festliches Abendessen

Heute waren wir – als Geburtstagsgeschenk für Mary von unseren Freunden Stella und Mike – in einem brasilianischen Steakhaus in San Antonio: Fogo de Chao. Und das war ein echtes Erlebnis: großartiges Ambiente, excellentes Essen … aber der Service könnte verbessert werden. Die Spezialität dieses Restaurants ist, dass sie insgesamt 15 verschiedene Arten von Fleisch – von unterschiedlichen Steaks über Lamm und Huhn bis zu Wurst – haben, die alle am Spieß gegrillt werden. Und mit diesen Spießen kommen die Kellner an den Tisch und schneiden einem das gewünschte Stück ab. Und das Fleisch war, wie gesagt, einfach großartig: perfekt gewürzt und zur Vollendung gegart – kross außen und dennoch saftig innen. Und auch das Salat- und Käsebuffet war sehens- und essenswert. Was dagegen zu wünschen übrig ließ war der Service. Wir fühlten uns zur Eile gedrängt. Es fing damit an, dass wir, kaum das wir uns gesetzt hatten, schon die Getränke bestellen sollten, ohne dass jeder von uns Gelegenheit gehabt hätte, die einzige Weinkarte auch nur in der Hand zu haben, geschweige denn in Ruhe zu studieren. Ich möchte ja nun doch gerne einen zum Essen passenden Wein in Ruhe auswählen. Und diese Hetze ging weiter: die Beilagen kamen auf den Tisch während wir noch mit dem Salat beschäftigt waren. Also waren sie schon ziemlich abgekühlt, bevor wir das Hauptgericht bekamen. Und die leeren Salatteller wurden einzeln weggenommen, sobald einer von uns damit fertig war. Zugegeben, man sollte keinesfalls längere Zeit vor „abgefressenen“ Tellern sitzen, aber es wäre wohl doch angebracht, die Vorspeisen- bzw. Salatteller für den gesamten Tisch zusammen abzuräumen. Auch denke ich, ein Restaurant sollte für jeden Gast mehr als nur ein Messer und eine Gabel haben: so waren wir genötigt, unsere benutzten Bestecke nach dem Salat für den Hauptgang aufzubewahren und dazu auf dem Tischtuch abzulegen. [Nirgendwo übrigens habe ich hier bisher gefunden, dass der Tisch „eingedeckt“ ist/wird, d.h. dass man das gesamte Besteck – für jeden Gang – säuberlich sortiert auf dem Tisch vorfindet, und dazu eine schön gefaltete Serviette. Hier findet man – und das eben auch in wirklich erstklassigen Restaurants – ein Messer und eine Gabel in einer Serviette eingerollt an seinem Platz.] Nicht unbedingt meine Vorstellung von einem erstklassigen Restaurant. Und dann müssten die Kellner nicht nur auch noch lernen, von welcher Seite man serviert und von welcher Seite man abräumt, sondern insbesondere, dass man auf keinen Fall quer über den Teller des einen Gastes reicht, um z.B. einem anderen Gast am Tisch nachzuschenken oder zu servieren. Dss kam leider nicht nur einmal vor. Ach ja, noch etwas: unser Kellner [wenn man „unser“ hier sagen kann, denn es wieselten einfach zu viele unkoordiniert um unseren Tisch herum]schenkte einfach das Pellegrino, das ich bestellt hatte, auch an Stella und Mike aus. Nicht dass ich das den beiden nicht gegönnt hätte, aber sie waren gar nicht gefragt worden, ob sie das überhaupt wollten. Und ich hatte den Eindruck, sie hätten möglicherweise einfaches Wasser lieber gehabt.

Ok, nun aber genug des Negativen. Wir waren und sind immer noch ganz begeistert von der Qualität des Essens und würden wieder hingehen und den verbesserungswürdigen Service in Kauf nehmen.

