schießen gelernt

Na ja, schießen gelernt will ich eigentlich nicht sagen. Bis dahin – denn das schließt ja auch treffen ein – ist noch ein weiter Weg. Vorläufig muss ich noch darauf hoffen, dass mir das „Viech“, das ich eigentlich erlegen will, in den Schuss läuft. Wenn es so vernünftig ist, einfach sitzen/stehen zu bleiben, hat es alle Chancen dieser Welt, dass ich vorbei schieße.  😉

Aber im Ernst, ich hatte ja immer schon gesagt, dass ich lernen möchte, mit einem Gewehr umzugehen, damit wir nicht immer Mike Saxon oder Cousin Mark zu Hilfe rufen müssen, wenn wir mal wieder eine Klapperschlange im Garten haben. Und hier im Haus gab es zwei (ältere) Schrotgewehre, ein leichtes einschüssiges von Mary [Kaliber 410] und ein schweres [Kaliber 20-gauge] fünfschüssiges von ihrem Vater. Beide waren etwas vernachlässigt, und so haben wir unseren Freund Mike Saxon, der Ahnung davon hat, gebeten, sie einmal anzusehen, ob sie noch etwas taugen. Er hat sie dann aufgearbeitet und sie funktionieren wieder. Das von Mary’s Vater ist übrigens ein Exemplar der durchaus besseren Sorte, wie Mike sagte, ein Remington-Browning. Heute kam Mike dann mit beiden Gewehren vorbei und hat mir gezeigt, wie man damit umgeht, d.h. nicht nur, wie man sie lädt und dann schießt, sondern auch, wie man sie auseinandernimmt und reinigt, pflegt und wartet. Jetzt werde ich dann in der nächsten Zeit etwas üben, damit ich nicht überlegen muss, wie man sie handhabt, wenn der Ernstfall einmal eintritt. Dieser Ernstfall, eine Klapperschlange am Haus oder in der Garage oder nahe bei imGarten, ist Gott sei Dank selten, denn unsere Tiere, insbesondere die Katzen, halten sie ziemlich gut fern. Wir haben jedenfalls deutlich weniger mit Schlangen zu tun als andere Leute hier.

Wie gesagt, jetzt sind dann also „Felddienstübungen“ angesagt. Die Remington/Browning hat übrigens einen ganz schönen Rückschlag. Da muss ich aufpassen, sie fest genug in die Schulter einzuziehen, damit’s nicht weh tut. Aber die wollte ich haben, weil sie mehrschüssig ist [Halbautomatik, d.h. sie wirft die abgeschossene Patrone aus und lädt von selbst nach, so dass ich nur wieder abdrücken muss]. Und das ist für mich ideal, da ich nicht unbedingt damit rechne, die Schlange beim ersten Mal richtig – wenn überhaupt- zu treffen. Und Mary’s einschüssige Schrotflinte [sie ist wesentlich leichter und hat auch einen viel geringeren Rückschlag] nachzuladen würde mir zu lange dauern. Die Remington/Browning ist, wie gesagt, fünfschüssig. D.h., sie hat ein Magazin für 5 Patronen. Aber da ist ein Stopfen drin, so dass nur 3 reinpassen, denn mehr darf man während der (Tauben-)Saison nicht laden können. Aber das reicht mir, denn ich kann ja, wenn ich will, auch noch eine Patrone in den Lauf laden. Und ich denke mal, wenn ich mit 2 oder 3 Schüssen nicht treffe, würde ich wohl auch mit dem 4., 5. oder 6. nicht unbedingt mehr Glück haben. Streng genommen müsste ich sogar, selbst wenn ich nicht jage – und das habe ich ja wirklich nicht vor – einen Jagdschein haben. Aber ich denke mal, solange ich nur hier auf dem Grundstück schieße, wird da keiner nach fragen.

6 Gedanken zu „schießen gelernt

    • Hallo Gabi,

      doch, es kommt durchaus vor, dass auch Hunde und Katzen von Schlangen gebissen werden. Ist auch unseren schon passiert. Und dann kommt es sher darauf an, wo sie gebissen werden, ob sie durchkommen. Unseren Topolino [http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/381897/display/11868307] haben wir so verloren. Der war noch so jung, dass er mit der Klapperschlange, der er begegnet ist, bestimmt nur spielen wollte – möglicherweise durch das Klappern erst recht angelockt [junge Hunde (er)kennen das nämlich nicht als Warnung]. Und die hat ihn dann voll ins Muskelfleisch eines Beins gebissen. Da kann das Gift dann so richtig eindringen. Und es verteilt sich natürlich auch gut und schnell im Körper durch das Laufen. Dazu kam, dass mary ihn nicht sofort zum Tierarzt bringen konnte, weil sie damals noch berufstätig war und erst für Vertretung sorgen musste. Und so war es dann für den kleinen Kerl leider zu spät und der Tierarzt hat ihn nicht durchgekriegt. Einem anderen unserer Hunde [Ruby, die später allerdings leider auf dem Highway überfahren worden ist] ist es besser ergangen. Da war der Biss in den Kopf, und wenn die Giftzähne der Schlange nur auf Haut und Knochen treffen, kommt das Gift nicht richtig an. Der Tierarzt hat Ruby damals durchgekriegt. Und eine Katze von uns ist schon gebissen worden – auch in den Kopf – und war nur ein paar Tage nicht gut drauf, ist aber ganz ohne Behandlung surchgekommen. Es ist also ganz unterschiedlich.

