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Sally
… muss sich gestern am späten Nachmittags mit Javalinas angelegt haben. Wir waren gegen halb zwei Uhr nach San Antonio gefahren und hatten – wie immer, wenn wir längere Zeit nicht im Hause sind – Sally draußen gelassen [damit sie sich nicht im Hause "erleichtern" müsste], und als wir gegen halb sieben abends zurück kamen, war Sally nicht – wie sonst üblich – da, um uns schwanzwedelnd zu begrüßen. Was wir sahen, waren ein paar Tropfen Blut, sowohl auf vorderen Terasse als auch vor der Hintertür. Wir haben sie dann gerufen und haben auch – soweit das bei der einbrechenden Dunkelheit möglich war – auch das grundstück abgesucht, haben aber nicht die geringste Spur von ihr gefunden und auch nicht den geringsten Laut gehört. Während des ganzen Abends sind wir immer mal wieder nach draußen gegangen, haben aber kein einziges Lebenszeichen von ihr gesehen oder gehört – weder ihr Bellen noch das Kratzen an der Haustür, mit dem sie üblicherweise auf sich aufmerksam macht, wenn man auf ihr Bellen nicht schnell genug reagiert.
Wir haben uns natürlich zunehmend mehr Sorgen gemacht, bis dann, um kurz vor 9 Uhr heute Morgen, ein leises Kratzen an der Haustür mich aufhorchen ließ. Und da war sie, Sally, mit hängendem Kopf und leicht humpelnd. Die Wunden – ich schätze einmal, etwa 5 bis 8 – auf ihrem hinteren Rücken und oben auf ihren Hinterläufen waren unübersehbar, sahen aber auf den ersten Blick nicht so schlimm aus. Dass eine Behandlung notwendig sein würde, stand allerdings außer Zweifel, allein schon um eine Infektion zu verhindern. Für mich war außerdem klar, dass diese Wunden nur von den Hauern von Wildschweinen, d.h. Javalinas, herrühren konnten. Die Wunden – wie ich später gesehen habe, auch an ihren Vorderläufen – müssen ziemlich schmerhaft gewesen sein, denn sie wollte sich weder hinsetzen nur hinlegen, sondern nur stehen: armes Mädchen!
Ich habe also unseren Tierarzt, Dr. Patton, über seine Notrufnummer – denn es ist ja Samstag, also keine normale Sprechzeit – angerufen, und er war sofort bereit, sich Sally anzusehen. Ich habe Sally also hingebracht und er hat sie sich angesehen und meinte, die Wunden müssten alle gesäubert und einige wohl auch genäht werden. Und da sie dafür betäubt werden musste, musste er sie natürlich in der Praxis behalten, und zwar, wegen des Wochenendes, bis Montag. Aber das war mir natürlich nur recht, denn ich wollte sie ja gut versorgt wissen. Er meinte, Sally habe Glück gehabt, dass sie schneller war als die Javalinas und vor ihnen weglaufen konnte. (Fast) alle ihre Wunden waren ja am hinteren Teil des Körpers.
Wir sind, auch wenn sie ganz schön verletzt ist, natürlich froh, dass wir sie wiederhaben und dass wir sie haben versorgen lassen können. Buster hat da ja wohl – im vergangenen Juni – weniger Glück gehabt. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass er, als er damals in panischer Angst wegrannte, als ich zu nah bei ihm die Schrotflinte abgefeuert habe, auch einem Rudel Wildschweine in die Fänge geraten ist und dass sie ihm den Garaus gemacht haben: armer Kerl!
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