten drei Jahren vorlegen müssen. Dass ich auch etwas bekomme, interessierte bestenfalls am Rande. Was wir übrigens gar nicht abzugeben brauchten, waren Briefe von Verwandten mit der Bestätigung, dass wir uns schon lange kennen und auch seit längerem zusammen leben. Ebenso wenig wollte er die Kopien z.B. von Gratulationskarten zur Hochzeit oder von Weihnachtskarten haben. Die hatten wir dabei, weil das nach Aussage der Anwältin hilfreich sei.

Auch nur am Rande beteiligt war unsere Rechtsanwältin. Sie hat nur zugesehen und zugehört. Mehr war aber auch nicht nötig, da der Beamte  sehr freundlich und absolut korrekt war. Es war aber sehr beruhigend, sie dabei zu haben. Und ihr small talk mit dem Beamten vor dem Interview half, die Atmosphäre zu entspannen. Was auch hilfreich ist: durch ihren ständigen Kontakt kennen die Anwälte die Beamten und wissen genau – und zwar schon vorher, denn es wird ihnen mitgeteilt, wer der case officer ist – mit wem man es zu tun bekommen wird. Und so können sie ihre Klienten besser auf das Interview vorbereiten.

Apropos vor dem Interview: Handy durften wir nicht mitnehmen. Und eine Sicherheitsschleuse passieren zu müssen ist ja heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Und der Beamte holt einen übrigens in der Eingangs-/Wartehalle ab und bringt einen auch wieder dahin zurück.

Und so heftete der Beamte dann die Unterlagen, die wir mitgebracht hatten [u.A. Ausdrucke unserer ersten E-Mails, Fotos vom ersten Zusammentreffen bis zur Hochzeit] ab und dann bekam ich meinen Stempel in den Pass. Das ist eine für ein Jahr befristete Reiseerlaubnis, d.h eigentlich eine Einreiseerlaubnis. Und sie ist auf ein Jahr befristet, weil ich in der Zwischenzeit [innerhalb von 4 bis 6 Wochen] ja längst meine Green Card bekommen haben werde. Und die ist dann erst einmal auf zwei Jahre befristet. Danach muss ich einen Antrag auf Verlängerung stellen [mit neuen Unterlagen, dass ich immer noch mit Mary zusammen lebe]. Und wenn diese Unterlagen gut genug sind, bekomme ich die Green Card für weitere 10 Jahre. Eventuell wird noch ein Interview fällig, aber nur, wenn die Unterlagen nicht ausreichend sind.

Aber was auch immer: zunächst darf ich mal im Lande bleiben.

P.S.: Mein Besuchervisum wurde damit heute übrigens eingezogen. Aber das brauche ich ja nun nicht mehr.

Ein Gedanke zu „Ich habe ihn, …

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