Am Rande bemerkt: diese „Hetze“ haben wir übrigens bisher in so gut wie jedem Restaurant [auch der gehobenen Preisklasse] zu bemängeln gehabt. Und auch die mangelnde zeitliche Koordinierung zwischen Küche und Restaurant. Wir haben es schon erlebt, dass Salat, Vorspeise und Hauptgericht auf dem Tisch traute Eintracht feierten. Und am Ende kommt dann, noch während man isst, die Rechnung, zwar mit der Bemerkung, man solle sich bitte Zeit lassen, es eile nicht – aber trotzdem: ich bin halt etwas Anderes gewohnt.

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2 Gedanken zu „festliches Abendessen

  1. Die Erfahrungen mit Restaurants habe ich auch gemacht. Meist war es sogar so, dass wir die Rechnung direkt mit dem Hauptgericht bekamen haben und ein Kellner nur wenig Meter neben uns stehen blieb und auf die Rechnung starrte… – bis wir endlich die Kreditkarte drauf gelegt hatten und er das Geld abbuchen konnte. Wehe, man hat dann noch Appetit auf ein Dessert, dann mussten sie eine neue Rechnung schreiben, worauf sie scheinbar gar keine Lust hatten.
    Oft war es auch so, dass wir unser Essen und die Getränke in die Hand gedrückt bekamen!
    Naja, wie unser Reiseführer (Buch) schon richtig anmerkte: In der USA dienen Restaurants zur bloßen Nahrungsaufnahme und sind nicht als Orte für Gemütlichkeit und Entspannung angedacht.
    Viele Grüße, Maik

    • Hallo Maik,
      also, dass wir die Rechnung schon direkt mit dem Haupgericht bekommen hätten, das ist uns noch nie passiert. Wir sind, ehe die Rechnung präsentiert wurde, immer gefragt worden, ob wir noch Wünsche hätten, z.B. ein Dessert. Aber darauf haben wir – bei den riesigen Portionen hier – nur ganz selten Lust. D.H., Lust eigentlich schon, aber es passt einfach Nichts mehr rein. Wenn wir dann allerdings – normalerweise – einen Nachtisch ablehnen. dann kommt die Rechnung ziemlich schnell – durchaus, während man noch isst. Aber immer mit der Bemerkung, wir sollten uns bitte Zeit lassen. Und nie ist die Bedienung am Tisch oder in der Nähe stehen geblieben, bis wir die Kreditkarte gezückt hatten, sondern ist immer erst nach ein paar Minuten wieder vorbeigekommen und hat Rechnung und Kreditkarte mitgenommen – wenn denn nicht am Ausgang bezahlt wurde, was ja durchaus häufiger hier vorkommt.
      In die Hand gedrückt bekommen haben wir übrigens weder Essen noch Getränke zu irgendeiner Zeit. Entweder wurde es am Tisch serviert, oder es war Selbstbedienung und wir haben es auf einem Tablett mit an unseren Tisch genommen.
      Und dass Restaurants hier in den USA zur bloßen Nahrungsaufnahme dienen und nicht als Orte der Gemütlichkeit und für Entspannung gedacht sind, würde ich so nicht gänzlich unterschreiben. Aber etwas Wahres ist da schon dran. Längst nicht jedes Restaurant lädt dazu ein, nach Abschluss des Essens etwas länger sitzen zu bleiben. Aber Ausnahmen davon gibt es schon.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas udn danke für Dein Interesse an meinem Blog und für Deine Kommentare,
      Pit
      P.S.: Was mir da gerade noch einfällt, ist, dass auch in wirklich guten Restaurants die Tische in der Regel so klein sind, dass es der Bedienung Probleme bereitet, alles Essen für die Gäste auf dem Tisch unterzubringen. Und dass es hier auch in guten Restaurants unüblich ist, den Tisch richtig „einzudecken“, sondern dass einfach das Besteck, in eine Serviette eingerollt, auf den Tisch gelegt wird. Und das Besteck besteht dann in aller Regel nur aus Messer und Gabel. Das bedeutet, man muss nach der Vorspeise das benutzte Besteck auf dem Tisch ablegen, damit man für den Hauptgang versorgt ist.

Lasst mal von Euch hören/lesen! Würde mich sehr freuen!

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