      Aber die Haustiere, ganz besonders die Katzen, helfen auch, Schlangen fernzuhalten. Wir haben hier Gott sei Dank weniger „unangenehmen Besuch“ als andere leute hier ohne Haustiere. Hoffentlich bleibt’s so. Aber bald, da es ja wärmer wird, kommt die Zeit, wo ich draußen bei der gartenharbeit wieder das geladene Gewehr bei mir haben werde – nur zur Vorsicht.

      Liebe Grüße,

      Pit

  1. Hallo Pit,

    ich habe jetzt mal angefangen, deinen Blog chronologisch zu lesen. Sehr interessant, hier lerne ich Facetten der USA kennen, welchen ich in meinen fünf Monaten da drüben nicht begegnet bin (z.B.Arztbesuch).
    Habt ihr wirklich Klapperschlangen im Garten bzw. viel Kontakt zu ihnen? Ich wurde damals auch an vielen Stellen vor Klapperschlangen gewarnt, habe aber nie eine zu Gesicht bekommen… Soweit ich die texanische Gesetzlage kenne, darfst du in deinem Garten bedenkenlos Schüße abfeuern, denn sie dienen in dem Fall ja zur Verteidigung deines Grundstücks und da wird sicherlich nicht zwischen Einbrechern und Schlangen unterschieden. 😉
    Werde mich die nächsten Tage mal weiter hier umschauen.
    Viele Grüße, Maik

    • Hallo Maik,
      danke für Dein Interesse an meinem Weblog: freut mich sehr. Und was verschiedene/andere Facetten der USA angeht: da finde ich sehr viel Neues und Interessantes auch in Deinem Blog. Und es gilt ebenso: ich werde mich da bestimmt noch häufiger „tummeln“.
      Ja, wir haben immer mal wieder Klapperschlangen hier, allerdings nicht so häufig wie andere Leute hier in der Gegend. Wahrscheinlich sind es unsere Hunde und Katzen, die sie etwas fernhalten – so sagt man hier jedenfalls. Eine ziemlich kleine [etwa 35 bis 40 cm] habe ich mal in unserer Garage gefunden. Und weil es relativ kalt war, war sie ziemlich träge und ich konnte sie mit einer Schaufel nach draußen tragen und dann mit der Hacke killen. Das ist natürlich zweischneidig, denn im Grunde sind sie ja nützliche Tiere. Aber wir können uns einfach nicht mit ihnen anfreunden. Ein anderes Mal hatten unsere Hunde und Katzen eine auf der Terassen vor der Hintertür unseres Hauses gestellt. Da konnte sie nicht weg, weil an drei Seiten eine Mauer war und 2 Hunde und mehrere Katzen den einzigen Fluchtweg versperrten. Ich hatte sie rasseln hören. Hört sich an, als ob man mit den Nägeln an einem Fliegengitter kratzt. Damals war das Gewehr noch nicht schussbereit und so haben wir einen Bekannten zu Hilfe gerufen, und der hat das Biest dann mit 2 Schüssen erledigt. Und die Klapperschlange war schon etwas „heftiger“, ca. 150 bis 170 cm.] Das waren die beiden einzigen Male, dass ich eine zu Gesicht bekommen habe. Nur gehört – im tiefen Gras versteckt – habe ich mal eine weitere. Und da haben Nachbarn ausgeholfen, mit einer Hacke. Hätte ich mich nie getraut.
      Schießen darf ich hier auf dem Grundstück tatsächlich nach Lust und Laune. Na ja, nicht ganz. Zum Jagen müsste ich einen Jadgschein haben. Und wenn Taubensaison ist, sollte ich auch das Magazin mit einem Eisatz auf eine Kapazität von maximal 3 Schuss reduzieren. Aber solange ich ja nur „in Notwehr“ auf giftige Viecher schieße, wird es da keine Probleme geben. Und wer sollte auch schon meckern, wenn die nächsten Nachbarn doch etwa eine halbe Meile entfernt wohnen.
      Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

  2. Pingback: Felddienstübungen … « Pit's Musings from a Big Country

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